Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 39 (28.9.1917)
- Date
- 1917-09-28
- Page
- Seite 1 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit*'! Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNÖ Nr. 39 HUMMER 39 MITTEILUNGEN 28./9.—1917 OES JÜDISCHEN NATIONALFONDS SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Aufträge der österr. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, II/i Zirkusgasse Nr. 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds-Spenden Redaktionsschluß Sonntag vormittags. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht - Tel. 45-3-25—Postsp.-Kto. 100.208 WIEN, 11/1, ZIRRUSGASSE NR. 33 Oer .Jüdische Nationalfonds* ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß (1901) gestiftet, hat er jetzt schon ö Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Friedensjahre (1913) eine Million Kronen betrug Oie Verrechnung der Feiertags- Sammlungen bitten wir nicht lange Ihinauszuschieben. 14 Tage genügen vollkommen, um die Spenden von *den< Sammlern zu übernehmen, eine Liste anzufertigen und an die Sammelstelle zu übersenden. Ein N. F.-Kommissär, welcher die Verrechnunglänger verzögert, erschwert den Spendern die Kontrolle und läßt das Interesse derselben an der Veröffentlichung ihrer Gaben erlahmen. Es laufen: Z. B. jetzt noch Spenden ein, welche anläßlich des Todestages Herzl’s gesammelt wurden, was wir als eine nicht zu entschuldigende Verzögerung bezeichnen müssen. Die Herzl-Iiluminationsbllder und blau-weißen Fähnchen wurden noch immer nicht von allen N. F.K. beglichen! Pürikliche Ueberweisung und baldigste Veröffentlichung gesammelter Spenden sind die Vornussetzung des Vertrauens der Spender in die N. F. K. und die N. F. -Verwaltung, und somit einer, ersprießlichen N. F. - Arbeit! Pion ierbeitrag.*) - Nach einem Beschlüsse auf dem XL Kongreß in Wien soll durch eine umfassende Propaganda-Aktion der Genossenschaftsfond erweitert werden. Er soll es der Siedlungsgesellschaft „Erez Israel4' ermöglichen, die Genossenschaft Merhawjah auszubauen iund die übrigen, nicht in das Arbeitsgebiet des Natiopalfonds gehörenden Adcerbau- und Pflanzungsgenossenschaftenwie Daganiah, San Schmue'f etc. zu-übernehmen und auf geschäftlicher Basis zu verwalten. Ein viel (umfassenderes ^Arbeitsgebiet jedoch jsoll durch die Erweiterung des Genossenschaftsfonds erschlossen werden, indem er 'die Förderung von Genossenschaften übernimmt, die Neuland, insbesondere jenseits des Jordans, sei es für den Nationalfonds, sei es für andere Gesellschaften okkupieren. Der Förderung dieses Zweckes dient die vorliegende Schrift, die bereits unmittelbar vor Kriegsausbruch von Franz Oppenheimer , verfaßt wurde. Der Gedanke, in den imbesiedelten enormen Gebieten jenseits des Jordans Fuß zu fassen, ist nicht neu; Baron Rothschild hat bereits vor vielen Jahren mit seinem nicht 'genug gewürdigten Weitblick erkannt, wie wichtig die Gebiete von „Größer Palästina" für uns sind, und ca. 70.000 Dun am Land äm Hauran erworben. Erworben, aber nicht okkupiert, d. h. durch jüdische Arbeit in Besitz und Kultur genommen. Denn dazu bedarf es, wie Oppenheimer sagt: „faustharter Juügmannschaften, mit Abenteurerblut in den Adern, die die Gefahr nicht scheuen, sondern lieben." Dieser Gedanke hat durdh die welterschüttemden Kriegsereignisse besondere Aktualität erlangt. Wie immer das gewaltige Drama enden mag, eines ist gewiß: sowohl vom politischen, wie vom Volkswirtschaftlichen Standpunkt kann nach dem Kriege ein Zustand nicht länger fortdauera, bei dem Millionen voh Hektaren fruchtbaren Ackerlandes in nächster Nähe Europas unbebaut den streifenden Wüstensöhnen überlassen bleiben. Sind wir den bevorstehenden Wandlungen gegenüber gerüstet? Haben wir die Pioniere, die nötig sind, um jene großen unbe-. bauten Flächen zu okkupieren -und in Kultur zu nehmen? Haben wir schließlich die bedeutenden, hierfür nötigen finanziellen Mittel? Soweit