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Jüdische Zeitung · 1919-03-28 · 13 (28.3.1919) · page 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
13 (28.3.1919)
Date
1919-03-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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'ftr. 13 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seife 1 Üummer 13 JÜDISCH! H&TIOHALFONDS 28./111. 1919 MStleli»nien dies Vereines iCeren ICajemeth Lejismel » und Palästina-Hmfies « Xedaktionssehlafi am vorangehenden Sonntag. Später eintaufende Spenden werden erst im näcfcr ste* Aus wein veröffentlicht. — Geldsendungen unr aa4asPostsp.-Ktftt00.208 Te!. 45-3-25. SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH WIEN Il/t. ZIRKUSGASSE NR. 33 Der «JBdlsclie Natioaalfoads" ist dazo bestimmt, is Palästina Grund und Boden als unver äafierllches Eigentum des itldischenVolkeo za erwerben. des J.N.F, befindet sich im II. Bz. Schmelzg. 7, wo sämtliche'Materalien u. s. w. erhältlich sind. Mitteilungen des Palästina- Amtes Landwirtschaftliche Übersicht aus n Erez Israel (Dezember 1918*) , . Bis Ende Dezember war die Zeit. für landwirtschaftliche Arbeiten in .unserer Umgebung sehr günstig. Die Feldarbeit in .unserem Lande hängt nicht nur von der Menge des Niederschlages; sondern auch von der Zeit und den Intervallen des Niederschlages ab. Nach den Nachrichten, die uns zugekommen smd. ist der Regen in Palästina vom Beginne des Winters bis Ende Dezember in folgenden Mengen gefallen: 2. Oktober. 1 Spätregen. 2 mm, 23. Oktober 3.6 mau zus. 5.6 mm: 12. November 78.0 mm. 13. November 15.3 mm. .14. November 1,5 mm. zus. 94.8 mm: 6. Dezember 30.3. 7. Dezember 45,2. 8. Dezember 5,1. 14.- Dezember 0.2, 15. Dezember 3,0. 16. Dezember 2.6. 17. Dezember 28,0. 18. Dezember 3.0. 20. Dezember 2.6. 23. Dezembes 31.0, 24. Dezember 3,1. 31. Dezember 5.0. zus. 159.1 mm: zusammen betraf der Niederschlag in 17 Tagen 259,5 mm. Die Tage zwischen 23. Oktober und 12. November. und insbesondere zwischen' 14. November und 6. Dezember waren für die Wintersaaten wie Gerste und Weizen sehr günstig. Unsere Bauern, die von der Knechtschaft zur Freiheit übergingen, arbeiten diesiahr mit außergewöhnlicher Energie und lassen keinen Fußtritt Bodens unbearbeitet. Dank.. der! großen Zahl der Arbeitstiere. Pferdev MaulescHisw:. tfie uns''die Regierung'fast -wöchentlich auf den Märkten in Jaffa und’ Lud (Lydda) zum Kaufe anbietet, konnten; de Bauern im großen Mäße die Zahl des bebauten Ackerbodens vergrößern. Um unseren Lesern einen Begriff von der Hilfe zu geben, die uns die Regierung dadurch gibt, daß sie uns Arbeitstiere für die Kolonien zur Verfügung stellt, wollen wir einige typische Zahlen bringen. l Name der Kolonie I Rischon Lezibnl 45 j 20 j - j 11 ji 95; 25 j — J 16 Recheboth | 20 2n j - | ' 6 |60 48 1 — Gederah : 9 3 | 23; 8 j 1 I 27 14 | 32 _i!!! In Befcreif der Saaten hat sich die Regierung an die Bauern um Abgabe der ihnen erforderlichen Quantitäten gewendet. Aber nach der Befreiung Galiläas und Syriens befinden sich im Lande selbst große Saatquantitäten. Nur Erdäpfel sind wenige ur.d der Preis war in Haifa und Damaskus sehr hoch. Gemüse. Auch, der Anbau von Grünzeug war bei weitem intensiver als im vorigen Winter. Besonders entwickelte sich der Anbau von Gemüse in den Kolonien, wo besondere Arbeitergruppen organisiert wurden. Obstbäume. In allen Kolonien hat man mit der Bearbeitung von Mandeln und Oliven begonnen. An Stelle der in den 4 Kriegsiahren ausgehauenen Bäume hat man mit der Pflanzung neuer Bäume begonnen. In den Weingärten hat man Bohnen und es wird für die Vorbereitung"von Dünger gesorgt, denn die Weinstöcke, die . von der Heuschreckenplage und verschiedenen Krankheiten, die sich im Lande in den vier Kriegsiahren ausbreiteten, sehr viel gelitten haben. sind auf eine besondere Düngung angewiesen. Obstgärten. Die Orangen-Emte hat bereife begonnen, geht aber aus Mangel an Transportmitteln jiach Europa, sehr langsam von statten. *) „Chadaschott Mihaarez“. Mitteilung des Palästina-Amtes Jaffa vom 30. Jänner 1919. Arbeitstiere . tm April 1918 Pferde Arbeitstiere Im Jänner 1919 Maul-jocta- Wer- Maul* Ocheset Een de esel sen Esel Die Regierung hat zwar den Gärtnern zwei