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Jüdische Zeitung · 1916-01-14 · 2 (14.1.1916) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
2 (14.1.1916)
Date
1916-01-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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beite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. der Stimmung gegen Deutschland und Oesterreich zt} rachen. E$ muß immer 'wieder Jjetont /Werden, Rußland iii diesem Kriegie an jedem T^ge TUFSfuiijp von Juden yernidhtpt * Der Kopenhagener „Jüd- Vol)rsstimme?' zufolge ist bei den letzten Kämpfen aut dein westlichen Kriegsschauplätze der Rothschildsche Vertreter in Palästina, Henry Frank, gefallen. Frank erwach sich während seiner Wirksamkeit in Palästina große VerdiepSte' um die Entwicklung (kr jüdischen Kolonisation und sein früher Tod bedeutet einen schweren Verlust für die 3or- Ttige Bevölkerung. . * Binnen kurzem wifd in Odessa ein. Sammelschrift über „Palästina i|h Kriege“ erscheinen. : Diese Schrift Wird ii. a." Aufsätze von~M. Ub-< ' sischkin, A. Sußmanii, J. Klausner, J. Klebanote ■ imd' L! Jaffe enthalten. Der Advokat Moses Cohen ist, wie „L?Aurore“ meldet, zum Professor der Finanzwissenschatten an . 0fr Universität Konstantinopel ernannt worden. Cphpn, gebürtig * aus Sälpjüjd, zog‘ nach' dem paph Kßnstantipopel, wo gr sich bald empn bedeutenden Namen als Schriftsteller erwarb. Er ist jetzt neben'^em Professor fjir jönusches Repht uiip yefglgjchende pechtsgesdufhle, l^pses Yphturai dpr' zweite jüdisphe Prcjjesspf an der KßnstantmRpejfr'lJniversi^<:: ppr Konstantinppelpr „Hfljl“ meldet aus Athen, daß die griechische Rpgierpng sieb gegenwärtig mit der Frage beschäftigt, die Safoniker Juden zum Militärdienst' Heranzuziehen. Dje" Juden" von' NeujQriecherilähd wären bisher vom Militärdienst befreit.' Indessen soll dieses! Privileg mach" griechischen Meldungen,' nur'prpvisorischph Gharäktere' sein. Die hellenisdip Regierung hat angeblich Schon beschlossen, die Juden binnen kurzem zu den Waffen zu berufen. Sie werden zu Hilfediensten verwendet werden und schon jetzt erhalten sie keine Auslandspässe mehr. ■y Aus Konstantinopel wird gemeldet: Die Eröffnung der in Ber-Seba) Süd-Judäa, endenden Zweigliiiie der Hedschasbahn hat vor einigen Tagen durch den Oberbefehlshaber der türkischen Armee stattgefunden. ~ 1». .. . # Einer öffentlichen. Verlautbaruna des kaiserl. deutschen Polizeipräsidenten in Warschau, Graf Lerchenfeld gemäß, werden ip diesem Jahre obligate Fortbildung-kurse für die Lehrer der städtischen" und privaten Schulen veranstaltet werden. Außer den Vorträgen auf den verschiedensten Gebieten, die in Aussicht genommen sind, sollen auch Kurse für die folgenden Sprachen eingeführt werden: Deutsch, Polnisch, Jüdisch (Hebräisch) sowie für Literatur. Mit der deutschen Herrschaft hat nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Kunst in Warschau Ihren Einzug gehalten. Interessant ist, daß Mer unter der Fahne der' freiheitlichen Entfaltung deutsche und jüdische Kunst ineinander fließen. Die literarische Erscheinung, daß hier im Jiddischen Theater Hermann Sudermanns Dramen sich besonderer Beliebtheit erfreuen und von den hervorragenden