Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 2 (10.1.1913)
- Date
- 1913-01-10
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Nr. 2 Meran IO pr. Dr. Jos. Kolm: Meraner Freundekreis 5 B a. N. Ernst Willheim i. Gart. d. isr. Genesungsheim 35.— Pilsen B ** Ludw. Hutter b. Pidjan dessen Sohnes Mosche zwi ben Eliczer 1 B 7.— Prag B ** Slg. d. Ph. S. Frankfurter b. Hochz. Dr. Arnold u. Stella Frankfurter 1 B a. deren Namen i. Hallegart. 7.— Proßnitz MS pr. Hammel: Anl. Sude b. Hr. Leo Ballek: Leo Ballek, Moritz Ballek, Dr. Hilf ä 5.—; Jul. Neumann, Ida Ballek ä 2.—; Dr. Goldsdimidt, Ernst Ballek, Isais Ballek, Hertn. Berger, Osk. Ballek, Sal. Hahn, Friedr. Ballek,’S. Rosenberg, Sigm. Schick ä 1.—; zus. 4 B a. N. Gurt Ballek 28.—; A. H. Oskar Stern anl. Anwesenheit i. Proßnitz 1 B a. N. Oskar Stern 7.— 35.— Rymanow WG H. L. Jakubowicz 1 B a. N. Fri. Bronislawa Gottesmann anl. ihres Geburtstages 7.— Skole OG Dorsche Zion 1 B a. N. Dr. Thau anl. s. Hochz. 7.— Ung.-Brod MS Dr. Markus Winterstein 2 B i. Aatiwahgart. anl. d. silb. Hochz. s. 1. Eltern a. deren Namen Ignaz u. Rosalie Winterstein 14.— Warnsdorf B ** Reinertr. eines jüd. Unterhaltungsabd. z. Stiftung 1 B a. N. Dr. Jandrer 7.—; 1 B a. N. Emil Beer 7.— 14.— Summe K 147.20 Zusammen 21 B, seit 31. Dezember 1911 10.169 B, seither 2300 B. Kapitalanlage. Palästina Laut Development Comp. Prag B ** Dr. Ala:; u. O.io Brod 24.25 Bibliothek Jerusalem. Lemberg OG pr.-'Bodek: Sr. Gratulation z. Hochz. Landau-Sußmunh: Prof. Dr. Schorr 0.60 Zentralfond. Proßnitz MS pr. Hammel: Slg. b. Parteiratsitz. 4.10 Wien IO Ing. Selikin f. arme kranke russische Auswanderer 50.— Philatelie. Marken: Verein „Zion“, Hr. O. Glasspiegel, Wien; Pepi Orender, Wien; P. Bick, Wien; „Jung-Juda“, Wien; Robert Gutttnann, Prag; Dr. Egon Zweig, Wien; M. Grüninger, Droho-, bycz; „Judäa“, Lemberg; Frl. Gisela Gabel und Lola KrocZhmal, Przemvsl; Salomon Grünfeld, Herzi-Club, Wien. Erlagscheine: Verein „Zion“, pr. Glasspiegel, Wien; Robert Guttmann, Prag; „Judäa“, Lemberg; Frl. Gisela Gabel u. Lola Krochmal, Przemvsl; Salomon Goldberg; Herzl- Club, Wien. Staniol: Verein „Zion“, pr. Glasspiegel, Wien; P. Bick, Wien; „Jung-Juda“, Wien; Robert Guttmami, Prag; „Judäa“, Lemberg; Frl. Gisela Gabel u. Lola Krochmal, Przemysl; Frl. Julinka Grünfeld, Budapest. Zigarrenspitzen: Verein „Zion“, pr. Glasspiegel, Wien. Richtigstellung. ln Nr. 51 sollte es unter „Hebr. Gymnasium“ richtig heißen: Brünn * Spitzer: Slg. b. Kränzchen d. jüd. Leseu. Redehaile 15.-. □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ Liebwerte Stammesgenossen! Erez Israel, unser Palästina, tritt immer mehr in den Vordergrund des allgemein jüdischen Interesses. Demgemäß verlegen die jüdischen Organisationen, allen aber weit voran, der Jüdische Nationalfonds das Schwergewicht seiner Arbeit in dieses Land und hat auch schon in der kurzen Zeit dieser seiner Tätigkeit ganz Bedeutendes geleistet. Alte Fehler vergangener Epochen wurden gut gemacht, noch mehr aber Neues geschaffen. Die beginnende Neuaufforstung des Landes im felsigen Judäa, die faktische Pazifizierung Galiläas, die hygienische und wirtschaftliche Sanierung der bestehenden Siedlungen, die Anlage einer ganzen Gruppe neuer, um den Tiberiassee herum, und in anderen Teilen des Landes, die Schaffung heuer, moderner Stadtteile, kräftige Beihilfe für Schulen aller Art, nicht zuletzt Erwerbung von Boden für das jüdische Volk, sind nur ein Teil der bisherigen Leistungen dieser populärsten jüdischen Institution, die keine Gelegenheit, das Land jüdischer, produktiver Arbeit zu erschließen, ungenützt vorüber^ gehen läßt. Leider sind seine Mittel im Verhältnis zu der Riesenarbeit, die der Nationalfond auf sich genommen hat, allzuklein. Der allergrößte Teil seiner Fonds ist bereits in Palästina