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Jüdische Zeitung · 1918-01-11 · 2 (11.1.1918) · p. Seite 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
2 (11.1.1918)
Date
1918-01-11
Page
Seite 1 (sequence 6)
Language
German
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Nr. 2 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seite 1 NUMMER 2 MITTEILUNGEN ll./l.—1918 DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Aufträge der öst. Kommission des Jüdischen Nationalfonds. Il/i, Zirkusgasse 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds-Spenden Redaktionsschluß Sonntag vorminags. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht — Tel.45-3-25— Postsp.-Kto. 100.208 5 WIEN ll/t. ZIRKUSGASSE NR. 33 Der „Jüdische Nationalfonds“ ist dazu bestimmt,, in Palästina Grand und Boden als unveräußerlich e s Eigentum.des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß (19C1) gestiftet, hat er jetzt schön 6 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Friedensjahre (1913) eine Million Kronen betrug Die Spendensumme im Jahre 1917 beträgt 522,500 Kronen Or. Wilhelm Beigel Mi* Jänner 1918 ha* unser bisheriger Sekretär, Gg. Dr. Wilhelm Beige L seine Stelle tfiedergelegi. Die Naitäonalfondskommission für Oesterreich hat an Gg. Dr. Beigel anläßlich seines Scheidens den folgenden Brief gerichtet: Sehr geehrter Herr Gesinnungsgenosse! Mit größtem Bedauern sehen war den Zeitpunkt gekommen, dien Sie. so lange es Ihnen möglich war, immer .unedler hinausgeschoben hiäben, an welchem Sie unserer Sammelstelle Ihre Tätigkeit nicht weiter widmen können. Durch drei Jahre haben Sie in selbstloser Hingabe als Sekretär der Sammelstelle gewirkt. Sie haben Ihr Amt zur Zeit der größten durch den Krieg verursachten Verwirrungen übernommen. Dank Ihrer hervorragenden Arbeitsleistung fist es Ihnen gelungen, nicht nur alle Schwierigkeilten zu besiegen, sondern. Organisation und Propaganda so auszubauen, wie nie zuvor. Wenn Mteute die Sammelstelle über eenen in jeder Beziehung leistungsfähigen Apparat verfügt, so ist dies vor allem Ihr Verdienst. Zu Ihrer und unserer hohen Befriedigung hat diese -Ihre außerordentlich Qualifizierte Tätigkeit auch reiche Früchte getragen. Sie könnenmit Stolz auf das rapide Wachstum der National!ondseingänge üiinweisen und verlassen Ihr bisheriges Arbeitsfeld nach einem für das letzte Jahr erzielten Rekorderträgnis von über 522.000 K und haben noch in den letzten Tagen die Zeichnung von 2 Friedensschecks im -Gesamtbeträge von 350.000 K erzielt, sodaß der Gesamtertrag — eingerechnet die kleineren Friedensschecks vorangegangener Wochen — dieses einen Jahres beinahe 1 Millionen Kronen erreicht, ein Betrag, wie er ini letzten Friedensjahr (1913) alle Sammelstellen der Welt zusammen erreicht haben. Mit Ihrem Ausscheiden aus dem engeren Verbände der Sammelstelle haben Sie aber Ihre Tätigkeit für den JNF nicht nur nicht eingestellt, sondern Sie sind gewillt, Ihre Kraft so weit Sie können, in den Dienst des NF, insbesondere der eingeleiteten Aktion für Erlangung größerer Landspenden (Nachiah) zu stellen. Wir sind