Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 36 (7.9.1917)
- Date
- 1917-09-07
- Page
- Seite 1 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2438141-2438623-2438659--5439-2445416- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 36! L* smmm Beflage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seite 1 MITTEILUNGEN 7./9. —1917 OES JÜDISCHEN NATIONALFONDS 3AMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Aufträge der österr. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, ll/i Zirkusgasse Nr. 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds-Spenden RedahtionsschluB Sonntag vormittags. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht — Tel. 45-3-25—Postsp.-Kto. 100.208 WIEN, ll/T, ZIRKUSGASSE NR. 33 Der .Jüdische Nationalfonds* ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkeszu erwerben.. Vom V. Zionistenkongreß (1901) gestiftet, hat er jetzt schon 6 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Friedensjahre (1913) eine Million Kronen betrug ^tattern*; 'fr W Jatirzeitstiftung Die schönste Ehrung des Andenkens geliebter Toter. Die Popularität dieses neuen Spendenzweiges ist im steten Wachsen begriffen. Der Jüdische N. F. hat bisher keine Möglichkeit geboten, durch eine Spende für seine Zwecke die Abhaltung der Jahreszeit sicherzustetlen. Er mußte manchen Befrag, ivelcher ihm zur Verfügung gestellt wurde, um dem alten Brauche entsprechend, an Jahrzeitstagen in Palästina das Andenken eines Verstorbenen in irgend einer sichtbaren, dem jüdischen Geiste entsprechenden Form!zu ehren, mangels einer passenden* Institution, ab weisen. Die Jahrzeitstiftung hat diese empfindliche Lücke in einer äußerst glücklichen Weise ausgefüllt. Sie bietet dem Spender die Möglich-? keit, die Jahrzeit nach seinen Angehörigen in Palästina in der 'Weise abhalten zu lassen, daß an jedem Jahrzeitstage durch 70 Jahre ein Baum auf den Namen des Verstorbenen gepflanzt wird. Die kleinste Jahrzeitstiftung beträgt K 500.—. In einer schönen Form ist hier der traditionelle Brauch des Abhaltens von Jahrzeiten mit der Förderung unserer Bestrebungen verknüpft. Die jedes Jahr gepflanzten Bäume bilden mit der Zeit einen kleinen Garten, dessen vErträge den kulturellen Institutionen Palästinas zugiute kommen. Die überaus segensreichen Wirkungen von Baumpflanzungen für das Klima, die Gesundheitsverhältnisse und die Fruchtbarkeit Palästinas, sind wiederholt von berufenen Stellen gewürdigt worden. 1 Jetzt, wo So viele jüdische Familien den Verlust ihrer Söhne beklagen, welche zeitlebens mit der ganzen jGlut ihrer jungen Herzen dem Palästinaideale ergehen waren und deren ganzes! Streben dahin gerichtet war, die Verwirklichung dieser Ideale zu ermöglichen, wird es gewiß für die Eltern eine willkommene Erleichterung in ihrem Schmerze sein, wenn man ihnen die Möglichkeit bietet, das Andenken ihres Kindes in würdiger Form (und in seinem Sinne zu ehren und auf seinen Namen jedes Jahr einen Baum in Palästina pflanzen zu lassen. Die Jahrzeitstiftungen werden in ein Kataster des Hauptbüros des J. N. F. eingetragen, auf Grund dessen dann alljährlich zum' Jahrzeitstage die Pflanzung eines resp. mehrerer Bäume auf den Namen des Verewigten vörgenommen und im betreffenden Landesausweisorgane des J. N. F. veröffentlicht wird. Der Stifter, bezw. die Hinterbliebenen de» Toten, erhalten ein künstlerisdi ausgestattetes 'Erinnerungsblatt, den „Misrach“, der oben in sehr starker Verkleinerung abgebildet ist. Die Würdigung des „Misrach“ — welcher vom “Maler Wilh. Wachtel entworfen wurde — nach' seinem künstlerischen Werte, enthält der nachstehende