Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1917-04-13 · 15 (13.4.1917) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
15 (13.4.1917)
Date
1917-04-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2438141-2438623-2438638--5235-2445191
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 15 Nr. 15 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG NUMMER 15 MITTEILUNGEN 13./4. —191? DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Aufträge der österr. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, II/i Zirkusgasse Nr. 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds - Spenden Redaktion8Schlufi Sonntag vormittags. Später entlaufende'Sp'ehden werden erst im nächsten Ausweis . veröffentlicht - Tel. 45-3-25—Postsp.-Kto. 100.208 ¥ WIEN, 11/1, ZIRKUSGASSE NR» 33 Der »Jüdische Nationalfonds“ ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des Jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß (1901) ge- . stiftet, hat er Jetzt schon 6 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Friedensjahre (1913) eine Million Kronen betrug Adolf Damaschkes: „Bodenreform“ über die Kriegslandspende-Bfoschüre. ln Nr. 5 des Organes: der deutschen Bodenreformer von Adolf Damaschke: „Bodenreform“ (vom 5. März 1917) finden wir folgende Besprechung: Vor uns liegt eine Schrift: E r e z Israel: „Die Kriegslandspende“ (Herausgegeben im Auftrag der österreichischen Kommission des jüdischen Nationalfonds, Wien 2). Sie berichtet über die Wirkungen,, die der Gedanke der Kriegerheimstätten in jüdisch-nationalen Kreisen ausgelöst hat. (Vergl. „Bodenreform“ 1916, Se.te 3 Und 4.) Es ist ein merkwürdiges Büchlein, das auch jedem nfchtjüdischen Bodenreformer Interesse abgewinnen wird. Es Zeigt eine gedankliche und bereits auch Sehr reale Welt, von deren Vorhandensein sehr viele wenig oder gar nichts wissen. Es ließe sich von mancherlei Standpunkten aus auch Vielerlei Kritisches zu dem Buche sagen. Wir wollen darauf verzichten und uns begnügen, die Ausstrahlung des KriegerheimstättengedankenS in diese Kreise dadurch zu zeigen, daß wir von den Beiträgen des Buches den Anfang und den Schlußsatz von einem wiedergeben, der die Ueberschrift „Bodenreform, Judentum' und Frieden'Sgedänke“ »trägt und der aus der Feder des bekannten Schriftstellers Max Brod-Prag stammt: (Folgen Zitate aus dem Artikel: „Bodenreform, Judentum rund .triedensgedanke“) Or. Ernst Skutezky Dreißig Monate waren seine Angehörigen in Ungewißheit über stein Schicksal. Erst im Vormonate wurde ihnen die Gewißheit,. daß er in treuer Pflichterfüllung am . 7. September 1914 bei Huycze auf dem Schlachtfelde geblieben ist. Dem Jüdischen Nationalfond ist mit Dr. Skutezky ein vielversprechender Mitarbeiter verloren gegangen. Seine Tätigkeit als oberster Beamter der österreichischen Sammelstelle war leider nur kurz, aber auch die geringe Zeit, besonders aber d,-e Art, wie er sich zur Uebernähme des Amtes entschlossen hatte, zeigt, was der Nationaifond an ihm gewonnen hatte und leider so rasch wieder Verlor. Als ich vor fast zehn Jahren mit meinen Arbeiten für den Nationalfonds einsetzte, wurde es mir bald klar daß eine großzügige Kapitalbeschaffung nur mit Hilfe eines hochqualifizierten, erstklassigen Beamtenstandes