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Jüdische Zeitung · 1917-05-11 · 19 (11.5.1917) · page 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
19 (11.5.1917)
Date
1917-05-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 NUMMER 19 __Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG_ MITTEILUNGEN Nr, 19 11./5. -191? DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Aufträge der österr. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, ll/i Zirkusgasse Nr. 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds - Spenden Redaktionsschluß Sonntag vormittags. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht - Tel. 45-3-25 —Postsp.-Kto. 100.208 WIEN, 11/1, ZIRKUSGASSE NR. 33 Der .Jüdische Nationalfonds" ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß (1901) gestiftet, hat er jetzt schon ß Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Friedensjahre (1913) eine Million Kronen betrug Die Jahrzeitstiftung mmM Misrach“ für die Jahrzeitstiftung. (Entwurf von Wilhelm Wachtel) «m-rE si&äjäS 23LÄ£: mzää \X ~- In Oesterreich und anderen Ländern tauchte schon in den ersten Kriegsmonaten der Plan auf, ■— „Heldenhaine“ zu begründen, die einst kommenden Geschlechtern den Ruhm1 der für das Vaterland Gefallenen verkünden sollten. Daß diese Wälder zugleich auch die Landschaft schmücken, sie fruchtbar machen und der Volkswirtschaft Nutzen bringen sollten, dies waren Vorzüge, welche gewiß "dazu beigetragen haben, die Volkstümlichkeit des Planes zu erhöhen und seine Verwirklichung zu fördern. In viel höherem Grade gelten die erwähnten Vorteile, aber noch eine Reihe anderer daneben, für <ten-Pla,'n einer Aufforstung Palästinas, deren Durchführung Schon vor Jahren durch #die Begründung der „Baumspende“ im1 Kleinen 'begonnen wurde, zu dessen - Ausführung aber noch vervielfachte Energie und Kapitalskraft erforderlich sind. Noch fehlt dem jüdischen Lande gänzlich, da es Jahrhunderte hindurch der Verwüstung und Vernachlässigung anheimgefallen war, der Segen Schattenspendender Wälder, die vor altem zur Beseitigung der Fieberherde, die aus Sümpfen und Morästen aufsteigen, so dringend nottun. Wie schön wäre es, wenn in absehbarer Zeit zahlreiche Olivenbäume die steinigen Bodenflächen bedeckten und einer Industrie Material lieferten, wenn Obstbaum-Alleen fsich von Dorf zu Dorf hinzögen und der rasch Wachsende Eukalyptus das Kistenholz für die Versendung der Landeserzeugnisse in genügender Menge lieferte. Auch darf nicht vergessen werden, daß diese Baumpflanzungen-dem jüdischen Städter,'der den Beruf eines jüdischen Landwirts in Pa'ästina ergreifen möchte, hervorragende Gelegenheit bieten, d’en U ebergang zum Leben auf dem Lande zu vollziehen. Schon haben die Baumschulen und die langsam entstehenden Waldungen des Nationalfonds Hunderten von lernbegierigen öder bereits ausgebildeten jüdischen Arbeitern . den Zugang zur Landwirtschaft ermöglicht und damit die Aussicht auf eine, wenn auch bescheidene, so doch befriedigende Existenz verschafft. Aber die Ausdehnung der Wald-Pfianzungen ist vom Standpunkte der praktischen Forderungen einer großzügigen jüdischen Kolonisationsarbeit nodT ganz ungenügend, und der Hauptgrund dafür liegt in der mangelnden Förderung des Baumspende-Fonds in vielen Ländern. Wie der Krieg im allgemeinen in Jedem Zionisten den dringenden Wunsch wachrief, das Tempo unserer nationalen Siedlungsarbeit möchte beschleunigt, die Anstrengungen vervielfacht werden, auf daß nicht lange nach Friedensschluß eine ' stattliche Anzahl neuer jüdischer Dörfer in Palästina entstünden, so gelangte auch während dieser Zeit aus den Reihen unserer Mitarbeiter an uns die Anregung, durch Schaffung einer „kapitalisierten Jahrzeitspende“ die Heranziehung des für die wichtige Aufgabe der Aufforstung nötigen Kapitals zu erleichtern. Durch eine einmalige Stiftung von M. 400 K 500 100 Dotlar1. solle der Verwägung der Baumspende das Grundkapital zur Verfügung gestellt werden, um siebenzig Jahre hindurch alljährlich einen neuen Baum auf den Namen 'der vom Stifter zu benennenden Person änzupflanzen und aufzuziehsn. Daß eine solche Stiftung der Ehrung eines Verstorbenen ge'lte, — dieser Vorschlag entsprang ohne Zweiter dem altüberlieferten jüdischen Pietätsempfinden, wenn auch der Krieg, der so Viele, unsernr Ideal ergebene blühende Menschenleben aus unserer Mitte hinwegraffte, den Gedanken naheglegt haben mag. Das Direktorium des JNF. hat nach reiflicher Ueberlegung die Jahrzeit-Stiftung genehmigt. — Heute sind wir schon in der Lage, die unten genannten Jahrzeitstiftungen, die allerdings nur aus zwei Ländern stammen, zü verzeichnen. Wir sind aber sicher, daß