Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 15-16 (14.4.1916)
- Date
- 1916-04-14
- Page
- Seite 1 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15/16 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seite 1 ■•GK>«CK>«CK>*CBdcaD»CBD«CM9«CK>«CK>«CK>«CSD«aGas«CXa«BCK>«CK>«CK>«CaO«CB3«eK>«CK)«CK>ttCK>ttCK>«CK>«B Np. 15/16 MITTEILUNGEN Np. 15/16 Jiföisdien NationaMs“ Sammelstelle für Oesterreich: Wien, 11." Zirkusgasse Nr. 33 TELEPHON NR. 45.325 PostsparkasseoKonto 100.208 ■ ■ ■ a Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds-Spenden des Der „Jüdische Nationalfonds" ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräuBerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben.- — Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er jetzt schon 5l/2 Millionen Kronen Vermögen, bei einem stetigen Zuwachs, der im letzten Friedens- : Jahre 1913 eine Million betrug : Herausgegeben im Aufträge der österreichischen Kommssion des .Jüdischen Nationalfonds“, :: Wien, II/„ Zirkusgasse Nr. 33 9 Bei allen jüdischen Veranstaltungen ist es Ehrenpflicht, für den ,J. N. F.‘ zu sammeln ß Im nachstehenden Wochen-Ausweis werden nur die bis längstens Montag Vormittag eingelaufenen Spenden veröffentlicht | B*oaracaaooaDooHnoeaoeeasoeas«ea<>«ea3«caD«caa«B«cHacaQOBPcaDoaDocHa*cHo«cHD«caDoca9»caDooBD*caD*cao«B Die Spenöeneinnahmen Oes jfiflisdiei NationaMs im Monat März betragen M 35.600 und zwar verteilen sie sich auf: Oesterreich mit M 8780*), Nordamerika M 8570, Deutschland M 5372, Rumänien M 4537, Ungarn M 2764, Holland M 1067, Südslavisldhe Länder M 909, England M 807, Argentinien M 792, Russland M 512, Frankreich M 433, Schweiz M 353, Aegypten M 300, Dänemark M 184, Griechenland M 169 und Norwegen M 42. Die Spendeneinnahmen des Nationalfonds im ersten Vierteljahre 1916 beliefen sich auf insgesamt M 100.105. Es muß leider festgestellt werden, daß die Höhe der Nationalfonds-Eingänge während der letzten Monate für die Bedürfnisse in Palästina nicht genügt. Vor kurzem hat die Verwaltung des NF einen Jahresetat genehmigt, der für die Wirksamkeit des Fonds in Palästina, wie Aufrechterhaltung seiner Farmen und genossenschaftlichen Betriebe, Fortführung der Pflanzungen, Bau von Arbeiterhäusern, Not - standsarbeiten usw., sowie die erforderlichen organisatorischen. Maßnahmen für das leufende Jahr Aufwendungen in Höhe von mindestens Frs. 600.000 unumgänglich bedingt. Hoffentlich werden die Freunde des Nationalfonds und alle, die den jüdischen Kolonisationsbestrebungen in Erez Israel Sympathie entgegenbringen, in der nächsten Zeit bemüht sein, dem NF größere Einnahmen zuzuführen, so daß nicht nur die laufenden Erfordernisse des jüdischen Siedlungswerkes daraus gedeckt werden, sondern auch eine Rücklage für die Zeit nach dem Kriege, wo sicherlich bedeutende Aufgaben an den NF herantreten, geschaffen werden kann: In jüngster Zeit sind eine Reihe von Lebensversicherungen zu Gunsten des Nationalfonds durch Zionisten und Palästinafreunde abgeschlossen worden,- ebenso wie der Verwaltung von verschiedenen den NF betreffenden Vermächtnissen berichtet-er-''. -f.Nist. So hat u. a. der vor einigen Mona^k^iei^forbene kanadische Zionist Abraham Falick, ein treuer Freund des Nationalfonds, diesem auf Grund einer Lebensversicherungs-Polizze einen ansehnlichen Betrag hinterlassen. *) Oesterreich-Ungarn M 12.453. Büchsenleerungen. Chol-Hamoed Pessach findet die erste diesjährige Büchsenleerung statt. Wir empfehlen den Herren N. F.- Kommissären dringend, diesen Termin einzuhalten und die Leerungen überall genauest durchzuführen. Die Drucksorten sind bei uns rechtzeitig zu bestellen. Büdisenslalisfift 1915. Wir können es uns nicht versagen, der in unseren letzten Mitteilungen abgedruckten „Jahresübersicht der NF-Eingänge 1915“ eine spezielle Büchsenstatistik anzuschließen. Denn ist auch während des Krieges das Ergebnis der Büchsen gesunken, so bleibt doch unsere Ueberzeugung unerschütterlich, daß die Büchse das wichtigste Sammelmittei unseres VolksschatzeS darstellt. Denn sie ist, gehörig betreut, der wahre Keren Kajemeth, der ewig sprudelnde Quell des Ertrages. Vor allem bietet es nur geringe Schwierigkeit, die NF-Büchse. auch bei Nichtzionisten einzubürgem. Auch be.i Nichtzionisten — hiemit haben wir schon vorausgesetzt, daß jeder Zionist ganz gewiß wenigstens eine Büchse in die eigene Obhut genommen hat. „Kein j ü - disches Haus ohne NF-Büchse,!