möglich war, da die bisherige dilettantische Samm'elarbeit nur kleine Beiträge bringen konnte. Als ich dann) zusammen mit Dr. Egon. Zweig, die Aufgabe übernahm', die österreichische Landessärn'melstelle zu kreieren war unser Augenmerk von Anfang an darauf gerichtet, ein stabiles Arbeitssystem’ zu schaffen. Der Schwierigkeiten waren wir uns gleich bewußt, ebenso, daß wir die ersten Arbeiten allein zu leisten hätten. Erst, als es uns gelungen wär, das Netz der Vertrauensmänner in fast klaglose Funktion zu bringen, das Verrechnungssystem' und die innere Organisation des Bureaus sich abseitiges Vertrauen erworben hatte, konnten wir an den weiteren Ausbau denken. Nur ganz vorsichtig, nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen, konnten Wir uns entschließen, unsere jahrelange, mühevolle Arbeit anderen Händen zu übergeben, die schon von vornehere;n eine gedeihliche Weiterentwicklung garanfierenjsnlffen. Nach langem Suchen fand ich in m'eiuenV "alten Freunde Skutezkv den ge«’igrre*'nn Mann, der schon durch die Entschlossenheit, mit der er die Vorverhandlungen zur Uebernähme des Sekretariates führte bewies, die richtige Person-für dieses Amt zu sein. Skutezkv glaubte vor Allem' felsenfest an die Entwicklun'gsmöglichkeit der Sammelstelle. Sonst hätte er, der' kurz vor Eröffnung seiner Advokal-n-skarizlei stand, nfcht das neue, noch nicht einmal fundierte Amt übernommen: Seine einzige Bedingung, die ebenfalls für ihn sprach, War, daß sich die NF.- •Zentrale verpflichte, ihn später in Palästina zu verwenden, wenn die österreichische Sam'melstelle zu e;ner gewissen Höhe (gebracht worden sei. Es war e;ne Freude, Zu -sehen, mit welchem1 Eifer und Verständnis! er sich die Intentionen zu e;gen machte, die in langjähriger Arbeit entstan-, den waren. So war es nicht »Schwer, sich mit ihm» über das künftige Tätigkeitsprogramm' -zu einigen: Das Büro sollte geteilt werden in eine rein technisch-administrative Abteilung mit Evidenzhaltung der Einkünfte, und eine PropagandaabteiCung die jedoch in engem Kontakt mit der Evidenz zu arbeiten hätte. Skutezky hätte sich besonders der Ausgestaltung der Propaganda angenommen, und zwar Ausbau des bereits bestehenden, periodischen Flugblattes „Der Jüdische Nationalfond“, das zu den sechs bedeutendsten Feiertagen erschien und Herausgabe allfälliger Schriften, Heranbildung von Rednern, besonders aber Wanderlehrern, die den ständigen, persönlichen Kontakt der Zentrale mit der Provinz zu beleben gehabt hätten. Schaffung von Lokah bureaus in den größeren Provinzorten, Stabilisierung der Vertrauensmännerorganisation. Eine genaue Evidenz nicht nur der Eingänge, sondern auch der Spender und — Nichtspender hätte eine Individualisierung- und dadurch bessere Ausnützung der Sammelmittel herbeizuführen gehabt. Außerdiesem bereits feststehenden Programm zur progressiven Fruktifizierung der österreichischen Nationalfondstätigkeit, arbeiteten wir, Skutezky und ich, gemeinsam1 mit dem gleichfalls jetzt auf dem Felde gefallenen Dr. Albert Schönhof, dem damaljeen NF.