Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1916-02-11 · 6 (11.2.1916) · p. Seite 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
6 (11.2.1916)
Date
1916-02-11
Page
Seite 1 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2438141-2438572-2438578--4683-2444581
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sete 1 Nr. 6 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG fgaff»n<»»raai»Mn«iP|f;MipwaapyaapjaB<aia«c»a»MD>e»afC»3(!ia>Meiaei3<l3Piei3>Cg><eB8<eia>aB)«aP>(BR)»CB0f Nr. 6 s 1 Nr. 6 MITTEILUNGEN des | Jüöisriien Nationalfonds“ i § . Sammelstelle für Oesterreich : Wien, II, Zirkusgasse Nr. 33 TELEPHON NR. 45.325 Postsparkassen-Konto 100.208 ■ ■ ■ ■ Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Natiönalfonds-Spenden Der „Jüdische Nationalfond“ ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräuBerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. — Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er schon über ö1/» Millionen Kronen Vermögen, bei einem stetigen. Zuwachs, der im letzten Friedens- : Jahre 1912 eine Million betrug : s Herausgegeben im Aufträge der österreichischen 6 Kommssion des .jüdischen Nationalfonds“, g :: Wien, Il/i, Zirkusgasse Nr. 33 | Bei allen Jüdischen Veranstaltungen ist es Ehrenpflicht, für den ,1. N. F.‘ zu sammeln g 5 Im nachstehenden Wochen-Ausweis werden nur die bis längstens Montag Vormittag eingelaufenen Spenden veröffentlicht 9 *.pvni>va.nganpvaBPva»e»a»cg»<a[a»(!Ma»e»a»(aB»N>e»acia>MeiaaPK3P>CBi»eEi»ciDseiaseBa>ci3>cBaoeBDsi Briefe unserer Soldaten an den „Jüdischen Näfionaltonds“. Wir (veröffentlichen nachstehend nur einige von den uns aus dem Felde zugekomihenen Briefen, welche besser als alles andere dafür Zeugnis ablegen, welcher Geist unsere Jugend und insbesondere unsere Soldaten beseelt. Die markanten Stellen haben wir durch Sperrdruck hervorgehöben. Es ist eine Sprache, in diesen Briefen, die vom Herzen kommt und sicherlich dazu beitragen wird, unserer Sache neue Freunde zu gewinnen. (1) An den Jüdischen 'Nationalfonds Wien. „Vielen Dank für die regelmäßige Zusendung der Zeitung, die mich nicht nur in Verbindung mit allen anderen Gesinnungsgenossen und dem jüdischen "Leben als solchem erhält, sondern auch vielmehr meine Gedanken in ein anderes Milieu versetzt, das uns ,als das Notwendigere zu bezeichnen ist. Ihrer Anregung Folge leistend, habe ich es versucht, eine Sammlung für die Kriegs-Landspende einzuleiten, die aber sehr schwierig ist, da sich in meinem Regimente sehr wenige Stammesgenosseri befinden. Aber soweit sich die Arbeit bewerkstelligen läßt — selbstverständlich’. Ich habe die vergangenen Monate nicht unnütz verstreichen lassen, sondern mich noch weit mehr als früher mit vielen Fragen und Projekten beschäftigt. — Haben mir doch Polen und Galizien genügend Anregung hiefür geboten! Sollte ich das Glück haben, auch noch ruhigere Zeiten zu erleben, dann habe ich es mir fest vorgenommen, »meine ganze Kraft der Sache zu widmen, die es am Nötigsten hat. Ich würde mich vom1 Herzen gerne mal wieder aussprechen wollen, doch1 rechne ich’ damit, daß auch1 Ihre Zeit eine sehr beschränkte ist, und daher beschränke ich mich jetzt nur darauf, mir Notizen zu machen, die mich später an alles zurückerinnern sollen. Sollten Sie im Laufe der Zeit wissenswerte Neuigkeiten oder Broschüren haben, so bitte meiner nicht zu vergessen. Ihnen stets zu Diensten — mit treu jüdischen Grüßen Ihr ergebener Alex. Kremenezky, i. a1. B. der jüd. Verb. „Makkabäa“. (2) * „Geehrte Gg.! Bestätige den Empfang des Sammelbogens für die Kriegslandspende. Ich1 stelle mich selbstverständlich gerne in den Dienst dieser schönen Sache, nicht nur weil es die Parteidisziplin verlangt, sondern weil diese humane, zugleich nationale und patriotische Sammlung, von höchster Wichtigkeit für uns’ere jüdischen Kriegsopfer des Ostens istj was ich, der ich seit Monaten in Galizien und Russisch-Polen kämpfe, am besten einzuschätzen weiß. Ich Werde meine Pflicht erfüllen! Viel Glück für die gute Sache, mit Hedad in unwandelbarer Treue ■ Arthur Bauer.