die Menschen in Betracht kommen, sind wir absolut zuversichtlich. Schon die spontan’ aus der Mitte der Arbeiterschaft in den letzten Jahren in Palästina entstandenen Okkupations- Genossenschaften zeigten, daß bei einem großen Teile unserer Jugend eine radikale Aenderung der jüdischen Psyche eingetreten ist Unsere Brüder aus dem Osten, die in der Pogrom- und Revolutionszeit gelernt haben, der Nagaika und dem Revolver der Kosaken kühn die Stirne zu bieten, schrecken nicht mehr davor zurück, jüdischen Besitz vor räuberischen BeduinensCharen sicherzustellen. Nunmehr hat auch die jüdische Jugend, nicht hur in Rußland, sondern auch in den anderen Ländern, durch den Weltkrieg gelernt, Opfer ohne Zahl zu bringen. In einer Reihe Von Briefen aus den Schützengräben kommt das Bedauern unserer jungen Freunde zum 'Ausdruck, daß feie bisher so Wellig für die Erreichung *) Vorwort des Hauptbüros des J. N. F. zur jüdischen Ausgabe der Schrift „Genossenschaftliche Kolonisation in Palästina". unserer Ziele getan haben, .angesichts dessen, wras andere Völker' für ihre Selbstbehauptung opfern. Im Felde und daheim; denn den Opfern an Blut stehen jene der Zuhausegebliebenen an Out nicht hach. Alt und Jung, Männer und Fraüen sind in den kriegführenden Ländern tagaus, tagein, früh und spät mit Ameisenfleiß bemüht, die Mittel für die Linderung der Kriegsnöte zu sjammeln. „Geben Sie etwas für unsere verwundeten Soldaten!" klingt es dem Reisenden schon -auf den Bahnstationen entgegen. ,',Spendet für den Wiederaufbau der zerstörten Ortschaften!" hört und liest man überall. Bemerkenswert ist, daß die Gaben weder v'om Geber noch vom Nehmer als etwas anderes, denn als freiwillige Steuer zugunsten des Gesamtwohles angesehen werden. Bei dieser überwältigenden Opferfreudigkeit der kriegführenden Völker, draußen und zuhause, standen und stehen die Juden keinen 'Augenblick zurück, sie sind vielmehr häufig an der Spitze. Möchte nun doch ein Teil der Opferwilligkeit unserer Brüder auch bei der endgültigen Sicherung der Fortexistenz unseres Volkes in Altneuland zum vollen Ausdruck kommen! An der Bereitwilligkeit unserer, durch die großen Ereignisse geläuterten Jugend zweifeln wir, wie gesagfj, nicht. Was Wir ersehnen und durch diese Schrift bewirken möchten, ist, daß unseren Pionieren auch seitens der Zurückbleibenden diejenige materielle Unterstützung zuteil werde, deren wir bei der Gewinnung von Neuland nach dem Kriege bedürfen. Wie in der Schrift eingehend dargelegt wird, soll der Genossenschaftsfond die Ausrüstung der Okkupationsgenossenschaften 'zur Erschließung von Neuland übernehmen. Dazu wird innerhalb dieses Fonds eine Pionierabteilung geschaffen, die unseren okkupierenden Arbeiterkolonnen clie nötigen Arbeitsmittel leihweise oder gegen Amortisation zur Verfügung stellt. Zur Bildung dieses Ausrüstungsfonds dient der .„Pionierbeitrag", für den unsere Freunde allerorten ohne Aufschub mit aller Hingebung, die die große Sache erfordert, zu Sammeln beginnen mögen. Pionierbeitrag muß die Parole all derjenigen werden, die die Notwendigkeit einer weitausschauenden Siedlungspolitik erkannt haben. Der Weltkrieg hat für alle Völker dargetan, was es bedeutet, eine möglichst breite agrarische Grundlage zu besitzen. Für die Juden, die jeder agrarischen Basis entbehren, bedeutet diese Frage Sein oder Nichtsein. Vielleicht hat der Weltkrieg, der unserem Volke die größten Opfer an Gut und Blut gekostet hat, wenigstens das Gute, daß er es auch zu jenen Opfern befähigt, die allein seine Zukunft sicherzustellen vermögen. Versicherungen Zugunsten des JNF. Gg. Herr Heinrich Bart (Lemberg) übermittelt uns eine Versicherungspolizze über den Abschluß einer Versicherung in der Höhe von 5000 Kronen, zugunsten den J. N.F. Büchsenleerungen. Chol-Hamoed Sukkoth werden sämtliche N. F, Büchsen geleert! Bei der Leerung benützen die Vertrauens-» männer nur die offiziellen Büchsenquittungen und jVerschlußmarken, die bei der Sammelstelle unentgeltlich zu beziehen sind. — Die Verrechnung hat binnen 14 Tagen nach Sukkoth zu erfolgen. Dem Berichte über die Büchsenleerung ist ein genaues Verzeichnis der Verteilten und geleerten Büchsen beizuschließen, welches zu enthalten hat: Büchsennummer, Name und Adresse des Büchseninhabers und den erzielten '-Ertrag. Ansichtskarten des INF. «ollen von jedem Gg. benützt werden. Preis der Wachtel-Künstlerkarten in Dreifarbendruck (6 Sujets) 20 h pr. St., K 16.