“ muß unsereste,ts wiederholte Parole sein. Und ist erst die Büchse^ im Haus, dann mahnt sie zur täglichen Selbstbesteuerung. Diese, kleinen Gaben, die nachgerade zur Gewohnheit wurden, werden kaum mehr als Opfer empfunden und sind doch bestimmt, in ihrer Summierung imposante Beträge zu ergeben. Freilich dürfen unsere Vertrauensmänner es sich nicht genügen lassen, die Büchsen zu plazieren, deren jede muß vielmehr streng in Evidenz gehalten und zumindest zweimal des Jahres regelmässig geleert werden. Denn, bemerkt der Büchseninhaber die Interesselosigkeit des Lokalkommissärs, so wird er seinerseits das Interesse an seiner Büchse nach und nach verlieren, der Ertrag derselben wird sinken oder aber die Büchse wird ganz verloren gehen, so daß unserem Volksschatz statt des erhofften Ertrages aus dieser Büchse noch ein effektiver Schaden erwächst. Leider muß festgestellt werden, daß noch immer ein Großteil unserer Vertrauensmänner diesfalls nicht klaglos arbeitet. Dies ergibt sieh schon, wenn die Anzahl der tatsächlich verteilten und der wirklich geleerten Büchsen in der nachfolgenden Statistik verglichen wird. Das wird und muß besser werden, steckt ja gerade in dieser zähen Arbeit ein gut Stück Volkserziehung! Im Berichtsjahre 1915 entfielen von der Gesamteinnahme der Landessammelstelle Oesterreich per K 100.587 auf die Büchsen bloß K 13.892, wovon aus Galizien K 677, Bukowina K 286 und aus dem Ausland K 184 stammen. In Galizien und in der Bukowina ist bekanntlich durch den Russeneinfall gerade die Büchsenorganisation völlig zerstört worden, da schon die Vorposten auf die Plünderung und Vernichtung unserer Büchsen aus waren. Deshalb und weil uns die Daten der Landessammelstelle Lemberg über über den Ertrag der Büchsen Galiziens im I. Semester 1914 fehlen, wollen wir die nähere Darstellung der Büchsenstatistik diesmal auf die drei Distrikte Westösterreichs beschränken. Gebiet Ertrag Dilferenz j 1915 1914 1913 191415 1913/14 | Innerösterreich 3.594 6.106 5.959 - 2.512 -f- 147 | Mähren-Schlesien 6.161 6.165 7.475 — 4 - 1.310 : Böhmen 2.990 4.083 5.014 — 1.093 — 931 I Summe 12-745 16354 18.448 — 3.609 — 2094 I i Also ein Rückfall auf allen Linien, nur Mähren-Schlesien hat sich auch hier wieder brav gehalten! Dieser Rückfall der Büchsenerträge erscheint umso bedenklicher, wenn ihre Summe mit jener aller NF-Erträge verglichen wird. Noch 1913 bildeten K 18.44S Büchsenertrag vom Gesamtertrag dieser drei Distrikte per K 117.380 15.75 Prozent, doch schon 1914 K 16.354 Büchsenertrag vom Gesamtertrag per K 54.068 nicht weniger als 30.28 Prozent und 1915 K 12.745 Büchsenertrag vom Gesamtertrag per K 81.685 nur mehr 15.6 Prozent. Während wir uns also 1914 und vornehmlich in dessen Friedenssemester dem Idealzustand, wonach die Büchsen einen möglichst großen Prozentsatz des Gesamtertrages bilden sollen, bedeutend genähert hatten, sanken wir 1915 auf den früheren Stand zurück. Darum müssen wir diesen Pessach mit allem Eifer an die letzthin so vernachlässigte Büchsenleerung herantreten. Und nun mögen die von unserem freiwilligen Mitarbeiter Gg. Engelstein aus Metz entworfenen Detail-Aufstellungen der drei Distrikte folgen. Der dort ersichtliche Jahresdurchschnitt des Ertrages bezieht sich auf die Zahl der tatsächlich ausgeteilten Büchsen. Diese Durchschnittszahl ist am lehrreichsten, weil sie zeigt, ob utid inwieweit die Sammelarbeit mit den Büchsen, deren Anschaffung ja schon dem NF etwas kostet, sich überhaupt rentiert. Das können wir nun ruhig bejahen. Der Durchschnitt per geleierte Büchse beträgt, je auf das I. und II. Semester berechnet, bei 1 n nc rö st e r r e i ch K 3.08 und K 3.67, bei Mähren-Schlesien K 3.32 und K 2.95, bei Böhmen K 4.21 und K 4.54. Kein Brief ohne Nationalfondsmarke!