Kräften des jiddischen Theaters sehr gut zur Aufführung gebracht werden, entbehrt nicht eines gewissen pikanten Reizes. So hatte die polnische Residenz dabei das Schauspiel, daß bei der Aufführung der „Heimat“ von Sudermänii, der iin Jiddischen Theater auch viele deutsche Offiziere beiwohnten, der deutsche Oberst Schwartze, der Vaier der Magda, den Jargon sprach. Die Kritik Warschaus betont aber, daß der tiefe Eindruck des Spieles des Darstellers dieser Figur davon unberührt blieb und nicht die gerin ste Einbuße erlitt — Umgekehrt wurde dieser Tage im Deutschen Theater „Jettchen Gebert? mit seiner so herzr erhebenden Schilderung des jüdischen innigen Familienlebens gegeben. Der Burgfrieden, der vor etlidien Monaten durch das Auftreten gewisser Kreise im deutschen Reichstag schon gebrochen Wurde, dauerte auch der antisemitischen Größe im bayerischen Laiidr tag schon zu lange. Die Atwort (des bayerischen Kriegsministers, welche der - Abgeordnete Beckh auf seine Anzapfungen hin in der Sitzung vom 4. September erhielt, durfte im vorderhand genüfen. Der Minister erklärte, daß die Israeliten in. ep Erfüllung ihrer Schuldigkeit im gegenwärtigen Kriege hinter den Angehörigen der anderen Kopfessignen in ikemer Weise jziirückständen. Die Israeliten haben die volle Anwartschaft. Reserve-Offiziere zu werden* in der Tat (sind auch schqn eine große Anzahl Israeliten während des Krieges ftefprdert worden. Der „Rozvoj“, das Organ der tschechischen judpn, wurde bebpfdücherseitseingestpllt In djesem |gjifP erschien das Blatt nur vierzehntägig. (• * Uejtpr auch in ernster Zeit 4us Frapkfprt am Main wird den Blättern tele- .gräphiert: In Anwesenheit von Mitgliedern des österreiphjsch-upgarischen Hochadels erfolgt morgen Bamstegdie Trauung des’jungen jrtarjcgräfpn A|fpns Alexander Paljavicini mit der einzigen Tochter des ' bekannten Rennstallbesifzprs und Cjroßindustriellen Kprl v. Weinberg, Wera v. Weinberg. pie junge Braut, die protestantisch war. trat zum katholischen Glauben jhrps zukünftigen Gatten über. Größere Hpchzeitsfeiprliehkeiten unterblieben In Anbetracht dßf prosten &eitumstände. — — — Wir hoffen, daßes dem Fräulein Wera v. Weinberg nicht gar zu schmerzlich fiel, ihren neuen Glauben ihrem allprpeuesten Glauben zu opfern. Anzeigen uni Mitteilungen. Das Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Frpgen teilt mit, daß in dem vop ihm veranstalteten'Vortrags-Zyklus in der nächsten Zeit folgender Vortrag stattfindet: Donnerstag, den 20. Januar 1. J., Herr Abraham Sonne (Abraham ben jizehak) über: „Das Hebräische pnd seine Literatur bei dpn Ostjuden*. Der Yortreg findet im Saalp des lngenjpurupd Arcltitektenvereines, Wien, I. Eschenbachgasse 9, statt und beginnt präzise halb 8 Uhr abends. # Zionistisches Seminar! Der Verein „Neure Jehuda? veranstaltet ab Dienstag, 18. Jänner, halb 8 Uhr abends, in seinem Vereinslokale, IX. Servitengasse IQ, e|n alle jüdjschpn ^eitfragen behandelndes Seminar- •Regijfceitrag für dpn gßpzen Vprtragszyklus 2 Kronen. Die Vorträge finden jeden Dienstag statt und werden noch Dienstag abends Beitrittserklärungen entgegengenommen. # Am 5. d. M. fand im Mittleren Konzerthaussaal der dem Andenken des