Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 3 (17.1.1919)
- Date
- 1919-01-17
- Page
- Seite 1 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seite 1 ' DE£ JÜDISCHE NATIONALFONDS -^2» Nitteilungendes Vereines Keren Kaiemeth Leiisrael h und Palästina-Hintes es Redaktionsschluß am vorangehenden Freitag. SpHter einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht. — Geldsendungen unr an das Postsp.-Kto 100.208 Tel.45-3-25. SAMMELSTSLLE FÜR ÖSTERREICH WIEN ll/i. ZIRKUSQASSE NR. 33 Der „Jüdische Natlonaifonds* ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Juden! Der Sehiisuchtstraum von Jahrkuuderteu steht vor seiner Verwirklichung. Aul der Friedenskonferenz soll uns der Völkerbund Erez Israel erschließen. Es ist ein köstliches Geschenk, dessen wir uns vor aller Welt würdig zu erweisen haben, uns vor aller Welt würdig zu erweisen haben. Deshalb muß die Kolonisierung Palästinas — im Geiste lierzls —' vom ersten Augenblick an streng planmüßig sein, und die Landwirtschaft soll die Grundlage des neu zu gestaltenden Wirtschaftslebens bilden. Was nun den iuugen Volksgenossen, die als Chaluzim, als wahre Arbeitspiouiere herandrägen, an Körperkraft und beruflicher Schulung noch fehlt, das soll und muß iu der Wartezeit hierzulande nachgehöit werden. Darum sendet unser Amt schon jetzt diese unsere beste Jugend hinaus auis Land, damit sie dort ihre Kraft stählt, sich Verdienst und die Ueberzeugung holt, daß ihre Sehnsucht nach der „heiligen Erde“ nicht durch Enttäuschung zuschanden werde. Schon Hunderte wirken jetzt, im harten Winter, unverdrossen auf der Scholie der Umgebung Wiens. — Doch Uber diese ungeschälte Arbeit hinaus haben wir den Ehrgeiz, landwirtschaftliche Schulen zu gründen, welche unsere Pioniere in Acker- und Gartenbau, Viehzucht und Milchwirtschaft, Geflügel, und Bienenzucht, die Mädchen auch ln Haushaltuugskunde theoretisch und praktisch ausbilden. Danebenbel - müssen viele solche Kurse für Einzeifächer treten. Schon sind, wir dabei, eine Landwirtschaftsschule für Mädchen am Saume der Stadt, in Hacklng, zu gründen, und in wenigen Wochen wird sie ihren Insassinnen die Tore öffnen. Dann kommt eine Knabenschule daran,' und diesen Schulen werden die nötigen Kurse angegliedert sein. — Gewerbliche Fachschulen und Kurse sollet: alsbald nachfolgcn. Denn Maurer und Steinmetze, Brunnen* und Straßenmeister, Schmiede, Schlosser, Tischle.r und. Zimmerleute werden heim Aufbau des Landes nötig und erwünscht sein. Soweit diese Arbeiter nicht schon von Haus aus geschult sind, müssen' wir auch für' diese Schulung Sorge tragen. . % Damit soll Wien, auf das, als wichtigsten Etappenpunkt am Wege nach Palästina, die Juden weithin im Hinterlande ihre Augen richten, ein weihin wirkendes Beispiel geben. Eine große und schwere Aufgabe unter den vielen unseres Amtes! An Euch drum, Ihr jüdischen Brüder und Schwestern, möget Ihr nun selbst nach Erez Israel streben oder möget Ihr seine Wiederäufrichtung nur mit Euren warmen Sympathien begleiten, ergeht unser Rtif um werktätige Hilfe. Um den Schulungs-Fonds des Palästina- Amtes zu stärken, wurde eine „Palästina-Woche“ festgesetzt, die am Cbamischah Assar B’schwat (15. Jänner), dem Frühlingstag der Bäume, anhebt. Wie man da iu Palästina seit Urväterzelten den Schößling der jungen Bäume voll Vertrauen in die Erde senkt, so wollen auch wir hierzulande jeder wichtigen Arbeit in Palästina einen Grund legen. Darum kommt in dieser Palästina-Woche zu unseren Veranstaltungen und erfüllet Euch mit der großen Aufgabe dieser Hille! Darum spendet und sammelt iür den Schulungsfonds! Juden! Nicht länger handelt es sielt um lerne, nebelhafte Ziele. Erez Israel ist nahegerückt, die Aufgabe ist gestellt. Erkennet Eure klare Pflicht und bewähret Euch darnach. Das Palästina-Amt, Wien, II., Zirkusgasse 33. Sonntag, den 19. Jänner, %5 U b r nachmittags, werden im Anschluß an den Abendgottesdienst in jenen -Bethänsem Wiens, in denen nicht schon am Freitag und Samstag seitens der Herren Rabbiner einschlägige Predigten stattfanden, von Gesinnungsgenossen Ansprachen erfolgen, welche die Bedeutung des jüdischen. Palästina-Kolonisationswerkes hervorhebeii und für die Stärkung des SchuUingsfonds werben sollen. * * * Alle Freunde Palästinas siud hiermit eindringlich aufgefordert, ehestens in unserem Amte Sammel-bogen und Cbamischah Assar B schwat-A b z e i c h e n, die um K 1.