Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 37 (14.9.1917)
- Date
- 1917-09-14
- Page
- Seite 1 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seite 1 NUMMER 37 MITTEILUNGEN DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Aufträge der österr. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, ll/i Zirkusgasse Nr. 33 i Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds-Spenden 'Redaktionsschluß Sonntag vormittags. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht — Tel. 45-3-25—Postsp.-Kto. 100.208 WIEN» 11/1, ZIRKUSGASSE NR. 33 Der „Jüdische Nationalfonds" ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß (1901) gestiftet, hat er jetzt schon 6 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Friedensjahre (1913) eine Million Kronen betrug SEI Statistik der N.-F.-Eingänge im ersten Halbjahre 1917. Galizien Ortsgruppe — *3 JZ «3 TS Cd N o g t: J 41'S üä og j-s CO 2 giu CQ CO s° cT ■OtS 5? =; in .*C tQO ca . C -*-» 3; 4> co m <u •o c -a e ca "O —! §.§! to j O ^i 2 N S t •"« I c. CO £ 2 TJ jr. 3 ca i> e 5 2 £2 i» iTi a s ^23 Sd Su’g ' tßw S s-a — cj 5 . o 2 gas z'^"23 ca! |e2 =_• C/l a> .s .=sf £3 C5 iE «i ‘ 1. Krakau 2. Lemberg 3. Przemysl 4. Tamow 5. Stryj 6. Rzeszow 7. Sanok 8. Jaroslau 9. Drohobydz 10. Sambor 11. Nbwy-Targ 12. Boryslaw 13. Stanislau 14. Turka a./S. 15. Oswiecim 16. Chrzanöw 17. Neu Sandez 18. Prokocim 19. Grodek Jagiel. 20. Rozwadöw 21. Bochnia 22. Zurawno 23. Bolechow 24. Zablocie 25. ZIoczow 26. Mielec 27. Zywiec 28. Brzesko 29. Lancut 30. Mosciska 31. Jaslo 32. Strzyzow 33. Jaworzno 34. Andrychow 35. Radymno 36. Gliniany 37. Tarnobrzeg 38. Stary Sambor 39. Rudki 39. Lezajsk 41. Nizankowice 42. Lacko 43. BuCzacz 44. Klasno 45. Wadowice 46. Nadwoma « 47. —70- 23. Orte mitEinnahmeii unter K 50.— 167 443 213 196 81 140 51 99 119 25 43 10 2 26 46 46 71 18 30 16 21 10 53 33 11 6 1 6 14 31 25 37 12 16 59 201 146 145 55 67 38 74 81 18 31 2 24 20 36 52 175 13 5 8 11 1 22 24 1 1 1 5 14 26 18 20 5 358 536 680 704 287 386 180 233 424 121 219 12 21 153 95 102 17 26 48 14 96 108 2 1 24 29 135 98 41 35 33 39 14851 349! 602, 25| 200i 396; 495 2 298, 113! 213 402 11 2 20 100 149 160 313 77 8 35 101 300 17 121 40 13 20 I 2% 5j I 173j i 15 37 7 26 22 13929| 181 3 1747! 78« 8581 143a 2369 277 440, 15 6551 235 166‘ 466 50 127 267 230 108 295 213! 248 106 518 135 70 2211 56 501 84 89; 207 105i 218! 50 > 2001 50 197;! 64i 205: i 134! ' 50 | 50 205! 98 40| 43 41 86 |! 4ol4i 833 1396| | 1607; j 990f! 3242:! 380 260! 105: 35j! 1641 i 448| 224' I 28! I 51P : 42; ' 49! 74) 35'! 500! : 182! 7 : 28! ' 35 | 35; i 210 49 42 667! 101 25! 15! 8l' Summe 2118 1232 5432 5178 87 4 89 60 50 50 1310 23522 118! i 7! j 531 2! i i 28 14 21 7!! 28; 35; 243 282 149 199 88 97 61 40 65 15 49 3 3 77 25 22 16 8j 9! 10! D 15 25 8 6 9 9 17 7 35 10 23271 6240 5334 4561 4414 1754 1502 1343 1182 1116 869 856 756 595 586 565 540 500! 4661 413! 3151 304! 293i 289; 288 285 2531 225; 225! 