gefallenen zionistischen Dichters geweihte Hugo Zuckermann-Abend statt. In dem einleitenden Vortrag schilderte in warnien Worten der Herausgeber seiner Gedichte, Dr. Otto Abel es, Werdegang und Werk des Dichters, der, ein warmfühlender, kämpfender Nationaljude und guter Oesterreicher, seinem Ideale stets treu blieb', der es verschmähte, sich auf den Literaturmarkt zu drängen tiiid bis zum Ausbruche des Krieges nur einem verhältnismäßig kleinen Kreise bekannt war. Nach der Conference trugen Egon Brecher (Theater in der Josefstadt) und Lia Rosen einige Gedichte des Dichters, darunter den „Psalm“ und sein letztes Lied: „Makkabäer 5675? vor und ernteten starken Beifall. Nach der Pause brachte der Konzertsänger Viktor Heim drei vertonte Lieder Zuckermanns zu pehör, von denen besonders das letzte („Herr Hauptniann“) sehr gefiel. Dem Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl?' gebührt Dank für den schönen Abend, der sich zur würdigen Ehrung eines unserer Besten gestaltet hat R, K. * Am 30. v. M. fand in der Reihe der vom Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen Veranstalteten Vorträge als zweiter der Vortrag des Herrn Privatdozenten Dr. M. S c h o r r über „Die Geschichte der Ostjuden“ statt. Der Vortragende beschäftigte sich hauptsächlich mit derVertassungs-: geschickte der polnischen imd litauischen Juden und wußte durch seine sach'iche und klare Darstellung' das' Interesse des Publikums in hohem Ataße zu gewmnen. Dieses rekrutierte sich diesmal schon zum größeren Teile aus den westlichen Kreisen, die ja in erster Linie informiert werden sojlpn. Es ist zu hoffen, daß das Komitee immer mehr in der Lage sein Wird,’ seine Aufgabe zu erfüllen." ‘ r ‘ ' * Basel. Samstag, den 19. und Sountag, den 20. Dezembpr beging die „Jüdischrpkadeimsche VprbinÖÜpg Nefiardea an der Universität Basel“ das Fest der Weihe ihrer Fahne, welche der' Altherrgnyefband gestiftet, hafte, Samstag um .6 Uhr fand der Festakt statt, zu dem außer den „alten Herren“ und Vertretern der andern, dem schweizerischen „Kartell jüdischer Korpbrätioneri? '(K. j! K.) angehörenden Verbindungen, auch die Spitzen der „Israelitischen Kultjisgpmpijide Bgspl?,' sowie ein weiteres geladenes Auditorium erschienen." „A'. H.“ Dr. Franz Arnstein (der derzeitige fräses des. R. Löwit Spezialbuchancjlppg fjic ffidische Literatur Wien I:,- Rofenturmstraße 22. |n die Bibliothek jedes Juden gehören: HHaP. Zuckermanns Gerichte; Herausgegeben von Otto Abeies Kartoniert K 2.40 (mit Porto K 2.50), in Leinen gebunden K 3.60 (mit Porto K'3.Ä)). ' Dipse upypfgänglichen Ge0)phtp des im'Kaippte fürs Yaterlan0 gefallenen picljtefs des pertihiiitep „Reiferjiejie's. gehq'fep ip die Bib|iotheH jedes'jpilen. fjeu! ' Neu! Beda (Pf; Fritz yMMtep): „Wie njan gjph trefft Im Ampezzotal“, Mit farbigem Umschlag Von Fr. W^cjk. " , " X i.r- Die köstlichen S^tirep dg§ beliebten Autors sin0 zum Te|l seinen'yergr|!f|nen, ’' früher erschienenen Bändchen VGetäuffe upd" Baldgetgufte“ uiid pTsfäelitep'un3''apdere'Änt|semjt|n“ eptPQminen.' r ‘ Die aktuellste Schrift zur Ostjudenfrage, die maßgebendste Stimme zum polnischrjüdisclien Problem Pf. ftath^n Bjrn^«|unt: Dpn Ostjädenihr Rech) t : '.k^!8Q 'mmm Sphweizepschep Zionistenverbandes) hielt die Festrede'und' Großrat '„A.