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Jüdische Zeitung · 1914-05-29 · 22 (29.5.1914) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
22 (29.5.1914)
Date
1914-05-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 22 liehen Schützenhauses): öffentliche Versammlung gemeinsam mit dem Volksverein Brüx. Redner wie in Teplitz. MonVag, den 1. Juni, 12 Uhr mittags, Bummel in Brüx, nachmittags 2 Uhr Kartelltag im Hotel Roll. Bericht über die Tätigkeit des Kartells seit seiner Gründung, erstattet von JUC. Hermann Ungar fd/.t. x). „Propaganda unserer Idee“: MUDr. Walter Kohner (A. H.). „Politik und Studentenschaft“: JUDr. Rudolf Beck (A. H.). „Oer jüdische Akademiker und seine Weltanschauung“: Prof. Dr. A. Engel (A. H.). Diskussion. Abends, halb 9 Uhr, Scliützensäle, Akademie. Conference, gehalten von JUC. Hermann Ungar. Rezitationen jungjüdischer Dichtungen. „Das neue Leben in Palästina“, Lichtbildervortrag, gehalten ■••o:i MUC. Franz Ekstein. Jüdische Melodien, Violinsolo JUC. Paul Freund. Klavierbegleitung techn. Viktor Bauer. Klaviervortrag techn. Viktor Bauer. Beda-Rezitationen JUDr. Herbert Birnbaum. Tanz. — Wir hoffen, daß zahlreiche Gesinnungsgenossen sich an unserer Pfingstfahrt beteiligen werden, bitten aber wegen eventue'ier Faiiribegünstigungen um rechtzeitiges Anmelder!. •••(••oaatoceosoeaoeeasoassteM fflörasAab Zlsarettenpapler, ZigapettenhQlfeRc SapiepsZig .^Spitzen Juden! Rauchet nur Midraschah u. unterstützet so das hebräische Gymnasium in Jerusalem. MABOue OEPOSEE 50/g bekommt das hebräische Gymnasium in Jerusalem. Midraschah ist aus bestem echt egyptischen Verge- Zigarettenpapier und entspricht allen Anforderungen der Hygiene. Midraschah wird von der Firma Jac. Schnabl & Co. Wien, XIX. erzeugt und in Verkehr gebracht. Anfragen wegen Verkaufsstellen sind an diese Firma zu richten, •HMMNHN>NINMNN«nMn BDMdiau. lin nachstehenden bringen wir die Besprechung des Buches „Die Erlösung vom Individualismus und Sozialismus“ unseres Gg. Herrn Dr. Paul Weisengrün, die der bekannte Wiener Philosoph und Soziolog Dr. Rudolf Eisler in der „Neuen Freien Presse“ veröffentlicht: „Die Erlösung vom Individualismus und Sozialismus.“ Skizze eines neuen Systems der Soziologie und Wirtschaftspolitik. Von Paul Weisengrün. Ernst Reinhardt, München, 1914. — Der in weiteren Kreisen bekannte Wiener Soziologe unternimmt in dem vorliegenden, gut aufgebauten, klar und anregend geschriebenen Werke den Versuch, den „metaphysischen“ Charakter der beiden Grundrichtungen der Soziologie, des Individualismus und Sozialismus, darzutun. „Metaphysisch“ sind diese Richtungen nach Weisengrün, weil sie reine Begriffskonstruktionen und Fiktionen darstellen, weil sie von der anschaulich gegebenen historisch-sozialen Wirklichkeit, die durch abstrakte Gesetze nicht zu fixieren ist (Anschluß an Windelband, Rückert), sich weit entfernen. Sehr interessant sind die Ausführungen des Verfassers, in weichen er — teilweise mit großem Geschick — zeigt, daß ebensowenig wie das selbständige Individuum die „Gesellschaft“ etwas real Existierendes und historisch Wirksames ist, nämlich die Gesellschaft, welche der Sozialismus im Auge hat. Im Anschlüsse an den verdienstvollen Soziologen Gumplovicz, aber über ihn hinausgehend erblickt Weisengrün in der „Gruppe“ das konkrete, reale soziale Element, aus dessen Erweiterung und Entwicklung zu immer .umfassenderen Verbänden die staatlichen Organisationen hervorgehen, an deren Stelle niemals das nichtstaatliche Abstraktum „Gesellschaft“ tritt. Doch ist Weisengrün trotz seiner Bekämpfung des Sozialismus und seiner in manchen wichtigen Punkten glücklichen Kritik des Marxismus keineswegs „reaktionär“ gesinnt. Vielmehr zeigen seine Erörterungen der Funktion des als Entwicklungsprodukts zu erwartenden „schöpferischen Staates“, daß er für die soziale Frage volles Verständnis hat. Sehr beachtenswert ist das, was Weisengrün über die Gleichwertigkeit der vier soziologischen Sphären oder historischen Faktoren zu sagen hat, nämlich der ökonomischen, der staatlich-nationalen, der geschlechtlichen (genilen) und der individuell-kulturellen Sphäre. Im Recht ist er jedenfalls, wenn er die ökonomische Geschichtsauffassung des Marxismus als einseitig ansieht. Seine Auseinandersetzungen mit dem Neomarxismus (so mit Max Adler) treffen freilich nicht ganz das Richtige, in dem überhaupt der theoretische Teil des Buches noch manches zu wünschen übrig läßt, ohne aber scharfsinniger, richtiger Gedanken zu entraten. Der prakirislen Original engliidier Gummimantel K 16.50 Ludwig Lazar WieMX. Xaechleii$teinstr.<% ir>!£ol™$a*!s rUiJ-gteeder von Verb indun|fen,S©ort,-T©urisl,en“ und Turnvereinen erhallen auf die aufjecäem« Sfück ersichtlichen Preise einen.'1Ö%if|en Rabats tische Teil zeugt von einer großen Vertrautheit mit dem wirtschaftlichen und sozialen Leben und dessen Tendenzen, auf deren Grundlage der Verfasser interessante Ausblicke in die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Entwicklung eröffnet. Alles in allem erscheint das vorliegende Buch als eine dem Theoretiker wie den Männern der Praxis zu empfehlende Arbeit, aus der man eine Reihe bedeutsamer Einsichten und Direktiven zu gewinnen vermag, ab man sich von dem „immanenten System“ des Verfassers anschließen will“ oder nicht. Wie groß auch die Anerkennung ist, die dem jüngsten Werke unseres verdienstvollen Gesinnungsgenossen gezollt ist, glauben wir doch in nächster Zeit nochmals auf diese geradezu epochemachende Arbeit zurückkommen zu müssen, um auch den darin enthaltenen wesentlichen Ideen, vor allem der Immanenz der Prinzipien der Soziologie und den daraus erwachsenden praktischen Folgerungen gerecht zu werden. turn*, uni Sportuesen. Fußball. Hakoah—Wiener Sportklub 1: 4. Am letzten Donnerstag standen einander die beiden Mannschaften auf dem Dorabacher Sportplätze gegenüber. Der Sportklub steht in der Meisterschaft der ersten Klasse an dritter Stelle, so daß das Resultat recht anerkennenswert ist. umsomehr, als die Unsrigen auf so bewährte Kräfte, wie Glasel, Rosenthal, Mehler und Grasgrün verzichten mußten. — Bald nach Beginn gelangte Hakoah nach einer gelungenen Aktion Siegfried Kolisch' durch Gansl in die Führung. Erst knapp vor Halbzeit konnte der Sportklub durch einen Fehler des linken Hakoahhalfes ausgleichen. Bei diesem Stande blieb es bis zehn Minuten vor Schluß. Da zeigte es sich aber, daß unsere Flügelhalfes das rasche Tempo nicht durchstanden und wir mußten uns in rascher Folge drei Treffer gefallen lassen. Bei den Unsrigen sind diesmal in erster Linie die Brüder Kolisch und Sträußler zu erwähnen, die ein vorzügliches Spiel lieferten. Hirschfeld, der längere Zeit ausgesetzt hatte, führte sich recht gut ein. Auch Vago, der zum ersten Male für unsere Farben spielte, dürfte eine wertvolle Verstärkung der Mannschaft bilden. Einen auffallend Schlechten Tag hatten der linke Half und der rechte Außenstürmer. * Hakoah—Favoritner Vorwärts 0:1. Die Hakoahmannschaft scheint das Kämpfen verlernt zu haben. Die Stürmer gefielen sich darin, vor dem Vorwärtstore ein Exhibitionsspielzum. Besten zu geben. Als dann:endlich die Favoritner einen Vorstoß wagten, war die Hakoahverteidigung bald überrant und der Ball lag im Netz. Was dann folgte ,war ein Trauerspiel. Jetzt versuchten es die nun endlich Aufgerüttelten mit vehementen Angriffen. Aber nicht als geschlossenes