— pr. 100; der Liüen-> Künstlerkarten: Illustrationen zu Rosenfelds „Lie-> der des Ghetto" (12 Sujets) und zu „Juda“- Gesänge von Börnes, Freiherrn voh Münch-* Jiausen '(12 Sujets) 20 h pr. St., K 16.— pr. 100 St., zusammen 1 Serie Wachtelkarten und 2 Serien Lilienkarten (30 St) K 5.—; der Heliogravüren (Porträts) 12 h pr. St, K 10.— pr. 100 St Bitte die neue Serie der Lilien-Kiinsterkarten zu beachten! In dieser Woche erscheint Oer Jüdische Nationalkalemtar für 5678 Die N. F. Kommissäre werden ersucht, die Bestellungen an die Sanrmelstelle des J.N. F. zu richten, da von den auf diesem Wege bezogenen Exemplaren ein Teil des Gewinnes dem J. N. F. zugeführt wird. — Preis eines Exemplares K 4.—. Oie Gg. Gg, werden ersuch! die Bestellungen auf die neue verbesserte und erweiterte Auflage des Hebräischen Lehrbuches für den Selbst- und Schulunterricht von M oses Rath, an den: „Jüd. Nationalfond“, Wien, II., Zirkusgasse 33, zu richten. Der Preis des Buches wird dadurch nicht erhöht, dem J.N.F. aber eine Spende zugeführt. Der Preis eines gebundenen Exemplares samt Schlüssel beträgt in polnischer Sprache K 8.—; in deutscher Sprache K 7.—; ohne Schlüssel K 7— resp. K 6.—. Der hebräische Teil allein kostet K 3.50; Porto 40 h, rekommandiert 65 h, Nachnahme K 1.05. Bücher der N. F.-BlbäioShek; Dr. Franz' Oppenheimer; „Gemeineigentum und Privateigentum an Grund und Boden“ (deutsch, Preis 60 h). Adolf Böhm: „Der Jüdische Nationalfond“ (deutsch, Preis 1 K 30 h, jüdisch 1 K). „Vermächtnisse und Versicherung»!“ zugunsten des Jüd. Nationalfonds (Deutsch). — Gratis. Dr. Franz Oppenheimer: „Genossenschaftliche Kolonisation in Palästina“, eine Flugschrift (deutsch u. jüdisch. Preis 30 h). Wolffsohn - GedenKnumhier von „Erez - Israel“ (deutsch, Preis 60 h). „Der Herzhvald“, eine Flugschrift (deutsch’ u. „Die jemenitischen Juden“, (hebräisch, deutsch) „Der Traum von der Nationalfondsbrüchse“, (Kinderschrift, deutsch). Nationalfondsnummer der Zeitschrift „Palästina“ (deutsch) „Die Kriegslancfspende“, Sammelschrift (deutsch). Ing. Agr. Oettinger: Methoden und Kapitalsbedarf jüdischer Kolonisation in Palästina (deutsch, Preis 2 K 50 h). „Erez Israel“ Mitteilungen des Hauptbüros des J. N. F. (deutsdi, Helft 1 K 1.30, Heft II K 2.—) Geldeingang vom 14. Septemberl917, bis 21. September 1917 aus: Galizien G.: .. K 2397.31 Polen P. .......... . „ 1086.92 Innerösterreich J.O.. „ 1029.92 Mähren-Schlesien MS. ...... „ 994.96 Auä dem Felde ... 886.60 Böhmen B . . „ 540.— Südslavische Länder S. SU... —.— Bukowina Bu , . .. „ — Summe.. . .K 6935.71 NF-Spenden.. 6796.71 Diverse andere Spenden ..... „ 139:— Summe der NF.-Spenden hn Jahre 1917.. . . K 318.522.59 Auf K 400.000, welche wir im Jahre 1917 erreichen wollen fehlen somit noch K 81.477.44 Ounamspende. Ass dem Felde und den Garnisonen: Durch Korp. Hübner: Weisz, Fried, Halpert je 2.—; Guttmann,- Winter, Weisz, Banja je 1’.—; zus. .10.—; S.-Lt. Salomon Finkei 1 Dunam 50.—; Lt. Martin Hochstim anl. s. Beförderung z. Lt. 50.—; d. Doller: Hermann N. aus Dankbarkeit ,f. Chaim M. 2 Dunam 100.—; Barasch u. Schmerzier 6.—; div. —.60; zus 106.60; Simon Zeisel 14.—; Unteroff. u. Mannschaft d. reit. Art.-Abt. Nr. 6 Sümeg 13.50; Oskac Schwalb 10.—; Lt. Fritz Löwy F.-H.-Reg Nr. 36) 10.— . 264.10 Biala M. S.: Neumann & Comp. 1 Dunam 50.— Belchatotv P.: Freitag, Erlös f. Fähnchen 52.— Busk P.: Kazimirski, Erlös f, HL Bilder 81.30 Kein jüdisches Haus ohne N.F.-Büchse!