Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 15 (11.4.1913)
- Date
- 1913-04-11
- Page
- Seite 15 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 15 Nr. 2 JUEDISCHE RUNDSCHAU Finanzen. Es wurde eindreigliedriges Präsidium mit strenger Ressortteilung eingerichtet und jedem Präsidialmitglied ein Bbr. als Ersatzmann und Sekretär beigegeben.- Die Finanzverwaltung wurde zentralisiert, die Nationalfondsarbeit in wesentlichen Punkten reformiert. Neugeregelt wurde ferner die Stellung der Inaktiven zum Althermverbande. Von größter Wichtigkeit für'die Weiterentwicklung des K. Z. V. dürften die aut die zionistische Innenarbeit bezüglichen Beschlüsse sein. Die Fuxenstunden werden in Zionismus und jüdischer Geschichte von jetzt an für erst- und zweitsemestrige Füxe getrennt gegeben; -ein zionistisches Burschenseminar soll jedes Semester stattfinden; endlich sollen Hebräisch und Turnen inimmer .größerem Maße berücksichtigt werden. Zur Entlastung des Konvents wurde ein Korporationsaiisscbuß gebildet. Die jüdische Turnbewegung wurde einer eingehenden Besprechung unterzogen, und es wurde beschlossen, daß sämtliche. K. Z. V.-Verbin- düngen der „Jüdischen Turnerschaft“ als Förderer beitreten sollten. Zum Schluß wurden die Wahlen zum Präsidium des K. Z. V-. vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatten: Dr. Walter Fischer, Halensee, Auguste-Viktoria-Str. 6, ■ Vorsitz und Finanzen; Dr. Alfred W o 11 s t e i n, innere Verwaltung; Referendar Liebes, Keilarbeit. Zur gleichen Zeit fand der 1. ordentliche Altherrentag des K. Z. V. statt. Dieser nahm das Statut des Altherrenverbandes an und gab Richtlinien für die zionistische Betätigung der alten Herren. Die• Vorstandswahl ergab: Dr. Egon Rosenberg,, Westfälische Str. 58,. Vorsitz; Dr. .Lescinsky; Dr. Edelstein; Dr. Gerso-n; -Dr. -Weiß. So schloß der -Kartelltag . in zuversichtlichster Stimmung, nachdem er in seiner dreitägigen Sitzung eine außerordentlich große' Arbeit geleistet hatte. Berlin. Am Mittwoch, den 18. Dezember, v. Js.. sprach in der hiesigen Misrachigruppe Herr Herrmann Struck über: „Die Kunst im Judentum“. Einleitend, entwickelte er seine Anschauung über den Begriff der jüdischen Kunst. Nicht die Nationalität des Künstlers und nicht die Wahl der Motive mache den Unterschied zwischen jüdischen und anderer Kunst aus, sondern unter jüdischer Kunst sei die Darstellung irgendwelcher Motive durch jüdische Künstler in spezifisch jüdischer Weise zu verstehen. Wie dies gemeint sei, das definierte der Redner an Israels grandiosem Werke „Ein Sohn des alten Volkes“. Weiter polemisierte der Redner gegen die oft gedankenlos nachgesprochene Phrase von der Kunstfeindlichkeit des Judentums.. Ihre Unrichtigkeit zeigte er an der Hand von Beispielen aus der Zeit des alten jüdischen Staates. Zu seinem eigentlichen Thema übergehend führte er eine Reihe prächtiger Lichtbilder vor, die die Werke der bedeutendsten jüdischen Künstler in ausgezeichneten! Reproduktionen Wiedergaben. Zu den meisten gab er ausführliche Erläuterungen, die ihren Zweck, die , Hörer zu intensivem eigenem Studium anzuregen und sie das Charakteristische der einzelnen Künstler kennen zu lehren, wohl erfüllen konnten. Er schloß seine außerordentlich interessanten Ausführungen mit einem Zitat aus S. R. Hirsch, daß so lange auch die bedeutendsten Verdienste in Kunst und Wissenschaft dem