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Jüdische Zeitung · 1913-11-07 · 45 (7.11.1913) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
45 (7.11.1913)
Date
1913-11-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 45 jüdischen Fragen. Er legte zunächst die Stellung des Nationaljuden zum Kiexver Ritualmordprozeß und den aus diesem Anlaß von jüdischer und nichtjüdischer Seite unternommenen Aktionen dar. Er bezeichnet es als einen folgenschweren Irrtum der Assimilationsjuden, wenn diese immer wieder bei böswilligen Angriffen gegen das Judentum durch den Nachweis, daß es hiedurch ins Unrecht gesetzt werde, ihrer Pflicht Genüge geleistet zu haben glauben. Nicht wer Recht hat, ist im Leben der Völker entscheidend, sondern wer Macht hat. Und wir Nationaljuden ersehen eben unsere Aufgabe darin, die Juden durch eine jüdische Organisation zu einem Machtfaktor zu machen. Der Referent wies alsdann auf das Verhalten der assimilatorischen „Führer“ hin, die nach außen hin von Freiheitlidikeit und Demokratie triefen, bei der Verwaltung der ihnen unterstehenden Behörden aber — insbesondere der Kultusgemeinden — sich durchaus von reaktionären und absolutistischen Motiven leiten lassen. Nach einigen anfeuernden Worten des Gg. Doktor Pi.aschkes, dessen Aufforderung zum Beitritt in die Organisation stürmischen Widerhall fand, wurde die Versammlung, die der weiteren Arbeit des Jüdischen Volksvereins für die Leopoldstadt die günstigsten Auspizien stellte, vom Vorsitzenden geschlossen. Größte Auswahl Ui n tersporf :flrfilteln Eecfitrequisiten. Ludwig Lazar WienlX Lieehlen$temstr.& nN^£°linga$$e rittglieder vonVerbendunjgen>Sport-Touristen- und Turnvereinen erhallen auf die auf jedem« Stück ersieh {-liehen Preis# ef rieh 1Ö%igehRabatt. Wiener Zionistische Vereinigung. Der dieser Tage erschienene Bericht der Wiener Zionistischen Vereinigung gibt ein anschauliches Bild über die sehr rege und erfolgreiche Tätigkeit dieser Wiener Korporation, ln beiden Halbjahren des Vereinsjahres 1912/13 hat der Verein, der sich hauptsächlich der Jugendpflege widmet, G e s c li i c h t s- und Hebräisclikurse veranstaltet. Im Wintersemester wiesen 78 Lehrstunden eine Frequenz von 697 Schülern auf, im Sommersemester waren' 57 Stunden von 456 Schülern besucht. Die Vereinigung veranstaltete auch heuer wie alljährlich eine Makkabäerfeier für die Jugend, die ein Reinerträgnis von über 300 K abwarf. Sie organisierte die ihr vom innerösterreichischen Distriktskomitee übertragene Sammlung für das hebräische Gymnasium in Jerusalem unter der Jugenä Westösterreichs. die bisher den Betrag von 1800 K eintrug. Ebenfalls dem hebräischen Gymnasium ist ein Teil des Reinertrags der von ihr herausgegebenen blau weißen Bleistifte gewidmei. Das Hauptverdienst der Wiener Zionistischen Vereinigung besteht jedoch in der Gründung -des Jüdischen Wa nd er b u n d e s .,B 1 a u - W e i ß“, dem bereits nach wenigen Monaten mehr als zweihundert Kinder als Wanderer angehören. Der Wanderbund ist als Reichsorganisation gegründet und läßt gemeinsam .mit den gleichen Vereinen in Berlin und Breslau eine Zeitschrift, die „Blau-Weiß-Blätter“ erscheine.!. Die Wiener Zionistische Vereinigung betätigle sich auch auf dem Gebiete der ßrosChürcnpropaganda, indem sie zwei Broschüren herausgab und vertrieb. Einen .bedeutsamen Erfolg bildet auch der von der Wiener Zionistischen Vereinigung für die Kongreßzeit nach Wien einberufene erste westösterreichische zionistische Jugendtag, an dem Vertreter von 43 Jugendorganisationen aus 24 Städten teilnähmen. Im vergangenen Jahre brachte die Vereinigung 143 Schekalim und ungefähr 500 K für den Nationalfond auf. Der Bericht ist sehr geschickt verfaßt und ist insbesondere geeignet, weite Kreise für die jüdische Jugendarbeit zu interessieren. * Ein Nationalfondsbüchsenrekord. Zu der in unserer vorigen Nummer gebrachten Notiz erhalten wir vom Gg. Wilhelm Spitzer, N.