*H.“ DrV Wormser, derzeitiger Präses des Alfherrenverbändes der „Nehardea?, die Weihrede. Am Ende' seiner Rede über-- reichte er die Fahne dem Präses der Aktiven,, cand. med. Karl Mayer, welcher namens der Aktiven den Fahneneid' leistete. Hierauf brachte der Präsident der israelitische^ KuHusSPmeinde Basel, fferr J.‘ D r p y f u s r B r o d s k y, die Qlüc^wünschp (ler pemeändp dar.’ Efaclidem jioch itemeris der „'{C. J. K.“ ’ dessen" dprzeitiger PräsMentj Dr. jiir. "r o n o w s ky (Kidimqh-Bern); ‘ gesprochen hatte„ schloß dig erhebende Fpier mit dem „jfatikwah?. .Darin, daß der weitaus größte T?‘l 3er „alten IjeiTpn? und'“Aktiven der „Nefiardea? Schyyeizef sind, hat sie die beste Garantie für ihren Bestand^ mit Recht macht' sie es sich dahpr’zur Aufgabe, äiiph fremdländischen, gleichgesinnten Kpmmilitipnpn ihr fernes Heim in der Verbindung 'zu ersefzen." ‘ Zionisten im Felde. Die Mitglieder der. Bukowinaer jüd.-akadem- Landspiannschaft „Jprdaniä“ in Wien, Fischei Sier gel und San.-Kad. Leon Schapira erhielten dte bronzpne Tapferkeitsmedaille. : Das Mitglied der „Jordania“ candi irieü. Phöbus Tuttnauer, d'jäv zeit im 'Allgemeinen Krankenhätise' in Waidhqfen a. 3. Ybbs, erhielt die silberne Ehrenmedaille vorn. Roten Kreuz am Mi|itäryerdienstbande. Gg. Lt, M. Biber, Czernoyrit?, wurde nach seinem Tode mit' dem Militärverdienstkreuz III. KL. ausgezeichnet. . ' Gg. Kad. Salö Dachner und Kad. Julian Silberbusch wurden zu Leutnants ernannt Med. Dr. Siegfried P1 a s c ft k e s, k. k. Assistenzarzt erhielt das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bände der Tapferkeitsmedaille für hervorragendes Wirken vor dem Feinde. Sekundararzt Dr. Rudolf Feldstein, Obmann des „Blau-Weiss“ in Bielitz, erhielt das Ehrenzeichen 2. KL vom Röten Kreuze mit der Kriegsdekoration. Von den Mitgliedern der „Emunah“ in Bielitz erhielten neulich Kad. M. D. B a 1 d i n g er die silberne Tapferkeitsmedaille 1. KL und Ing. j. M i c hn ik die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. Bisher würden 19 Emünenser ausgezeichnet Gg Jan H a r u e k (Hausknecht) erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille 1L Klasse. Med. J. S e i n f e I d, Kommpndanf der perm.. Krarik.-Z. Nr. 1,! erhielt das Goldene Verdienste kreuz mit der Kröne" am'Bande der Tapferkeit medcfiHe. Auf dem südwestlichen Kriegsschauplätze Ist der Fähnrich Advökäturskandidat Dr! Abraham: Werner, aus Jaslo gebürtig, tapfer kämpfend yon tinem Schräpnellgeschpß schwer verwundet worden und verschi'etf tags darauf. Nach dein'Tode erhielt er seine Ernennung zum Leutnant. Dr. Wernpr hat siph apch' Vör^hzepder des zionistische!} gjus äenterivereiries in jaslö eifrig betätigt Die Rrpylrsorisplie Bestattung erfplgte auf dem Friedhöfe in Laibach. Gg. Fritz Hein aus Neutitschein, Kadett im Landw.-Inft-Reg. Nr. 31, wurde zum Leutnapt Ije; fördprj, rdessen Bruder Ppul H e i n, Kommgpd§|}t: der Pionierabteilung * des Inft-Reg. Nr. 40, zgip Kadptten. . “ ' ' Gg; Leon K ö r n e r aus'Neutitschein, Fäjinrjch bei der 27. schweren Haubitzenbatterie, erhielt für

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