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Jüdische Zeitung · 1919-05-16 · 20 (16.5.1919) · p. Seite 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
20 (16.5.1919)
Date
1919-05-16
Page
Seite 1 (sequence 8)
Language
German
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Itr. 20 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seite 1 Iimmer 20 OER JÜDISCHE Mitteilungen des Vereines Keren Kaiemeth Leiisrael und Palästina-Amtes I6./V. 1919 ii K Redsktionsscbluß am vorangehenden Sonntag. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlich). — Geldsendungen nnr an dos Postsp.-Kto. 100.208 Tel.45-3-25. Mitteilungen des Palästinaamtes Wiederholung von David Pinslds »Der Schatz“. Die vom Wiener Palästina-Amte am 8. <L M. an Wiener Komödienhause veranstaltete Aufführung von David Pinskis Komödie „Der Schätz“ brachte einem vollen Erfolg, sowohl in künstlerischer als auch m materieller JBeziiehMM), Das Reinerträgnis der Veranstaltung -wurde «0m Schul imgsfonds des Palästina-Amtes tzugeführt. Das Interesse, das sich für die Veranstaltung fcundgab, war so groß, daß sidh das Palästina- Amt veranlaßt sieht,, die Aufführung zu wiederholen. Vormerkungen für diese. Veranstaltung, däe ungefähr am .1. Juli 6tattfindlen dürfte, sind unter Angabe der' Kategorie der. gewünschten Sitze, (die Preise sind - von K 4.— bis K 20.—), schriftlich an das Palästina-Amt, II., Zirkusgasse 33, einzusenden. Zionistische Agrarpolitik.. Ueber dieses Thema referierte am VIIL Dis- Jcusskmsabend Gg. Emil Kafka. Seine Aus- , führungen betrafen hauptsächlich drei Punkte: 1. Bodeneryverb und Bodenbesitz, 2. Bearbeitung •des Bodens, 3- Oekonomie der Landwirtschaft Der Referent' wes auf d$e bedeutendes Schwierigkeiten hin, die sich einer regelrechten KokMHsatton-unter dem alten.Regime in den Weg stellten. Wenn dennoch sehr verheißungsvolle Aiffänge geschaffen wunden, so ästdies der seltenen Zähigkeit und dem Geiste unserer Pioniere za verdanken. ' Den' Aufbau des indischen Palästinas verlangt er auf Grundlage der Gerechtigkeit, wobei als erste Voraussetzung die Regelung des Boden-, besitzes anzusehen ist. Referent tritt für die absolute Nationalisierung des Bodens und für dSe Festsetzung eines Höchstausmaßes des in. Erbpacht zu übergebenden Bodens ein und verweist auf die bei der letzten zionistischen Konferenz in London angenommene Resolution eines indischen Landfonds, der-alle Ländereien, die. nicht im Privatesgentume stehen, und alle sonst erhältlichen Landkomplexe, unter sorgfältiger Berück- /setesgung der Rechte der bisherigen arabischen ■Besitzer übernehmen 'sollte. Der eventuell hn Privateigentum Verbleibende Boden, hauptsächlich in den bestehenden Kolonial, soll bezüglich des Höchstansmaßes der Fläche dem in Erbpacht zu - gebenden gleichgestellt werden. Der Privatbesitzer hätte nur den Vorteil, daß er für eine Realie von zirka 25 Jahren der Erbpacht enthoben wäre, während * er nach Ablauf dieser Frist den Boden an den Nationalfonds resp. die Siedhmgsbefaörde abtreten und ihn in Erbpacht - nehmen müßte. Die Nationalisierung ' soll' auch -für den städtischen Boden erfolgen. Neben dieser gerechten Verteilung des Bodens fordert Referent dessen Selbstbearbeitung und die Sicherung des ganzen ■ Ertrages" für den ihn Bearbeitenden. Zu diesem Resultate will er rächt nur durch Schaffung einer ' Kleinbanerasebaft auf einzelnen ErbpachtsteUen gelangen, sondern auch durch genossenschaftlich organisierte .'Großbetriebe (wie Oppenheimers