Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 9 (1915)
- Issue
- 1 (1.1.1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 1 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 Cbannhafeiep im KinMort Oes Zionislisthen Zentralkomitees. Eine wahrhaft rührende Feier fand am Nachmittag des 17. Dezember im Kinderhort des Zionistischen Zentralkomitees statt. In dem festlich geschmückten Heim hatten sich über 70 Knaben und Mädchen versammelt, die andächtig j dem Anzünden der Chanukalichter und dem bej gleitenden' Gebet folgten. Laute Freude riefen i die schönen Geschenke hervor, mit denen die i Kinder beteilt wurden. Gedichte in hebräischer, j deutscher und jüdischer Sprache, sowie eine gut vorgetragene Szene im Jüdischen fanden den herzlichen Beifall der Kleinen. Die Ansprachen, die Herr Sigmund Kauders namens der Talmud- Thoraschule, in deren .Räumen sich .der Kinderhort befindet, und Herr Dr. I. Margulies für das Zionistische Zentralkomitee an Kinder und Gäste richteten, brachten die Bedeutung der Feier zum Ausdruck und klangen zugleich in einen Dank aus für die unermüdliche Leiterin des Hortes, Frau Erna Patak, die energisch und herzlich das schwierige Werk vollbracht hat, Sonne in das Leben der Aermsten unter den Flüchtlingskindern zu bringen. Unter den Anwesenden bemerkte man Frau Wilbrandt-Baudius, Frau K. R. Hirsch, Frau Rabb. Dr. Grünwald u. v. a. Zion. Vereinigung für OeufsdilanO. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat es sich angelegen sein lassen, (Sämtlichen Angehörigen ihrer Organisation, die im Felde stehen oder sonstwie militärisch einberufen sind, zum Chanukafeste Liebesgaben zu senden. Es stellte sich bei dieser Gelegenheit heraus, daß schon 1000 Angehörige der zionistischen Organisation einberufen sind. Dem Komitee wurden bei dieser Gelegenheit Liebesgaben, ferner 200 Adressen bedürftiger jüdischer Soldaten, die ] nicht der Organisation angehören, mitgeteilt,! die ebenfalls ohne jede Ausnahme mit Gaben bedacht wurden. Es schlossen sich des weiteren eine Anzahl Gemeinde-Vereine, Synagogen-Vereine, jüdische Schulen, auswärtige jüdische Gemeinden an, die ihren Angehörigen durch die zionistische Organisation Gaben ins Feld Sandten. Insgesamt hat das Komitee 1600 Pakete befördert. Der ‘ Verband der deutschen Juden hat einer großen Anzahl von Paketen das Feldgebetbuch für die jüdischen Mannschaften des Heeres und die Schrift „Zum Chanukafest 1914, ein Gruß an die jüdischen Soldaten im deutschen Heere“ beigelegt. Im Jänner wird voraussichtlich seitens der Postbehörde wiederum' eine Woche zur Beförderung von 5 kg-Paketen freigegeben werden und sollen dann die zahlreichen Nachzügler gleichfalls Berücksichtigung finden. Beim Komitee herrscht große Nachfrage nach Adressen bedürftiger jüdischer Soldaten, die regelmäßig mit Gaben bedacht werden sollen. Solche Adressen wie auch Geldspenden nimmt der Vorsitzende des Komitees, Herr Max Wollsteiner, Charlottenburg, Roscherstraße 5, jederzeit gern entgegen. Mitteilungen des üaupfbureaus Oes Jüdischen Nationalionös. Die galizischen Flüchtlinge in Teplitz-Schönau. In unserem Bezirk befinden sich seit der Evakuierung Westgaliziens, also