Judentum nichts nützen würden, als sie nicht gepaart seien mit der Beschäftigung mit der Thora und ihrer Wissenschaft. Und er wies darauf hin, daß als Ergänzung hierzu der Zionismus uns die Beschäftigung mit den übrigen nationalen Gütern unseres Volkes - wiedeigebracht habe, ..daß aber der Veranstalter dieses Vortrages-, der Misrachi, beide Prinzipien vereint in sich verkörpere.: Der Vortrag, der. den Beginn eines von der Misrachigruppe veranstalteten Zyklusses bildete, wurde von dem außerordentlich zahlreich anwesenden Publikum mit starkem, allgemeinen Beifall aufgenommen. Berlin. Am Montag, den 30. Dezember v. Js., veranstaltete die hiesige Misrachigruppe eine große öffentliche Versammlung, in der Herr Leopold Lebowitsch aus Budapest, der langjährige Führer der ungarischen Misrachisten, über das Thema: „Die Zukunft des Judentums und der Zionismus“ sprach. Trotz der für Kaufleute recht ungeeigneten Jahreszeit und trotz schlechten Wetters hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden, um der Versammlung beizuwohnen. Eine lebhafte Diskussion folgte dem Vortrag und ergänzte ihn in wirkungsvoller Weise. Der Anschluß einer Reihe neuer Mitglieder und einige namhafte Spenden für die vom Misrachi zu gründende Kolonie bestätigten den Erfolg des Abends. Stettin. Zionisten treffen sich jeden Freitagabend beim Vorstand H. Jacob, Tumerstr. 10, Eingang Arndtstr. 1, 1. Königsberg i. Pr. Das Makkabäerfest der Zionistischen Vereinigung fand am 11. Dezember y. Js. in den Sälen des Gesellschaftshauses des Tieigartens statt. Das in seinem ganzen Verlaufe sehr stimmungsvolle Fest, welches von etwa 650 Personen besucht war, wurde durch die Festredeeröffnet, die Herr Kurt Blumenfeld übernommen hatte. Er kennzeichnete die Beziehungen, der Konflikte im Judentum unserer Zeit zu den Kämpfen der Makkabäer. Herr Leo Gö 11anin trug, von Herrn Martin Aschkanasy am Flügel meisterhaft begleitet, eine Reihe von jüdischen Volksliedern vor und löste durch seine glänzenden Stimmittel und den packenden Ausdruck, wie . immer, rauschenden Beifall aus. Der ernste Teil des Programms brachte schließlich noch die Vorführung der neuesten, von Dr. Bo den heim er, Köln, im Frühjahr 1912 aufgenommenen Palästinalichtbilder. Die Bilder‘veranschaulichten die verschiedenen Arbeitsgebiete-und die Erfolge unserer Kolönisationsarbeit in Palästina. Besonderes Interesse erregten neben den Aufnahmen aus verschiedenen Kolonien die aus Tel Awiw mit dem imposanten Bau des hebräischen Gymnasiums. Der weitere Teil des Festes war gedacht, als ein Ausschnitt aus dem Marktleben in Tel Awiw. An den Verkaufsstellen; winkten Schilder in hebräischer Schrift und Sprache, und so mancher des Hebräischen weniger Kundige konnte hier sehen, wie heute Büffett, Lotterie, Sekt im Lande unserer Väter heißen. Ein Festzug palästinensischer Bauern, die ihre Erzeugnisse auf den Markt in Tel Awiw brachten, bewegte sich durch die Menge, und fröhlicher Jubel hallte durch den Saal, als ein Herr, den man sonst mehr auf der Rednertribüne zu sehen gewohnt war, als Rosch ha Wapd von Tel; Awiw vom Kamele herab dem Volke erzählte, was er alles Wunderbares auf seiner Europareise in der Kchilja in Königsberg i. Pr. gesehen und erlebt hätte. An den Büffettbetrieb schloß sich der Tanz an, währenddessen das nicht tanzlustige Publikum in einem Nebensaale in fröhlicher Sektstimmung