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Jüdische Zeitung · 1914-05-01 · 18 (1.5.1914) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
18 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seife 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 18 ParfeinaMhfen. Eine viertel Million Mark für den zionistischen Zentralfonds. Die diesjährige Sammlung für den zionistischen Zentralfonds hat nach dem Ausweis in dem zionistischen Zentralorgan „Die Welt“ (Berlm| bisher die Summe von Mk. 257.032 ergeben. Diese Ziffer ist um so bemerkenswerter, alssie das Ergebnis einer nur fünfmonatlichen Sammeltätigkeit darstellt. Rund Mk. 60.000 von diesem Betrage wurden in Deutschland aufgebracht, Mk. 100.000 in Rußland und Mk. 50.000 in Oesterreich-Ungarn. Da manche Ergebnisse — insbesondere aus den überseeischen Ländern — noch ausstehen und die Sammlung in der ganzen Welt energisch fortgesetzt wird, rechnet (man auf noch weitere bedeutende Eingänge. Der zionistische Zentralfonds ist dazu bestimmt, die Mittel für die Durchführung der politisch-kulturellen Aufgaben der Zionistischen Organisation zu liefern, ln diesem Jahre kam die Äirijgabe der Erhaltung und des Ausbaues des hebräischen Schulwerks in Palästina hinzu, das die Zionistische Organisation infolge des bekannten Sprachenkampfes in Palästina eingerichtet hat Etwa zwei Drittel des Gesamtbetrages sind für diesen speziellen Zweck gestiftet worden. * * * Bezirksorganisation in Wien. Die vom Zionistischen Zentralverein inaugurierte Agitationstätigkeit in den einzelnen Wiener Bezirken wurde in den letzten zwei Wochen in einen Reihe von Versammlungen fortgesetzt. So sprach Gg. Dr. Paul Weisengrün in Favoriten über „Die Juden im Golus“, Gg. Dr. Otto Ab'e 1 es in der Sektion Ottakring-Hernals über ,jDie Grundlagen des Zionismus“ und Gg. Dr. Emil Stein auf der Landstraße über „Judennot und deren Lösung in Palästina“. Alle Versammlungen waren sehr gut besudit und von einer ausgezeichneten zionistischen Stimmung beherrscht. * * * Zentralfondsbeiträge aus Westösterreich für 1914. XIII. Ausweis. Innerösterreich: Wien: Dr. Paul Weisengrün 8D0.—Jaro Bobek 5.—; bereits angewiesen 3381.36; zusammen K 4186.36. BShnnr: Pilsen: Dr. A. Bergmann 25.—: Dr. J. Zentner 25.—; H. Kolm 25.—; Leop. Neaxnrann 1.40; Kleine Spenden 5.89; zus. 82.69; bereits ausgewiesen 6594; zusammen K 6677.36. * * * Für das hebräische Schuiwerk: Innerösterreich: Wien: Alte Herren der akad. Verbindung Kadimah 1000.—; Jüd.-akad. Verbindung Libanonia (mit den bereits ausgew. 30.—, zus. 55.—) 25.—; Rudolf Pick 10.—; zuzammen 1035.—; bereits ausgewiesen 8592.07; zusammen K 9627.07. (Spezifikation der K 55.— der Libanonia; Emst Spitzer 1.50; Dr. Eman. Alt, Jahresbeitrag 5.—; Dir. A. Duschinski, Jahresbeitrag 10.—; Wilhelm Dustihinski 2.—; Gerald Mandl Z—; N. N. 2.90; Theiler 1.30; Spira —.30; N. N. 5.—; Jakob Braun 5.—; J. Mendelsohn 1.50;. E. Löwy —.50; J. Spiegel —.50; Akybakoff 1.—; E: Salom 3.—; Böhm 1.50: Joschi Bauer. 2.—; Gretel Bauer —.50; Alfred Herrmanri 1’.—; N. N. 1.—; A. Freudenifaal 2.— : Goldstrich —J5fi; Blumenkranz —.50; J. Rebisdi —.50; Grünspan 1.50; Fritz Kreith 1.—; N. N. i.-.y ■ - : Böhmen: Bemesch'au: Fr. Mautner, Roubicek, Budlowsky, Freund, Dr. Ohrenstein, Holzer, Blau, Pollacek, Agular, Struharov, Stepanow, RI Freund, Wittler, Krebs, Fantl, A. Freund, J. Freund, N. Fantl, J. Roubicek 59.—; Gablonz: Verein Theodor Herzl 200.