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Jüdische Zeitung · 1916-07-14 · 28 (14.7.1916) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
28 (14.7.1916)
Date
1916-07-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nh. 28 fius ögp jüdischen Weit. . Die Kundmachung eines1 Kreislkommandos. Im Anschluß an die unter obigem Titel in der vorigen Nummer unseres Blattes gebrachte Notiz bringen wir nun, ebenfalls nach der „Mysl Zydowska“, eine weitere Kundmachung des k. u. k. Kreiskommandos in Chelm, datiert vom 21. v. ' M., zur KenhtjniS, wonach Enge niusz Czarnecki, Majer Hoffmann und Mi ec zyslawNazaretvicz wegen Verbreitung falscher und beunruhigender Gerüchte über militärische Bewegungen zu 4, bezw. 5 und 6 Monaten Kerkers verurteilt worden Seien. Diese zweite amtliche Kundmachung wird wohl denjenigen Kreisen, die auf Grund der ersten von einer „jüdi sehen Spekulation“ sprachen, eine unangenehme Enttäuschung bereitet haben, da dem einen bestraften Juden sogar zwei Nichtjuden gegenüberstehen. Hoffentlich wird nunmehr der Herr Kreiskommandant auch von der der jüdischen Kult usgemeinde angedrohten Kontribution von i.K 25.000 Abstand nehmen... Das' amerikanisldhe Hilfswerk für die Kinder fn Palästina. Das von Miß Leon in Newyork im Aufträge des Provisorischen Zionistischen Exeeutivkomitees ins Leben gerufene Hilfswerk für die jüdischen Kinder in Palästina erweckt bei der amerikani- Sdien Judenlieit das größte Interesse. Eine große Anzahl von jüdischen Kindern in Amerika in verschiedenen Städten hat sich eine monatliche Abgabe von 10 Gents zugunsten ihrer notleidenden Brüder und Schwestern in Fa’äslina auferlegt. Ein Palästina-Hilfstag in Amerika. Das „Provisorische Executive Committee für zionistische .Angelegenheiten in den Vereinigten Staaten“ hat den 2. Juli zu einem allgemeinen Hilfstag für Palästina bestimmt, an’ welchem sämtliche zionistischen Komitees Straßensammlungen und Massenmeetings für den Zionistischen NotfondS veranstalten werden. Der Notfonds des Provisorischen Exeeutivkomitees sorgt für die zionistischen Institutionen in Palästina und deckt die Ausgaben des beim P. E. C. eingerichteten Departementes zur Überweisung von allgemeinen und privaten Hilfsgeldern. Das Uebervvachungsdepartement des P. E. C. hat in der letzten Zeit eine bedeutende Ausdehnung erfahren un|d umfaßt jetzt Palästina, Rußland und die okkupierten; Gebiete. Vom 26. Oktober 1914 bis zum 30. April 1916 haben mehr als 15.000 Personen dieses Departement in Anspruch genommen und mehr als 490.000 -.Dollars sind in diesem Zjeitraum von ihm überwiesen worden. Zur Ernennung Louis D. Brandeis. Viscount Reading (Sir Isaacs Rufus) hat anläßlich der Ernennung von Louis D. Brandeis zum Mitglied des Obersten Gerichtshofes in den Vereinigten Staaten folgenden Kabel an den „American Hebrew“ gerichtet: „Die Mitgliedschaft jm Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten äst eine der größten Auszeichnungen, die es in der juristischen Welt gibt, und ich beglück-« wünsche meinen neuen _ Amtskollegen aufs herzlichste. Reading, Lord Öberrichter von England.