“ (3) „Sehr geehrte Herren Gg.! Heute erhielt ich den vom „Jüdischen Nationalfonds“ herausgegeben Aufruf, für dessen Zusendung ich ihnen herzlichst danke. Welcher denkende Jude darf Herz und Hand dieser heiligen Sache entziehen? Insbesondere hoffe ich, daß jeder jüdische Soldat, der im Felde steht und täglich, ja stündlich 'sieht, wie viel eigenes Blut in Strömen fließen und feindliches vergossen werden muß, um eine Spanne Bodens den Pogromhelden des Zaren zu entreißen, es als seine heiligste Pflicht ansehen wird, durch eine Geldspende wenigstens einen Dunam palästinensischen Bodens seinem Volke zu erwerben. Ist doch eine Geldspende das kleinste Opfer, das das nationale Judentum von seinen im Felde stehenden Söhnen fordert! Spenden wir freudigen Herzens, damit wir zeigen, wie teuer jedem jüdischen Soldatenherzen jeder Dunam Erez Israel’s ist! Ich' spende vorläufig einen Dunam1 K 50.—. Bewirchat Zion wehatechijah Arjeh Neuberger, Kadett.“ (4) „Werte Gesinnungsgenossen! Es gereicht mir zur größten Freude, Ihnen mitteilen zu können, daß ich vom Sammelbogen sofort Gebrauch machte, und trotz der geringen Zahl unserer Stammesbrüder bei meiner Abteilung den Betrag von K 106.— zusammenbrachte. Der Absender des Geldes ist Herr Kadett R.. da ich als einfacher Soldat nicht so viel Geld schicken darf. Ich habe mich» schon schuldig gefühlt, weil ichdurch längere Zeit nichts für unsere Idee und unser Land getan habe. Nun glaube ich mich! durch diese Sammlung ein wenig gerechtfertigt zu haben. — Mit Zionsgruß Körner.“ - * (3) „Geehrte Kommission! Heute habe ich die gesammelten 50 Kronen für die Kriegslandspende geschickt. Ich' wünsche, dab die Aktion gute Früchte tragen soll und die furchtbare Not der Jude.n, die ich selbst anzuschauen Gelegenheit habe, lindem möge. Mit hochachtungsvollen Zionsgrüßen Ing. S. Wexner, Fähnrich.“ (6) „Geehrte Gg.! Ich bin vom Spital zurückgekehrt und habe wieder die Sammlung übernommen. Sie wird hoffentlich stattlich ausfallen, geht aber langsam' vor sich, denn wir sind in Stellung und ich finde nur mit größter Mühe Gelegenheit, mit den Leuten zusammenzukommen. Bitte mir noch 2—3Sammelbogen zu schicken, denn der eine ist schon längst voll, ebenso einen Schekelblock. — Mit Zionsgruß : E. F. Dawid Brüll.“ (7) . „Werte Gesinnungsgenossen! Mit gleicher Post übersende ich den bescheidenen Betrag von K 50.—, welchen ich unter , den Glaubensbrüdern und Andersgläubigen meiner Abteilung zu sammeln vermochte. Möge es nur ein kleiner Baustein sein, zum Wiederaufbau unserer geliebten Heimat. Mit vielen herzlichen Grüßen * I. Safrin (Berlin).“ * (8) „Werte Gesinnungsgenossen! Für die Einsendung des ersten Büchleins der „Nationalfonds“-Bibliothek sage ich Ihnen hiemit vielmals Dank; es wird mich ungemein freuen, wenn Sie mir auch die weiteren Nummern einsenden werden. Seit langem war es schon mein Wunsch, etwas über unsere Bewegung zu hören; volle 14 Monate sind es, daß ich die jüdische Presse» und Literatur entbehren mußte. Für Ihre Neujahrswünsche meinen besten Dank. Ich hoffe, recht bald gemeinsam mit Ihnen für' unsere Sache zu arbeiten. Mit herzlichem Zionsgruß, hochachtungsvoll K. Stiassny.“ (*>) „Sehr geehrte Herren! .Daß durch periodische Mitteilung der wichtigstem. Ereignisse in der Organisation, sowie durch Zusendung der populär-wissenschaftlichen Lektüre einem tiefen Bedürfnis der Zionisten im Felde entsprochen wird, kann ich ihnen aufs freudigste bestätigen. — Das Bewußtsein, daß die Bande, die wir um uns schlangen, die Probe durch Feuer und Eisen bestanden haben, beglückt uns. Lassen Sie mich der Hoffnung Ausdruck geben, daß wir alle, nach siegreichem Frieden, durch ’ das große Erlebnis des Krieges geläu- tert und gestählt, zu aufrichtiger Arbeit uns wieder vereinigen werden. Mit Zionsgruß, hochachtungsvoll Moritz Grzyb (Prag).“ (10) „Sehr geehrte Herren Gg.! Ich bin gegenwärtig in L. und entfalte eine lebhafte Agitation für den Zionismus im allgemeinen und für den „Nationalfonds“ im besondere Ich hoffe (hier eine ganz nette Summe aufzubringen. Leider habe ich als einfacher Pionier nicht überall Zutritt. Die Stimmung für unsere Bewegung in den breiten jüdischen Massen ist sehr günstig. Es müssen sich nach dem Kriege nur die geeigneten Leute finden, die dies erwachte Interesse für unsere heilige Sache weiterpflegen. Der Erfolg wird gewiß nicht ausbleiben. Ich selbst habe überall, wohin idhl im Laufe des 15-monatlichen Krieges kam, mit Erfolg für unsere Bewegung agitiert und Anhänger geworben. In Lublin hatte ich besonders großen Erfolg. Mit hochachtungsvollem Zionsgruß, bin ich Ihr _ O. Läufer.“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.