Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 33 (17.8.1917)
- Date
- 1917-08-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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TjeiteT rmmge "TUi jUDiJLiiut LLllüliü 111. 33 NUMMER 33 MITT 17./». 1917 SAMMSLSTELl£ FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Auttrage uer osterr. Kommission des Jüdischen Naiionalfonds, IP. Zkkusgasse Nr. 33 Erscheint wöchentlich mit den; Ausweise der aus Oesterreich eingeiangten Nationadonds - Spenden Redaktionsschiuü Sonntag vorrniusgs. Später einlaufende Spenden werden ersi m nächsten Ausweis veröffentlich! — Tel. 45-3-25— Post sp.-Kia. 100.208 Wien, es/1, nr. 33 Der „Jüdische Nationalfonds“ is! dazu bestimmt, in Palästina Grund und Soden ais unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Z.onistenkongreü (I90l) gesaftet, hat er ,etz: schon 6 Millionen Kronen Vermögen, be; sieiigem Zuwachs, der;m letzten Friedensjahre (!9l3j eine Million Kronen betrug arrwa ..1111 11 IIIW l■ *trjhia»«iivnu.-iry^|^vr«r«3.n^r.^^M»Tl Friedensschecks Die ganze Welt verlangt nach Frieden, und wer könnte den Tag, da nach dein größten Vöfkeningen die Waffen ruhen werden, freudiger begrüßen als wir Juden denen seit jeher der Friede als das höchste' Gut der Menschheit erschienen ist. Hier ist nicht der Ort, von den schweren Wunden zu sprechen, welche der Krieg in besonderem Maße dem jüdischen Volke geschlagen hat und deren Heilung geraumer Zeit bedürfen wird. Aber vom ersten Tag des Krieges an hat man in unserem Volke die bange Frage gestellt: „Welche Wirkung wird diese Zeit auf die Entwicklung unserer Siedlung;n Erez Israel, auf die Vei'.'.iikiidiung unserer letzten Hoffnungen haben? Wird der Krieg uns Zion näherbringen und wird Palästina bald mit Recht Erez israel, das jüdische Land, genannt werden dürfen?" Noch wissen wir nicht, wie der kommende Friede beschaffen sein wird, inwieweit er die Erfüllung unserer Hoffnungen und Wünsche ermöglicht. Wovon aber heute jeder Palästinafreund gurchd ungea sein muß, das ist die Ueberzeugung daß wir sehr bedeutende Kapitalien, viel größere Mittei als die, mit denen wir früher *7.u rechnen gewohnt waren, aufzubringen haben, wenn der .jüdische Nationalfonds als der wichtigste Faktor unserer nationalen 'Siedlungsarbeit. nach Friedeusschiuß imstande sein soll, den Erwartungen der jüdischen Massen zu entsprechen und den Anforderungen eines großzügigen Koionisationswerkes gerecht zu werden. Es sollte heute nicht mehr nötig sein, unseren Gesinnungsgenossen zu sagen, daß sie große, sehr große Opfer im Interesse unserer Sache bringen müssen Die meisten werden es ohne weiteres als ihre heilige Pflicht anen-> Kennen una \virtclicn. wem aas Glück zuteil wird, nach diesem blutigen Ringen mit dem Leben davongekommen zu sein, unter verhältnismäßig günstigen Umständen sein Dasein zu führen, der muß una wird, wie er als Staatsbürger seinen Tribut zollt, auch als Nationjaljude und Zionist seine Schuldigkeit tun. Wird es doch nur unter dieser Voraussetzung möglich sein, unserem Jischuw schon bald eine breite Ausdehnung zu geben und eine Siedlung von jüsdien Arbeitern in größerem Stil herbeizu führen. — Dieser nationalen Pflichten mögen unsere Vertrauensmänner eingedenk sein wenn demnächst unsere