Siedlungsgenossenschaft) oder durch gemischte Wirtschaftsformen. Er zweifelt nicht daran, daß es durch geeignete technische Mittel und entsprechende Ausbildung auch den kleinen Betrieben, möglich sein wird, sich die bisher nur dem Großbetriebe zu Gebote stehenden 'Vorteile zugänglich zu machen, so daß die Produktions- Unterschiede zwischen Klein- und .Großbetrieb, die ach bisher in den europäischen Ländern ergeben haben, auf ein Minimum herab sinken müssen. , Eine weitere Forderung ist die Nutzung des Bodens gemäß wissenschaftlicher Erkenntnis. Die Aibeitersteilen in der Nähe oder im Zusammenhänge mit wohlhabenden Achusadörfera müsesn durch Bereitsteilung, einer entsprechend . großen Bodenfläche die Landflucht der angesiedelten Arbeiterschaft verhindern. Das Prinzip der Selbstbearbeitung muß sich allgemin in Palästina -durchsetzen. Diese Pflicht müßte vorerst als Ideal gepflegt, später, nach etwa einer oder zwei Generationen zum Gesetze erhoben werden. Nur kranke oder sonst der Arbeit nicht gewachsene Personen sollten von derselben befreit sein. Selbstverständlich kann em jeder bei Sa/son- und Ern tearb eiten die Hilfe anderer Personen in Anspruch'. nehmen, bzw. die Arbeit, gemeinsam auf genossenschaftlicher Basis durchführen. Die ■Arbeiterschaft, welche die Vdrbereitungs- und Sanierungsarbeiten durchzuführen hat, ist durch die Bereitsstellung eines ortsüblichen Bauernhofes zu entlohnen. Den Hauptgrund der wiederholt erfolgten Wirtschaftskrisen in Palästina erblickt Referent in dran Fehlen jeder Oekonomie -in den Siedlungen. Er verlangt, «daß ein Bauer womöglich alles produziert, was er zum''Leben braucht, und nicht angewiesen, sein darf, bei anderen Jür Geld Öder Kredit die ihm fehlenden Lebensmittel zu kaufen. Wenn der Landwirt täglich bares Geld für Lcbnsnuttel mul : Gemüse* wiedies ja in den Pflanzungskolonien in Palästina vorgekommen ist, verausgabt, so muß er sich unbedingt vor der Ernte verschulden und gerät dadurch in wirtschaftliche Abhängigkeit. Derartige Katastrophen müssen und können verhütet werden. Bei einer rationellen Felder-, Hof-, Haus;, .: Stall- und Küchenökonomie. gibt', es keine Verschuldung des Bauern, der über ein genügendes Mali von Boden verfügt Nicht nur in der größten Ausnützung der Felder und ihrer Produkte In der Eigenwirtschaft, d. h in Hof und Staff, sondern hauptsächlich darin, daß durch eigene Produktion der diversen täglich zur Nahrung benötigten Lebensmittel alle Barauslagen für dieselben vermieden werden, sieht Referent das richtige System der Oekonömie. Der Sehnsucht unserer bodenenterbten Proletarier und des proletarisierten Mittelstandes, sich der Urproduktion, zuzuwenden, will er durch eine gerechte, und ideale Agrarpolitik in Erez Israel entgegenkommgn. An der Diskussion beteiligten sich <0e Gg. Ernst Pollak, Ing. Ornstein, Ing. Ticbo und Dr. Emil Stein, der die Hörer eindringlichst ermahnte, sich schon in Hinblick auf den nahen Zkmistenkoiigreß in- London. über alle einschlägigen Fragen, besonders aber über jene der unbedingten und allgemeinen Nationalisierung dies Bodens, ein selbständiges, von Autoritätsglauben freies Urteil zu InMete; Der X. Diskussionsabend wird Donnerstag, .den 22. Mai, im Cafö? City, Wien, IX., Porzellangasse 1. (1. Stock) statffinden. Referent: Doktor Armand Kaininka, über: „Kulturelle und religiöse Probleme - beim Aufbau.'Palästinas“. Palästina-Lichtbilder. Die zionistfsche- Bezirksor ganisation Döbling veranstaltete Montag, den 12.'d. M„: im SäaäeMdes: Ideal-Kinos