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Jüdische Zeitung · 1912-04-12 · 15 (12.4.1912) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
6 (1912)
Issue
15 (12.4.1912)
Date
1912-04-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 15 VereinsnafhriAten. Wien. („Jüdischer Verein Einheit“.) Einladung zur VI. ordentlichen Generalversammlung am 15. April 1912, 8 Uhr abends im Turnsaale der Talmud Thora, II. Malzgasse 16. Tagesordnung: 1. Verlesung und Genehmigung des vorjährigen Protokolls; '2. Rechenschafts- und Kassenbericht; 31 Aenderung der Statuten; 4. Wahlen. Es scheiden die Herren Adolf Fischer, Max Hofbauer und Simon Manheit aus. Die Herren können wiedergewählt werden. Die Wahlen finden nur mit Wahllegitimationen statt. Die drei Revisoren werden jährlich gewählt. Wien. Kr anken - Unterstützungs- Verein „Liwias Chen“. (11/3, Stefaniestr. 2) Dieser überaus segensreich wirkende Verein ist in das 25. Jahr seines Bestandes getreten. An seiner Spitze stehen tüchtige und umsichtige Männer von selbstloser Hingabe für die humanitäre jüdische Sache. Dem letzten Jahresberichte entnehmen wir einen Mitgliederstand von 285 Personen und derselbe weist folgende Leistungen auf: an 'Krankenunterstützungen 40(22.121.36, Witwenunterstützungen K 3.815.42, Unterstützungen Schiwahfällen K 2035.22, Beistellung in Minjanfällen 883.10, Grabstainerrichtungen K 1058.20, Begräbniskosten (Wagenbeistellung iK 534.72, Zinsenfreie Darieh ensgewährungen K 50.720.—. Das Vereinsvermögen beziffert sich auf K 23.253.46. Der Verein eihält ein Bethaus. Gegen eine monatliche Einzahlung von K 1.20 gewährt der Verein dem’ Mitgliede folgende Benefizien: Unentgeltliche Beistellung eines Arztes für das Mitglied, eines Arztes gegen ermäßigtes Honorar für die Familienangehörigen, K 14.— Krankengeld pro Woche, K 10.— Unterstützung in Trauerfällen (Schiwah), Beistellung einer Nachtkranken-Wadie (Schmirah), Teilnahme an dem Begräbnisse eines Mitgliedes, Pietätakte durch Verrichtung von Kadisch und Maskir-Nesdiomoh, Ausbezahlung von dermalen K 150.— an die Witwe eines verstorbenen Mitgliedes, Kostenfreie Aufstellung eines Grabdenkmales, Zinsenfreie Darlehensgewährung. Beitrittserklärungen wollen an obige Adresse gerichtet werden. Prag. Die Generalversammlung der Volks- Vorschußkassa in Prag fand am 24. März unter Vorsitz des Präses, Herrn Pharm. Mag. Max Fanta, statt. Nachdem vom Gewinn per K 16.102J7 die statutenmäßigen Zuweisungen erfolgten und die Geschäftsanteile mit fünf Prozent verzinst wurden, verblieben K 4063.51, welche den Reservefonds zugeteilt wurden. Der Aufschwung dieses Instituts ist ein sehrerfreulicher. Die Reservefonds betragen nach zwölfjährigem Bestand nun schon K 60,447.24. Am 31. Dezember 1911 hatte die Volks-Vorschußkassa 1365 Mitglieder und es war der Stand der Geschäftsanteile K 181.020.—, der Reservefonds K 56.383.73, der Einlagen K 1,007.224.49 und der Darlehen K 1,337.905.39. Die letzte Revision fand in der Zeit vom 6. April 1911 bis 3. Mai 1911 durch' den Herrn Oberrevidenten Boh. Treybal statt und der ausführliche Bericht desselben ist voll, des Lobes über die in jeder Beziehung anerkennenswerte Tätigkeit aller in Betracht kommenden Faktoren. Akademische Verbindung „Kadimah.