Friedenssdiecks zu ihnen kommen und ihnen die Aufgabe gestellt wird, mittels dieser aus allen uns erreichbaren Kreisen große Summen herauszuholen, welche zur Verwirklichung, unseres Arbeitsprogramms erforderlich sind. J eder Jude, demdas Schicksal seines Volkesnahegeht undd er.unseren Palästina werke Interesse ent ge ge« bringt, soll aufgeforderf werden, zur Erinnerung an den Friedensscliluß dem jüdischen Volksschatz eine Spende zu versprechen, dielnachr Beendigung des Krieges gegen Vorzeigung des Friedensschecks entricht et werden soll. Kein Zionist darf sich von dieser Aktion ausschließen. Aber auch vieleandere ju,]en werden, wenn sie über die Bestrebungen der J. N. F. aufgeklärt iwerden, 'njeht 'zaudern, unsere Unternehmungen zu fördern. ln Oesterreich wurde schon vor mehr als einem Jahre eine Anregung veröffentlicht, welche die Angehörigen der im Felde stehenden Juden auffordert, ein Gelöbnis abzulegen Jm Falle der glücklichen "Heimkehr ihrer Lieben einen gewissen Betrag dem JNF. zu spenden. Oie von der Wiener Sammelstelle aut Grund dieser Anregung ausgegebenen Gelöbnisscheine haben bisher etwa 30.000 Kronen eihgpBracht. Es sieht aner fest da Ti u'iese Aktion sehr grolTe 'Erfolge bringen kann, wenn ade unsere Freunde dazu mithelfen. Die künstlerisch ausgestatteten Friedensschecks. die nach Einlösung zur Erinnerung an diese welthistorische Zeit' bei den Spendern Zurückbleiben sollen, werden voraussichtlich dazu beitragen den durch die Schecks erweiterten Grundgedanken der Gelöbnisaktion populär zu machen. Wie die Abbildung des Friedensschecks zeigt, ist je eine Rubrik für die Einzeidhnung einer Spende für die Landspende und den Pionjenbeitrag \orgesehen. Den Lesern dieser Nummer von „Erez Israel“ braucht nicht bewiesen werden, wie unumgänglichnotwendig es ist, daß neben dem Erwerb von Grund und Boden für die jüdische Siedlung die Bereitstellung von Mitteln erfolgt, mit deren Hilfe unsere Arbeitergenossenschaften die Durchführung ihrer bedeutsameni Aufgabe die Erschließung von Neuland, ermöglicht wird. Und so hoffen wii\ daß unsere zahlreichen Freunde, das Heer unserer Mitarbeiter und Sammler alles aufbieten werden um mittels der Friedensschecks dem jüdischen" Volke nach Beendigung dieses Krieges dje materielle Grundlage zu geben zu einer friedlichen Kulturarbeit im Lande der jüdischen Zukunft. Mitgtietisbeifräge für den Verband jüdischer Frauen fUr Kulturarbeit in Palästina In Nr. 31 haben wir die uns aus Krakau zugekommenen Jahresbeiträge ausgewiesen, welche die ansehnliche Summe von 1614 K ausmachen.* Der jüdische Frauenverband für Kulturarbeit in Palästina hat sich in der letzten Zeit wiederholt .mjt Aufforderungen an die Oeffentlichkeit gewendet. Mitglieder für ihn zu werben und seine Arbeit auf diese Weise zu fördern. — Wie bekannt, hat der jüdische Frauenverband vor Kriegsausbruch in Palästina ausgezeichnete Arbeit geleistet und dje Mädchenfarm in Kinereth, die den palästinensischen Kolonien landwirtschaftlich gebildete Arbeiterinnen liefern sollte, befand sich in sehr schöner Entwicklung, welche durch den Kriegsausbruch jäh unterbrochen wurde. — Unsere Freunde jn Krakau welche auf dem Gebiete der Palästinaarbeit Hervorragendes leisten, haben nun auch eine Ortsgruppe des jüdischen Frauenverbandes