-F.-Kommissär in Olmütz, eine Zuschrift, in der festgestellt wird, daß Herr Oskar Huber aus Olmütz in seiner Büchse K 200,67 gesammelt hatte, was wir hiemit mit Vergnügen zur Kenntnis bringen. Hoffentlich wird diese Leistung in der Zukunft noch überboten werden. JfiOifdiep Sport. Fußball. Hakoah schlägt Vorwärts 3:2. Ein sicherer Sieg der Hakoah. Glasel, Hirsdhfeld. und Horwitz waren die Goalschützen. Scheuer, der für Sträuler spielte, war zvvar noch etwas befangen, verriet aber gute Spielerqualitälen und dürfte bald trotz seiner Jugend einen ständigen Platz in der ersten Mannschaft finden. — Im Spiel der Reserven blieben die Unserigen mit 1:0 siegreich. Das einzige Tor schoß Kolisch HL , ■ Voranzeige. , Sonntag spielt die Hakoah auf der Hohen Warte ihr Meisterschaftsspiel gegen „Sturm“. Vor zwei Jahren standen Hakoah und Sturm ah der Spitze der II.B Klasse. Das Wettspiel zwischen den beiden Vereinen endete 3:1 zu Gunsfen Sturms, welcher in die II. A Klasse aufstieg, während Hakoah noch ein Jahr in der B-Klasse verbleiben, mußte. — Das .Wettspiel beginnt um 3 .Uhr.. Vorher .die beiderseitigen Reserven. A. B. Anläßlich des 25jährigen Bestandes der auf dem Gebiete der Sport- und Touristen-Ausrüstung sowie als Lieferantin von Fechtrequisiten bestbekannten Firma Ludwig Lazar, Wien, IX/1, Kolingasse 13 und IX/1, Liechtenstreinstraße 6, hat die genannte Firma ihre Lokalitäten vergrößert und ladet ihre P. T. Kunden zur Besichtigung derselben liöflichst ein. Zur Bequemlichkeit ihrer P. T. Kunden hält die Firma stets ermäßigte Wintersport- und Touristen-Falirkarten für sämtliche Bahnen und Relationen vorrätig. Auch sind bei der Firma fortlaufend die Schneeberichte sowie sämtliche stattfindenden Veranstaltungen zu erfahren und zu erfragen. Die Firma, die eine der größten ihrer Branche ist, macht es sich zur Aufgabe, durch besondere Preiswürdigkeit und die Erstklassigkeit ihrer Waren einen immer größeren Kundenkreis zu gewinnen und'bürgt das Renommee der Firma für reellste Bedienung. Personalnadiridit. - Dr. Rudolf G I ü c k 1 i ch, Bahnkonzipist der Je. k. Nordbahndirektiön, beehrt sich anzuzeigen, daß seine Trauung mit Fräulein Josefine Winternitz am'Sonntag*,, den 16. .November 1913, um 1 Uhr mittags inf Tempel Wien, II., Tempelgass*, stattfindet. Unser Gg. Dr. Lipot Weisz teilt mit,, daß er sich in Ersekujvär als praktischer Arzt etabliert hat. Judifdie Buhne. Freitag, den 7., Samstag, den 8., Sonntag, den 9. und Montag, den 10. November: „Chussen Kaie“, komische Operette in 4 Aufzügen von J. Latainer. — Sonntag, den 9. November, 'Vi>4 Uhr nachmittags, bei halben Preisen: „Jchuda und Israel“ („Die zwei Sergenten“). — Dienstag, den 11/ November: „Die Neschume von Isruel“, Operette von Seifert. — Mittwoch, den 12. November: „Die \v e i ß e S k I a v i n“, Drama in 4 Aufzügen von Zalatoresski. — Donnerstag, den 13. November: „Die drei Matunes“, Operette von Ch. Ch. Wolfsthal, Libretto von