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Jüdische Zeitung · 1914-05-01 · 18 (1.5.1914) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
18 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG Nr 18 wandt und müssen immer Hand in Hand gehen. Das Land bietet Raum genug und steht den Juden offen.“ In Judäa hatte die jüdische Kolonie Rischon le-Zion Gelegenheit, den Jerusalemer Gouverneur, Magid Schefket Bey, und den Kaimakam von Jaffa zu begrüßen. Der Gouverneur kam in Begleitung seiner Gemahlin und seiner zwei Söhne. Die Gäste besuchten die Anlagen. Pflanzungen und die Kellereien der Kolonie und unterhielten sich bei einem Tee, der ihnen in den Bureauräumen des Kellers gereicht wurde, über eine Stunde mit älteren Kolonisten. Der Gouverneur versprach, in einem Monate für einen oder zwei Tage wiederzukommen, da die Kolonie ihm sehr gut gefallen habe. Eisenbahnen in Palästina. Die Notwendigkeit des Baues von Eisenbahnen in Palästina hat sich in den letzten Jahren infolge des stetig anwachsenden Fremdenverkehrs als ein immer dringenderes Bedürfnis herausgestellt, dem die Hedschasbahngesellschaft durch Anlage einer Anzahl von neuen Bahnstrecken im Innern des Landes gerecht zu werden versucht Es handelt sich dabei teils um die Verbindung großer Handels- und Ausfuhrplätze und deren Anschluß an die Hauptlinieh, teils um die Schaffung einer schnellen, bequemen Reisemöglichkeit für Touristen. Zum Zwecke der Erschließung eines Teiles des Ostjordanlandes hat die HedsChäsbähn eine Verbindung des am Jordan beginnenden, zum Teil mit mächtigen Eidien bestandenen Gebirgslandes Adschlun mit dem östlich davon liegenden Hoch und Steppenlanld, dem Hauran, geschaffen. Die betreffende Zweigstraße, die gegen Ende des vorigen Jahres dem Betrieb übergeben wurde, ist 35 km lang und verbindet die zwei wichtigsten Orte jener Gegend, die an der Hauptlinie der Hedsdiasbahn gelegene Stadt Deraa mit dem alten Bosra. Deraa ist der Gabelpunkt der Linie Haifa—Damaskus und Damaskus—Medina. Das im Innern des Hauran gelegene Bosra ist der Mittelpunkt des großen Getreidehandels, der von dort zum Export nach der Küste des Mittelmeeres gelangt. Eine weitere Linie, die am 1. Januar dem Betrieb übergeben wurde, ist die 17,5 km lange Zweigstrecke IHaifa—Akko 'der Hauptlinie Haifa— Damaskus. Akko, dessen zerfallene Festungsmauern heute nodi Kunde von einer rüh’mreichein Zeit, ist Sitz eines Müssetarifs, hat aber heute weder politisch noch wirtschaftlich große Bedeutung. Es wird von größeren Dampfschiffen fast gar nicht mehr angelaufen und nur im Sommer von einer großen Menge ägyptischer Nilbarken besucht, welche die reiche Wassermelonenernte der Akkcebene zum Export verladen. Die Stadt selbst zeichnet sich gegenüber anderen Küstenstädten Palästinas durch größere Reinlichkeit aus, was sie einer wohlorganisierten Stadtverwaltung verdankt. Eine dritte, weitaus wichtigere Zweiglinie der Hedschasbahn ist die gegenwärtig noch im Bau befindliche Strecke Aphule—Nablus—Jerusalem. Während die Zwisdienlinie Haifa—Akko fast gar keine technische Schwierigkeiten bot und ganz im Flachlande verläuft, ist diese Strecke eine Gebirgsbahn, die mit großen Steigungen und sehr engen Kurven angelegt ist. Der Zweck der 78 km langen Linie Aphule— Nablus, deren Absteckung im Oktober v. J. beendet wurde, ist die Verbindung von Jerusalem als Pilgerort auch der mohammedanischen Gläubigen mit der Linie Haifa—Damaskus—Medina und der Transport von Oel, Seife und Getreide dieser an Industrie reichsten Gegend Palästinas. Die Abzweigung dieser Linie nach Jerusalem erfolgt in der Gabelstation Aphule. Die Bahn durchquert die Jesreel-Ebene, passiert die aus dem Buch der Richter bekannten historischen Stätten von Megiddo und Taanach und