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Jüdische Zeitung · 1913-01-24 · 4 (24.1.1913) · p. Seite 10

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
7 (1913)
Issue
4 (24.1.1913)
Date
1913-01-24
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Nr. 4. zeit über K 2200 aufgebracht Ein gut Teil dieses Betrages ist durch Zeichnungen auch für das nächste Jahr gesichert worden. Schekeiagitation. im Laufe des .ganzen'Jahres wurde auf die Schekeiagitation großes Gewicht gelegt und wenn vorläufig -trotzdem „ nicht mehr als 1200 Sdiekolim. herejngebfächt werden konnten, so -findet dies seine Ursache im kongreßlosen Jahre,- dessen Sdiekelanzahl . die des Kongreßjahres nicht erreichen kann. 'Allerdings sind noch ver-r schiedene Schekelblocks ausständig, die trotz wiederholter \Jrgeaz noch nicht abgeliefert wurden, so daß die Schlußabrechnung noch nicht vorgenommen werden. konnte. Die Agitation wurde durch einen vom DK. herausgegebenen und von Gg.'Batö verfaßten Schekelaufrnf unterstützt . — "Heuer , zum ersten Male •; hatten die Vereine die, Sdiekolim für ihre Mitglieder nach der vorgelegten Liste abzuführen.- Distriktsfonds. Der'am 28. Jänner- 1912-.sfättgefundene DT. sprach sich für -die -Errichtung eines Sekretariates aus. Da jedoch die irii Budget in Aussicht genommenen Parfeisteuerbeträge,. die heuer, zum ersten Male in der in Brünn beschlossenen Höhe-eingehoben , werden-sollten, nicht oder nicht-, reditzeitig einflossen, sah sich das DK. über Antrag des Gg;, Dr. Körner veranlaßt, einen Distrikts fonds ins Leben zu rufen. -Der Distriktsfonds, der vor allem zur Bedeckung des Ausfalles im Budget diente, . erhielt Bei- 'trage von verschiedenen Gg. Gg. im Gesamtbeträge'von K.340 (Gg. kais. Rat Hirsch spendete'K .100 für diesen Zweck). Zn Beginn der .Berichtszeit erhielt' das, DK. von Gg. Dr. Paul Weisengrün -eine Spende von 100 Kronen. " Tätigkeit der Vereine. Das DK. war während der ganzen Berichtszeit bestrebt, mit den einzelnen Vereinsleitungen nicht nur im .Wege der, Obmännerkonferenzen, sondern durch' innigen persönlichen Kontaktin ständiger Fühlungzu stehen: Der DK.-Obmann undder Öbmannstellvertreler nahmen ihrerseits oft Gelegenheit war, um sich von der Tätigkeit; der Vereine durch den Besuch der Vereinsabende, Vorträge, Diskussionen zu überzeugen und an Ort pnd-Stelle die erbetene öder notwendige Unterstützung zu gewähren. - ' .- im allgemeinen kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß. in den meisten Vereinen viele kulturelle Vorträge stattfanden, ja es kam sogar;— trotz -verschiedener Verfügungendes DK, — sehr oft zur Kollision mehrerer Vorträge. Von einzelnen Aktionen per-Distriktscereine sei erwähnt: Die vorbildliche: Tätigkeit .des .Vereines „Theodor -Herzl“ in seinem Seminar, in dm Palästina-, GjsdFcnts und zwei hebräische Kurse regelmäßig, abgehalten würden' und die von ihm veranstalteten 1 i t e r a ri sch en M a ti ne es, von denen besonders die Bialik-Feier zu erwähnen ist, ferner der J ü d i - sehe Volksliederabend; die ersprießli- -che Tätigkeit der Wien er Zionistischen Vereinigung, die ihr Hauptaugenmerk auf die zionistische Jugenderziehung gerichtet hat. Zu diesem Zwecke.veranstaltete sie 8 Geschichts- und zwei hebräische Kurse für die-Jugend. Der von -'ihr gegründete Wanderbund „BI.au-" Weiß“ unternimmt mit der Jugend regelmäßige Ausflüge in die Wiener Umgebung, sie veranstaltete für sie eine sehr „gelungene Makkabäerfeier und wirkt eifrig bei der Sammlung für das Hebräische Gymnasium zu Jerusalem mit. Von den Palästinaabenden der „U n ita s“,' „K adimah“ und „Ivr ia“ berichten wir äh anderer Stelle unseres Berichtes. Der