einen Palästina-Vortragsabend!. -Nach einem . einleitenden LklitbiMervortrag.. durch - Herrn Paul. Bauer, ergriff der Löter djes Wiener t Palästina-Aiptes, „Herr Dr. EmirSte'itüdas’.Wort und legte in einem längeren Referate <Fc gegenwärtige Art der Bewirtschaftung Palästinas, sowie der Perspektiven* welche sich für Industrie. Handel. und; Bodenbewirtschaftung , in der Zukunft eröffnen,; dar. Der i starke Bestich; ■deF VeraSistaltuu.g.' sowie SAMMELSTELLE PUR ÖSTERREICH WIEN il/i. ZIRKUSGASSE NR. 33 Der »Jüdische Nationalfönds* ist'dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerlich es Eigentum des jüdischen Volke* zu erwerbrn». - —— I .1———m.’; Uli miw. JhTiberias haben sich aschkenasische und sephardische Juden'vereinigt, um gemeinsam eine Synagoge zu begründen, in welcher der Gottesdienst nach. äschkenasischem Ritus und in sephardischer Aussprache - äbgehalten werden sojl. Nach den Satzungen der Synagoge fließt die Hälfte der Spenden dem Jüdischen Nationalfonds zu. In Odessa ist vor einiger Zeit ein B1 u m e ntag zugunsten des Nationalfonds abgehalten worden; es konnte ein Reinertrag -von 43.000 Rubel verzeichnet werden. > Die April-Einkünfte des JNF. haben 338.390 Francs, ergeben. Folgende Länder haben hiezu beigetragen: ' Südafrika L. 5424,15.4, Deutschland . Mk. 99.748, England L. 1817.12.7JS, Nordamerika S. 7427, Kanada S. -2632, Oesterreich K 28.896, -Schweiz Frcs. 5562, Frankreich Frcs; 3788, Griechenland L. 96, Belgien Frcs. 2613, Holland Hfl. 683, Dänemark K 627; Schweden K 317, Polen Mk. 820, Australien L. ,14.16.—, Marokko Frcs. 50, Palästina L. 1. Seldeingang Vom 5. MaS Ibis 12. MaS 1919. Deutschösterneich . .... . . . K Galizien ............. 2.623.16 10— ' Summe K 2.633.16 s Gesamtsumme K 108276.82 auf K 500.000.—, ' welche wir-dm Jahre 1919-er- ■reScfren -wollen, fehlen somiFnoch K 391.723.18 Dunamspenden Deutschösterreich; ■ Wien: Frauengnippe Verein Zion: Gsmlt. d. Frl. Bernstein u. Herrn Perlberger b. Verlobung Josef Stark—PrauzSska "Wahl: Josef Stark— Franziska Wahl, Feldmann. Grotnhard je 20.—; Klein, : Stark u. Braut, Wahl* Ringel, .• S.- Ringei, Ringel, Bernstein, Perlberger je 10.—; Spürte N.: N.. B. Spira je 5.—; linl.. Spina, UnL je 4.—; djv. 1.—; zus. 3 D. 168.—; Univ. Meid. Dr. Paul Berger 20.—; ztes. 188— Bisher ausgewiesen 420.213.84 wedsf das nationale -Selbstäbewitßisesv 3j|. schon den : Großteil unserer Wiener JiideriscJiaft erfaßt hat v Briefkasten. A. Z. Die von Ihnen gewünschten Abzeichen: Ansichtskarten -und dbr „Kleine Führer ' durch die. Palästmaliforatar“ von Dr. Leo Gold- ^Bammer sind in der NF.-Verkaufsstelle, Wien, II„ Schmelzgasse 7. erbältiioh. G. M. Die Zeitungsnachrichten, wonach am 1. Juni d. J. die Ausreise aus Umgarn nach Palästina beginnen wird, sind laut unserer Informationen unzutreffend, ebenso gewiß die Gerüchte,; wonach „der erste Transport“ aus Wien asm; 11. Juni erfolgen soll R. S. Neben den in Goldhamrrters Führer bezeichneten Palästmalandkarten empfehlen wir die ön Verlage von Wagner & Debes in Leipzig erschienene Haiidkarte, Maßstab 1:700.000, be arbeitet von Dr. Hans Fischer undi Professor Dr. H. Gutäve mit den Nebenkärtchen Hochland von Judäa. Tiberiassee, Jerusalem. Korrespondenz des Hauptbüro es JNF. Vom Jüdischen Nationalfonds. Die Nationalfonds-Kommission für Deutschland hat während Pessach eine Palästina- Woche in großem Stil organisiert Mehr als 60 deutsche Städte haben die Palästina-Woche veranstaltet deren Programm Volksversammlungen, Lichtbildervorführungen. Vorlesungen