Beitrag von sachverständiger Seite. Die Gg. Und Freunde des J. N. F. bitten wir, die Angehörigen Verewigter auf diese neue Institution 0es (J. N. F. aufmerksam zu machen. Besonders die Herren k. u. k. Feldrabbiner werden öft Gelegenheit haben, die Spenden, welche von Eltern gefallener Soldaten gewidmet Hverden, der- Jahrzeitstiftung des J. N. F. zuzuwenden. Oie neue Tafel Der Jatirzeitstiftung Die neue Tafel der Jahrzeitstiftung IVon Wilhelm Wachtel ist wohl die künstlerisch - beste Gabe, die der N. F. dem jüdischen -Haus bisher' darbietet. - Beim. Entfalten der Note umfängt uns ein wundervoll getönter Farbenakkord, der dem' Auge, bevor es das Bild noch aufgefaßt hat* wie eine Liebkosung wohltut: Die Fläche jst in drei Felder gegliedert; rechts und links1 die Tafeln für die Eintragung der Daten in mildem Grau, die für jede Tinte einen Schönen Grund bilden werden. Das Mittelfeld von zwei nach oben sich verjüngenden opainen mit Oliven umrankten Säulen, stellt eine ideale Palästinaland-- schaft dar, so recht wie wir unsrin Zukunft unser gelobtes Land träumen möchten, weites fruchtbares Ackerland, auf dem der Bauer mit einem Ochsengespann den . Pflug zieht, friedlich1 "weidende Schafherden, behütet Von dem unter dem Oelbaum lagernden Hirten, die grüne Stille eines Oliven- und Palmenhains, im Hintergrund die hellschimmemde Stadt am tiefblauen See, den eine sanftgewellte Hügelkette umschließt, ’lm Vordergrund aber ifmsticht ein Bauer die Scholle, eine Frau, halb kniend, hält in edler Bewegung den jungen Oelbaum bereit, um ihn in die braune Erde zu pfanzen. Schön ist das matte Grün der Felder, das lichte Braun der Ackerkrume und das tief gehaltene Ttot des schmalgerafften Vorhangs. Eine ruhevoll geweihte Stimmung fließt aus diesen weichen, satten, stillen Farbenharmonien, aus den schlichten^ stilisierten Linien. "Sie mag ein Symbol sein, für jene, die in Ergebung dem Andenken eines geliebten Toten dieses Bild weihen. W—g. Gedenket am Rosch-Haschanah und Jom Kippur des Jüdischen Nationalfondi. Sammelt ' ' ”, '' Glück Wunschablösungen für den J. N. F.! Bei Kaaroth soll in keinem Bethause ein Teller für den J. N. F. fehlen. Tafeln mit 'der Aufschrift: „Wir bijten , um Spenden für den Jüdischen National-Fond“, welche die Sammelstelle des J. N. F. den' Vertrauensmännern unentgeltlich liefert, sollen in allen Bethäusern an sichtbarer Stelle angebracht werden. Diese Tafeln sind in zwei Ausfertigungen, hebräisch - deutsch1, oder hebräisch - jüdisch, erhältlich. Verwendet nur N. F.-Ansichtskarten für Neujahrsglückwünsche! Versicherungen zugunsten des J. N. F. Gg. Dr. SamueLSpann“ in Tarnow hat bei der Versicherungsgesellschaft Oesterreichischer Phönix in Wien (Hauptagentschaft Tarnow des Gg. Joachim Neiger) . eine Kriegsanleihe-Versicherung zugunsten des J. N. F. in der Höhe von K 1000.— abgeschlossen. Diese Art der Spende empfiehlt sich besonders für Gg., die dem Jüdischen Volksschatze einen namhaften Betrag sichern, dabei aber ihr Budget nicht fühlbar belasten wollen. — Gg. Joachim Neiger, Leiter der Hauptagentschaft obgeriannter Gesellschaft in Tarnow, der die Anwerbe- und Inkassoprovision von derartigen Versicherungen gleichfalls dem J. N. F. zuführt, ist bereit, allen Gg. mit Auskünften aller Art zu dienen. Außer Dr.. Spann, dessen Versicherung die erste dieser Art war, haben die Gg. Benzion; Günsberg, dzt. im Felde, und Gg. Robert G-uttmann, in Prag, Kriegsanleihe-Versicherungen zugunsten des J. N.F. über je K 1000 abgeschlossen. An die Vertr ueusmänner des JNF. Anfang September' erscheinf zum dritten Male der Jüdische Nationalkalender. Wie Sie sich