—; Karlsbad- Slg. Volksverein (2. Rate) 130.—; KonroFair: Otto Lichtner 100.— (2. Rate); Leitnr-er i t z. Friedrich Neuburg wünscht Dr. E. Margulies baldige Genesung von schwerer Krankheit 50.—; B. Pollak 20.—; Prag: Verbindung Barissfa und Jordania 68.—; Zionist G. 25.—; R’e-iebenberg: Peter Schnabel 48.—; Kleine Spenden 103.—; Teplitz-Schönau: Saram iung Zion. Jugend (3. Rate) 1000.—; Dr. J Polaeek 10.—; E. Perutz anl. eines Gedenktages 40;—; Kleine Spenden 69.50; zusammen 1022.50 bereits ausgewiesen 6435.03; zus. K 7457.53. Mähren-Schlesien: Göding: Slg. 100.— Freudenthal: M. Goldberger 176.—; Mähr.- We i ß:k i r c h e n: Slg. der akad. Ferialverbindxmg Massada und d. Herrn Sig. Pollak 170.— Oderfurt: Baumeister Viktor Sonnenschein 3 Aktien A. P. C. und P. L. D. C. 71.60; Olnrütz: Dr. J. Wolf, Winter, Pollak, Löwy, Pleß 27J—; zus. 544.60; bereits ausgewiesen 4915.99; zus. JC 5460.59. «■ * Aufgebracht wurden bisher in InnerösteröstEtreich K 13.813.43; Böhmen K 14.134.89: Mähren-Schlesien K 10;071.91; Gesamtsumme K 38.020.23. * Anläßlich des Ableben des Herrn Lucian Brunner sind an Kranzablösungen bei uns für das jüdische Studentenheim1 eingelangt: Dr. Pachmann (Droliobycz) 20.—; Max Markus 10.—: zusammen K 30.—. * * * Die Gesinnungsgenossen werden wiederholt ersucht, die Kranzspendenablösungen im1 Sinne des Verblichenen dem Jüdischen Studentenheim zuzuwenden. Spenden nimmt das Bureau des Zionistischen Distriktskomitees (II., Karmeliterplatz 1) entgegen. * * Letzter Wochenausweis des jüdischen Nationalfonds. Die in der Zeit vom 19. bis 26. April d. J. für den Jüdischen Nationalfonds eingegangenen Spenden betragen Mk. 17.362.29. Hiervon entfallen auf Rußland Mk. 3672.04, Nordamerika Mk. 3823.17, Deutschland Mk. 2957.23, Oesterreich Mk. 42738.07, Belgien Mk. 4779.22, Ga-' lizien Mk. 984.91, Südslavische Länder Mark 644.58, Argentinien Mk. 293.75, Palästina Mark 283.50, Schweden Mk. 89.84, Diverse Eingänge Mk. 95.98. * * Richard Heß, 22. September 1886, Eisenstadt, ledig, X., iEugengasse 61. — Sophie Freund, 8. Jänner 1896, Stecken, X., Buchengasse 42. — Klara Grubin, 2. Juni 1885, Odessa, ledig, Friseurin, XV., Kranzgasse 4. — Ida Glasser, 9. Oktober 1888, Groß-Meseritsch, ledig, X., Quellenstraße 96. — Rosa Schwarz (Szega), 22. November 1888, Debreczin, ledig, Kontoristin, II., Obermüllergasse 9. — Leopold Steinhäuser, 7. September 1887, Budapest, ledig, XIII., Beckmanngasse 2. — Leo Mittler, 18. Dezember 1893, Wien, ledig, Schauspieler, XIX., Hauptstraße 44. — Mathilde Tillner, geb. Oplatek, 21. November 1868, Wien, verheiratet, XIII.. Disterweggasse 2. — Gertrud Salus, 5. September 1892, Saaz, ledig, VI., Kaplergasse 7. — Leo Spiüer, 6. Juli 1874, Wien, ledig, Privat-Beamt., derzeit Paris, zuletzt I., Schottenbastei 6. — Olga Grünwald, 10. März 1887, Frankfurt a. M., ledig, Private, II., Czerningasse 19. — Karoline Scholz, geb. Stein, 28. Dezember 1872, Wien, verheiratet, XVI., Koppstraße 35. — Ilona Zeckendorf, 26. Juli 1885, Wien, laut Zuschrift der israel. Kultusgemeinde Prag. Herr Fritz J o k 1, Beamter, (Wien, II., Czerningasse 3) teilt uns mit, daß er mit dem Privatbeamten Fritz JokI, der vor kurzem aus dem Judentum ausgetreten ist, nicht identisch ist Ein ZenfraManö galizisdier Juden in Wien. Vor kurzem' hat sich1 ein „Verband der in Wien bestehenden humanitären Vereine der galizischen Juden“ konstituiert, welcher