investiert und auf längere "Zeit gebunden. Und schon steht er wieder vor neuen Aufgaben, die zur Ausführung drängen und die durchgeführt werden müssen, soll das in vollem Aufblühen begriffene Land in seiner Entwicklung nicht aufgehalten, ja vielleicht auf Jahrzehnte zurückgeworfen werden. Gerade jetzt bieten sich günstige Gelegenheiten zugrößeren BodenerWerbungen. Soll man sie aus Geldmangel vorübergeheh lassen, ja vielleicht Zusehen, daß dieser Boden in den Besitz anderer Europäer fällt? Den Weg, den der Nationalfonds beschritten hat, aut seinen Besitzungen jüdische Landarbeiter auszubilden und die'Kolonien auf diese Weise mit qualifizierten, guten, jüdischen Kräften zu versorgen, hat sich als überaus wohltätig erwiesen und bewährt. Soli diese beste und wichtigste ATbeit ins Stocken geraten, weil es im jüdischen Volke an Öpfersinn fehlt? Ein ganzer jüdischer Stamm, vielleicht ein Teil der langgesuchten zehn Stämme, schmachtet im jemenitischen Oolus nach Erlösung aus langen Qualen. Viele Hunderte von ihnen, die bereits nach Palästina geflüchtet sind, haben sich geradezu als vorzügliches Element erwiesen. Denn diese traditionsstarken, thoratreuen Jemeniten sind gleichzeitig verläßliche, anspruchslose und willige Arbeiter. Sowohl im Bezalel als Filigranarbeiter, als auch in den Kolonie« als Landarbeiter haben sie sich durchaus bewährt. Auch ihrer hat sich der National fon d s a ng en ommen, hat ihnen menschenwürdige Wohnräume gebaut, Arbeit verschafft, sie unterrichtet und sogar einen gelungenen Versuch gemacht, mit ihnen die landwirtschaftlichgewerbliche Musterkolonisation zu beginnen, die jetzt weiter ausgebaut werden, muß. Diesen ersten Einwanderern erscheint Palästina als ein Eden gegenüber Jemen, wo sie Haß, Leiden und Verfolgungen ausgesetzt waren, und sie berichten ihren, im Golus zurückgebliebenen Brüdern so günstig, daß ihrer zehntausend stündlich zur Heimreise nach Erez Israel drängen und noch zurückgehalten werden müssen, weil eine so gewaltige Einwanderung bei den erschöpften Mitteln des Nationalfonds eine Katastrophe werden könnte. Und dabei würde deren Einwanderung mit verhältnismäßig kleinen Mitteln in zwei Jahren eine Verdoppelung der, in dreißig Jahren mühsam und unter ungeheuren Opfern erreichten, bisherigen Kolonisation bedeuten! Mit geringen Mitteln; denn die wichtigste und einzige Aufgabe stellt die Unterbringung unserer jemenitischen Brüder. Diese aber ist gelöst, durch Errichtung von Einfämilienhäuscheu mit einem Stück Gartenland für den Gemüsebau zum Eigenbedarf. So ein Haus kostet 1000 Kronen, die in einer Judenstadt aufzubringen, nicht allzuschwer sein dürfte, da auch Bausteine zu 10 Kronen und einem Vielfachen angenommen werden. Diese Häuser bekommen dann den Namen der Stadt oder des Vereines, oder des betreffenden Spenders. Juden! Brüder! Wollt Ihr helfen, Tausende Eurer Volksgenossen aus dem Golus zu erlösen,, wollt Ihr helfen, unser großes Befreiungswerk mit einem Schlage zu verdoppeln, wollt Ihr helfen Erez Israel in jüdische Hände zu bringen.? Wenn Ihr es wollt — und welcher Jude wollte das nicht! — dann werbet für de n-J ü disch en N a t i o n a l fo n d s, werbet unablässig bei Jung und Alt, bei Arm1 und Reich, werbet eher heute als morgen. Stellet Euch an die Spitze der Opferwilligen in Israel, dann werden Euch Alle folgen. Trachtet Euer Möglichstes, damit der Jüdische Natiohalfond sein, gewaltiges Werk der Befreiung des jüdischen Volkes, der Erschließung des jüdischen Landes fortsetzen könne, zum Segen für Volk und Land. Wir hoffen, Euch nicht vergebens zu diesem Liebeswerk aufgerufen zu haben. Gedenket Eurer Brüder aus dem Jemen! Wir grüßen Euch, indem wir Euch zum Opfer rufen mit treujüdischem Gruß Die österrehMlibe Fommission des Judildien Nationalfonds. ooaooooBocmoaaooaoooaoooooDoooooooooooaooD