“ Die akademische Verbindung „Kadimah“ veranstaltet am 7. und 8. Mai 8 Uhr abends jm im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse, einen Vortragszyklus „Palästina als Feld jüdischer Einwanderung“, den Herr Davis Trietsch aus Berlin abhalten wird. Karten ä 5, 4, 3, 2, 1.50 und 1 K sind bei 'allen Verbindungsmitgliedem, im „Jüd. Volksheim“ und im Cafe „Marienbrücke“ zu haben. Die Karten sind für beide Abende gültig. Krtmxau. Auf Anregung des Frl. Eugenie Fischer ist hier ein jüdischer Mädchenzirkel begründet worden, der sich als Hauptziel jüdische kulturelle Betätigung gesetzt hat. Dadurch geriet der Verein :,in jüdisches Fahrwasser, trat als „Jüdischer Mädchenklub“ in die zionistische Organisation ein 'und übernahm die Vertretung der hiesigen Schekelgruppe. Der kurzen Tätigkeit des Mädchenklubs ist ein deutlich erkennbarer Aufschwung der Parteiarbeit zu danken. Vorträge wurden veranstaltet, darunter: Frl. Magda Klinger: „Von Pflichten und Schwierigkeiten“, Frl. Olga Fantl „PaSmaniks Ansich! über jüdische Nationalität“, Frl. Eugenie Fischen „Teiiweises Verschulden der Juden am- Antisemitismus“, Frl. Ilona Kugel „Der Zionismus vor Herzl“. Herr D'r. Oskar Epstein hielt einige informative Vorträge, Herr techn. Ernst Epstein ein Referat über' Sombart „Die Juden und das Wirtschaftsleben“. Um’ die Propagierung des Nationalfonds hat sich besonders die Ortskommissärin Frl. Anny Fantl Verdienste erworben. Trotzdem Krumau nur beiläufig 30 jüdische Familien zählt, waren ih zwei Monaten 50 Kronen gesammelt und 30 Nationalfondsbüchsen verteilt, Ueberdies wurde ein zionistisches Seminar ins Leben gerufen. Erwähnenswert ist der Vortrag des (Herrn Dr. Epstein über „Zionismus und idealistische Weltanschauung“. — Am 9. v. M. fand eine Akademie statt. Herr Dr. Hugo Herrmann aus Prag sprach /über „Bibel und Moderne“, wobei er vor allem die (wesentlichen Grundbedingungen jeder'Renaissance beleuchtete. Zusammen mit deninterpretierenden Bibelrezitätionen des Herrn Paul Gerstl aus Prag prägte dieser Vortrag der ganzen Veranstaltung seinen Stempel auf. Die herrlichen Musikdarbietungen der Pianistin Frl, Hansi Löwe aus Wien würden allein eine eigene Würdigung verdienen.. Herr Dr. Oskar Epstein sprach sodann über „Jüdisches Wesen in fler Literatur unserer Zeit“, wobei er zuerst einfen Abriß der neuhebräischen Literatur gab und dann den jüdischen Einfluß in der deutschen Literatur behandelte. Diese Veranstaltung,deren Gelingen insbesondere Frau Dr j. Kohn und Frau Dr. Loria zu danken ist, zählt zu den gelungensten, die man zu Krumau in diesem Jahrei verzeichnen kann. Proßnitz. Der Einzelverein Proßnitz des „Zion“ hat in der am 9. März a. .c. im Vereinskasino abgehaltenen Generalversammlung beschlossen, seinen bisherigen Namen zu ändern und |Wird von nun ian '„V e r e i n „Z i o n“, Proßnitz“ heißen. Der Rechenschaftsbericht über das abgelaufene 12. Vereinsjahr war in allen Teilen befriedigend. Die Zahl der Mitglieder beträgt zur. ZeitAnbetracht Jes Umstandes,. daß wir in" ProBnifz vier jüdischnationale Korporationen haben, eine beträchtliche Ziffer, die Zahl der Scheckeizahler 108. Für den Nationalfond führten wir bis zum 31. Dezember 1911 zirka K 1400.— ab, doch wird diese Ziffer infolge Unterbringung von 100 neuen NF.