akademische Verein „8 a r G i o r a“ -setzte auch in diesem Jahre die stramme zionistische- Erziehung seiner Mitglieder fort. Zum 20semestrigen Stiftungsfest gab er eine zionistische Broschüre in kroatischer Sprache heraus, zu der -auch die Gg. Gg. Ba16 und Dr. Kadisch über das zionistische Erziehungsproblem Beiträge lieferten.. Der junge „He r z l~ K1 u b“ trat mit verschiedenen Veranstaltungen,, u. a. einer Herzl-Feier, vor die Geffentlichkeit. Sehr zufriedenstellend' war auch die Tätigkeit des. Vereines „Ne'ure Jehu-da“, der im Kreise der Mitglieder und der Handelsakademiker vorbildliche Erziehungsarbeit leistete und sich an der- Seheke'sammlung eifrig beteiligte. Der Mädchenverein „Mo- ■riati“ zeichnete sich ebenfalls durch rege Tätigkeit und Veranstaltung geselliger Abende, ferner, einer Makkabäer-Feier und eines Imber- Abends aus. Der „Erste Wiener Zionistische F r a u e n v e r e i n“ entfaltete eine segensreiche Tätigkeit auf dein Gebiete sozialer Fürsorge, die sich durch die Gewährung einer jährlichen Subvention an das Palästma-lnforinationsbureau auchauf die zahlreichen, Wien pas- .sierenden Palästina-Emigranten erstreckte. Mährisch-schlcsische Ferialverbindungen. Mit den mährisch-schlesischen Ferialverbindungen, deren Mitglieder den größten Teil des Jahres in Wien zubringen, stand das. DK. im steten Kontakte. Gg. Goldberger, Präsident des Arbeitsausschusses der Ferialverbindungen, ist in ' die Obmännerkonferenz 'kooptiert' worden. Gg. Dr. Kadi sch hielt öfter Vorträge, in. den Ferialverbindungen in Wien-und bereiste im Sommer. .Südmähren, wo er in den einzelnen Ferialverbindungen Seminarvorträge veranstaltete. Gg.-Bato hielt in Ungarisch-Hradisch die Tendenzrede anläßlich des 30semestrigen Stiftungsfestes der Achiwah. - ' Zionistische Broschüre, - Seit Jahren macht sich das Feilten einer den westösterreichischen Verhältnissen entsprechenden z io ni s-t i s ch e n. A g.i t a ti.o n sb r o s ch ü re. bemerkbar. Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, beschloß das DK. die Herausgabe einer Agitationsbroschüre lind betraute — einvernehmlich mit dem damaligen ZK.-Präsidenten Gg. Böhm — mit deren Venassung.Gg. Ludwig Batö. Die Broschüre wird voraussichtlich in :der zweiten „ Hälfte Februar erscheinen..— -.Die Wiener/Zionistische Vereinigung, hat für die Herstellung, der Broschüre bereits 103; Kronen aufgebracht. Kulturarbeit. Die am .letzten DT. 'gewählte Kulturkom- - mission, bestehend aus . den Gg, Gg. Batö, Böhm, Markus, Lan-dä u und Rei zes, trat; öftei^ zusammen und beschloß unter Heranziehung" verschiedener, hervorragender Gesinhungs-; genossen einen - „V er ei n t ü r.h e b r ä i s ch e Spr a ch e und K u 11 u r“ ins Leben zu rufen. Die von Gg. Batö ausgearbeiteten Statuten sind vom Ministerium des Innern bereits zur Kenntnis, genommen worden. Ein Aufruf zur Gründung des Vereines wird in dennächsten Wochen erscheinen, wie auch eine,. Agitationsversammlüngstattfindet Es finden gegenwärtig; Verhandlun-, gen mit verschiedenen geeigneten. Persöhlichkei- . ten statt, die die Leitung -des Vereines, der hebräische Sprachkurse einrichten und erhalten soll, zu übernehmen hätten. Der Verein sollte fernerhin Freunde unserer;'Nationälsprache ge-, Winnen und die für die Einrichtung der hebräir sehen Sprachkurse notwendigen Geldmittel äurbringen. - ." Jüdisches Turn- und Sportwecen. , •Bereits vor der im September v. J. stattgefundenen Jahreskonferenz unserer Bewegung, die.die Förderung ries jüdischen Turn- und Sportwesen den Zionisten ans Herz legte, hat das DK. .dessen große Widhtigkeit, für unsere Idee erkannt und Ist den Wiener Sport- und Turnvereinen mit allen Mitteln an die Hand gegangen. Gg. Dr. Körner hat als Vizepräsident.’ des Sportklubs „H akoah“ durch hingebungsvo le Tätigkeit das Aufblühen dieses Vereines herbeigeführt.- An dem Mitte :\tai stattgefundenen Jüdischen Sportfest war das' DK, das. einen Preis," bestehend aus' einem Bezalel-Kunsfgcgen-; stand stiftete, vollständig Vertreter,. —Gg.. Gg. B a t ö und. Dr. W ein e r 'hielten ferner zionistische Vorträge im „Hakoah“. .- - „ Dem- Turnverein „M a.s s a d a“ besorgte das DK. das Verzeichnis der -hebräischen Komman- - dowörter und im- Ersten W i e ne r-Jüdisch en T u rn v e r ei n -wirkten einige Mitglieder des DK. als aktive Turner mit; Dr. Fuchsgehört dem Turnrate des letzteren Vereines an. - Jugendorganisation. „ Auch der Jugenderziehung und -Organisation hat das DK. sein Augenmerk zugewendet, indem es mit der Jungmännschaft in steter Fühlung stand. Durch Vorträge, Diskussionen usw. wurde die Erziehung und Bildung der Jugend erfolgreich weitergeführt. ‘Besondere Verdienste hat sich in dieser Beziehung Gg. Dr. Kadi s c h, wie auch die Wiener Zionistische Vereinigung . verschafft, die bestrebt war, der zionistischen Jugenderziehung' eine gesunde Grundlage zu verleihen. . ■- Gegenwarfsarbeit. ~ LanderpoEtik. * ,■& Wie' auch im Vorjahre .—„ obwohl es in der Berichtszeit zu keiner Aktion kam hat das. DK. mit dem Jüdischen 'Nationalverein, für' Oesterreich ständig Fühlung gesucht. Einige Mitglieder des DK. gehörten auch dem Ausschüsse des Nationalvereines an. Am 29. Juni 1912 fand in Wien eine Landeskonferenz des Nationalvereines statt, an welcher das DK. durch Gg. Gg. Batö und Dr. Kadi sch, welch letzterer ein ausgezeichnetes Referat., über 'die Läge der österrLeichischen Juden hielt, vertreten war. Kultusgemeinde Aktien: Kompromiß . / Bereits im Mai v. J. ging das DK. an_ die Vörbereitungsarjbeiten für .die Kültuswahlen, 'Anfang Oktober trat das vom DK. eingesetzte 23gliedrige ZentraTWahlkpmitee zusammen, das. Gg. Dr. Körner-zum Obmann wählte, der bis zum Ende der Kultuswähloktion die Führung innehatte. 'Dr. Körner ging vor allem an die Ergänzung des-Kültuswahlkatasters und „syste-' malische Einrichtung des’;Wahlbüros. Inmitten dieser Arbeiten bot-uns ' das offizielle Wahlkomitee .ein Wahlkompromiß, an. Durch die Gg- Gg. Dr. Körner,. Obering. Stricker und I3r. Ehr lieh wurden* die ersten Verhandlungen geführt, die zu einem ehrenvollen Kompromiß führten,' das „auch1- ''vom' großen Wahlkomitee .gutgeheißen wurde. Es .wurden dem" zionistischen Wahlkomltee z wei M and ate m i t d e m K a n d I d i e r u n g s r &cH t e zugestanden. Das Wahlkömitee entschied sich für die Gg..Gg.. Obering. -Robert: S t r i cke r und, Dr. Jakob Eh r 1 ich,- die bei der am 24. No-; vember v. J. statgefuiidehen Kültusxyahl auch tatsächlich zu Kiiltusvörständen gewählt wurden. Außerdem-sind zufolge des Kompromisses eine; Anzahl von Gesinnungsgenossen, zu 'Bezirksräten;, der Kultusgemeinde gewählt und ferner drei Gg.r Gg. ernannt worden. . -'Beim Abschluß des; Kompromisses ging das: Wahlkomitee einzig'„allein von der Erwägung, aus, daß das Kampfgebiet gegen die Kultusge-, meinde, deren Eroberung zionistische .Pf.icht ist, erweitert werden .müsse. Nicht nur von außen, auch von ihnen-müsse der Kampf gegen die Kultusgemeinde' aufgenommen werden -und dies könne erst dann geschehen, wenn unsere Vertrauensmänner im Kültusvors'ande sitzen.-’- Wie richtig diese Annahme ist, zeigt das mannhafte" und entschiedene'Auftreten der-beiden Gesinnungsgehossen. in der rKultusstube. Die Kultusgemeindeaktiori, die frühervon einer Wahl bis zur anderen geruht hat, Wird jetzt zu einer ständigen Erscheinung. . . ' - Jüdischer Volksrat. Die zionistischen Kultusvorstände und ..Bezirksräte traten zu einer Körperschaft, „jüdid i s c h e r Volks rat“ genannt, zusammen. : Dieser Körperschaft gehört der jeweilige DK.