etwa Mitte November, über 1500 Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina. Sehr zustatten kam bei ihrer überraschenden Ankunft der ziemlich hohe Betrag, der ursprünglich für die in Wien und in den südmährischen Konzentrationslagern befindlichen Flüchtlinge aufgebracht worden war, sowie die zahlreich aufgestapelten Kleider, Wäsche, Decken und sonstigen Gebrauchsgegenstände. Zur Unterbringung der Flüchtlinge in den meist außerhalb der Stadt liegenden Ubikationen und die oft mit großen Schwierigkeiten verbundene Verpflegung erforderte die Errichtung eines größeren Komitees, dessen Mitglieder sich in den einzelnen Ressorts teilten. Besondere Anerkennung gebührt der Tätigkeit unseres Gesinnungsgenossen Herrn Ernst Bechert, der während einer dreiwöchentlichen Vakanz im Kultusgemeindepräsidium die Geschäfte führte, da es innerhalb des Vorstandes zu Differenzen gekommen war, die zur Demission .des Kultüspräsidenten führten. Eine gründliche Neuorganisation der gesamten Hilfsaktion hat bereits die besten Erfolge gezeitigt. Die staatlichen Unterstützungen werden seit Ankunft der Flüchtlinge gezahlt, so daß der privat gesammelte Betrag von 20.000 Kronen zur Aufbesserung der Lebenshaltung verwendet werden kann. Die eingesessene Bevölkerung kam den Unglücklichen von Anfang an, wie überall in Deutschböhmen, herzlich entgegen. Besonderen Dank aber erwarb sich Herr Bezirkskommissär Gustav Pleskarz, der in unermüdlicher Bereitwilligkeit allen Wünschen und' Bitten der Flüchtlinge zu entsprechen trachtete. Neues vom Jüüisdien Verlag. Hermann Struck hat für den Jüdischen Verlag ein neues Herzlbildnis radiert. Das Bildnis zeigt Herzl in Halbprofil und Halbfigur mit den Armen auf einen Stuhl gestützt und eine Rede haltend. Das Format des Blattes ist 65:70, das des eigentlichen Bildes 40:50 cm. Es wird eine Vorzugs- und eine Schriftausgabe veranstaltet. Die Vorzugsausgabe besteht aus 40 numerierten und vom Künstler signierten Exemplaren. Nr. 1—5 auf Seide kosten 150 Mark, Nr. 6—40 auf altem holländischen Bütten kosten 100 Mark. Die Schriftdrucke kosten 15 Mark. Ein neues Herzlbildnis von Herman Struck ist ein Ereignis auf 'unserem noch armen Kunstmarkt, das sicherlich nicht unbeachtet bleiben wird. _ Gleichzeitig damit gibt der Jüdische Verlag ein zweites Herzlbildnis heraus, und zwar gleichfalls von Struck. Es ist eine Gravüre nach einer Zeichnung des Meisters, im' Jahre 1903 angefertigt und von Herzl am 27. .Mai desselben Jahres deutsch und hebräisch signiert. Diese Gravüre ist für die Luxusausgabe ides Friedemannschen Herzlbuches bestimmt. Da die Luxusausgabe zur Zeit nicht erscheinen kann, wird die Sonderausgabe des Bildnisses sicherlich Interesse finden. Die Gravüre hat 15,5:21 cm' Blatt- und 8:10 cm Bildformat. Sie wird nur gerahmt abgegeben, zum Preise von 3 Mark. Die Rahmen sind in dreifacher Farbe Vorgesehen : braun, dunkelrot und weiß. Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds im Haag teilt uns mit: Die Spendeneinnahmen des Jüdischen Nationalfonds im Monat November 1914 haben 38.656,39 Mark betragen. Hiervon entfallen auf Nordamerika 9091,07 Mark, Rußland 7689,24 Mark, Südafrika 5512,03 Mark, Kanada 4599,50 Mark, Oesterreich 3660,08 Mark, England 1900,85 Mark, Deutschland 1681,22 Mark, Holland 1271,55 Mark, Galizien 1270,54 Mark, Rumänien 740,80 Mark, Ungarn 630,44 Mark, Schweiz 323,57 Mark, Griechenland 186,70 Mark, Schweden 98.80 Mark. Aufruf! Der Z. G. K. „Jugendbund“, Wien, VI., Hofmühlgasse 2, hat in der vorletzten Nummer der „Jüdischen Zeitung“ einen Aufruf ergehen lassen, in dem' er um die Feldpostadressen unserer im Felde stehenden Gesinnungsgenossen bat. Bisher haben nur die Wiener Vereine uns die Feldpostadressen ihrer Mitglieder zukommen lassen. Wir bitten alle Gesinnungsgenossen nochmals inständigst, uns jede ihnen bekannte Adresse von Gesinnungsgenossen im Felde anhe rmitzuteilen. Der Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl“ in Wien gibt hiermit allen Bb. Bb. A. H., Freunden und Gesinnungsgenossen Nachricht, daß sein lieber A. H. Dr. Hugo Zuftermann Leutnant der Reserve des Landwehr.-Inf.-Reg. 11. Advokat u. Repräsentant der Kustusgemeinde in Meran in Eger am 23. v. seinen Verletzungen, die er im Kampfe gegen Rußland erhielt, erlegen ist Er war ein junger Jude, froh, stark und tapfer. Er liebte mit heißer Inbrunst sein Volk und seines Volkes Urheimat Er war uns Mitkämpfer und Freund, wir liebten und schätzten ihn. Sein Andenken bleibt uns heilig! V Wiener Morgenäeitung is? j?’n Tagblatt in jüdischer Sprache erscheint ab 1. Jänner 1915. Abonnement: Monatlich K 1.60, lUjährig K 4.50 (Probenummer gratis). Kedahiion u. Administration: (dien, II. Eabopsfp.52B. *1^3 ■ RESTAURATION; „zur rnmänifihen Hudle“ ■ Ch. Weiß vorm. Korn; Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. ■ Anerkannt vorzügliche polnische u. runäniscbe Küche. _ “ieo Priuafs Restauration *ra?3 Jacques Benvenisti’s Wien, II. Weintraubengasse Nr. 7 Türkische Speisenspezialitäten. Abonnement in und außer dem Hause. Cafe ADLER] 1., Schottenring Nr. 12. 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Wir Sammeln sowohl Geld als auch Materiab'en, und zwar Rauchrequisiten, Schokolade^ Tee, Kakao etc. Wir hoffen auf regste Beteiligung zu diesem' Liebesiverk für unsere fernen Gesinnungsgenossen und zeichnen mit treujüdischem Gruß und Hedad! Z. G. K. „Jugendbund“ Wien, VI., Hofmühlgasse .Nr. 2 Oesterr. Postspärkassen-Kontö Nr. 149.373. Wichtig für galizisdie HanOelssdifiler! In den nächsten Tagen beginnt ein sechsmonatl. £ Handelskurs ~ für galizische Handelsschüler u. Schülerinnen, (mit polnischer Unterrichtssprache). Informationen und Anmeldungen täglich von 10-1 und von 3-5 bei ALFRED URICH Direktor der zwelklasslgen Handelsschule O. G. St. in Sambor. . Wien VI. Lalmgrubengasie 3» Tür 15. BBS« ee*> e § I., fiohenstaufengasse 21 (Ecke Maria Theresienstraße) Vollständig neu renoviert. Modernst einge- QMO richtet (Drei Seiffertbillards). Sämtliche in- und ausländische Zeitungen liegen auf. Stamm-Cafe der Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler. Für aufmerksame Bedienung ist bestens gesorgt «pymoeBD OgBaOGMOCBOOCMaOGaiDOOGBO § ■ i Herausg. u. verantw. Redakteur: Alexander Geller. — Druck von Jos. Seywald, G. m. b. H. (verantw. O. Schneeweiß), II., Taborstraße 52b. onbAieadaNcnot«