Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 11 (13.3.1914)
- Date
- 1914-03-13
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seit 1Ö Nachstehend jene Restaurants, in denen Kellnerzettel des Jüdischen Nationalfonds verwendet werden: I. Bezirk: Selcherei Piowaty (Inh'. Deutsch). Schottenring 12; Selcherei Tennebaum, Schottenring 14. II. Bezirk: Restauration Benvenisti, Weintraubengasse 7; Rest Deuches, Praterstraße 45; Restaurant Guth, Stefaniestraße Nr. 14; Re-: staurant Rosenberger, Obere Augartenstraße Nr. 72; Rest Tabak, Negerlegasse 4; Rest Weiß, Hammerpurgstallgasse 3; Rest Zöllner, Hammerpurgstallgasse 7. VI. Bezirk: Restaurant Reis, Mariahilferstraße 124. VIII. Bezirk: Restaurant Stein, Alserstraße Nr. 7. IX. Bezirk: Restaurant Weißmann, Seegasse Nr. 7; „Ivria“, Glasergasse Nr. 4 a. Gesinnungsgenossen, verlanget in allen jüdischen Restaurants etc. Kellnerzett e.l des J. N. F. &9S9E9 3S SI §g Verkaufstellen des JüOlfdieii NafionalionOs für Marken, Telegramme und Ansichtskarten. I. Bezirk: Caf6 Marienbrücke, Rotenturmstraße (Kassa) II. „ J. Schlesinger, Buchhandlung, Seitenstettengasse 5. „ Caf& Stefanie, Stefaniestraße 2 (Kassa). VL „ Bude der Kartellverb. Emunah Gamalah, Linke Wienzeile 40 Sout 2, tägl. 6—8 Uhr abds. IX. „ Max Kurzholz, Papierhandlung, Liechtensteinstr. 7. „ Cafö Bramer, Liechtensteinstr. Nr. 21 (Kassa). „ Jüd. akad. Verbindung „Ivria“ Glasergasse 4a. An die geehrten Gg! Wiederholt ist bereits darauf hingewiesen worden, wie relativ verschwindend klein Dinge, die sonst achtlos vernichtet werden, durch zielbewußte Massensammlung verwertet werden können. Dies gilt namentlich von jenen unscheinbaren gebrauchten Briefmarken, die meist in den Papierkorb wandern, oder vom Staniol und den Flaschenkapseln, die. auf den Mullhaufen geworfen werden. Alle diese Kleinigkeiten bedeuten für uns Werte, aus denen der J. N. F. schon namhafte Beträge gezogen hat und dies fast ohne Mühe des Einzelnen. Daher fordern wir alle jene, die ein Interesse am Nationalfond haben, äüf,.diese Marken, Posterlagsccheine, Staniol, Flaschenkapseln u. Zigarrenschleife n zu sammeln und an uns zu senden. Namentlich unsere Kleinen können dadurch im Spiele für das Interesse an unserer Sache erzogen werden. Wir bitten um reichliche Zusendung dieser Materialien. L. S. St. d. J. N. F. für Oesterreich. Jahresüberblick über die Nationalfondseingänge Oesterreichs 1913- Aus den in den Nummern 7 und 8 der „Welt“ vom 13. Februar veröffentlichten Statistiken des: Hauptbüros des Jüdischen Nationalfonds können wir mit größter Genugtuung feststellen, daß Oesterreich in Bezug der Höhe seiner Eingänge den zweiten Platz unter den Sanunelstellen behauptet hat. Dies ist um so erfreulicher, als gerade das letzte Jahr einer Sammeltätigkeit nicht besonders jjünstig war, insbesondere in Galizien, das unter der Wirtschaftskrise sehr zu leiden hatten Wenn wir die Ergebnisse der einzelnen Sammelmittel einer näheren Betrachtung unterziehen so Enden wir, daß wohl einige derselben schöne Resultate erbrachten, andererseits aber andere, stets populäre, unsere Erwartungen nicht erfüllt haben. So stehen wir mit dem Ergebnis der SelbsBesteuerung (K 2872,24) an zweiter Stelle, während sich die Sammelbogen (K 7520,14) überhaupt nur in Oesterreich durchgesetzt und bewährt haben. Auch mit dem Erträgnisse der Büchsenleerung (K 32,114,19) stehen wir an zweiter Stelle. Gerade die fortwährende Steigerung der Büchsenerträgnisse zeigt uns, daß ein Ausbau der Büchsenorganisation der sicherste Weg ist, unserer Institution stets neue Mittel zuiizführen; dies wird Aufgabe der zunächst durchzufühTenden Arbeit sein, welche durch eine periodische Veröffentlichung der Statistik unserer Büchsen in Bezug auf Ort, Zahl der verteilten und geleerten Büchsen, ihren absoluten und durchschnittlichen Erträgnissen nach, gefördert werden wird. Weniger erfreulich' ist das Ergebnis des Marken- und Telegramm verkauf es. Wenn wir zwar für K 4916,45 Telegramme, wohl infolge der Kongreßbegrüßung abgesetzt haben, so hat uns insbesondere der Konsum in Marken sehr enttäuscht (K 4460,66). Verglichen mit dem Absätze von Marken andersnationaler Institutionen sowie auch der anderen Sammelstellen des JNF. zeigt sich' daß wir weit hinter dieSen zurü-cksjtehjen. Die Oelbaumspende ist wohl gestiegen,. doch sind wir