überzeugt, daß dieser Ihrer künftigen Tätigkeit ein ebenso großer Erfolg besöhieden sein wird,. als der bisherigen. Es obliegt uns. Ihnen für Ihre Tätigkeit den wärmsten Dank im Namen aller Freunde dies NF auszusprechen. Wir glauben, daß Äser in keiner besseren Form zum Ausdruck kommen wird, als daß wir die Gründung, eines Dr.. Wilhelm Beigel-Garten dm Herzlwald anregen. Wir freuen uns, mit ihnen weiter wrie bisher in unserer Kommission im Dienste der gemeinsamen Sache .tätig sein zu können und zeichnen mit bestem Zionsgruße für die Nationalfonds-Kommission für Oesterreich Dr. Egon Zwreig, Vize-Obmann. .Adolf Böhm, Obmann-Stellvertreter. Ober-Ing. Fed'or Ackermann. Ludwig Batö. Meier Henisch. Lazar L e b e I s a r i. Ernst P o 11 a k. Dr. Georg W einer. Wir fordern hiemit alle Freunde des JNF auf, für den Dr. Wilhelm Beigel-Garten Bäume zu spenden und sind einer reichlichen Zeichnung gewiß; der erste Ausweis in dieser Nummer. Sammelstelle des Jüdischen Nationaifonds. Legat des Kais. Rates Carl Hirsch 20.000 Kronen, für den J. NF. Kaiser!. Rat Carl Hirsch war einer unserer Besten und Getreuesten. Dem zionistischen Ideale mit ganzer Seele ergeben, hat er stets bereitwillig Alles unterstützt was von der Partei unternom-: men wurde und wendete sein besonderes Interesse den Fragen der palästinensischen Siedlung zu. Dem. J. N. F. hat dieser, in vielfacher Beziehung äSJergewöhnliche Mann, stets seine Aufmerksamkeit zugewendet und ihn tatkräftig ge- / fördert. Noch vor kurzem, als wir die Aktion für die Krieglandspende beschlossen, hat kais. Rat Hirsch als erster einen größeren Betrag ,(K 2500) gezeichnet und dabei der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß nunmehr die Opferwilligkeit der Juden, insbesondere der Gutsituierten, den wichtigen Aufgaben des J. N. F. gerecht werden wird. Die Treue für die Sache seines Volkes hat kais. Rat Hirsch, auch über den Tod hinaus bewahrt. Sein Testament enthält folgende Bestimmung: „Dem Jüdischen Nationalfond^ vermache ich K 20.000.— (in Worten Zwanzigtausend Kronen), wrovon der Präsident des zionistischen engeren Aktionskomitees und der Obmann des westösterreichischen Distriktes in Wien zu verständigen sind. Dieser Betrag ist zum Baue einer zur Zeit meines Ablebens in Palästina am dringendst notwendigen Anstalt (A r b e i t eVw o hnungen, Kolonistenhäuser, Krankenhauspavillons, Schule uswO zu verwenden, und die hiefür errichtete Anstalt hat für ewige Zeiten den Namen meiner Frau Anna Hirsch zu führen. Meiner Frau ist alljährlich Bericht zu erstatten. Steuern und sonstige Kosten aller meiner Legate haben meine drei Erben zu gleichen Teilen zu tragen.“ Die Verwaltung J. N. F. wird den Willen des edlen Erblassers genauest erfüllen. Sein Beispiel aber wird viele an die Pflicht erinnern, die sie ihrem Volke gegenüber zu erfüllen haben. Zionist sein — heißt opferbereit sein, um das unmöglich scheinende bald möglich zu machen. B. Versicherungen zu Gunsten^des J. N. F. Bei der Tarnower Haup tagen tscliait der K. k. priv. Lebensversicherungs-Gesellschaft Oesterreich i s c h e r Phoenix (Leiter Gg. Joachim Neiger) wunden weitere zwei Kriegsanleähe- Versicherungen abgeschlossen .und1 zwar Gg. Szaja S i I b e r p fe n n i g - Tamow 2000.