die derzeit in Wien existierenden 6 galizischen Landsmannschaftsvereine (Verein der Brodyer, Kolomeaer, Lemberger, Rzeszower, Tarnopoler und Tarnower) umfaßt Bei der am 15. d. M. stattgehabten Konstituierung des Ausschusses wurden in den Vorstand gewählt: Dr. Max Jacob-* sohn, Präsident I. M. Beer und lg. Pla_tz, Vizepräsidenten, Dr. M; Kahane und Dr. :M. W o 1 f m a n n, Schriftführer, A. Hecht und J: W i 11 n e r, Kassiere. Der neugegründete Verband, der statutengemäß die Hebung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lage der in Wien lebenden galizischen Juden zur Aufgabe hat, * ist zweifellos dazu prädestiniert, ein wuchtiger Faktor im jüdischen Leben Wiens zu werden. Es ist eine bekannte, traurige Erscheinung, daß die Wiener offiziellen „israelitischen“ Kreise von einer starken Antipathie gegen die „PoU nischen“ geleitet sind, was auch darin seinen Ausdruck findet, daß ein Ju]de östlicher Herkunft nur schwer oder gar nicht bei der Kultusgemeinde und deren Institutionen ein Unterkommen finden kann. Alle diese liberalen Freiheitsmänner, die nach ihrer Ausrangierung aus dem politischen Leben gnädigst die Leitung der Geschicke der Wiener Judenschaft in die. Hanid nahmen, glaubten und glauben es ihrer „teutsdhen“ Gesinnung schuldig zu sein, auf ihre östlichen Glaubensbrüder verächtlich' herabzuschauen. Als Reaktion gegen diese erbärmliche Haltung unserer offiziellen Führer. sind seit einigen. Jahren die genannten' Landsmannvereirie’" etil-’ standen, die mit viel Erfolg dahin arbeiten, das Selbstbewußtsein und die Manneswürde der galizischen Juden Wiens zu erwecken und zu stärken. Wenn sich nunmehr diese Vereine zu einem Zentralverbande zusammengeschlossen haben und dieser Verband durch einen weiteren Ausbau der Organisation sich das Anrecht erwerben wird, als Sprechorgan der galizischen Juden Wiens zu gelten, so darf man sich der Hoffnung hingeben, daß dieser bei einer richtigen und zielbewußten Leitung mit dazu verhelfen wird, die vorhandene Kluft zwischen Ost- und Westjuden zu überbrücken und so gutjüdische Arbeit zu leisten. Wir Zionisten werden die Tätigkeit des Verbandes mit Sympathie verfolgen und jederzeit gegebenenfalls zur gemeinsamen Arbeit bereit seii£ — Wien, II. Taborstr. 17 [Hirschenhaus] Telephon 39247. Schönpflugs Manöverbilder, 16 Bilder. Statt je K 6.—, jedes Blatt 40 h. Nur so lange der Vorrat reicht. Lager aller Führer der Umgebung. Ausflugskarten, Radfahrer- und Automobilkarten. Fahrpläne. Antiquariat. Provinzversand. Seldinid ** aus der Fabrik L. T. Piovati Zentral-Verkauf: M A X L U S TIG, WIEN I., Adlergasse 3. I., Franz Josefs-Quai 19. 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So wandte er sich in verhältnismäßig spätem Alter, in welchem der Durchschnittsmensch kaum mehr die Energie aufbringt, seine Lebensanschauungen von Grund aus zu ändern, der jüdisdinationalen Bewegung zu, verfocht die Idee, die er für das einzige Heil seines Volkes hielt, mit jugendlichem Feuer und wrar ein weithin leuchtendes Beispiel für Unerschrockenheit und Opfermut. Anschließend an die Trauerkundgebung hielt Dr. Plaschkes einen Vortrag über „Jüdische Zeit- und Streitfragen“, in dem namentlich das Verhältnis der Assimilation zum Zionismus und die Frage, wülche Stellung der Zionist gegenüber der Politik seines Wohnlandes einzüriehmen’hätte, eingehend besprochen Wur-

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