Züge nach Aegypten und Jerusalem zugewiesen, aber die Nachfrage in diesen zwei Orten ist im Verhältnisse zur Orangenmenge, die sich in Kolonien befindet, zu gering. Außerdem herrscht großer Mangel an Kisten und Verpackungsmitteln. Unter diesen Verhältnissen ist fast keine Transportmöglichkeit der Orangen vorhanden. Baumwolle. Auf Wunsch des Komitees der vereinigten Kolonien hat der ägyptische Minister für Landwirtschaft zwei Saatarten von Baumwolle. Sacerladiris und Apiprasili versuchsweise zur Verfügung gestellt. Diese Saaten wurden in verschiedene Kolonien bereits versandt Bodensteuer. Bekanntlich hat die Regierung beschlossen, heuiahr die Bodensteuer nicht in Naturalien, sondern in Geld einzuheben, nach Einschätzungen, die durch besondere Kommissionen veranstaltet werden und nach den für Saaten. Früchte usw. festgesetzten Preisen. Zwecks Schätzung der Ernte in jüdischen Kolonien hat die Regierung angesehene Fachleute, die vom Komitee der vereinigten Kolonien vorgeschlagen wurden; ernannt Die Zahlung der Steuer . erfolgt ratenweise: 20 Prozent im ersten Monate. 40 Prozent zu Ende des zweiten Monats, der Rest am Ende des dritten Monafe. Trotzdem diese Besteuerungsart um vieles günstiger ist als die türkische, wäre es dennoch angebracht, sie bei der ersten Gelegenheit abzuändern und die europäische oder ägyptische Art der Steuereinziehung einzuführen, und zwar eine feste Steuer pro Dunam nach den verschiedenen Arten Pflanzungen. Saaten usw. M. M. Das jüdische Nervensanatorium in Palästina Von Dr. med. Rafael Becker, Zürich. Gerade jetzt, wo wir vor den Toren Palästinas stehen, und eine Menge verschiedenartiger Vorschläge zum Aufbau unseres Zukunftlandes vorliegen, um unser nationales und soziales Leben auf ein gesundes und lebensfähiges Niveau zu heben, gestatte auch ich mir, auf medizinischem Gebiete eine Anregung zu bringen. Ueber die hygienischen Verhältnisse in Palästina, wie im Sinne der Sanierung des Landes überBäupt, so buch im Sänne der hygienischen Maßnahmen seitens der Bevölkerung selbst, will ich jetzt nicht sprechen. Kürzlich sind in der „Jüdischen Rundschau“ treffliche Vorschläge von Dr. Ruppin gemacht worden. Hier möchterich nur auf eine wichtige Erscheinung in unserem Galuthleben aufmerksam machen. Es ist! schon lange kein Geheimnis mehr und in der medizinischen IVeit eine feststehende Tatsache, daß wir Juden den Nerven- und Gemütskrankheiten mehr unterworfen sind als die uns umgebenden Völker. Die Häufigkeiten dieser traurigen Erscheinung bei uns habe ich an anderer Stelle mich bemüht, eingehend zu erörtern. Dort: konnte ich feststellen, daß die Ursachen nicht in uns, sondern in den Verhältnissen, unter denen 'wir Juden in der Diaspora leben, zu suchen sind.*) Hier möchte ich nur darauf hinweisen, wie solchen Juden, die aus ihrem seelischen Gleichgewicht, herausgebracht sind, am besten zu helfen ist Der erste Grundsatz der psychiatrischen Behandlung, der dem Patienten am meisten Nutzen bringt ist, wie bekannt, sein Mileuwechsel. Nur dies .allein schon, daß man ihn aus der Umgebung, wo er krank wurde, herausnimmt und in eine neue versetzt, kann aiif ihn sehr beruhigend wirken. Und gerade beim Juden ist es seine Umgebung, die ihn in erster Linie krank macht, eine Umgebung, in der er sich nicht vollwertig fühlt Daß dieses Gefühl der Minderwertigkeit beim nervös-erkrankten Juden seine ganze Psyche beherrscht habe ich unzählige Male beobachten können. Es ist' schon schwer zu Schildern, mit welcher Erleichterung und Zuversicht solche Kranke sich von einem jüdischen Arzte, der sie ganz versteht behandeln lassen. Nur einem solchen Arzte schenken sie ihr volles Vertrauen, das so wichtig für die Behandlung ist. Daß diese meine Beobachtung richtig ist, darin haben mir 'huch namhafte Psychiatiker. Christen, beigestimmf, mit der Aeußerung, daß es ihnen auch aufgefallen sei, wie die jüdischen Patienten ihnen gegenüber besonders zurüchaltend eingestellt seien.'Allein schon die An- *) Interessenten verweise ich auf meine Arbeiten: 1. Die jüdische Nervosität ihre Art, Entstehung und Bekämpfung. Vortrag. Verlag: Speidel & Wurzel, Zürich. 1918. 