214| 187 167 152 135 121 118 116 113 109 102 89; 86 60 50 50 50 367 1831 1037 1109 744 331 194 360 •376 565 78 544 100 2218 98 449 231 106 20 49 31 125 24 20 52 73 207 20 20 52 40 7205 1093 15185! 7031 1607| 61259 11854 Die Statistik der N. F. - Eingänge in Öster- . reich im1 ersten Halbjahre 1917 weist, den früheren Jahren gegenüber, eine erfreuliche Zunahme auf. Wir haben in diesem Halbjahre mehr als 200.000 K an Spenden eingenommen, während z. B. das ganze letzte Friedensjahr 191;! bloß 160.000 K, das erste Halbjahr 1910 9,>.009 K an Spendeneingängen zu Verzeichnen h tie. Es ist interessant, wie sich die Einnahmen, in,besondere die Mehreinnahmen, au? die einzelnen Kronländer resp. Distrikte verteilen, und welchen Organisationen das Verdienst daran zuzuschreiben ist, daß Oesterreich in diesem Halbjahre verhältnismäßig so gut abschneiden konnte. Die Leistungen der einzelnen Distrikte 'und das Verhä tnis derselben zu den Leistungen im Vorjahre und zueinander, veranschaulicht die nach'« folgende Uebcrsichtstabelle: Ertrag L Semester Distrikte 1917 K 1916 K * ») Galizien. 61.259 11.854 2) Innerösterreich . . . 31.850 31.661 3) Polen. 28.589 * 3.440 4) Aus dem Felde und den Garnisonen .... 25.511 16.915 5) Südslavische Länder . 27.086 3.110 6) Mähren, Sc lesien . . 20.242 16.285 7) Böhmen.. f.079 9.290 8) Diverse mit Bukowina 2.874 1 3.036 Summe | 205.490 95.591 Da drängt isich uns vorerst die Rubrik: „A u s dem'Felde und den Garnisonen“ auf, die 26.000 Kronen — gegenüber 16.000 K im Vorjahre^ — aufzuweisen hat. Unsere Soldaten lassen) nicht locker und erlahmen nicht in ihrem Eifer. Was sie während des Krieges leisten, läßt uns große Hoffnungen für die Zeit nach dem Kriege hegen, wo sie in ihre Heimatsorte zufückkehren unefdie Arbeit für die Sache unseres Volkes in ihre Hände nehmen werden. Einen großzügigen Aufschwung weisen die Spendeneinnahmen aus Galizien auf. Während Galizien im ersten Halbjahre 1916 zirka 12.000 K, im ganzen Jahre 1916 zirka 38.000 K aufbrachte, und diesen Zahlen der ganzjährige Ertrag von 1913 im Betrage von zirka 45.000 K als Rekordleistung gegenüberstand, hat dieses Kronland im ersten Halbjahre 1917 überv61.000 K an Spendeneinnahmen zu verzeichnen. Es würde uns zu weit führen, wenn wir die Leistungen einzelner Ortsgruppen separat hervorheben wollten. Ueberall müßten wir dieselbe, keine Opfer scheuende, liebevolle Hingabe unserer N. F. - Ko mmissäre und unserer Jugend an die' Sache unseres Volkes lobend hervorheben. Nur die Leistung einer Organisation wollen wir speziell erwähnen. Das ist die Leistung Krakaus, welche mit zirka 23.000 K diejenige Wiens beinahe erreicht und diejenige des ganzen Distrikts Böhmen um das dreifache übertrifft. Einigen einflußreichen, eifrigen Gg., welche die große Wichtigkeit der N. F.