“ Ein Brief von Dr. Gastesr, Das Amerikanisch-jüdische Kongreßkomitec hat. von dem Oberrabbiner der Spanischen und portugiesischen Juden in London, Herrn Dr. Moses Gaster, folgendes Schreiben erhalten: „Sehr geehrte Herren. Ich beeile mich, mit Dank den Empfang der Broschüren und Drucksachen betreffs des Kongresses zu bestätigen und werde Ihnen sehr dankbar sein, Wenn Sie mit der Zusendung fortfahren wollten. Erlauben Sie mir zu sagen, daß es notwendig oder vielmehr eine Lebensfrage ist, daß die amerikanischen Juden ein für allemal gegen diejenigen Front machen, welche die höchsten jüdischen Interessen veralteten Klassenvorurteilen unterordnen und noch glauben, daß die Zukunft des Juden tum es vom Standpunkt des ParneS aus" entschieden werden wird. Das Volk muß seine (eigene Zukunft bestimmen. Das Volk ist es, welches leidet, und es allein muß entscheiden.“ Zur Präsidentenwahl in (Amerika. Nach übereinstimmenden Meldungen amerikanischer und europäischer Zeitungen, ist die amerikanische JudenJieit, (die über eine halbe Million Wahlstimmen zu vergeben hat,' fast einheitlich entschlossen, für Hu g h e s zu stimmen, in ider sicheren Voraussetzung, daß dieser den von Taft aufgenommenen Kampf gegen die russische Judenpolitik fortsetzen werde. Gegen Wilson hatten die amerikanischen Juden gerade nicht zu klagen. Besonders seine Stellung zur Auswandererfrage hat ihm die Sympathieen derselben eingetragen. Es liegt aber( in dieser einheitlichen Haltung der amerikanischen Judenheit mehr eine Demonstration gegen die P olitik WilSons im Weltkriege und Seine den Grundsätzen (der Strengen Neutralität nicht ganz entsprechende.’Stellung gegenüber den Zentralmächten. Sein ’unverkennßares Wohlwollen für den Vierverband, mithin auch für Rußland, wurde von’cfer amerikanischen Judenheit als ein Schlag ins Gesicht der Gerechtigkeit ,und gegen den Zarismus gerichteten Politik Tafts empfunden. Von seinem 'Nachfolger erwartet man eine Rehabilitierung dieser altgeheiligten amerikanischen- Tradition, zudem auch ieine gerechte und Standhafte Behandlung der Ein wanderungsfrage, die für die wahrhaft Liberalen und die Juden Helleicht von ebenso entscheidender Bedeutung ist, wie der Rückschlag der Dinge auf den blutigen Schlachtfeldern Europas. Ein Appell an die „freundlichen“ Ausländer. Nach dem „Jewish Chronicle“, hat es die englische Regierung infolge der starken Gegenagitation aufgegeben, die in London wohnenden zahlreichen russischen Juden zur Absolvierung des Militärdienstes nach Rußland zurückzuschicken. Besonders die beiden .jüdischen Minister Herbert Sam u e 1 und Montagu haben diesen Plan im SchoSse des Ministeriums Asquith’ (mit Erfolg bekämpft. Dagegen sollen) die russischen Juden in England ein paar Bataillone bilden und lediglich zum Wachdienst in England verwendet werden. Nach1 einem Berichte der „Times“ sollen! in Kürze Plakate in den - Nationalfarben angeschlagen werden, folgenden Inhalts: „Freundlich gesinnte Ausländer können sich jetzt zu denselben Bedingungen zum britischen 'Heer anwerben lassen,] Wie britisch geborene Untertanen'. Alle Ausländer von militärischem Alter, die emjge Zeit in diesem Land gewohnt haben, und die gern helfen möchten, sollten auf. das nächste Werbebüro gehen! Russische Untertanen jüdischen Glaubens sollten entweder auf 'ihr eigenes Rekrütierungsbüro gehen, oder nach New. ,SL Swithin's Laue. Das jüdische Kriegsdienstkomitee wird' ihnen zum Eintritt verhelfen und sie in ein Regiment schieben, wo sje Freunde finden!.