gerade in diesem Sammelzweig (Erträgnis K 15.906,79) von Rußland, Amerika und Deutschland überholt worden. Ganz und gar vernachlässigt erscheint die Landspende, mit welcher uns sogar das kleine Belgien' überholt hak Mit großer Freude können wir jedoch' , das Gelingen der Arbei erheimstätlen(Jemeni.en)Aktion feststellen. Mit K 60.470,07 hat Oesterreich den vierten Teil der Gesamteinnahmen des JNF. unter diesem Titel aufgebracht; nicht nur zionistische, sondern auch nichtzionistische Kreise, insbesondere Kultusgemeinden, Bnei brifhlogen u. a. haben hiezu beigetragen. Nicht imerwähnt und beispielgebend, sei hier des Wiener Jüdischen Kolonisationsvereins gedacht, der mit einer Widmung von Frcs. 10.000,— an der Spitze aller dieser Korporationen-und Personen steht. Statistik der N. F.-Eingänge Oesterreichs 1913. Distrikt Allgem. Spenden Sammelbüchsen Marken Telegrm. Oelbaum- Land- Spenden Spenden Arbeiterin Stätten fond Summe Einnahmen 1911 Einnahmen 1912 Steigerung 1911/12 1912/13 Inner-Oesterreich Böhmen Mähren-Schlesien Ostgalizien Südgalizien Westgalizien Podolien Bukowina Summe 12232 331 137 8511 865 54 3651 361002 62 525 27 7474 5711 251 86 859 52 4427 55 673 88|| 1732 41 2630 21 142 72U1683 38 2581 93(1 627 7ll 678 77 1602 07 5 - 739 73 839 94 30 66 435 52 35440 562872 *358 9611 ♦Philatelie ♦♦Kellnerzettel 7520 14 5959 : 5013 : 6892! 3664 ■ 4142 < 2960 : 1618 ‘ 1862 46! 32114 II 1223 33 1021 53 646 30 302 10 294 38 . 570 95] 186 6 215 4460 66! ♦*412 334 960 - 1567 - 386 55 763 50 407 40 262 50 235 50 4916 45 2696 02 3655 20 3227 .70 2151 5311 2475 : 1067 91|| 337 95 295 20 1( 162 57 1131 98! 500 200 7 18 75 - 15906 79 2094 71 25178 72 22125 521! 7322 15 1351 8: 1496 86, 2635 02 102 29 257 69 49551 — 39087 26 28742 25 4898 10 13666 12 11549 85 4855 28 4247 31 42767 65 11417 »7 15703 77 11836 4| 12497 15|| 9001 91 5350 42 4557 86 60193 17610 18567 12226 15782 11195 6635 4588 32 +17425 67 61 + 6192 74 621+ 2863 85 69 4- 390 28 36M- 3285 21 31M- 2193 40 99,4- 1285 57 96M- 31 10 —10642 32 +21476 65 +10174 63 + 2671 41 — 2146 24 + 353 54 — 1779 71 — 34165 60470 07 166567 17 113133 04 146800 86 +33667 82 +19766 31 Von den einzelnen Distrikten zeigt. Innerösterreich einen Rückgang der Gesamteinnahmen um K 10.642,32. Um diesen Rückgang begreiflich zu finden, müssen wir uns vor Augen'halten, daß im Jahre 1912 der Rest der großen Spende Kahane per Frcs. 45.000,— einging. Eliminieren wir diesen Betrag aus den Gesamteinnahmen Innerösterreichs, dann stehen den sonstigen Spenden des Jahres 1912 per K 17.443,32 ein Eingang per 1913 von K 49.551,— entgegen, was einer Steigerung von 32.107,68, d. i. 184 Prozent entspricht. Ein ebenso erfreuliches Bild zeigt das Steigen der Einnahmen Böhmens um 122 Prozent, in Mähren-Schlesien um 52 Prozent. Dagegen verzeichnen die Eingänge Galiziens einen Rückgang von K 901,—, die der Bukowina von K 341,65. Ergeben die absoluten Einnahmen- Oesterreichs im allgemeinen ein erfreuliches Bild, so ist dies bei der Durchschnittsleistung . per Kopf der jüdischen Bevölkerung nicht der Fall, obzwar auch hier eine Besserung zu beabachten ist. — Die einzelnen Distrikte zeigten folgende Durchschnittsleistungen per Kopf der jüdischen. Bevölkerung: Distrikt Zahl der Juden Durchschnittsewgang per Kopf der jüd. Bevölkerung 1911 1912 1913 h h h Mähren-Schlesien 54600 28-7 34 52-6 Böhmen *5826 13 3 205 455 Innerösterreich 198447 21-5 303 24-9 Südgalizien 220000 5-6 7-3 62 Westgajizien 206000 43 54 56 Ostgalizien 333000 35 3-6 4-4 Podolien 113000 4-7 5-8 43 Bukowina 102919 4.4 4-4 41 Gesammt Oesterr. 1313698 86 111 127 Insgesamt können war mit den Ergebnissen des abgelaufenen Jahres zufrieden sein; doch ersehen wir, daß ein intensiver Ausbau fast bei allen Sammelmitteln .und in allen Distrikten notwendig ist, denn noch lange wurde das Mindestmaß von Einnahmen nicht erreicht, sicherlich' aber nicht jene Ziffern, die der Zahl und wirtschaftlichen Kraft der Juden Oesterreichs entspräche. Bei Geldsendungen bitten wir, sich ausschließlich unserer Erlagscheine zu bedienen. (Postsparkassenkonto 100.208) Postanweisungen sind an die Adresse:. Jüdischer Nationalf.ond- Wien, II., Karmeliterplatz 1 zu richten. (Fortsetzung in der nächsten Nummer.) Härtung! Gesinnungsgenossen, verlanget in allen jüdischen Restaurants etc. Kellnerzettel des J. N. F.