geschaffen deren Größe und Opferfreudjgkeit in dem veröffentlichten Ausweis zum Ausdruck gekommen ist. — Wir erwarten, daß dem Beispiele Krakaus jüdische Frauen aller anderen österreichischen Städte bald folgen werden. — ''‘Leider waren wir infolge des Raummangels und der erhöhten Druckkosten nicht in der LaSe> die uns zugekommene Liste der Mitglieder ungekürzt zu veröffentlichen. Berichte über die von NF. Kommissionen veranstalteten Herzlfeiern *) Klimontow (Polen). N. F. K. J. Grün ball Zum ersten Male fand heuer Dank der Initiative der Gg. Gold wasser und Diesen haus, eine Herzlfeier in Klimontow statt. Um 9 Uhr Früh wurde die Haskara in der Synagoge abgehalten. Das ßethaus war überfüllt. Trotzdem herrschte tiefste Ruhe. Gg. Goldw asser erklärte in kurzen Worten die Bedeutung des Tages. Ein Chor unter der Leitung des Herrn Weißbroti intonierte darauf das „Eil-Molei-Rachmim“. Zum Schlüße ertönte aus hunderten jungen Kehlen die „Hatikwah“ und unter großer Begeisterung fand die Feier ihr Ende. Nur wer die Verhältnisse in unserem kleinen Städchen kennt, das eine Hochburg des Konservatismus ist, wird es begreifen, welch ungeheuren Fortschritt die Tatsache darstellt, daß in der Hauptsynagoge eine Haskara für Herzt abgehalten werden konnte. Olmütz M. S. N* F. K. Dr. Meißner und W. Spit z e r. Am 6. Juri fand eine Herzlfeier im Tempel statt, bei welcher Sr. Ehrw. Dr. O p p en heim das Andenken unseres Führers ehrte. Am 10. Juli veranstaltete der jüdische Wanderbund „Blau-Weiß“ eine Herzelfeier in seinem Heime. Das SeelenlSdit zu Ehren Herzls entzündete Bezirkslichter Dr. Meißner. Ein hebräisches Gedicht, hebräische Weisen von den Wanderern vorgetragen, waren die würdige Einleitung für die tiefempfundene, wirkungsvolle Gedenkrede unseres hebräischen Lehrers Ch. Händel. Wanderer .S c h rö 11 e r entrollte ein Bild vom Leben und Wirken Herzls. Dje Hatikwah beendete die Feier. Mähr.-Ostrau. M. S., N. F. K. Oberlehrer. Ferdinand Krau s und Gerhard Fuchs: Infolge ungünstiger Verhältnisse konnten wir nur eine Herzlfeier in engerem Kreise unserer Gesinnungsgenossen veranstalten. Gg. Max Weber *) Wir veröffentlichen die Berichte der Reihe nach. so wie sie bei uns eintreffen. — Berichte welche nach dem 10. August eintreffen, werden wir nicht mehr publizieren. würdigte die Verdienste Herzeis um die zioninistische Bewegung Gg. Sehne ider sprach über Herze! ais Schriftsteller und rezitierte die „Menorah“. Gg. Fuchs gab einen Rückblick über die 20jährige Entwicklung unserer Bewegung. Während ur.d nach der Feier wurdet! Sammlungen für den Herzhvald durchgenthrt. Aiyszkow (Polen). N. F. K. H. T at a r k a: Bei uns verlier der Todestag Herzls in gehobener Stimmung. Es gab kein jüdisches Fenster ohne Herzls lliuminationsbild wodurch der Tag einen demonstrativen Charakter trug. Den Verkauf der Illuminationszettel besorgten die Gg. Ewa Ta t a r k a und Adele H e r z b e rg. Kein Jude so arm er auch sein mochte, lehnte es ab wenigstens ein Bild zu kaufen. Tomaszow (Polen). N. F. K. M. Doreret e rd. Die Herzlfeier nahm in unserer Stadt folgenden Verlauf: Schon um 6 Uhr früh waren die Fenster sämtlicher jüdischer Häuser mit Herzlbildern illuminiert. Während des Tages wurden blau-weiße Fähnchen zu Gunsten des J. N. F. verkauft. Um! 4 Uhr Nachmittags fand im Lokal der jüdischen Bibliothek eine würdige Herzlfeier statt. Zarnowiec (Polen). N. F. K. Glue k stein. Am 20 Tainus fand bei uns eine Trauerajmlacht in der Synagoge statt. Außerdem veranstalteten wir eine Herzlfeier bei welcher ein Gg. aus QuniclnjK über Herzis Wirken referierte. Beide Veranstaltungen waren zahlreich besucht und verliefen in feierlicher Stimmung. Alaaeiow (Polen). N. F. 