-Arbeit erkannt haben, ist dieser beispielgebende Erfolg zu verdanken. Er beweist, wie unendlich viel man für den N. F. und für unsere 'Palästina-Kolonisation leisten könnte, wenn überall der gleiche Ernst, gepaart mit gleicher Opfer- und Arbeitsfreudigkeit, mit am Werke wären. An dritter Stelle verdient Polen erwähnt zu werden, wo trotz emormer Schwierigkeiten seitens der Orthodoxie und der Behörden, trotz mangels an Erfahrung in der Bildung einer Organisation, die zionistische Jugend in kurzer Zeit ein_ imposantes Werk geschaffen hat. Auch hier müssen wir es uns versagen, Einzelleistungen hervorzuheben und überlassen der statistischen Tabelle das Spenden von Lob und, T adel. Weniger günstig liegen die Verhältnisse in den drei westösterreichischen Distriki! Orte mit Einnahmen unter K 50. Alt Sandez, Dobromil, Dynow, Jablonow, Kalusch, Krystonopol, Krzeszowice, Lisko, Lutowiska, Milatyn, Neu Zagorz, Oleszyce, Potfgörze, ten. Da hat Mähren-Schlesien s einen Platz behauptet, und die Eingänge wieder um einige tausend Kronen vermehrt. Insbesondere B i e 1 i t z hat mustergültige Arbeit geleistet. Schöne Fortschritte verzeichnet Jägernd orf. Es ist uns angenehm, Mäh risch-Ost rau wieder in der Reihe der arbeitenden Organisationen zu finden. Allerdings könnte auch in diesem Distrikt bei richtiger;'Organisation viel mehr erzielt werden. In Innerösterreich weist Wien gegenüber dem Vorjahre eine Mindereinnahme von zirka 4000 K auf, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, daß im Vorjahre die Zinsen 'aus der Stiftung Kahane in dem Ertrage inbegriffen waren. Allerdings ist sowohl absolut als relativ die Leistung Wiens eine minimale, was darin die Erklärung findet, daß die lokalen Wiener Organisationen trotz vieler Bemühungen der N. F.-Arbeit nicht die genügende Aufmerksamkeit schenken und 'daß vielfach divergierende Einflüsse die einheitliche Arbeit stören. Linz und Triest haben einen schönen Fortschritt zu verzeichnen1, ©ei Pruchnik, Rudnik, Snitayn Solotwina, Sosnowice, Sporysz - Zablocie, Szczerzec, Tyrawa-Woloska, Werchrata, Zolkiew. Triest ist ‘diese Tatsache, in Anbetracht der besonderen Umstände sehr erfreulich. Allerdings partizipiert daran die israelische Kultusgemeinde Triest iriit einer Einzelspende von 1000 K. Die Eingänge aus Böhmen iind dem Vorjahre gegenüber zurückgegangen, Was sonst Tn keinem Distrikte der Fall war. Wir hoffen, daß die Statistik aus diesem halben Jahre, wo die Einnahmen aus Prag auf einer Stufe mit denjenigen aus Rzeszow oder Jedrzejow stehen, die aus Teplitz-Schönau die Höhe der Einnahmen aus Nowy-Targ öder Wolb r o m erreichen und die Einnahmen aus Pilsen nicht höher sind als diejenigen aus Bochnia oder Lasy den Gg. in Böhmen klar machen wird, wie sehr sie ihre Pflicht dem Volksschatze gegenüber vernachlässigt haben und sie dazu bewegen wird, im zweiten Halbjahr 1917 dieses beschämende Mißverhältnis aus der Welt zu schaffen. Es sind Anzeichen vorhanden, daß sich die Organisation in Böhmen zu neuer Tätigkeit aufgerafft hat. Wir zweifeln nicht, daß uns diese Anzeichen nicht trügen werden. Kein jüdisches Haus ohne N.F.-Büchse!