Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 31 (4.8.1911)
- Date
- 1911-08-04
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Beilage der .Jüdische Zeitung“, Jahrgang 1911 Nr. 31 | «K ) ■ i t:: j ’l?'. \ -1\- & ' <T Bezalel. Debica WO * Fett 5.— Kapitalsanlage. Palästine Land Development Comp. Boryslaw SG pr. A. Z. Barchasz, Innsbruck (Zeichnung 1908): Moritz Schutzmann 24.50, Klinghoter, S. Liebermann ä 3.—, Dr. Rosa Lichtgarn 9.—, B. Ruhdorfer, Proßnitz 12.—, M. Ruhdörter 12.—, Dr. Kautmann 3.—, Eisig Glück 9.—, Sal. Bester ö.— 81.50 Jewish Colonial Trust Horodenka SG: P. H. Rate für 1 Aktie 6.— Herzt-, Nordau-, alte pnd Palastinamarken. Biecz WO 1.—, Boskowitz M 5.—, Göding M 3.60, Holleschau M 6.—, Jägerndorf M 2.40, Neutitsdiein M 2.40, Triest IO 8.—, Wien IO 4.70 38.70 Telegrammblankette. Zionisten, begrüßet den JubHäiimskongreß mit NF-Telegrammen. Telegrammblankette. Biecz WG 2.50, Brzezany S 5.—, Stanislau SG 40.—, Wien IO 2— 49.50 88.20 Philatelie. Marken! Frl. Grete Singer, Wien, Frau Amalie Fett, Rzeszow, Verein Zeire Zion, Preßburg .; [*j Erlagscheine! Frau Amalie Fett, Rzeszow, Verein Zeire Zion, Preßburg. S t a n i o 1! Verein Zeire Zion, Preßburg. V Richtigstellung. Lemberg VOG Die in Nr. 30 ausgewiesenen 2 Akt. der P. L. D. C. sollten richtig a. N. Dr. David Koch lauten. Zabtotow SG In Nr. 30 waren um 0.31 zu viet ausgewiesen, daher verringert sich die Wochensumme um diesen Betrag. Wochentabelle des Geldeinganges vom 24. Juli bis 31. Juli aus: SüdgaL SG ** Maier Henisch, Stanislau , . . 250.78 Böhmen B ** Moritz Löwy, Prag. 222.70 Innerösterreich IO ** H. Eben, Wien .... 163.14 Westgal. WG ** Dr. Ch. Hilfstein, Krakau . . 157.86 OstgaL OG Heinr. Hescheles, Lemberg . . 135.82 Podolien P ** Dr. W. Landau, Tamopol . 105.40 Mähr. u. Schl. M ** Dr. F. Eckstein Troppau . 86.42 Bukowina Bu*'*Dr. JuL Kormann, Czemowitz 65.02 Wochensumme Österreich K 1187.14 NFu. Oelbaumspenden. 1006.44 Diverse andere Spenden.180.70 Wochens. d. NF. u. Genossenschaftssp. aus aller Welt (Nr. 30 d. Welt) 3902.87 Eintragungen ins goldene Buch: 4022 Leopold und Johanna Schnabl, Purkersdorf durch Leop. Schnabl.K 240.— 4023 Ver. „Theodor Herzl“ Trembawla K 242.68 4024 Adolf Stand durch die Tamower Zionisten.K 240.— 4025 Samuel Günstling und Fr. Anna geh. Kor durch Farn. Porges, Prag K 240.— 4026 Prof. Dr. J. Reach in Anerkennung seiner zionistischen Tätigkeit durch die jüdischen Mittelschüler und Zion M. B., Gava . ....... K 241.50 Mitteilungen des JNF. Die neue Palästinamarke ist erschienen und in Heftchen, deren jedes 24 Marken; je 6 in brauner, grüner, roter und blauer Farbe enthält, zum Preise von 50 Heller bei uns und allen Verkaufsstellen erhältlich. Aus diesem Anlaß finden wir es am Platze, den trefflichen Artikel abzudrucken, den Gg. Osias Fadenhecht, Kolomea, Juni 1904 im „Zion“ veröfientlicht hat. Die NiF-Marke als Agitationsmittel. Jeder ernste Zionist ist sich heute bewußt, daß unsere Bewegung in das Stadium praktischer Arbeit getreten ist. Um unsere Führer in ihrer Arbeit entsprechend zu unterstützen, müssen wir in