J. L. Peretz. « (Variete im Saale S. Bondy, II., Unt. Augartenstraße 8, nächst der Augartenbrücke. Gastspiel des weltberühmten Künstlerpaares Herr u. Frau A. Melzer.) Wochenprogramm: Freitag, den 7. und Samstag, den 8. November: „Die Jesojme v. J. Gordin; Sonntag, den 9. November, nachmittags: „Das wahre' Glück“, bei halbe Preise i/24 und abends 8 Uhr: „Schabes Kojdesch“; Montag, den 10. November, 8 Uhr: „Die beiden Kuni Lemel“; Dienstag, den 11. November," 8 Uhr: „Eisches Chail“; Mittwoch, den 12. November, auf allgemeines Verlangen: „Kol Nidre“; Donnerstag, den 13. November: „Chawele, die Näherin“. Liste der Überläufer. vom 21. Oktober bis 3. November 1913. Deila Marie Josefa Torre, Wien, ledig, Bankbeamtin, XV., Mariahilfergürtel 21. — Adolf Rappaport, Lemberg, ledig, Bankbeamter, I., Schottenring 3. — Regine Strasser, Prag, VI., Magdalenenstraße 1. — Marta Lasker, Breslau, verheiratet, Privatbeamtensgattin, XIII., Zehetnergasse 15. — Stella Hitschmann, Wien, verheiratet, Advokatensgattin, I., An der Hülben 4. — Benno Epstein, Wien, ledig, Privatbeamter, IX., Marktgasse 58. — Hermann Lasker, Breslau, verheiratet, Privatbeamter, XIII., Zehetnergasse 15. — Antoinette Hermer, Budapest, ledig, Priv., II., Untere Donaustraße 33. — Eduard Schlesinger, Wien, ledig, Privatbeamter, II., Castellezgasse 10. — Mayer Ganzer, Fuka (Gal.), ledig, üeschäftsdiener, II Novaragasse 5. — Antoinette Fischer, Olmütz, ledig, Priv., II., Taborstraße 49. — Mathilde Schild, r. Friedrich, Wien (Pf. St. Jakob), verheiratet, XXL, Ostmarkgasse 43. — Theodor Langer, Olmütz, ledig, Konzipient, XVII., Hernalser Hauptstraße 113. — Eleonore Garai, Wien, ledig, Priv., IX., Günthergasse 3. — Rachele Wilhelm, Wien, ledig, Priv., IX., Nußdorferstraße 4. — Louise Reisz, Grünau (Ung.), ledig, Priv., XVII., Hormayrgasse 7. — Gisela Soffer, Wien, ledig, Priv., II., Am Tabor 28. — Friedrich Paul Weiss-Weiss, Wien, ledig, Student der Medizin, IX., Thurngasse 11. — Franz Scheiner, Wien, ledig, Privatbeamter, IX., Porzellangasse 44. — Edward Gottlieb, Wien, laut Zuschrift der k. k. Bezirkshauptmannschaft Chrzanow. Briefhasten der Redabtion. Mundy. Ein Buch oder eine Broschüre über die Entwicklung der jüdischen Studentenschaft is Oesterreich ist uns nicht bekannt. Tobitschau. Bericht nicht erhalten. Wegen Raummangel mußten zahlreiche Berichte und Vereinsnachrichten für die nächsten Nummern zurückgesteilt werden. Bei dieser Gelegenheit wird dringend ersucht, die Vereinsmitteilungen wöchentlich bis spätestens Dienstag mittag zu übermitteln. Der Schweizerische Zionistenverband sucht zur sofortigen Anstellung einen Parteisekretär. Erwünscht sind Kenntnisse im Hebräischen, sowie Französischen. Offerte an den Vorort des S. Z.-V., Zürich, Postfach Seidengasse. ES E0E3 äBEBSaSBSB Gouvernante aus besserem jüdischem Haus, mit Deutsch, Französisch und Musik, für einen 8jährigen Knaben gesucht. Offerte an Dr. Natan Kanner in Rzeszow. J (Galizien.) Die „Jüd. akad. Ferialverbindung Emunah“ gibt tief erschüttert allen ihren AH. AH. CA. B. A. B. und Freunden die schmerzliche Nachricht vom plötzl. Ableben ihres unvergeßlichen AH. Dr. L. Rauchmann Werks- und Distriktsarzt bekannt. Der Trauerkonvent fand am 31. Okt. statt Die Verbindung wird ihrem lieben AH. stets ein treues Andenken bewahren. J. A. d. A. C. cand.ing. B.Würbikx, cand.ing. B.Elsner xxx cand.ing. S. Bleicher xxFx.

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