— K, und Gg. Ahrahain B ramd s t a t te r - Wien 2000.— K. Diese Art der Zusendung iiir den jüdischen Volksschatz gewinnt immer mehr an Popularität und unser. Gg. Neiger ist noch wie vor bereit, Aufträge auf derartige Versicherungen für "den „Österreichischen Phoenix“ entgegenzunehmeinind die Ainverbeprovision dem JNF. zuzuriihren. Einschränkung der Ausweise Die unaufhörlich steigenden Papiler- und Drucksorteripnetee. die Schwierigkeiten in der Papierbeschafrung, sowie der von Woche zu Woche wachsende Umfang der Spenderlisten zwingen uns, die Ausweise möglichst zu restringieren. Wir können ab 1. Jänner nur die Spenden von K 2.— aufwärts mit Nennung der Namen der Spender veröffentlichen, alle kleineren Spenden aber zusammenfassen. Die Gg., welche mit Rücksicht auf die Spender genauere Bestätigungen wünschen, können uns die Spendenlisten in doppelter Ausfertigung cinschücken, worauf wir auf einer derselben den richtigen Empfang der Spenden bestätigen und sie dem Sammler retournieren werden. Bestätigungen den Spenden sowie Diplome " können infolge der Verkehrsschwiierigkedten nicht Immer rechtzeitig am die Spendter zugestellt werden. Wir bitten tdlaher mit eventuellen Reklamationen gerl. abzuw’ärten. Zwecks Erleichterung und Beschleunigung unserer Arbeit ersuchen wir, eventuelle Mitteilungen Wie Wünsche, Bestellungen usw. nich t auf der Spender liste, sondern auf speziellen Bogen uns übermitteln zu wollen. Die halbe Million im Jahre 1917 überschritten Wir haben im Anfang v. J. diie Einkünfte mit 260.000 K prälimihlert. Die tatsächlich erreichte Spendensumme beträgt wie aus. dem nachstehenden Ausweise ersichtlich 522.500 K, also dais Doppelteres ursprünglichen Voranschlages, das Zweieinhalbfache der Spendensumme im Jahre 1916 und beinahe das Dreifache der Spendensumme des letzten Fried'ensjabres 1913. Rückblickend dürfen wir mit diesem Ergebnisse zufrieden sein. Wir haben mehr erzielt als wir zu erreichen honten und1 sogar die halbe Million; welche wir als letzte Höchstsumme aufgestellt haben, ist um über 20.000 Kronen überschritten. Upsere Befriedigung darf aber nicht die Ueberzeugung in' uns aiufkommen lassen, daß wir mit dem Aufbringen einer halben Million) im Jahre eine Leistung vollbracht haben, die besondiers hervorragend ist und' die im gehörigen' Verhältnisse ■ zu den Aufgaben, welche wir uns gestellt haben, sieht. Die Kotonisierung eines Landes erfordert, wenn sie nennenswerte Resultate ergeben soll, ganz andere, vier bedeutendere Summen. Der Bodenwert für ©ine Kolonie ist nach den gegenwärtigen Verhältnissen auf eine halbe Million Kronen präliminiert. Es dürfte sich nach dem Kriege heraiusstellen, daß die für den Boden zu verausgabenden Summen sich noch wesentlich höher stellen werden. Wenn aber eto unseren Erwartungen entsprechendes Tempo in der Kolonisation eimgehälten . werden soll, müßten viele Kolonien alljährlich gegründet werden. Diesen Erfordernissen können wir entsprechen, wenn Wir die jährliche Spendensumme in Oesterreich