Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 36 (5.9.1913)
- Date
- 1913-09-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2438141-2438432-2438468--3771-2443565- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
NRTJDNRL -JJDBDJQ QRGRN JJJg ■ Erscheint wöchentlich. — Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme: Wien, II., Kanneliterplate Nr. 1. — Sprechstunden ■ _ täglich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurückgestellt. — Abonnementspreise: Für Oester- _ ^'reraü-Üngam: Ganzjähr. K 10.—, halbjähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: Ganzjähr. Mk. 10.—, halbjähr. Mk. 5.—, Vierteljahr. m ■ Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. — Postsparkassenkonto 133.404. — Telefon 22.075. ■ Nr. 36. Wien, Freitag, den 5. September 1913 VH. Jahrgang Der XL Zionisienkongrefj in Wien Das bewußte nationale Judentum' der ganzen Welt ist in diesen Tagen in dem Brennpunkte des modern-jüdischen Lebens, Im1 Zionistenkongresse, vereinigt. Selbst der nüchternste Beobachter und weichlicher Rührseligkeit abholdeste Tatsachenmensch kann sich dem machtvollen Eindrücke der großartigen Kongreßveranstaltung nicht entziehen. Zum elften Male seit dem' Bestände des modernen Zionismus kamen Vertreter aller Juden aus allen Staaten zusammen und immer wieder ist die Stimmung der Tagung getragen von der unaussprechlichsten Freude der Vereinigung der seit Jahrhunderten zerstreuten Kinder des jüdischen Volkes. Von Ost und West, Nord und Süd, von allen „vier Enden der Welt“ sind Vertreter des jüdischen Volkes erschienen und durch gemeinsames Wollen geeint, sind sie für die Dauer von 8 Tagen zu einem Körper zusammengeschweißt. Der zionistische Kongreß ist darum Verkündung und Symbol: Verkündung des jüdischen Wollens und Smbol der werdenden neuen jüdischen Gemeinschaft! Am 2. September fand die Eröffnungssitzung satt. Mit einer gewaltigen, Tausende der besten und bewußtesten Juden unserer Tage umschließenden, Versammlung wurde der Kongreß eröffnet. In würdiger, jenseits aller Effektherscherei liegenderWeise erstatteten die drei Mitglieder des E. A. C. Warburg, Sokolow und Lewin ihre Referate. Die Worte der Redner waren Ausfluß des erstrebten Zusammenhanges, der sich in der zionistischen Organisation zwischen unserer Gegenwartarbeit und unserem Palästinawerk kundgibt. Am1 3- September begannen die Beratungen. Die Eröffnungssitzung, die durch ihre Kolossaldimension das Bild integrierter Kraft bot, wurde von den Be-; ratungssitzungen abgelöst, in denen die ■> in der Partei vorhandenen Kräfte und Meinungen sich Idifferenzierten. Tausende und Abertausende folgen dem Spiel der im1 Kongresse wirksamen Kräfte und alle Teilnehmer sind von dem beseeiigenden Gefühle erfüllt: Zeugen zu sein, wie ein seiner Würde und Lebensenergie bewußtgewordenes Volk von glühender Begeisterung getragen, voll tiefen Ernstes und heiliger Würde, mit eigener Hand seine Zukunft schmiedet! Die Eröffnungsrede Prof. Marburgs. Geehrter Kongreß! Eine ehrfurchtsvolle, feierliche Stimmung erfüllt uns heute hier bei dem Gedanken, daß wir diesmal unseren Zionistenkongreß in jener; ehrwürdigen und schöner. Stadt abhalten, von der aus unser großer Führer, Theodor Herzl, in die Oeffentlichkeit trat. Durch die Ausstrahlungen seines tiefen Gemütes, seines scharfen Verstandes und seines prophetischen Geistes gelang es diesem gewaltigen Manne, die tausendjährige Zionshoffnung des jüdischen Volkes wieder zu erwecken. Aus. ihr, die damals in tiefem Verstecke der Volksseele schlafend ruhte, schuf er mit lautem Weckruf eine mächtige, weltumspannende Organisation. Nur 17 Jahre sind seitdem verflossen, aber die Saat, die er streute, ging auf und wuchs zu einem stattlichen Baume heran; in diesen 17 Jahren, kaum einem Augenblick im Leben eines Volkes, entstand ein vielgestaltiger Organismus von reicher Gliederung und mannig- ‘ fachen Ansätzen zu weiterer Ausgestaltung. Theodor Herzl gebührt hier an erster Stelle in tief empfundener Würdigung seiner unsterblichen Leistungen für das jüdische Volk der Tribut unserer, aus warmem Herzen aufquellenden Dankbarkeit. Seine irdische Hülle betteten wir hier nur allzufrüh zu ewiger Ruhe; aber sein Geist schwebt über uns und möge bei unseren Verhandlungen in uns sein, der Geist des echten Zionismus, der Inbegriff jener ewigen Ideen, denen das Leben und die Zukunft unj seres jüdischen Volkes gehören. (Lebhafter Bei-! fall.) Auch andere Erinnerungen ziehen hier an unserem Geiste vorüber. Hatten sich doch schon in Wien vor Herzl kleine Gruppen jungjüdischer Bannerträger gesammelt, Pfadfinder unserer national-jüdischen Studentenschaft. Anfangs rangen sie schwer in fast hoffnungsloser Pionierarbeit, jetzt aber haben wir in der ganzen Welt eine wohiorganisierte, stark jüdisch fühlende Studentenschaft, bei deren Anblick uns das Herz aufgeht. (Beifall.) Noch ein Name darf hier nicht unerwähnt bleiben. Es ist P e r e z S m o 1 e n s k i n, ein Meister unserer nationalen Sprache, der hier in Wien in der Vorzeit des Zionismus mit flammender Begeisterung für Palästina eintrat. Welche Freude hätte das Herz dieses Rufers in der Wüste erfüllt, hätte er der soeben been- Cenird.euncäVbireind: ^Vien .VIH ari ahilie r ßr Unsere nodelle ^nclüerwcrKc Verkaufshaüfer MRainerplatX.3 K Aüferstrcdjeö LRoteniurmi&12 X KeplerplatiC 15 VLnariahilferttr4? K Nui3dorferü‘r.l4 Photograph Nachim Cheffez II., Taborstraße 41. ^Erstblassiges Htelier [tflnsflerisdiep RiAfung. Langjähriger Lieferant der Kultusgemeinde, greßmitgliedern für sämtliche in das Fach das Beste. Das Atelier befindet sich im Parterre^ empfiehlt sich den Koneinschlagende Arbeiten auf Telephon 225.!