-Kreiskommissär von Brünn, an einem Plane, umdie Kapitalisierung künftiger Spezialaufgaben, wie seinerzeit zur Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft, rascher und ausg;ebiger zu gewährleisten, als es bisher möglich war. Alle diese vielversprechenden Ansätze störte der Kriegsausbruch, der uns aus unserer Tätigkeit riß, die Arbeit int Anfänge schwer störte und uns viele, treue Mitarbeiter raubte. Auch unser Kollege, Dr. Laios Dömenvi, Leiter der ungarischen NF.-Sammtelstelle. ist auf _dem Felde geblieben-, außer ihm noch viele hingebungsvolle NF.-(Arbeiter. Mit schwerer Mühe gelang es denen, die an unsere Stehen in die Bresche gesprungen sind, die Schäden auSzubessern, die Organisation in das alte Geleise zu brjngen und zu ungeahnter Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Verluste des NF. an kostbaren Menschenleben sind aber uneinbringlich, es bleibt uns nur der Wille durch vervielfachten Arbeits1eifer Ihre Tatkraft zu ersetzen und ihnen ein ehrenvolles Andenken zu bewahren. Im' Felde, Pessach 1917. , Dr. Engl Stein, Obmann der österr. NF.-Sammelstelle. Gelöbnisaktion des jüdischen .Nationalfonds. Wir fassten nachstehend die 5. Liste der Krje^sgelöbnisse zu gunsten des JNF. folgen-. Die ausgewiesenen Personen haben sich verpflichtet, dem TNF. die genannten Beträge als Spenden zuzuführen, falls sie selbst oder ihre in den „Gelöbnisscheinen“ nament'ich angeführten Angehörigen, welche sich in militärischer Dienstleistung befinden, gesund heimkehren werden. Auch in Mieser Lifte nimmt. Wie in 'den früheren, die Rubrik: „Aus dem Felde und den Garnisonen“ einen beträchtlichen Raum e'in. Wjr ersuchen die NFK., der Gelöhnisaklion erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wir hoffen alle auf einen nahen Frieden und so muß die Gelegenheit ausgenütic werden, um unseren Volkssehafz an rien eroBen Spenden, welche der Friedensschluß sicherlich für alle Zwecke .bringen wird, entsprechend teilnehmen zu lassen. Liste 5 der Krieosaelöbnisse zugunsten des JNF. Ai«, dem Felde und, au» den Garnisonen: Julian Sternberg (Zuzel) 500.— : Oskar Breth »Mähr. Ostrau) ,250.—; Heinrich Weber (Lem!J berg) 250.—: Eugen -Lanzer (Michalkowicz) 250.—: Dr. Walter Rorlich (Suczäwa) 200.—: Naftali Nussenbaum »Czernowitz) 150.—; J. Spiefmann »Prosnitz) 100.—; Hermann Holzer (Berlin) 100.—; Isidor Zuckerkandel (Wien) 100 —: Moritz Nacht (Lemberg) 100.—; Jakob Klein »Sereth! 60.—; M. L. Wulkan (Schwerin! 50.—; Dawid Latterman (Rohatvn) 50.v; Arnold" Mieses (Lemberg! 50.—; Adolf Manne (Niepolomice) 50.—; "Eduard Wewtraub »Lemberg! 50.—; Abraham Potisinän »Przemysl) 50.—; Karl Friedmann'(Lemberg) 50.—; Leon Kuppermart (Krakau) 50.—; E.-F. Heinrich Sandier (Lemberg) 50.—; Friedrich Fuchs (Wien) 50 —; Simon Gofdberger (Saybusch) 50.— : Hermann Steil (Lemberg) 50.—; Juliusz Rubinger (Sarajevo) 50. —; Srul Retter (Wien) 50.—; Josef Lipsker (Krakau) 50.—; Srul Sojfer (Dubowitz) 50.—; Jakob Kuten (Jaroslau) 50.—; Jzraei Leiblowitsch (Krakau) 50.—; Dawid Schmerz (Bochnia) 50.—; Julius Dorf (Lemberg) 50.—; Leo Elsuer (Brzeznica) 50.—; Hermann Schüssel (Zabia) 50.—; Siegfried Wagner (Berlin) 50.—; Samuel Torten (Unter-Stanestie) 50.—; Simon Glanz (Czernowitz) 50.—; Leo Goldner (Reiklinghauseii) 50.—; Phöbus Juster (Suczawa) 50.—; Majer Krems (Kolomea) 50.—; Herrman Rottenberg (Berlin) 50.—; Josef Lustbader (Krakau) 50.—; Arthur Deutsch (Wien) 30.—; Salomon Zarwanitzer (ßtanislau) 25.