'K. Alax Rotte ns teilt. Am 20. Tamus versammelte sich die hiesige Jugend und die jüdischen Schulkinder und begaben sich in Reih und Glied geordnet, unter Voraut; ugung von zwei blau-weißen und einer Trauerfahne, und Absjngung der „Hatikwah“, durch die Hauptstraßen der Stadt, in die Synagoge Dort hielt der Kantor eine Trauerandacht ab. Gg. Rottenstein sprach .über Herzl. Es wurden Sammlungen für den Herziwa’ld und die Palästina-Notstandsaktion. durchgefühlt und Schkolim verkauft. Am Abend fand' eine Festversammlung statt. Den ganzen Tag flatterten blauweiße Fahnen. In allen Straßen sah man die Herziiiiuminationsbilder. In unserem Städtchen wo die Bevölkerung noch sehr rückschrittlich ist, nat «ie Veranstaltung dieser Feierlichkeiten einen sehr großen Schritt nach vonvärts bedeutet. Bielitz-Biala, M. S. N. F. K. Mizzi Löwing er. Am Samstag vor dem 20. Tamus veranstaltete die zionisti che Jugendorganisation eine Herzlgeder.kfeier, bei welcher der Vorsitzende hebräisch sprach. Eingeieitet wurde diese mit dem Gedichte „Vision“ von Dr. Hugo Zuckirmr.nn und einem hebräischen Gedicht „A'mot Herz!“ von Zwi Altin. Hierauf wurde die Festrede gehalten, welche großen Eindruck auf die zahlreichen Anwesenden machte. Mit dem Absingen der Hatikwah wurde diese so.würige Feier geschlossen . — Der , J ü d i s c h e W a n d erbund Blau - VC ci ß“ hat die Herzl-Gedärhtnisfeier seinen Tendenzen gemäß, int Freien abgehalten. Am 20. Tamus vormittag wanderten die Blau- Weißen in aen nahen Wald hinaus, wo auf einem sehr schon gelegenem Platze Rast gemacht wurde. Der Oberführer sprach in zu Herzen gehenden Worten über die Bedeutung 'des so ernsten Tages und was wir alles Theodor Herzl verdarben. — Am Abend fand im Saale des Gemeindehauses dje Herzl-Gedenkfeier des Zionistischen B iii r g e r v e r e i n e s „El aschacha r“ statt. Die Festrede wurde von dem allgemein beliebten Prof. Dr. Berk owi cz gehalten. In einstündiger Rede gedachte er unsere; großen Führers und bat durch Spenden für unsere bedrängten Brüder in Palästina das Ai denken des Verewigten zu ehren. Notvoradomsk (Polen). NFK. Dawid Gold Kaiai. — Am; 20. Tamus fand in der Hauptsyna-: goge eine feierliche Haskarah statt. — Am 25. wurde ein imposanter Trauerabend veranstaltet, dessen Programm aus niusikalisch-vokaüschen Darbietungen und einer Festrede bestand. — Der Sal des „Beth Jakob“, in welchem die Feier siattfand, war festlich dekoriert. — Alle Teilnehmer trugen am Gewände ejn blau-weißes Fähnchen. — Opoczno (Pcl:n): N. F. K. Maurycy Wiuogrodzki. Zwecks Veranstaltung der Herzlfeier wurde hier Vom Vereine „Z i r e i Z i o n“ ein eigenes Komitee unter' dem Vorsitz des Herrn Maurycy Winogrodzki gebildet, welches aus zwölf Mitgliedern bestand. Am Vortage der Jahrzeit wurden die lllumlnationsblätter verkauft und Flugschriften verteilt una Kein jüdisches Haus ohne N.F.-Büchse!