-Büchsen bald eine ansehnliche Steigerung erfahren. Die Neuwahlen in den Vorstand ergaben folgendes Resultat: Herr Fritz Löw, I. Vorsitzender, Herr Julius Neumann, II. Vorsitzender, ferner (die Herren ü>r. Viktor Altar, Leo B a 11 e k, Leo Beer, Mobitz Hammel, Fritz Pollak und cand. iur. Max Sborowitz als Funktionäre und Beisitzer. Da der I. Vorsitzende, Herr Fritz Löw, aus Gesundheitsrücksichten beurlaubt wurde, jst Herr Julius Neumann mit der Führung der Geschäfte betraut worden und sind sämtliche Korrespondenzen an diesen zu richten. — Das yereinslokal.;befand sich jbisnun im Jüdischen Vereinskasino (Cafe Novy), doch werden wir wahrscheinlich schon zum kommenden Herbste in unser neugebäutes Jüdisches Vereinsheim einziehen. t * Prag. (Verein jüd. Hochschüler „Bar Kochba“.) Bei der 39. ordentlichen Semestral-General Versammlung erstattete der abtretende Obmann Jur. Robert Weltsch den Bericht über | das Wintersemester 1911/12. Die interne Arbeit des Vereines bezweckte. die Erziehung der Mitglieder zu Volljuden. Die externe Arbeit umfaßte in erster Linie die Propaganda der zionistischen Idee. Im abgelaufenen Semester sprachen Bb. "Willy Stein über „Nationale Erziehung“, Bb. Dr. Hugo Herrmann über „Wesen der Kultur“ und „Vorschläge zur praktischen Kulturarbeit“, Bb. Dr. Epstein über die „Aufgaben des jüd. Studenten“ u. ä. Den Höhepunkt der äußeren Arbeit bildete der glänzend verlaufene Volksliederabend mit Mathias Ach er als Redner, Leo Gollanin als Liederinterpreten und Margarete N e f f als Rezitatorin. Zur Schaffung von Materialien' zur jüdischen Jugenderziehung Jiat der Verein durch Herausgabe des Chanuka-Kinderheftes und des Purim— heftes „Die Geschichte von der Königin Esther“ beizutragen gesucht. Das H eb r ä is ch s em inar unter Leitung des Herrn med. B. Frumk l n, das vor allem! (für die Bb. Bb. bestimmt und für diese obligat ist, wurde auch von zahlreichen Gästen besucht. In dem zionistischen Seminar wurde zunächst die Psychologie des Diasporajudentums behandelt, dann nach Besprechung der theoretischen Grundlagen des modernen Zionismus die Interpretation. Achad Haams begonnen. Der Besprechung zionistischer Probleme dienten auch die Vereinsabende, bei denen Mathias A c h e r über „Ost- und Westjudentum“, Bb. Robert Weltsch über „Zionismus der Westiuden“, Bb. Hans Kohn über Wassermanns „Mythos und Persönlichkeit“ sprachen. Ein Vereinsübend war eine Gedenkfeier1 für Moses Heß, bei der Bb. Dr. Herr mann die Gedenkrede hielt, zwei Abende galten einer historischen Untersuchung über „Jüdische Kunst im’ antiken Palästina“, worüber Bb. Pacovsky sprach. Anläßlich einer akademischen Diskussion, die der Prager Hochschulprofessor Ehrenfels .eingeleitet hatte, sprach Bb. Weltsch in der Debatte über das Wesen unserer Bestrebungen vor der studentischen Oeffentlichkeit, ferner wurde gelegentlich der Anwesenheit des Parteisekretärs Herrn Kurt Blumenfeld mit den anderen Prager Studentenkorporationen gemeinsam eine große Studentenversammlung veranstaltet. In zahlreichen Prdvinzstädten Böhmens sprachen Bb. Bb. wiederholt bei verschiedenen Gelegenheiten. — Für das Sommersemester 1912 wurde folgender Ausschuß gewählt: Jur. Robert Weltsch, Obmann; Jur. Hans Kohn, Obmann-Stellvertreter; stedhn. Arthur Engländer, Kassier; ehern. Max Koh n, Schriftführer; Jur. Siegm. Katznelson, Bibliothekar. — Ueber Anregung ides {neuen Ausschusses wurde 'beschlossen, . demZentralfond, der. zion: Organisation aus 'Vereinsmitteln; 100 Kronen (zu iwidmen, äußerwurde unter der Mitgliederschaft eine Subskription eingeleitet (gemeinsam mit dem Bruderverein „Theodor Herzl“), die gleich 125 Kronen ergab. Personalnadiriditen. Stockerau. Am 14. März 1. J. hat sich die Tochter des Obmannes unseres Vereines „Zion“ Frl. Clothilde Hahn -mit Herrn Leopold Hahn verlobt. Liste der Überläufer. Vom 27. März bis 10. April 1912. Brandes false Schapira Markus, 1893, Budzanow, ledig, Kürschnergehilfe, XVII., Wurlitzergasse 89. — Hirszhorn Jente, 1889, Przemysl, ledig, Hilfsarbeiterin, röm.