—; Dr. Rudolf Eisinger (Lemberg) 20.—; zus. 3635.— Bielitz MS: Dr. Emit Kraus 10.—; Dr. Gustav Aschermann 10.—; zus. 20.— Jaroslau G: Fähnr. Siegmund Hauser '»Drohobyez) 50.—; E.-F. Korp. Benjamin Taustein (Boryslaw) 100.—; zus. 150.— Linz IO: Berta Preissler (Prag) 500.— Nachod B: Max Pollak 100.—; Alfred Stein 20.—; Siegfried Pichl 20.—; Gisa Sommernitz 15.—; Luise Fränkel 15.—; Jacob Munk 12.—; N. N„ Clara Fanta, Fanta stud. real-gym„ MaTva Munk, Fanta, Clotilde Pollak, Malva Pick, Emil Fuchs. (M. U. Dr. Heinrich Fischer je 10.—; Lederer 5.—; 277.— Oswiecim G: Arthur Honig (Kiel'ce) 50.— : Aron Goldstein 50.—; Fannv Gutter 20 —; Auguste Rubner 15.—; Moritz Weinheber 15.—; Abraham Scharf, Helene Teschner, loachim' Hornung je 10.—; Moses Grubes. Berta Birnbaum1, Baruch Henenberg, Anna Goldberg je 5.—; Anna Ringer Heinrich Ringer je 3.—; 'zus. 206.— Przemysl G: Weinberger 40.— *40.— Proßnitz MS: Betti Salzer 50.—; N. N. 50.— : Elsa Maier 50.—; J. Butschowitzer 40.—; Eduard Blau 20.—; Bruno Grünhut 10.—; zus. 220.— Sanok G: Siegmund Hauptmann 100.—; Duszka. Fell 100.—; Isaak Schiff 100 —; Batseba Majer 50.—; Dosia Jakubowicz 50.—; J. Schiff 15.— 415 — Sambor G: Joel Berger 5.— Starv-Sambor G: Helene Freudenherm, Natan Reich je 10.—; zus. 20.— Tamow G: Dr. Samuel Spann 300.—; Eugen Guttmann 200.—; Schyja Gleicher (Gorlice) 50.—; Moscheh Grzvb 50.—; Israel Sroka 50.—; Juda Löw 40.— : Jacob Baron 40.—; Marya Schiff 30.—; Moritz Reinhold (Wvsowa) 30.— : Moritz Reinhold (Wvsowa) 25.—; Dr. W. Berkelhammer, Moses Holzer, Efraim Kestenbaum, Schaja Löw (Bochnia); S. Grünhut, Moritz Chomet, Moses Einspruch, Efraim Braun, Elias Braun. Samuel Wasserlauf, Samuel Wassermann, Josef Holländer, Mayer Silberstein, Moritz Faber »Wvsowa) Benjamin Rottenberg. Salomon Reinhold (Wysowa), Heinrich Kornfeld (Berlin) je 20.—: Samuel Wassermann. Markus Spira (Schweidnitz), Adolf Jakobsohn. Tobias Tannenbaum. Moses Czopf, Markus Ringef, Juda Weg (Debica). Ascher Isenberg. Leon Sukman, Josef M. Holländer. Moritz Mittler, M. ’Synaj, Szvmon Kurz Juda Löw, Moritz Mittfer, Bernhard Lehr, Abraham Kartagener, Samuel Bernstein, Osias Unikanski, isak.Lis, Leontine Münz je 10.—;^ Mendel Löw 9.—: Aron Hofmeister 6.—: Samuel Wassernrann, Cisner, Moses Rraun, Abraham Hofländer, Moses Schweber, Chaim' Leser, Siedlisker, Reorme Kleiner, Juda Weg, Schlomoh Rein, Adolf Semel. Isak Lis, Adolf Seme!. Pinkas Gottlieb, Salo Wendler, M. Eisen. Seide Dorf, Heinrich Reich. Salomon Singer, Simon Neugroschel, Osias Feuer je 5.—; Josef Leser 2.— : "Eva Leser 2.—; zus. 1484.— Wien IO: Dr. Lauterbach 100.-; Z. M. . V. „Nehemin“ 70 —; Regine Nasch 20.—: La- Zar Lebensart 5.40; zus. 195.40 Zvwiec-Zablocie G.: Bernhard A't 30.—: Leo Fränkel 30.—; A. Bronner 20.—; Wilhelm Enoch 20.—; Fleonora Enoch 20.—; Euvenie Teteles 20.—; Hilde Ritter 15.—: Maria Friedmann, Fannv Ritter, Na tan Dattner, Oskar Golthnann, Emilie Lamensdorf. Helene Teteles je 10.—; Adolf Werber, Otto Wurzel, Josef Bronner je 9.—; Malvine Storch.6.—; Heinrich Hirsch 2.—; arus. 240.— Summe K 7407.40 Früher ausgewiesen 18.580.— Somit bisher 25.987.40 Gedenket -de* Jüdischen Nationalfonds! Ul , ’i-' j*3§ H'f? i:f§ 116 t-V Ü; : 1/

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.