Ganzes, als kombinierende Stürmerreihe, nein, jeder Einzelne suchte selbständig die gegnerische Verteidigung zu durchbrechen, was natürlich ein fruchtloses Beginnen war. So ging es in die Halbzeit. Beim Wiederbeginn wollte Horwitz wegen einer angeblichen Verletzung nicht weiterspielen. Gleich die ersten Minuten zeigten, daß die Hakoah das Match nicht mehr gewinnen könne. Die wilden und planlosen Vorstöße der Stürmer konnten die Favoritner, die mit der ganzen Mannschaft verteidigten, leicht zurückweisen. Einige Derbheiten kosteten Gansl den Ausschluß, später folgte ihm Kolisch I. ln diesem Zeitabschnitt spielte die Mannschaft mit größter Erbitterung, um das Match noch zu retten. Sogar die Verteidiger gingen in den Angriff über, aber der Vorwärtstormann verteidigte mit viel Geschick. So blieb es bei dem eingangs erwähnten Resultat. * Kleine Nachrichten aus der Hakoah. Am 31. Mai und 1. Juni spielt die Hockeymaunschaft zwei Propagandaspiele in Mährisch- Ostrau gegen den dortigen Hockeyklub. An den gleichen Tagen spielt die Reservemannschaft (Fußball) in Wiener-Neustadt und Oedenburg. Im Juni hat die Hakoah die schwersten Meisterschaftsspiele Zu erledigen. Am 7. stehen die Unsrigen den Cricketern, am 11. Donaustadt, am 21. Wacker, am 28. Admira gegenüber. Am 5. Juli veranstaltet die Schwimmsektion ein lokales Schwimmeeting im Penzinger Bad, bei welchem der Neulingswanderpreis des Dr. Weisengrün zur ersten Austragung gelangt. Die unter der Leitung des Amerikaners Copeland trainierenden Hakoahner machen bedeutende Fortschritte. Es ist begründete Aussicht vorhanden, daß der erfolgreichste Hakoahspieler Jenö Gansl, der seit September v. J. in Hamburg weilt, im Herbst wieder nach Wien zurückkehrt. * Turnen. Turnverein Massada. In unserem letzten Berichte hieß es, daß ein Vortrag im Zyklus von Herrn Dr. Abeies gehalten worden sei. Den betreffenden Vortrag hielt jedoch Herr Lehrer Abeies, der sich überhaupt für. die Agitation in Ottakring neben anderen Gesinnungsgenossen sehr bemühte. Jüdische Bühne. DIREKTION: M. SIEGLER. Hotel Stefanie, Wien, II., Taborstraße 12. Sonntag, 31. Mai und Montag, 1. Juni, um halb 9 Uhr abends, Gastspiel Adolf Renes mit Auftreten L. Rosenstein und S. Weingold, zur Aufführung gelangt: „Der Millionär als Bettle r“, Schauspiel in vier Akten von A. Schieferstein. Näheres aus den Tagesplakaten. Eiste der Ueberläuier. Bela Löwinger, 1895, Wien, ledig, Privatbeamter, 5. Bez., Ramperstorferstraße 14. — Johann Steiner, 1891, Wien, ledig, Privatbeamter, 9. Bez., Borschkegasse 6. — Friedericke Mandl, 1888, Wien, ledig, Kontoristin, 6. Bez., Wienzeile 40. — Melanie Engel, geb. Lurje, 1885, Wien, verheiratet, 7. Bez., Mariahilferstraße 64. — Josef Scfimul, 1877, Wien, ledig, Hilfsarbeiter, 20. Bez., Rauscherstraße 12. — Robert Konde, 1889, Wien, ledig, Reisender, 2. Bez., Nickelgasse 1. — Paul Hartmann, 1894, Wien, ledig, Betriebsbeamter, 9. Bez., Sechsschimmelgasse 8. — Siegfried Pollak, 1891, Wien, ledig, Schrift-« steiler, 9. Bez., Liechtensteinstraße 90. — Netti Neumann. 1880, Wien, ledig, Private, 9. Bez., Maximilianplatz 12. — Alexander Hutter, Wien, 1859, verheiratet, Buchhalter, 7. Bez., Schottenfeldgasse 6. — Artur Schimetschek, 1879, Inzersdorf, ledig, 19. Bez., Sievringerstraße 35. — Alice v. Morawitz, 1SS9, Wien, gerichtlich getrennt, Private, 1. Bez., Schwarzenbergplatz 17. — Adolf Celnay, 1876, Ung.-Trentschin, verheiratet, Bauunternehmer^ 17. Bez., Dorabacherstraße 21. — Gustav Breyer, 1881, Ung.-Eisenstadt, verheiratet, Schriftsteller, 17. Bez., Dornbacherstraße 21. — Ludwig Singer, 1834, Linz, ledig, Kaufmann, 7, Bez'., Mariahilferstraße 47,

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