heiteren Kabarettvorträgen lauschte. Von dem bedeutenden Ueberschusse des Festes konnte auch diesmal wieder ein großer Betrag für gemeinnützige palästinensische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Eydtkuhnen. Am 1. Januar hatten wir Gelegenheit, Herrn Dr. Albert Goldberg, Neuenahr, auf einer Besuchsreise in unserer Mitte zu sehen. Herr Dr. Goldberg übernahm bereitwillig einen Vortrag über: „Der Zionismus und die westeuropäischen Juden“. In lichtvollen Ausführungen behandelte er das Problem geradezu erschöpfend und erntete den -begeisterten Beifall der zahlreich Erschienenen. Aut ‘den vom- Versammlungsleiter, Herrn Referendar Bry, an* die Versammlung gerichteten Appell folgten fünf Neuanmeldungen. — Im Dezember v. Js. veranstalteten wir eine Makkabäerfeier, welche sehr gut besucht war, zumal das Fest die erste Veranstaltung dieser Art in unserem Orte war.- Das mit einem großen Aufwand von Kosten zusammengestellte Programm war in jeder Hinsicht vollendet. Besonders fanden die von Herrn Gollanin mit seltener Klangschönheit vorge'tragenen Volkslieder Ungeheuern Beifall. Den Abend füllte noch das von Dilettanten aufgeführte Jargon-Theaterstück „Menschen“ von Scholem Aleichem aus, das von allen Mitwirkenden sehr gut gespielt wurde und wobei Frl. Rebecca Papir und Herr Tobias Schereschewsky besonders hervortraten. Erwähnt seien noch die‘Vorführung von Palästina-Lichtbildern, die mit großem Beifall aufgenommen wurden, welcher sich nach jedem Bilde erneuerte. Das Fest ergab einen schönen Ueberschuß, von dem ein Teil bereits an den Nationalfonds abgeführt wurde. Posen. Den Schlußakt des kurzen, aber bewegten Wahlkampfes zu den Posener Repräsentantenwahlen bildete eine von der Zionistischen Ortsgruppe Sonntagabend nach dem Bazar-Saale einberufene Wählerversammlung, nachdem bereits am vorangegangenen Nachmittage die Richtlinien — Liberalen mit den ihnen so innig zugeneigten Kompromiß- Konservativen sich gemeinsam den Wählern vorgestellt haben. Herr Rechtsanwalt Kämpfer, aut dessen Unfehlbarkeit auch die konservativen Khillemachthaber schwören, hat im Bewußtsein der einzigen wirklichen und wahren Missiondes jüdischen Liberalismus, des Kampfes gegen den Zionismus das zionistische Gespenst redegewaltig, wie immer, erstehen lassen. Die Furcht vor der Vermehrung jüdischen Lebens auf allen Gebieten durch den Zionismus ließ Kämpfer wahrhafte Kapriolen ausführen; schließlich wurde auf die Gefahr hingewiesen, die dem Geldbeutel der Posener Juden droht. Unser Gesinnungsgenosse Ka r e s k i gab in Vornehmer schneidiger Weise die . Antwort darauf. — Am Abend aber war das jüdische Posen bei den Zionisten zu Gaste, und schon beim Erscheinen des Redners, R.-A. Dr. Klee, löste stürmischer Jubel der erschienenen 600 Hörer die Begeisterung aus, die der Kampf um eine große gerechte Sache bringt. Klee eröffnete seine Rede sofort als Antwort auf Dr. Kämpfers Unterstellung, daß wir unser Programm in der Tasche behielten, wenn es sich um Stimmenfang handele, mit einer scharf pointierten Erklärung des zionistischen Programms im ganzen und des zionistischen Programms für die Gemeindestuben im besonderen. Mit Berufung auf das bedeutende Wort Herzls von der Rückkehr ins Judentum vor der Rückkehr ins Judenland geißelte er das absichtliche Nichtverstehenwollen der liberalen Kapital- und Provinzführer. Er erinnert daran, wie