auf ehr ge Millionen Kronen erhöhen. Es ist diesgewiß nichts Unmögliches, w!enn man die Anzahl der jüdischen Bevölkerung und ihre Zahlungskrait in Betracht zieht. Wir sind1 auch überzeugt, däß die Entwicklung es dalWin bringen wird; däß der Nationälfonds in Oesterreich ein 'derartiges Einkommen erreicht. , Der letzte Ausweis verzeichnet zugleich einen Rekord; in Bezug auf die Höhe des Wocheneinkommens. .Während bisher die höchste Wochensumme 27.000 K betrug, hat dieser Ausweis. 45.000 K iür 10 Tage, also 32.000 K pro Woche zu verzeichnen. Wir müssen unsere Bestrebungen dahin konzentrieren, daß diese bisher höchste Wochensumme schon in nächster Zeit zu einer normalen wird- Nachtrag zu Nr. I Lundenburg M. S.: LLa t i k w ah - H a i n, Heidengarter: Ges. d. Grell Silberschütz u. Olly Forell: Johann Matzner Alice u. Gerta Frank je 1 B. a. N. d. geiall. L>t. Walter Reiner; Israel. Wohltäiiigkeitsvereim 5 B. a. N. d. gefall. Söhne Lundenburgs; Charlotte Silberscbiitz, Gisela Buxbaum u. He’dw. Kohut. Hermann Spitz, Dr. Heinr. Schwengel', Kaloman Schmitz je 1 B. a. N. d. gefallenen Helden Lundenburgs; Heinr. Honmänn 1 B. u. Jos. Holländer 2 B. a. N. d. gefall. Lt. Jaqiies Honmann; Milan Marchfeld a. N. Signu Marchfeld 1 B, zus. 160.—; Lt. Rieh. Stangl-Garfen: Johann Matzner. Flir. Leop. Deutsch je 1 B. u. Lt. Konraü Sax 2 B. a. N. Lt. Rieh. Stangl 40.—; 200.— . Prerau M. S.: Durch R. Marmorstein: Heinr. Limit anl. d. Todestages s. am Felde 'd. Ehre ge- . fallenen Bruders 10.— Prag B.: Lt. Pr opper- Garten: Durch N. F. IC: Anl. & Makkabäerfeier z. Erinnerung an ihren geliebten Bruder Lt. Max Proipper je 1 B.: Kamilla, Rudolf u. Eduard Propper 30.— Rzeszow G.: Garten d. Rzeszower Zion: "Durch cand. jur. Mosche Wald1: Hania Perczak a. N. ihres gefallenen Bruders Däiwid Peirzak 1 B. 10.— Stanislau G.: Heldengartem d. ge'falL Juden S t a n fs 1 a u s. (II. Rate.) Ges. d. Schomrim: ges. d.\Gustav Breitbart bei Ghannkah-Abend a. N. 'd. jiid. Soldaten u. Kriegsgefangene. 3 B.; Nina Haipenn, Dr. Hilel Sussmann, Esther FingeTman je 2 B.; Mala Knorz a. N. Artur Banner. Adolf Sussmainn a. N. Zarwanitzer,' Henryk Nagel a. N. Max Fuhrmann, Sabine Halpern a. N. Ing. Oblt. Noe Halpern je 1 B.; Zania Rosenthal. Hermann Loren*. Karl Peyerbaum, Idä Nebenzahl je 1 B.; 180.— Z. W„ M.N. je 5.—; zus. 18 B. Summe 125 Bäume 1.258.—: Früher ausgewtiesen 5948 Bäume 52.656.65 Somit bisher 6073 Bäume 53.914.65 Herzlwald Aus dem Felde und den Garnisonen: Garten dl Inf.-Baon. 4/58: Sammlung d. Feldw. Jak. Auerbach anl. der/ Channkahfeer im Felde: FeldW. Auerbach 30.—; die Lts. A. Körner, Isak Reich, Dr. Herael je 10.—:; Feldw. Miftetmann/die R.-U.-O. Stopper, Horn je 20.—; Seidmann, Fhr. Gaibor, Zgt. Ball, Teicher. Silber, Schnapper, Gir. Boxer je 10.—; Zwirn 5.—; zus. 200.—; E.-F. Korp. Franz Fessler anl. seiner Beförderung 2 B. 20.—; Lt Lew'enhäk je 1 B. a. N. s. Brüder Leop. u. Artur Lewenhäk 20.—; * Fht. Maximilian Aschkenase anl. Ghamfkäh 5678 lj B. a. N. s. 1. Großvaters Isr, Bardach 10,—; Gedenket des jüdischen Nationalfonds!

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