die Stiftung sich auch inden übrigen Ländern schnell cinbürgem wird» Denn mit Recht schrieb der Anreger der Jahrzeitstiftung: „Die jüdische Pietät, der jüdische Familiensinn, der Wunsch des Juden, seinen Namen und sein Lebensw'erk über das Grab hinaus duroh Stiftungen für das Allgemeinwohl zu verewigen, diese Eigenschaften kommen der Jahrzeit-Stiftung in hohem Masse zustatten. Welchen Zionist und Palästinafreund wird nicht der Gedanke beglücken, daß mit seinem Namen verbunden, hunderte Jahre noch nach seinem1 'Ableben fruchtbare Arbeit in Erez Israel geleistet werden soll, fm Hinblick hierauf wird gar mancher Zionist in seine testamentarischen Bestimmungen ein entsprechendes Legat aufnehmen oder doch den Wunsch äußern, daß seine« Angehörigen eine solche Stiftung begründen möchten... Möge doch das Andenken der Toten, die unser jüdisches Volk auf allen Schlachtfeldern zu beklagen hat, zu wahrhaftem Segen gereichen, indem' wir in der Erinnerung an sie unser Siedlungswerk im1 Lande der jüdischen Zukunft ausbauen und festigen. Weich würdigeres Denkmal ließe sich jenen Gefallenen errichten als dieses Naturdenkmal auf jüdischer Erde, dem von Jahr zu Jahr ein neuer Gedenkstein angereiht werden soll, bis einst aus den ehemaligen Sprößlingen der Baumschule eine große Waldung, vielleicht gar viele Wälder, hervorgegangen sein werden, welche in sich die Errungenschaften eines Jahrhunderts jüdischer Volksarheit symbolisieren.“ — Die Jahrzeit-Stiftungen werden in ein Kataster des Hauptbüros eingetragen (Name und Sterbetag des Eingetragenen und Name des Stifters). Auf Grund des Katasters wird dann alljährlich zum Jahrzeitstage die Pflanzung eines!, beziehungsweise mehrerer Bäume (selbstverständlich braucht sich die Stiftung nicht auf die Einheit von K 500 zu beschränken!) auf den Namen des Verewigten jn xlem betreffenden Landesausweis'' organ des Nationalfonds veröffentlicht werden. Der Stifter, bezw. die Hinterbliebenen des Toten erhalten ein künstlerisch ausgestattetes Erinnerungsblatt, einen „Misrach“. Dieser MisraCh ist von dem bekannten Maler Wilhelm Wachtel, Lemberg entworfen worden, und stellt vielleicht die schönste künstlerische Arbeit dar, dife bisher vom Nationalfonds herausgegeben worden ist. Herr Wachtel hat es trefflich verstanden, ein farbenprächtiges, modernes Kunstwerk zu schaffen, das zugleich die Motive des traditionell^», für die Eintragung der Jahrzeiten bestimmten Misirach enthält. Gern Wird man diesen echt jüdischen Schmuck, von dem die hier abgebildete Verkleinerung nur eine schwache Vorstellung 'geben kann, in sein Heim aufnehmen. Mögen unsere rührigen Vertrauensmänner" und Sammler das Ihrige dazu beitragen, daß die Jahrzeit-Stiftung unserem Volksschatz und unserem Siedlungswerke reichen Gewinn bringe. Oie bisherigen Jahrzeitstiftimgen. Oberrabbiner Dr. Joseph Hirsch Dünner s. A., Amsterdam, gestorben am "24. Tischri 5672, durch seine Familie und Verehrer. Dr. Salmon Jekuthiel ben ‘Jaakob Horowitz, Halewi, Stanislau, geb. am 21. Eful 1819, gest.' am 13. und beerdigt am1 16. Ijar 1846 seit der Verbannung, durch „Maneh“. Jakob ben Eliezer Lippah Horowitz Halewi, Stanislau, gest. am1 '20., beerdigt am' 21. Tebeth 1847 seit der Verbannung, durch „Maneh“. Taubah bath Jaakob Horowitz Haiewijah, Stanislau, gest. und beerdigt am 16, Sctiewat 1847 seit der Verbannung, durch „Manch“. Chanah bath Taubah Horowitz Haiewijah, Stanislau, gest. lind beerd. in Krakau, durch „Maneh“. ■ Dem Andenken an Professor Dr. Artur Mahler, Wien, durch seine Freunde. ■ Akademiker Richard Rosenberg, Vineovri, gestorben am 18. Januar 1915 — 3. Schwat 5675, durch seine Mutter Frau Regine Rosenberg. Kadettaspirarit Elias Frisch, Wie», gefallen am 29. August 1916 (1. Elul 5676). Izaak Marcus s. A.. Zwolle, gestorben amf 14. Cheschwan 5677, durch die Familie A. Marcus, Anonym (Holland). Akiba Edersheim s. A., Enschede, gestorben 12. Kislew 5677, durch Herrn und Frau M. J. Menko-Edersheim. Aus dem1 Nachlasse des am'28. Januar 1915 bei Jablonci auf dem Felde der Ehre .gefallenen Ing. Heinrich Freund, Wien, Lt. im1 86. Inf.-Reg. Zum Andenken an Abraham T e i c h e r s. A. — T arnow. Dem Andenken des im Felde .gefallenen Fähnrichs Siegmund Le.istinä — Lemberg, , durch seinen Vater Oberrevidenten M. Leistina. I Aus dem Nachlasse des Nathan Landau s. A. — Bjelina. -Zu Ehren der Frau Rosalie Meiäef s. A. — Wien, gestorben am 8. Marcheschwan 5677 — gestiftet von ihren Kindern. Dem Andenken des Heinrich J e 11 i n e k, i gestorben in Olmütz am 8. Mai 1912’— von Frau I Betty Jellinek in Ofrnütz. > Gedenket des indischen Nationalfonds! » /

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