alle Beschämung, die dem Judentum unserer Tage durch Erscheinungen, wie den Metternich-Prozeß aus den liberalplutokratischen Klümpel stammt, der leider auch, hoffentlich nicht mehr allzu lange, die Bevormundung des jüdischen Volkes, namentlich in den Großgemeinden, mit liberalen Worten und höchst unliberalen Taten betätigt. Mit treffenden Worten wies er nach, ein wie eitler Schwatz die immer betonte Friedensliebe dieser Leute ist, wie in Wirklichkeit die naive Aufforderung ah die Zionisten zum politischen Selbstmord, wie die beharrliche Verweigerung des einzigen wirklich gerechten Wahlsystems des Proporzes in Wahrheit eine Erklärung des Krieges innerhalb der jüdischen Gemeinden in Permanenz ist. Unter großem Beifall kennzeichnete er die Kleinlichkeit der Posener Drahtzieher, die es über sich gewinnen können, einen der kompetensten Kenner des jüdischen Gemeindelebens, den von Zionisten auf den Schild erhobenen Dr. Kollen scher, der überall als Autorität in jüdischen Gemeindefragen zitiert wird, den Eintritt in die Gemeindestube zu verweigern. Mit warmem Appell an die Wähler, mit ihrem- Wahlzettel einen guten Schritt vorwärts zu gehen auf positivem Wege, schloß der Redner, dem minutenlanger stürmischer Beifall für seine glänzenden Ausführungen dankte. Nachdem Herr Wollstein, Dr. Calvary und Pleßner unter Wahrung kleiner Divergenzen namens der von ihnen vertretenen gesetzestreuen Organisationen, erklärten, für die zionistische Liste eintreten zu wollen, dankte der Vorsitzende Dr. Kollenscher dem Redner des Abends und schloß die Versammlung mit dem warmen Appell an die Wähler, am 7. Januar für das eine wahre Gesamtjudentum einzutreten. Dresden. Am 6. Dezember 1912 veranstaltete die hiesige Zionistische Ortsgruppe ihre Makkabäerfeier. Als Festredner des Abends fungierte Herr Rechtsanwalt Greifenhagen - Berlin. Vor allem trug Herr kgl.-sächs. Hofschauspieler Siegfried Lewinsky durch den warmen und tiefen Vortrag Rosenfeldscher und Frugscher Lieder zum Gelingen des Festes bei. Ferner widmeten ihre geschätzte Kraft: Frl. Eathaes, eine Dresdner Violinvirtuosin, durch den Vortrag des Wienawskischen Violin-Konzertes; Frl. Himmelfarb durch Klaviervorträge; die Herren H o f s t e i n und P a g 1 i n durch den Vortrag von Liedern von Brahms, Löwe, Lortzing. Stimmungsvoll wurde die Feier eingeleitet mit dem Entzünden der Chanukah-Lichter von Herrn Kantor H o f s t e i n. Ein Ball schloß sich an die Vorträge an. Ahlem. Der am 1. Januar 1903 von Herrn Direktor S i l b e r b e rg - Ahlem gegründete „Verein ehemaliger Ahlemer“ (ehemalige Zöglinge der Israel. Erz.-Anstalt Ahlem) begeht mit dem Eintritt des kommenden Jahres sein 10 jähriges Jubiläum. Der Verein, der das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den „Ehemaligen“, den Austausch von gesammelten Erfahrungen zum Nutzen auch deF jüngeren Generation erstrebt, ferner die Gewährung zinsfreier Darlehen in Notfällen oder zur Fortbildung, endlich Lust und Liebe zu Handwerk und Bodenkultur unter der jüdischen Jugend zu wecken, sein Ziel nennt, setzt sich heute aus ca. SO Mitgliedern zusammen, die „bis an alle vier Enden der Erde“ zerstreut sind. Aus Anlaß des festlichen Tages hat dieser Verein einen hübsch ausgestatteten Festbericht herausgegeben und seinen Begründer una bisherigen Vorsitzenden als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Elberfeld. Am 30. Dezember 1912 fand hier eine Versammlung der religiös-liberalen Ortsgruppe statt, zu welcher man die ganze Gemeinde eingeladen hatte. Herr Rabbiner Dr. Kelter- Danzig sprach über das Thema: „Was ist und was will der religiöse Liberalismus?