Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 5 (30.1.1914)
- Date
- 1914-01-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2438141-2438483-2438487--3974-2443785- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
J HXXK NRTIONRL -JUDGDC5 DRGRN Wft ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■! Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme: Wien, II., Karmeliterplatz Nr. 1. — Sprechstunden täglich von | | Erscheint wöchentlich. — Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme: Wien, II., Karmeliterplatz Nr. 1. — Sprechstunden täglich von | _ il—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurfickgestellt. — Abonnementspreise: Für Oesterreich- H Ungarn: Ganzjähr. K 10.—, halljähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: Ganzjähr. Mk. 19.—, halbjähr. Mk. 5. , Vierteljahr.™ B Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. — Postsparkassenkonto 133.404. — Telephon 22.075. B ————.————— -—» - ’ : Wien, Freitag, den 30. Jänner 1914. VIII. Jahrgang.^, Jüdischer Volksvcrcin für die Leopoldstadt. Donnerstag, den 5. Februar 1914, um %9h Uhr findet im grossen Saale des Hotel Guth, H., Stefaniestrasse, eine frei zugängliche Versammlung statt. Thema: Die Wiener Kultusgemeinde. Rechenschaftsbericht der Vorstandsmitglieder Dr. Jakob Ehrlich und Oberingemenr Robert Stricker \ | über ihre einjährige Tätigkeit im Kultusvorstande. % Zweierlei Solidaritäten. in der allerletzten Zeit hat das jüdische Volk seinem Zusammengehörigkeitsgefühl zweimal Ausdruck verliehen. Zuerst äußerte sich die Gemeinbürgschaft in der Beilis- Affäre, gegenwärtig kommt sie in dem .Kampfe um die hebräische Sprache zum Ausdruck. Dort galt es, schmähliche Anwiirfe ünd wahnwitzige Beschuldigungen ab- ” zuwehren, hier geht es um die Verteidigung eines der heiligsten Güter unserer Nation,’ dort rührte' sich mehr die Pietät zu dem von den Eltern ererbten Glauben, hier das Volk auf, das man um seine Zukunft betrügen wollte. Dort die Vergangenheit, hier die Zukunft, dort das Alter, hier die Jugend. Nichts steht uns ferner, als zwischen der Betätigung der jüdischen Gemeinschaft in den beiden Fällen irgend einen Gegensatz zu konstruieren. Jegliche Aeußerung jüdischer Solidarität erfüllt uns mit heller Freude, wir erblicken darin einen Beweis für die nicht erlöschende Kraft unseres Volkes. Und als i in der Person' Mendel Beilis das ganze jüdische Volk an den Pranger gestellt wurde, hat der zionistische.Weltkongreß als erster seine Stimme gegen die Ritualmordbeschul- -digung erhoben. In der darauffolgenden Zeit jedoch, als die offizielle Judenheit eine Protestbewegung organisierte, sich dafür unendlieh begeisterte und sich sozusagen ein Protestjudentum zurechtlegte, war unser Blatt eines der wenigen, das darauf verwies, daß man diese Solidaritätsbezeugungen mit Vorsicht aufnehmen müsse. Manche bekrittelten diese, unsere Schreibweise, allein die inzwischen eingetretenen Ereignisse haben uns recht gegeben. ' Jetzt führt das jüdische Volk in Palästina einen heldenmütigen Kampf um seine Sprache und alle Juden in der Diaspora, die an die Zukunft unseres Volkes glauben, stehen ihm hilfreich zur Seite. Die Protestaktion in der Beilisaffäre ist inzwischen im Sande verlaufen. Wie oberflächlich sie war, beweist die Tatsache, daß es unter den offiziellen Wortführern keinen einzigen gegeben hat, der dem Judenproblem — die ganze Beilisaffäre war ja doch nur eine Einzelerscheinung im Leben unserer östlichen Brüder — näher getreten wäre. Beilis würde freigesprochen und sohin war für sie; die ganze leidige Sache-erledigt; Die naiveren; Seelen unter uns, die da hoffen, die Sölidantätskundgebungen würden reiche Früchte tragen und die fernstehenden zum Nachdenken und Handeln anregen, die Juden aufrütteln, mußten zagenden Herzens Zusehen, wie diü ganze Bewegung allmählich, ohne irgendwelche Erfolge gezeitigt zu haben, abflaute. ■ Dies zeigt die Beilisbegeisterung in seiner ganzen Hohlheit. ln der Beilisaffäre kam Negatives zum Ausdruck, die'Verteidigung des~Hcbräisehen~ ist ein Kampf