— per Stück abgesetat werden, zu beheben. ¥ V Donnerstag, den 23. .1 iinner, halb 6 UhFabeuds, werden im großen Konzerthaussaale die Herren Sr. Ehnvürden Oberrabbiner Doktor P. J. C h a j e s und Schriftsteller Dav. T r i e t s c h aus Berlin über P a 1 ä s t i n a -. P robl.eme sprechen. Eintrittskarten von 2 bis 20 Kronen sind in der Buchhandlung R. Löwit, I.. Roten. turmstraße 22. und bei uns erhältlich. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler veranstaltet Samstag, den 25. Jänner 1919, 6 Uhr abends, in den „Reichshallen“, Wien, I., Dorothcergasse 6, einen Vortrag: .Palästina und der j iidisch e . Akademiker“ von Dr. Trietsch. Karten im Vereinslokale, Wien, IX.;* Türkenstraße 9, von 3—4 Uhr nachmittags, und in der Buchhandlung R. Löwit, Wien, I., Rotenturmstraße 22. * * Eine Ausstellung jüdischer Kunstwerke ist in Vorbereitung. Davis Trietsch in Wien Davis Trietsch ist eine der interessantesten Erscheinungen der zionistischen Bewegung. Am 2. Zionitenkongreß 1898 zu Basel tritt er zuerst als Vorkämpfer einer Idee auf, an der er seither mit zähem Eifer festgehalten hat Er will nämlich die jüdische Kolonisation auf Palästina und seine Nebenländer gerichtet sehen, um ihr die nötige Ausdehnungsmöglichkeit für die Zukunft zu sichern. Insbesondere forderte er die Kolonisation auf der Palästina gegenüberliegenden, unter englischer Verwaltung stehenden Insel Cypern, in Ei-Arisch, dem Grenztamde des gleichfalls englischen -Aegypten. Die temperamentvolle Art, mit der er seine Anschauungen in Wort und Schrift, insbesondere auf dem Kongreß, vertrat, ist bekannt. Eine zweite Idee, die Trietsch verfocht ging dahin,, die Zionisten sollen sich nicht bloß auf die landwirtschaftliche Kolonisation verlegen, sondern zugleich die industriellen Möglichkeiten des Landes aiisnüfczeo, welche eine viel raschere und billigere Besiedelung gewährleisten. In .vielen Artikeln, in seinem „Palästina-Handbuch“, das zuletzt 1910 iu dritter Auflage erschienen ist, wie auch Ln seinem packenden Reisebuch „Bilder aus Palästina“ und zuletzt in seinem 1917 erschienenen Werke „Jüdische Emigration und Kolonisation“ weist Trietsch eine ganze Menge solcher industrieller Möglichkeiten auf. .' Geralde heute, da der "mächtige Drang zur Ansiedlung in Palästina in dje "Erscheinung tritt, ur.d da unserer Sache Gefahr droht, wofern diesem Drang nicht. ein weites Betätigungsfeld eröffnet wird, muß dieser Mann der Tat, dieser unverdrossene Vorkämpfer einer Schnell- und Groß- Kolonisation, gehört und nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Von der N.-F. Sammelstelle. 1K* Millionen Kronen Ergebnis der NF.-Samnilungeu in Oesterreich. Mit dem vorigen Ausweis wurde das Jahr 1918 abgeschlossen. Die Gesamtsumme beläuft sich auf zirka 1,120.000 Kronen. Dazu kommen noch die im Jahre 1918 gezeichneten Friedensschecks und Gelöbnisscheine und insbesondere große Beträge, die infolge der Ereignisse und Postverhältnisse in Galizien an die Sammelstelle nicht rechtzeitig überwiesen werden/ konnten. Allmählich laufen dieselben ein und werden nach Tunlichkeit dem Ergebnisse des Jahres 1918 zugeschrieben. Viele Spenden sind uns aber infolge der Pogrome verloren gegangen. Die genaue Statistik wird in einer der nächsten Nummern erscheinen. Hier sei nur soviel gesagt, daß die NF.