“ In etwa anderthalbstündiger Rede setzte der Herr Redner das liberale Programm auseinander. Aber es ging auch an diesem Abend wie sonst in liberalen Versammlungen. Vor lauter blumigen Redewendungen wird einem so dumm, daß man stets so klug bleibt wie zuvor. Nach Schluß' des Referates teilte der Vorsitzende der liberalen Ortsgruppe, Herr Dr. Grüneberg, mit, daö mir fünf Minuten Redezeit für die Diskussionsredner bewilligt würden, da Herr Dr. Kelter um 11 Uhr 40' Minuten nach Düsseldorf reisen müsse. Das war nun nicht liberal, denn Düsseldorf wäre auch am andern Morgen in einer halbstündigen Fahrt zu erreichen gewesen, auch fuhr noch ein Zug um 12 Uhr 20 Minuten, aber Herr Dr. Kelter wollte nun mal durchaus um 11 Uhr 40 Minuten fahren. Schließlich gingen die Liberalen in ihrem Liberalismus so weit, eine Redezeit von zehn Minuten zu bewilligen. Uns fiel angesichts dieser Aeußerung von Liberalismus das Dreiklassenwahlrecht der Gemeinden, der vollzogene Wahlrechtsraub in Bochum und der versuchte in Köln und Duisburg ein. In zehn Minuten kann man nun eine Lebensauffassung, selbst wenn sie so schlecht fundiert ist wie die religiös-liberale, nicht völlig ad absurdum führen. Fünfzehn bis zwanzig Minuten sind dazu doch nötig. In gedrängter Kürze, in einer Art Telegrammstil, wurden von Herrn Dr. Grüneberg die Widersprüche in den liberalen Anschauungen hervorgehoben, und als von ihm nachgewiesen wurde, daß die Erfüllung der angeblichen Mission der Liberalen gleichbedeutend sei mit» der körperlichen Auflösung des jüdischen Volkes — eine Tatsache, die doch von den liberalen Rabbinern durchaus zugegeben wird —, da bestätigte der Herr Redner seine liberale Gesinnung, indem er vom Vorstandstische aus seinem Gegner Rufe wie „kompletter Wahnsinn“ entgegenrief, ein Benehmen, das doch immerhin von der Regel abweicht. Daß das Schlußwort eine Hetzrede gegen den Zionismus war, versteht sich am Rande. Ein guter Abgang mit Applaus erfreut jeden Schauspieler. Und schließlich ist ein liberaler Rabbiner doch auch nur ein Mensch, der sich seines Beifalles auch gern freut. Der christliche Zionist, die Gesinnungsgleichheit von Zionisten und Antisemiten wurden von den Liberalen mit herzlichem Beifall applaudiert. Wir hoffen, daß der Zug des Redners in der nächsten Versammlung der Liberalen etwas später abfährt. Köln. Am Montag, den 30. Dezember v. Js., sprach Herr Kurt BI u me n f e 1 d, Berlin, in der hiesigen Zionistischen Vereinigung. Herr Kurt Blumenfeld ist hier in Köln schon seit langem als glänzender Redner bekannt; dieser Umstand im Verein mit dem aktuellen Thema seines Vortrages: „Zionismus und OrientaFismus“ bewirkten es, daß schon, bevor Herr Lehrer Reinhardt die Versammlung eröffnete, der große Saal der Rheinlandloge bis auf,den letzten Platz besetzt war. Die interessanten Ausführungendes Redners fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung. Mit besonderer Freude können wir feststellen, daß eine ganze Reihe von Nichtzionisten, die bisher noch nicht zu unseren Veranstaltungen erschienen waren, dem Vortrage des Herrn Blumenfeld mit sichtlichem Interesse folgten.