für das Positive. In beiden Fällen galt es eine Abwehr, allein im ersten „Falle war es eine Abwehr mit Worten, im -zweiten eine Abwehr durch die Tat. Kaum waren die hebräischfeindlichen . Beschlüsse des Kuratoriums für das Haifer Technikum bekannt, erhob sich die ganze palästinensische Bevölkerung wie ein Mann dagegen und gründete mit einem geradezu heldenmütigen Entschlüsse sozusagen über Nacht neue Schulen, hebräische Schulen. Und als sich die zionistische . Partei der Sache des hebräischen Schulwerkes als der eigenen Sache annahm, so flogen ihm nicht nur die jüdischen Herzen zu, es "erschallten nicht nur Protestrufe, jeder begriff, auch die Schwere des Augenblicks und im Flug hatte das Aktionskomitee hunderttausend Mark zu seiner Verfügung. Die ganze Aktion steht erst in ihren Anfängen. Jeder, der sich zum lebendigen Judentum bekennt, wird sicherlich zur Förderung des hebräischen Schulwerkes, das eine Hauptbedingung für das Gedeihen unserer Arbeit in Palästina darstellt, nach Kräften beitragen. Kein national fühlender Jude wird sich dieser Erkenntnis verschließen können, und mit Genugtuung stellen wir fest, daß es unseren Widersagem bereits bange wird vor der Wirkung, die die Empörung über die beabsichtigte Verdrängung der hebräischen Sprache und der Kampf um deren Rechte in allen Schichten unseres Volkes ausgelöst hat. Sie fürchten, daß ihre eigenen Anhänger uns ihre werktätige Mithilfe nicht versagen und unserem Appell- Folge leisten werden. Unsere Hoffnungen und ihre Befürchtungen werden sich erfüllen. Denn alle Juden, die sich mit Herz und Seele zu uns bekennen, werden das Nationalopfer für die hebräische Schule' in Palästina darbringen und mithin eine Solidaritätbekunden; die eines an seiner Zukunft bauenden Volkes würdig ist; ■:; L. B; Zentralfond&eit aas Westösterreich II. Ausweis^ m Innerösterrelcb^^.. Wien. Kaiserl. Rat Karl HipSjsS^jBSk—; Isidor Gewitsch 25.—; Dr. Emil Krasny; Dr. Alfred Lanzer 40.—; Dr. Karl Pollak 150.'—; Osias SeinfetÜ 20.—; Dr. M. Scherlag 25.—; Fritz Berger 25.—; ©rr Aiax Reaeaterg ^25r—; Br. tt. S.ioebl 50^—; Emil Kafka 10^—Wflhehn Weiß 2.—. Zusammen 912.—. — Triest Osias Waschitz 24.—; Ludwig Fischer 35.—; Dr. V. Kleinzeller 100.—; zusammen 159.—; bereits ausgewiesen 895.—. Zusammen K- 1966.—. Böhmen. Prag. Emil Wehle 100.—; Dr. Friedrich Weleminsky 100.—. — Landskron. Dr. L. Fantes 100.—. — Iglao. Dr. Heinrich Pollak 25.—. — Gablonz. L Duschinski 25.—. — Eger Verein Ahawoth Zion 50—, — Aussig. Sammlung 450.—. — B. Leipa. Wilhelm Pekarek 30—; zusammen 880.—; bereits ausgewiesen 3500. Zusammen K. 4380.—. Mähren-Schlesien. Troppau. „Jeschurun“ 200.—. — Prerau. Dr. A. Czeczowiczka 30.—. — Prossnitz. Sammlung Leo Beer 120.—. Zusammen K- 350.—. Kleine Spenden aus Westösterreich K- 246.37. Für das hebräische Schnlwerk in Palästina. Innerösterreich. Wien. Ing. Friedrich Czeczowiczka 50.—; Dr. Edmund Weitzmann 250.—; Dr. Siegmund Frankl 40.—; Dr. Egon Zweig 100.—; Dr. Leo Blum 10.—; 1. Eisenschreiber 30.—; Emil Kafka 10.—; M. Bronner 2. —; A. K. 7-—; Paul Brach 5.—; E. Mahler 6.--; Jüd. Turnverein Fnnfhaus 50. —; Tischgesellschaft Adlon auf Namen des jüd. Schauspielers Bell 5.—; die älteste Skisektion des I. Wiener jüd. Turnvereins zn. Ehren der Frau Wally Keßler .aus Anlaß der. zweiten Wiederkehr ihres Hochzeitstages 200.—; Anton Löw 20.—; Verein Zion. Hochschüler „Theodor Herzl " 200.—; I. Zion. Frauenverein 100.—; Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler 50. —; Erich Urbach 5.—; I. Kupferstock L—; zusammen 1156.—. — Triest. Osias Waschitz s. Frau 24.—. — Leoben. Marmorek 10.—. Zusammen K. 1190.—. Mähren-Schlesien. Tesehen. Jakob Huppert 3.—. — Prossnitz. Sammlung Leo Beer 72.90. — Brünn. Sammlung Schüller 12.50.—. Zusammen K- 88.40.—. Böhmen. Prag. Sammlung Robert Gnttmann 19.48.—. Kleine Spenden für das Schnlwerk aus Westösterreich. Sammlung 19.08.—. Gesamtsumme K 8259.33. Nach Redaktionsschlnß: Heinrich Mandel, Wien, spendete für das hebräische Schnlwerk K 1000.'—, Leopold Louriö, Wien, K 500.—. ISSEVSi "'j&s&grsß ■-‘hx. »tg