-Einnahmen ständig wachsen und es keinem Zweifel mehr unterliegen kann, daß die Sammlungen für unseren Volksschatz bei intensiver Beteiligung aller unserer Gg. leicht das Fünffache des Erzielten erreichen können. Die Ausgaben der Wiener Sammelstelle betrugen im verflossenen Jahre K 92.369.54, wovon ein Drittel auf die Ausweise in der „Jüdischen Zeitung“, im „Lemberger Tagblatt“ und „Lubliner ■ Tagblatt“ fällt, zirka K 30.000 auf Gehälter; den Rest machen die Propagandakosten aus. Jechiel Tschlenows Todestag. Am 20. d. M. (19. Schwait) vergebt ein Jahr seit dem Tode unseres geliebten Führers Jechiei W. T s c h 1 e n o w. Im Zeichen der Dankbarkeit und dauernden Erinnerung wurde Im verflossenen Jahre vom A. C. beschlossen, eine Kolonie zu gründen, die im Lande unserer Zukunft für Tschlenows Namen eine sichtbare Stätte sein wird. Die Sammlungen dafür stehen vor ihrem Abschlüsse. Der .Jahrzeitstag soll noch dazu benützt werden. Wir fordern unsere sämtlichen Vertrauensmänner auf, eine Jahrzeitsfeier zu veranstalten und für die Tschlenow-Kolonie zu agitieren. Als Propaganda-Broschüre diene die hu Verlage der NF.-Bibliothek erschienene Schrift „Ein Denkmal iür Jechiel Tschlenow“. Preis inkl. Porto 60 Heller. Versicherungen zugunsten des J. NF.: Dr. Markus Krämer (Czernowitz) K 5000; Hermann Schärf (Czernowitz) und Nachüm Mon» derer (Krakau) je K 1000. Bisherig«» Ergebnis K 135.500. Mitteilungen. Laut Beschluß der NF.-Verwaltung wurde die Spende für die „Jahrzeitsstiftung“ auf minimum K 700.— festgesetzt Wir bitten, das zu beachten. Das „Trauerbuch wird demnächst erscheinen. ' 1 Hebräische Palästina-Karten sind schon vergriffen. Abzeichen (Herz], Mendele, Zion) sind stets vorrätig, Preis K 3.— per Stück außer Porto. Kuust-Ptakeltten von Kretschmer (Meragfen, Kewer. Raclhel. Berzl, Mendele, Tschlettow) zun» Preise von K 50.— resp. K 60.— bei uns erhättfictr. . Herzl-BiWer, in Seide noch vorhanden; Preis K 4.50 inkL Porto. Karten in großer Auswahl (Palästina, Bezatal, Lilien, Schriftsteller, Portät-Serien) jo 20 und 30 Heller. Reldeinganii vom 1. bis 8. Jänner 1919 Innerösterreich.. K 7.425.43 Galizien.. 3.83.65 Mähren-Schlesien.1.142.— Böhmen.39.40 Summe . ..K 12.444.48 Tschlenow-Kolonie * Galizien: Debica: D. Wäderapam 76,— Krakau: D. NFK.: Volksversammlung 1.1. 464.—; Meeting jüd. Frauen 23. XIL 1918 358.78; Mendel Ramm (2. Rate) 150.—; Schutzmann IGO.—; Smig. am Parteitag: 78.—; Versammlung Miznacbt 46.60; .gesmlh <L Spiegel b. Delegf-iertenkamer. 42.—; Herstein 17.—; Finster. Maibruch; Brodfer, Wertheimer je 10.—; d. Bazes 6.—; 4. gewechselt* Gelder „Nowy Dzieimik“ 5.67; Strassmami. N. N., MikölaJewicz je 5.—; LtebeskSnd 2—; div. 1.—; z“£: , . „ „ 1326.05 Krosclenko: H. Sterdheöm, H. SegaL A. Weidmann je 5.—; J Teicher, N. N. je 4.—; N. N. 3.—; L?mer. wtff, Miflex je 2.—; zus. 110.50 Summe 1512.55 Inner-Oesterreich: Wien: N. N. 100.— Mähren-Schlesien. Olm ätz: D Dr. L. Meisner: Arnold Jelinek 70.—: Arnold Komblüh. B. Hornifc O. Huber. B. Lauer je 20.—: Wanderbund Blau-Weiß IO—: zus. 160 —! '■* . ( - i i Summe 1.77255 Bisher* ausgew. 207.746£1 Somit bisher 208.51P.& Nachlahspenden Inner-Oesterreich: Graz: D. NFK.: Karl Schwarz eingelöster Ge- Iöhinsschein 400.—; aut Verlobung Martha Oiesinger-Jenö Paskusz, Leoben 200.—; Smig. Dr Qolatzky 25.—; zus. 625^- Wlen: Zinsen v. Legat Stockliaramer, Sarajevt 945.11 Summ» 1570.11 Dunamnpendon Galizien: Krakau: D NFK.; „Haschahar“ 1 D. a. N. Erna Epstein gg,_ Inner-Oesterreich: Wr.-Neustadt: D. Schattaer je 1 D. a. N. Dawid Nebenzahl, Dr. Wilhelm Stein, Dr. Eltes Tisch, Dr. Robert! Weltsch als Dank t 4. Vorträge b. <f. zion. Versammlung in Wr.-Neustadt: zus. 4 D. 20h- Mähren-Schleslen: Uug-Brod: D. J. Böck. Paul Weiß, Hornemz 1 D 30.— Summe 303.— Bisher ausgewiesen 417095.85 _Somit 417400.83 | Heldenhain de» Herahnalde» [ Inner-Oesterretch: Wien: Held engarten d. get jüd. Medeziner: Rubin Rosenrauch 1 B. a. N. 3. im Juli 1916 gel. Bruders Siegmund 10.—: IMfvGfodenket der „Tschlenow-Kolonie“!