erreicht nach ca. 17 Kilometern die Stadt Dschenin. Bis dorthin wurde die fertige Bahnstrecke letzthin dem Verkehr freigegeben. Die Bahnlinie biegt bei Dschenin in ein enges Tal mit vielen Windungen ein und erklimmt in großen Steigungen von fast durchschjnittllch 18—20 zu Tausend die ersten Höhenrücken des galiläischen Gebirges. Sie erreicht nach1 einem Weg von 12 km' das Dorf ’Arabe. ’Arabe liegt in der Nähe verschiedener größerer Dörfer und erhält eine Bahnstation dritter Klasse. Die Linie wendet sich nun in südöstlicher Richtung weiter und steigt von Kilometer 34 ab in eine ebene hinab, die rings von höhen Bergen eingeschlossen ist. Unterhalb des Dorfes el’-Fundukumije (Pentaconium), das die Bahn bei Kilometer 42 erreicht, befindet sich die zweite Station im Bau. Notizen. Zivnostenkä banka Filiale in Triest vollendete bereits den "Bau ihres neuen Bankpalais, Via Ponterosso 7, und beginnt vom’ 27. April 1. J. an in diesem modern eingerichteten Gebäude zu amtieren. * * Ein Beitrag zur Teuerungsfrage. Wenn sich das Publikum auch damit noch nicht abgefunden hat, so ist es doch Tatsache, daß fast alle Nahrungsmittel in den letzten 2—3 Jahren im Preis ganz bedeutend erhöht (worden sind. — -Besonders bei Fleisch ist die Teuerung eine ganz enorme, sodaß die Hausfrau gezwungen ist, um' auf billige Art eine schmackhafte und kräftige Suppe zu erhalten, sich stets der weltberühmten „Graf“ Rindsuppenwürfel zu bedinen. — Man verlange deshalb beim Einkauf ausdrücklich' die echten „Graf“-Würfel und lasse sich andere Marken nicht aufdrängen. „Graf“-Würfel sind die ersten mit österr. Staatspreis prämiierten Rindsuppenwürfel. * * * Vergrößerung des Zeitungsbureaux Goldschmiedt. Das Seit nnahezu 40 Jahren bestehende Zeitungsbureau Herrmann Golds'chmiedt, welches in eine Gesellschaft im. b. H. umgewandelt wurde, hat, um den Bedürfnissen des Publikums zu entsprechen, seinem Unternehmen eine Sortimentsbuchhandlung angegliedert. Am alten Platz in der Wollzeile 11 steht nun ein auf das Modernste, von der bekannten Geschäftseinrichtungsfirma Lonker & Lewin, XVI., Fröbelgasse 15, eingerichtetes Ladengeschäft. Die vielen Schaukästen und Fenster enthalten eine reiche Auswahl von Zeitungen, Zeitschriften, neu erschienenen Büchern, Reiseführern und ReiSekarten, die nur ein kleines Bild von dem großen Lager in- und ausländischer Literatur geben, die sich in dieser Zentrale des Zeitungs- und Zeitschriftenhandels befindet. Die Firma ist in allen Städten des' In- und Auslandes bestens vertreten, wodurch es ihr möglich ist, alle Neuerscheinungen auf dem Buch- und Zeitungsmarkt dem Publikum söfort vorzulegen oder zu verschaffen. " Zentralbank der tschechischen Sparkassen. In der Generalversammlung der Zentralbank der tschechischen Sparkassen, an welcher 432 Aktionäre mit 32.282 Aktien und 10.318 Stimmen teilnahmen, wurde der Bericht des in der vorjährigen Generalversammlung gewählten Vertrauensmänner-AusSchusses zur Kenntnis genommen. Ein auf die zukünftige Prosperität des1 Instituts abzielender Antrag wurde dem Verwaltungsrate zur Durchführung übertragen. Mit Rücksicht auf die großen Kursverluste der eigenen Wertpapiere wurde beschlossen, keine Dividende auszuzahlen. Der Reingewinn von 703.376 Kronen wird vielmehr zur Deckung dieser Kursverluste und zu statutenmäßigen Dotierungen verwendet. In den neuen Verwaltungsrat wurde ein Drittel der bisherigen Mitglieder nicht mehr wiedergewählt. Der Aufsichtsrat wurde erstmalig mit einer Funktionsdauer von drei Jahren gewählt. neo Restauration •*«» Wien, IX. Liechtenstraße Nr. 23. Erstklassiges Schwechater Lager, Abzugbier, Pilsner Urquell, direkt vom Faß, sowie gute österreichische und ungarische Weine. 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