-kath., XI., Geise’.bergstraße 2. — Freudenfeld Artur, 1876, Königstadtl (Böhmen), VIII., Strozzigasse 17. — Fried. Henriette, 1877, Wien, ledig, Verkäuferin, VIII., Lerchengasse 2. — Schönhauser Bruno, 1888, Ung.-Brod, ledig, XIII., Versorgungsheim. — Ehrenthal Moriz, 1885, Deva- Szerdahely (Ung.), ledig, Handelsangestellter, II., Taborstraße 8. — Ascher Karoline, 1889, Wien, ledig, Zuschneiderin, V., Margarethenstraße 122. — Bouda Arnold, 1889, Prag,, ledig, Musiker, V., Schönbrunnerstraße 31. — Mussafia Heinrich, 1861, Belgrad, ledig, Bankbeamter, laut Anzeige an die türk.-jüdische Gemeinde. — Fuchs Rosa, 1870, Wien, gerichtl. geschieden, Private, IV., Luisengasse 24. — Lederer Berthold, 1879, Wien, ledig, Chauffeur, XVIII., Staudgasse 27. — Berger Eugen; 1873, Losoncz (Ung.), -verheiratet, Installateur, VI., Korneliusgasse 3. — Mandel Kornelius, 1888, Wien, ledig, Techniker, II., Wittelbachgasse 2. — Kuranda Otto, 1896, Marburg, ledig, IV., Karlsgasse 11. — Altmann geb. Perina Maria Julianna, 1874, Wien, verheiratet, IV., Technikergasse 9. — Margules Dr. Markus (auch Max), 1856, Brody, ledigl Sekretär i. P., XVIII., Rieglergasse 14.. — Pick Alfred, ‘ Tursko (Böhmen), ledig, Handelsangestellter, VII., Josefstädterstraße 9. — Fäludi Elsa, 1881i Wien, ledig, Private, XIX., Hauptstraße- 88. — Singer Anna, 1890, Wien, ledig, XV., Mariahilferstraße 156. — Friedmann Natalie, 1885. ledig, Private, IX., Servitengasse 6. — Jerusalem Dr. Georg, 1886, Wien,, ledig, \ Chemiker, IX., Garnisongasse 7. — Cech Rosalia, 1884, Butschowitz, ledig, Private, VI., Mollardgasse 26. — Kern Dr. Johann Martin Walther, 1881, Wien, ledig, prakt. Arzt, I., Universitätsstraße 11. — Hellmann Michael, 1898, Bukarest, ledig, Realschüler/lL, Czerninplatz 4.!—— 1-- — Soeben erschienen: . — .= — . ■ Dritte bedeutend umgearbeitete u. verbesserte Auflage. DAVIS TRIETSCH Palästina Handbuch. Ueber 350 Seiten. — Kartenbeilagen. — Handliches Baedeckeiiormat — Biegsamer Einband. — Neueste Daten. — Der letzten Auflage gegenüber? Tausende neuer Tatsachen. Geschmackvoll gebunden K 3.60, Porto 20 h Zu beziehen durch die Wiener Filiale des „Jüdischer Verlag“ (Berlin) ••Jüdische Zeitung“, Wien, 1113, Stefaniestrasse 12. Hier wird eine unentbehrliche Ergänzung zu den bekannten Reisehandbüchern geboten. Während diese vorwiegend das Historische und Archäologische behandeln, findet man in diesem Budhe das lebendige Palästina^ das Palästina der neuen Weltstraßen, der aufstrebenden städtischen Siedelungen, der intensivsten Bauernwirtschaft, der jungen jüdischen und deutschen Kolonien, das Palästina der Weinrebe und der Orange. *' Trietsch’s Werk wird für den Forscher wie den Reisenden gleich nützlich sein. Jenem wird es die_ mühselige Arbeit ersparen, sein Material aus allerlei verstreuten Quellen zusammensuchen zu müssen; der Reisende aber wird in ihm einen willkommenen Begleiter finden und einen Führer, der ‘das Land zu schauen 'lehrt, wie es ist.

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