erster. Reihe durch intensive Agitation von Mann zu Mann die Volksmassen in unser Lager zu bringen trachten, doch gleichzeitig daraut bedacht sein, die erforderlichen Geldmittel herbeiziuschaffen\ Ueber die Wege aber, die zu diesem Ziele führen, über die Art und Weise, die guten Bestrebungen in Taten umzusetzen, ist sich vielleicht mancher unserer Besten nicht genügend klar. Ich glaube daher unserer Bewegung damit zu dienen, wenn ich an dieser Stelle m'eine seit langem gesammelten Erfahrungen bekannt gebe und somit die NF-Marke als das beste Agitationsmittel -anemptehle. So wie es nicht angeht, jemanden anzusprechen : „Du höre mich an, ich will dich zum Zionisten bekehren!“ und anstatt in einer Versammlung vor jedem einzelnen eine Agitationsrede zu halten, ist es audi nicht zweckentsprechend an einen Halbzionisten oder gar an einen Nichtzionisten mit einer größeren Anforderung heranzutreten. Diese Erfahrung habe ich gelegentlich' der Schekelsammlung gewonnen. Der Schekel an und für sich ist doch gewiß keine so bedeutende Abgabe — eine Krone für das ganze Jahr! — aber diese Krone muß man aut einmal aus der Tasche nehmen und dieser Umstand genügt, um den Angeredeten einen Schwarm von Ausreden und Ausflüchten zu entlocken, sodaß der Sammler gar nicht zu Worte gelangen und so Gelegenheit zu einer ernsten Aussprache finden kann. Wie gemütlich dagegen läßt sich die Sache behandeln, wenn ich am Sdfireibpulte meinen Besuchern gegenüber oder in einer Gesellschaft weilend, jemandem den Antrag stelle, mir eine NF-Marke um den Betrag von ganzen 2 Hellern abzunehmen. Die (Geringfügigkeit des Betrages ermöglicht eine durch keinerlei egoistische Gedanken getrübte, sachliche Diskussion, die gewöhnlich mit einer Spende, oft in der Höhe eines Schekels und darüber, endet, und der Mann ist, wenn nicht sogleich gewonnen, doch wenigstens für unsere Idee (empfänglich gemacht worden. Ich glaube kaum fehlzugehen, wenn icn annehme, daß ich in meinem Bureau, für die NF- Marken agitierend, mehr Juden für den Zionismus gewonnen habe, als es manche Volksversammlung bewirkt hat. Hiemit will ich ein derartiges Zwiegespräch wiedergeben, um jenen Zionisten, die sich auf diesem Gebiet noch nicht bewährt naben, einen Fingerzeig zu geben. Ich rede z. B. einen Geschäftsfreund folgendermaßen .an: „Eine Marke, lieber Freund, eine NF-Marke nehmen Sie mir doch ab, die kostet bloß 2 Heller!“ „2 Heller — antwortet der — wirklich ein lächerlicher Betrag! .Warum soll ich sie Ihnen nicht geben? Da sinäsie! Welchen Nutzen soll mir aber diese .Marke, da bringen? Wozu .geben Sie mir sie?“ —!,VEinen Nutzen für Sie hat diese Marke wohl nicht, sie dient vor allem der Kontrolle und so auch Ihnen, damit Sie überzeugt sind, daß Ihre SpC'nde ihrem Zwecke richtig zugeführt wurde.“ „Ah so! Was ist denn das aber für ein Zweck bei diesem jüdischen NF?“ „Das wissen Sie nicht? — sage ich — Vom Zionismus haben Sie doch sicher sCnon etwas gehört und auch von einem Baseler Programm. Es lautet: ,Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öftentlich-reCntlich gesicherten Heimstätte in Palästina.