erinnern werden, enthielt er voriges Jahr zwei Beiträge über „Unseren' Volksschätz“ von "Dr. E. M. Zweig: „Die volksferzieherische Bedeutung des Jüdischen Nationalfonrfs“ und “Palästiriaarbeit des J.N. F. im Kriege“: Auch heuer wird der Jüdische Nationalkalender wieder dazu beitragen, in pllen Kreisen, in die er dringt, Verständnis- und Liebe für die Institution zu wecken1, die Sie als Vertrauensmann nach’ Kräften: zu fördei n bestrebt-sind. Wir ersuchen Sie daher höflichst, die Sam’mler und Spender für den N. F. auf das baldige Erscheinen des neuen Jahrgangs aufmerksam zu machen sie zu Bestellungen zu veranlassen und. solche selbst entgegenzunehmen. Äuftragsschei.ne stellt der Jüdische Nationalkalender gerne zur Verfügung. Alles übrige ist aus'den Inseraten und Ankündjgunge11 im Hauptteil der Jüdischen Zeitung zu entnehmen. Werbet eifrig für den Jüdischen Nationalkalender! ‘Vom Erlös jedes Exemplares, das durch die Vertrauensmänner des J. N. F. verkauft wird, erhält auch' unsere Sammelstefle einen Teil. Bestelluogen der Vertrauensmänner sind deshalb (nur gegen Vorausbezahlung oder Nachnahme^ von K 3.80) an uns zu richten. Dr. E. M. Zweig, Dr. Beigel,- Obmann. Schriftführer. Öücher der N. F.-Bibiiothek: Dr. Franz Oppenheimer: „Gemeineigentum und Privateigentum an Grund und Boden“ " (deutsch, Preis 60 h). Adolf Böhm: „Der Jüdische Nationalfond“ (deutsch, Preis 1 K 30 h, jüdisch 1 K). „Vermächtnisse und Versicherungen“ zugunsten« des Jüd. Nationalfonds (Deutsch). — Gratis. Dr. - Franz Oppenheimer: „Genossenschaftliche Kolonisation in Palästina“, eine Flugschrift (deutsch u. jüdisch. Preis 30 n)., Wolffsohn- Gedenknummer von „Erez - Israel“- (deutsch, Preis 60 h). „Der Herzftvald“, eine Flugschrift (deutsch u. „Die jemenitischen Juden“, (hebräisch, deutsch)- „Der Traum von der Nationalfondsbrfidise“,. (Kinderschrift, deutsch). Nationalfondsnummer der Zeitschrift „Palästina“- (deutsch)* „Die Kriegslandspende“, Sammelschrift (deutsch). Ing. Agr. Oettinger. Methoden und Kapitalbedarf jüdischer Kolonisation in Pa’ästina (deutsch, Preis 2 K 50 h). „Erez Israel“ Mitteilungen des Hauptbüros des J. N. F. (deutsch, Heft 1 K 1.30, Heft II K 2.—) . Oer Nationalfond verkauft: Nationalfondsmarken: Die Herzl-Marke (Herzl auf der Rheinbrücke)- 1 Heft mit 40 Stück K 2.— Die Wolffsohn-Marke (Brustbild-Wolffsohns) in mehreren Farben 1 Heft 'mit 40 StüCk K 2.— Die Nordau-Marke, in ‘mehren Farben 1 Heft mit 60 Stück K 1.20 Die Jerusalem-Marke (Juden an der Klagemauer)» in mehreren Farben 1 Heft mit 20 Stüde K 1.— Die Palästina-Landschafts-Marke (Ansichten) in mehreren Farben 1 Heft mit 54 Stück Kl.— Die Palästina-Marke (Palme) in mehreren Farben 1 Heft mit 24 Stück K -.50- Porträtmarken (6 Porträts), 1 Heft mit 30 Stüde K —.60 Telegramm - Ersatz - Blankette, per Stück 50 h. In Seide gewebte Herzi-Bilder, per Stück samt Passepartout 1 K 50 h. Blau-weiß-BIeistifte, Stück 18 h, Dztd. 2 K 16 h. Kellnerzettel 100 Stück 2 K Ansichtskarten, 1 Stüde 20 h, 100 Stück 16 IC Oie Gg. Gg. werden ersucht die Bestellungen auf die neue verbesserte und . erweiterte Auflage des Hebräischen Lehrbuches . für den Selbst- und Schulunterricht von Moses Rath, an den: „Jüd. Nationalfond“,* Wien,. II., Zirkusgasse 33, zu richten. Der Preis des Buches wird dadurch nicht erhöht, dem J.N.F. aber eine Spende zugeführt. Der Preis eines gebundenen Exemplares samt Schlüssel beträgt in polnischer Spräche .K 8.—; in deutscher Sprache K 7.—; ohne Schlüssel K 7.— resp. K 6.—. Der hebräische Teil allein kostet K 3.50; Porto 40 h, rekommandiert 65 h, Nachnahme K 1.05. Kein jüdischesHaus ohne N.F.-BQchse!