aus jüdischen Autoren, hebräische Liederabende, Märchen-Nachmittage, Haus-Sammlungen usw. umfaßte. Das vorläufige finanzielle Ergebnis der Aktion, die auch in nichtzionistischen Kreisen großen Sympathien begegnete, wird auf 100 bis 150.000 Mark geschätzt; erheblicher als der pekuniäre Ertrag ist der moralische Erfolg, der die Veranstalter veranlaßt, im Herbst oder zum Termin des Friedensschlusses eine stina-Wöche zu arrangieren. / Das vorläufige Ergebnis der besteu er ung sr Aktion des Deutschland beträgt bereits 200.000 Summe, die voraussichtlich durch das Endergebnis der Aktion bei weitem übertroffen werden dürfte. Irn April hat eine Konferenz aller NF.-Vertrauensleiute Londons statfcgeftmden. Redner waren die Herren. Ing. S. Ra p I a n s k y und pr. B. E p s t e i ri. Letzterer ist . vor kurzem, aus den ,Vereinigten Staaten und- Argentinien,- wo er mehrere Jahre für den- Zionismus und den Nationalfönds im besonderen tätig gewesen ist, zurückgekehrt und 'unternimmt jetzt eine“ mehr- ,. monatige.Tournee»Im Interesse dira -JNF. -durch' - ••England; ' •'' : '• '• :ut: NFK.: Fri. Fass neue Palä- Selbst- JNF. in Mark, eine i Somit bisher 420.401.84 Hertehmald r .! ■ Gaiiileni'' Äka.w-aith. Ziöni-,Garten: D. Rosmarin' 1 B. ä. N. Rosmarin^ 10.— Deutscbösferreich: i Angern: Fessier - Gerber - Garten®' Gsmlt. d. Dr. J. Grünfeld! UnL d. Verlobung ik FrL Ella Fester. Gänserndorf mit Herrn Sandbr Gerber. Amgeirn: Saudor Gerber, Julius Fessier je 15 B. Dr. Adolf GrünfeM 3 B., Gabriel Fessier, Siegm. Geyduschek je 2 B., Julie Gerber. Hilda: Gerber. Emil Wfcäis. Luz u. . Rudi WSchis, N. Zwicker, Fr. N.' König, Wlaly Morgenstern je 1 B.; zus. 44 B. ' ' 440.— Innsbruck: Innsbr ucker-Hel (den gar: teil; D. NFK.: Innsbrucker Zion. Landeskomitee auL d. silbemen Hodhzieüt dt. Ehepaares Turteltaub 2 B, ' 20.—» Krems; Kremser Makkabäer-Garteu: GsmlL <L Z. M. V. „Makkabäa“.. Z. M. V. .Ruth“. VereSn „Zion“ Reinertragsantei der Verbdg v. Purimkränzchen 70.—; Karl Rephan (Scliäik) 40.-; Z. M. V. Makkabäa 35.—; Karl Sachs (Nestor) 26.—; Leo Schlesinger (Ben) 14.—; Arnold Neuwalder. Robert Kolb (Boweri), Franz Repbau (Wasti) je 10.—; Artur Neuner (Spitzl) 12.—; Leopold Löwenkron 3.—; zus. 230.—; Smlg» b. BegräbnSs «f. Fr. Therese Rephan 50.—; Sndg. anL d. Wähl d. Ing. Robert Stricker in die Konstituante:- Franz Repban (Was«), Robert Kolb (Boweri). Karl Rephan (Sdhafik). Emst Neuner (Sptel) je 10.—; zus. 60—; davon 10 B. a N. Z. M. V. „Makkabäa“, 8. B. a. N. Präs» Norbert Sachs (Sdtoecker), 7 B. a. N. A: H. Ernst Schlesinger (Flascher). 6 B. a. N. Theresia Rephan, 2, B. auN. Artur Neuner (Spitzl), 1 B. »• N. Georg Neuwalder; insg. 34 B. 340— Wien; Ness Zionab-Gar ten: D. H. Kafka:. Efrafin Kreisel 10. B. 100—; Isak Schwadron-Garten : D. Dr Abraham Schwad«®: Perl u. Esther Nüssenbaum 1 B. 10—; Heldengarten Barlssfai. Prag: Dr Franz Eckstem l B, a N. Dr. Fritz u. Martha Lederer an!. L. Hochzeit 10—; Jüd. Scändkmlder 1 B. a. N. Dr.- Bruno Poliak 10—; Dawäd u. Pessel Horowitz 1 B. als Gratulation z. Verlobung Ceri Dienstag—Kalman Her- 10—; Dr. Hermann Ebner, Rechtsanwalt 8 B. a. N. Ghaim u. Sali Eimer, FrL Buchheim u. M. Sdiorr 80—; zus. . 220— » Summe 102 B. 1020.— . Goldenes Buch , Wien: E. M i n a T a g 1 i c h t:. Pidjam haben für Elf Schiomoh,:T^ßcht. . S V 50— Seibstbesfeuepuiig Wien: Dr. Franz Ekstein. t,_ MaS. tktt i-fPortselzung diesraAuswelaes In iadraler Nummer.)

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