“ — Die öffentliche Sicherheit hofften wir nun durch politische Mittel zu erzielen. Der Boden von Palästina aber, der doch .im privatrechtlichen Besitz steht, der taiuß doch für uns Juden erstj angekauft werden, und dazu braucht man Geld, viei Geld und gerade zu diesem Zwecke hat der Zionistische Kongreß die Gründung des JNF^ beschlossen, der soll das Geld bringen 1“ „Der JNF. ist also eine Zionistische Institution“. „In einem gewissen Sinne ja, da sie auf unserem1 Baseler Kongreß beschlossen worden ist und von Zionisten gefördert wird. In Wahrheit aber ist es eine jüdische Institution — für alle Juden, denn der Boden von Erez Israel soll ja für die gesamte Judenheit erworben werden. — Die 2 Heller, die Sie mir soeben gespendet haben, haben Sie demnach dem gesamten jüdischen Volke gespendet und die Marke, die ich Ihnen dafür gegeben habe, ist die Quittung über diese Spende. Sie schmunzeln, nicht wahr, eine schöne Spende, denken Sie sich, sind 2 Heller für ein ganzes Volk von 12 Millionen und wo hian noch obendrein eine Quittung bekommt 1 Bedenken Sie aber das, wenn Sie diese Spende von 2 Heller jede Woche nur einmal wiederholen, so macht das jährlich' schon eine Krone aus, und wenn uns alle 12 Millionen Juden das gleiche tun — was doch gewiß niemandem so schwerfallen wird — so würde dem JNF jährlich das nette Sümmchen von 12 Milli.'ionen Kronen zufließen und damit läßt sich doch schon in absehbarer Zeit etwas antangen. Zwar sind unter den 12 Millionen Juden auch Kinder mitgezählt, die nicht beisteuern können, das würden aber die erwachsenen Wohlhabenderen durch größere Spenden leicht ersetzen. Uebrigens sagen wir nur 8 bis 10 Millionen, ist auch noch eine Summe, die nicht zu Verachten ist!“ „Aber das Einsammeln einer so riesigen Anzahl von 2 Heller-Spenden .— wie denken Sie sidi das? Die Inkassaspesen müssen doch die einzusammelnden Beträge jedenfalls übersteigen. „Ja! Mit Schwierigkeiten ist wohl das Sammeln verbunden; wir hätten auch schon jetzt viei schönere Resultate aufzuweisen, wenn wir diese Schwierigkeiten ganz überwunden hätten, fast jeder möchte ja diese 2 Heller wöchentlich gerne geben. Aber das Sammeln — eben da liegt der Hase im Pfeffer. Haben doch deshalb schon unsere Weisen im Talmud gesagt, daß Spendensammler sich verdienstlicher machen als Spender. Spesen wollen wir weder beim Sammeln noch beim Verwalten dieses Fonds machen, die geleisteten Spenden müssen voll Zu ihrem Zweck verwendet werden und dennoch ist das Sammeln nicht zu vermeiden.“ Wir Zionisten sind aber nicht gewöhnt, aut halbem Wege stehen zu bleiben. Da haben sicneinfach Vertrauensmänner aus allen Ortschaften in allen Weltteilen gemeldet, die sich mit dem Absätze der NF-Marken unentgeltlich befassen, die sogar ihr eigenes Geld zu diesem Zwecke vorschießen, um die Marken en gros einzukauten. Durch die zielbewußte Agitation aber muß es uns gelingen, Leute ausfindig zu machen, die sich bereit erklärten, die Arbeit dieser Vertrauensmänner iu unterst ützen, und zwar in der Weise, daß sidi aus jedem Stadtteile ein rühriger Zionist anmeldet, um in seinem Stadtteile Zu sammeln. Und der wieder muß sich die Aufgabe stellen, einen Gesinnungs ge nossen in jeder Gasse seines Stadtteils ausfindig zu machen, der sich mit dem NF-Marken-Verschleiß in 'seiner Gasse beschäftigen (will.