“ Der Aufruf endet: „Widersteht nicht, sondern kommt Sofort und tut E ure. Pflicht gegen idas Lansd, das Ihr zum Aufenthalt erwählt habt.“ Jesthiwah-Diplome. Nach Berichten Newyorker Zeitungen hat die Verwaltung in .der Talmudschule „Rabbi Jizchok Elchanan“ von der Regierung daS Recht erhalten, 'den nach bestandenem 'Examen labgehenden Schülern der Lehranstalt Dip lome aus(zustellen und den Titel Dok tor der Theologie zu erteilen. Von der Wirtschaftsikonferenz. Nach Idem Berichte Schweizerischer Blätter wurde lauf der Wirtschaftskonfereniz in Paris auch' die Frage der jüdischen Pässe beim Einh tritt in Rußland behandelt. Rußland hat es abgelehnt, in dieser Angelegenheit Konzessionen zu Imachen. Hebräiskhe Kinderliteratur. Unter der Redaktion von Ch1, N. Bialik (wurde in Odessa ein neuer hebräischer- Verlag „Sifri“ gegründet, der Kiniderliteratur in hebräischer Sprache herauSgibt. Bisher sind 10 schön ausgestattete und gut illustrierte Heftje erschienen, die Kindermärdhen von M. Ben-Eliezer, Jakob _Rabinowitz ,Sch. Kripez und ElisCliewa Rabinowitz enthalten. Eine zweite Serie wird demnächst erscheinen'. Zionisten im Felde. Gg. Dr. Emil Margulies-, Verpflegsoffizial, der kürzlich das Ehrenzeichen vom Roten Kreuz II. Klasse mit der Kriegsdekoration erhielt, (wurde neuerlich' mit dem Goldenen Ver-, dienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Anzeigen und Mitteilungen. Der nächste Vereinsabend der jüd. Mädchenvereinigung „Moriah“ findet Mittwoch den 19. Juli präzise i/28 Uhr abends (IX., Servitenn gasse 10} statt. Herr Adolf Stand wird über Zionismus sprechen. Gäste willkommen. * Auszeichnung. Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Franz Salvator, hat im Namen Seiner Majestät des Kaisers. dem Präsidenten des Oesterr.-ung. Kantoren-Vereines Oberkantor Jakob Bauer in .Wien, das Ehrenzeichen II. Klasse vom Roten Kreuz verliehen). Im Verlag „Haawoda“ in Jaffa (Palästina) ist das zweite Sammelbuch „Beschnnta Su... . erschienen. Dieses Sammelbuch ist dem 25jährigeri Dichterjubiläum von CH. N. BIALIK gewidmet und enthält Beiträge von: A. M. Boruchow: An Bialik; J. Ch. Brenner: Der Treue; Jacob Rabinowilz: Die neue hebräische Poesie; Jacob Steinberg: Chaim. Nachman Bialik; A. M. Lipschitz: Der Stil Bialiks; J. L—n: Vor dem Bücherschrank; Ch. L. Suta: Der neue Dichter; J Aitan: Dichter und Künstler; K. L. Silmann:. Bialik in Palästina (Erinnerungen) und Anderes. Preis des Heftes Mark 2.—. Adresse: Jacob Efter, Jaffa (Palästina). Das dritte Sammelbuch „B schaah su . . .“ ist bereits in Druck und erscheint demnächst. Josef Dülberg, Flüchtling aus Horodenka, befindet sich in Rosenberg (Böhmen). Cafe „Marienbrücke“ g I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN j Cafe Jägerhof (Weiss) S S IX., Porzellangasse 22. ■ | Vornehmes Familien »Cafe j 2 modernst eingerichtet J ■ gut ventilierte Spielsäle. ■ ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindüngen. ■ ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen ■ 2 sowie alle Zion. Blätter liegen auf. 2 ■ ■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ ■ “iuo 5 ■ RESTAURATION- ■ „zur rumäniidien Me“ ■! Ch. Weiß vorm. 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David Nebenzahl. — „Adria“ Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H. (verantw. Karl Karner), Wien, II.

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