-. Obmann und drei zionistische Vertrauensmänner an: Dr. "Paul ‘;Wei sen.gr ü.nv Ing.: Oskar Krämer und Isidor Ge witsch.' Der Jüdische-Volksrat befaßt sich eingehend mit den in der Kultusgemeinde,- aufgeworfenen Fragen. und ist bestimmend für das'gleichmäßige Vorgehen und Auftreten' der zionistischen Kultusgemeindefüriktionäre. Der Jüdische Volksraf wird auch der demnächst in den verschiedenen Bezirken Wiens 'einzuleitenden Propaganda gehörigen Vorschub leisten. Internes. Tätigkeit der DK.-Mitglieder. In der Beridvfzeit sprächen -die Gesinnungsgenossen : B a t ö (Wien,. Klosterneuburg, Ung.- nrodisch), Dr. K a d i s c h (Wien, Klosterneuburg, Stocke-äu, in, verschied.- Orten^ Mährens, Graz),'Dr. W e in er (Wien und Klosterneuburg), Ing. Groag (Wien gr Stoc'kerau). — Auf zionisihchen und jüdisch-nationalem Gebiete entfalteten eile schriftstellerische Tätigkeit die.Gg. Gg. Batö („Jüdische Zeitung“, „Zsi iö Szcmle'V „Rasswiet“, usw.); Dr. K a d,i s c h; („Die Welt“, „Jüd. Zeitung“, die Brpschü'-e- „Juag-Juda itiid' Jung-Oesterrtirh“) uad Dr. Stein (alsHeräusgeber -der-Zeitschrift '„Jüd. Nalionalfonds“): Die ordentlichen Einnahmen erstreckten sich auf" die .Eingänge der Partei Steuer, und; des Distriktsfondes. Die Durchführung des Beschlusses des.-Brünner ParteUages bezüglich Erhöhung der Partei Steuer ihkl. Schekel auf'4 Kronen, konnte nicht zur Gänze bewerkstelligt werden, .zumal, da~~die meisten Vereine ihrer Verpflichtung auf Entrichtung der Pa* tristeüer lind des Schekels "in -zwei Raten bis-längstens 1. Mai nicht hachgekorrimen"sind. Es steht; aber zu „ hoffen, -daß im. nächsten Jahre die Parteisteuer, pünktlicher und in vollem- Betrage entrichtet werden 'wird. .; . Ueber die Kassagebarung wird-ein‘eigener Bericht dem DT. erstattet werden. Geschäftsführung, Büro. . Die Leitung des Büros hätte. bis August 1912 Gg. Ing. G r o a g, der i.n umsichtiger und unermüdlicher Weise seinen .Agenden „oblag. In-- folge finanzieller .Schwierigkeiten war Jedoch, das ..DK. gemüssig.t,. das Büro'Ende Juli aufzulösen. Gg. G r o a;g verlegte hierauf. seinen Wohnritz nach Troppau und seine wertvolle Kraft ging vorderhand hier Wiener zionistischen Arbeit verlören. Unser Büro beschäftigte ferner, ein Büro-, fräulein, das nach Austreten 'des Gg. G ro'äg mit den, Kultuswahlangelegenheiten beschäftigt und am 1. 'Dezember außer Stand gebracht wurde. . Von Anfang August bis zum Schlüsse, „der Berichtszeit versah Gg. .Batö die gesamte Korre;pondenz und-Geschäftsführung. . Schlußwort. -v Durch die Drucklegung des vorstehenden.Berichtes hat "das „DK. den irri Vorjahre getroffenen Brauch, der sich überaus gut bewährt hat, aufgenommen. Wir schließen uns vollstänvdig der Meinung der früheren DK. an, daß mit einer bloßen Kenntnisnahme des Rechenschaftsberichtes seitens des DT.. weder dem abtretenden, noch dem kommenden Diätriktskomitee gedient sei. Der Bericht -muß anre gend wirken lür dieDis k us s loh-und für die Ar beit. Wir stehen bereits irri Zeichen. des Kongresses, der in einem halben Jahre auf Wiener Boden stattfinden soll. Es bedarf wohl keiner längeren Ausführung,- daß' nun eine tatkräftige zionistische Tätigkeit einsetzen muß. Der , Distriktstag möge den -Begijn dieser neuen Arbeitsperiode bezeichnen! . . . Wien, am .15. Schewät '5573 (23. Jänner 1913). Für -d. -Ziön. DK. für L-Oeri -Ludw, Batö, Obrri. f psssi.v^itf3r*3fcM«£BB^aa2BBB»*»s^äaBsraaBBBKa*»2¥sa-:«;i

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