“ „Das ist ja sehr sChön, aber wer hat dafür Zeit? Wer gibt sich dafür her?“ „Nun, Sie sehen ja, wie ich, geben sich Tausende Erwachsener gerne dazu her. Doch ganz unrecht haben Sie nicht. Das Haupt-Kontingent der Sammler muß unsere Jugend stellen. Am geeignetsten wären dazu Schulkinder im Alter von 10 bis 14 Jahren, die aber dabei auch nicht überbürdet werden dürfen. Jedem Kinde dürfen bloß einige Häuser für den (wöchentlichen Besuch zugewiesen werden. Mit den OKindern (muß früher selbstverständlich’.gewissermaßen Schule gehalten werden, damit dieselben, wenn man an sie Fragen stellt, Bescheid geben können. Ein Katechismus für die Kinder wäre auch nicht übel. Eine sachlicne Antwort aus Kindesmund hört sich sehr lieblich an und die Wirkung muß eine unfehlbare sein. So schäften wir uns ein Netz kostenloser I nk a ssanten und ein Heer begeistert er Agitatoren in allen Ländern des Erdrunds.“ „ICh dank Ihnen schön für Ihre Aufklärung. Vielleicht können Sie mir solche Marken vor- 3äufig< fjüjr. 1 Krone geben, damit’ ich sie in meiner Gasse verkaufe. Wenn ich die Marken verkauft habe, bekomme ich/.ja bei Ihnen neue, Haben Sie nicht auch etwas gedrucktes über die Marken.?“ „Hier, lieber Freund, .und wenn Sie näheres über den Zionismus hören wollen, kommen Sie morgen Zum Verein „Zion“, ein Herr aus Lemberg wird referieren.“ „Ich werde sicher kommen. Guten Tag!“ So habe ich in allem’ Frieden und ohne große Anstrengung nach kaum einer; Viertelstunde aus einem Spender für unseren NF einen-Sammler gemacht, der heute neue Spender und morgen schon als Werber neue Sammler gewinnen wird. Das vornehmste und schönste 6eschenk für alle Gelegenheiten Photogravüre-Kiinstlerkarten Jüdische (aRiVB“N, Nationalfonds- (HELIOGRAVÜREN) Karten Erstklassige künstlerische Reproduktionen in vorzüglichster, klassisch-schöner Ausführung, Kunstkupferdruck (Tiefdruck) auf feinstem Kupferdruck-Karton. Serie A: Palästina-Ansichten. I.andschafts- und StädtehUder eto. naoh neuesten photographischen Aufnahmen (jüdische Kolonien, Jerusalem, Jaffa, Halte, eto.) Serie X: Hervorragende Kunstwerke jüdisohen Inhaltes naoh Gemälden, eto. berühmter alter und moderner Heister. Serie P: Porträts hervorragender jüdisoher SLänner, Diohter, Künstler, eto. eto. Serie Z: Karten jüdisoh-nationalen und zionistischen Inhaltes. Einzelpreis 12 h per Stück. Erhältlich in allen Buch- und Kunsthandlungen, besseren Papier- und Ansiobtskarten-Handlnngen, Trafiken, bei Versohleissern, Vertrauensmännern, Nationalfondskommissären und allen Landes-Sammelstellen des J. N.-F. sowie direkt bei der Verlags-Verkaufsabteilung des T’&tiLiSGla.exa. ^Ta.tiorLa.lfozxd.s (Sammelstelle für Österreich) Wien, ix., Türkenstrasse 9 Auskünfte wegen En-gros-Prelse erteilt Eeopold Hirsohl, Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, noh Bestellungen entgegengenommen werden. V.-L wo