2. Die Nervosität bei den Juden. Ein Beitrag zur Rassenpsychiatrie.' Verlag: Qrell Füßli, Zürich, 1918. Wesenheit des jüdischen Arztes erleichtert bis z« einem gewissen Grade, einem solchen Kranken das Gefühl der Einsamkeit und Nichtverstandenseins zu ertragen, obwohl die Umgebung Im Grunde genommen, die gleiche geblieben ist Aus dem Gal Uthleben daußen ist er in den Galuth der Anstalt versetzt wo er auch weiter sich geniert fühlt, und nie ganz zur innerlichen Ruhe kommt Und wenn man für die jüdische körperlich Erkrankten verschiedene Spitäler baut, wo sie nebst spezieller Behandlung auch «he jüdische rituelle Küche haben, so ist es gerade für solch einen nervörs-erkrankfen Juden noch notwendiger, eine jüdische Nervenheilanstalt zu schaffen, wo er da» fehlende Verständnis für seine Leiden, wie bei ihm selbst so auch in seiner früheren Umgebung hier, finden wird. In der Versetzung in diese neue und erfrischende Umgebung, fängt bei solchen Kranken erst die richtige Therapie an. Darüber läßt sich noch vieles sagen, ich behalte es aber für ein fachmedizinisches Organ vor. Hier möchte ich nur betonen. daß die Gründung einer richtigen jüdischen Nervenheilanstalt seitens der jüdischen Patienten als eine wohltuende Tat empfunden werden wird. Und der geeigneteste Ort, wo ein solches Nervenheilsanatorium zu errichten wäre, ist zweifellos Palästina. Nur dort in unserem Lande, wo wir ein ganz anderes Leben zu führen imstande sein werden, wird auch unsere Psyche in eine ganz andere umgewandelt, da wir eine ganze Menge seelischer Komplexe, die In der Diaspora dem Juden angehängt wurden, los sein werden. Mit anderen Worten, dort werden wir uns eine gesunde Umgebung schaffen.-die jedes Volk braucht, und die jedes normal lebende Volk hat Und es ist kein Zweifel, daß ein auf solchem Boden gegründeten jüdisches Nervensanatorium anziehend wird auf jüdische Kranken wirken. Dort werden sie am besten ihre, durch die Hast des Lebens zerrütteten Nerven erholen können, viel besser als an verschiedenen Weltkurorten. Diese Anregung zur Gründung eines iüdäseben Nervensanatoriums in Palästina zum Wohl» unserer Kranken, habe ich jetzt nur vom medizinischen Standpunkte aus begründet Was die andere, und zwar die materielle Seite anbetrifft und' ob sie auf Staatskosten öder Privatkosten zu errichten, wäre; darin überlaste ich das Wort denen, die mit den ökonomischen Verhältnissen in Palästina besser vertraut sind; aber ich bin fest überzeugt, daß auch an diesem Sinne eine solche Gründung für Palästina von Vorteil wäre. Chatuzim Derzeit sind von den, dem Ortsausschuß Wien angeschlossenen Chaluzim in 9 Gruppen an folgenden Orten als landwirtschaftliche bezw. gewerbliche Arbeiter beschäftigt: Lassee 30 Mann, N. Siebenbrunn 76 Mann. 12 Mädchen. Marchegg 24 Maam. Glinzendorf 29 Mann, 3 Mädchen. Neuhof II 7 Mann. 3 Mädchen. Leopoldsdorf (Zuckerfabrik) 22 Mann. zus. 188 Mann. 18 Mädchen. Dieser Stand von zusammen 206 Arbeitern bedeutet gegen den letzten Ausweis von 166 Mann und 13 Mädchen, zusammen 179 Arbeitern, einen Zuwachs von 22 Mann und 5 Mädchen, zusammen 27 Arbeitern. Weitere Arbeitsaufnahmen sind in Vorbereitung. ' Von den obgenarmten 206 Arbeitern sind bisher 135 von Dr. Julius Seinfeld. Dr. Moriz Lauterstem. Frau Dr. Eleonore Rosenblatt und Frau Dr. Sofie Weber ärztlich untersucht und als gesund und arbeitstauglich befunden worden. Die Untersuchung der früher installierten Gruppen wird ehestens nachgetragen. Die Versorgung der Chaluzim mit Betten. Wäsche und Kleidung ist vom Palästinaamt in die Wege geleitet Es ergeht an die jüdische Oerfentlichkeit der wiederholte Appell, die Natural- und Geldspenden für diesen Zweck II.. Zirkusgasse 33. abzuführen. Facharbeiterkurse der technischen Studiengruppe des Palästinaamtes in Wien Dfe technische Studiengruppe des Palästinaamtes veranstaltet Facharbeiterkurse zur Ausbildung von Elektromonteuren. Heranbildung von Elektrohilfsmonteuren. Maschinisten. Bauarbeitern und Bauoolieren. Ais Schüler kommen in Frage: junge Leute 0 jüdischer Nationalität von gesunder körperlicher Beschaffenheit mit Bürgerschulvorbildung, resp. einer dieser Vorbildung entsprechenden Schulbildung. welche, zur Auswanderung nach-Palästina - Weiset Mtgli^de; für den ITcrem „Jüdischer Natiosi&l-Feai&s“. *

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