Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 16 (21.4.1911)
- Date
- 1911-04-21
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 16 N F-Verkaufsstellen. Seit lange haben es die Gesinnungsgenossen als einen Uebelstand empfunden, daß sie die vom JNF edierten Verkaufsartikel wie NF-Marken, Telegrammblankette und Ansichtskarten nicht im Orte vorrätig fanden, sondern darum immer erst an uns nach Wien schreiben mußten. Oft Verdrießt jemanden die Mühe und das Porto und er läßt die Bestellung bleiben, oft wieder hat er, etwa wenn er ein Telegramm zur Hochzeit Bekannter absenden wollte, die Zeit zur Bestellung verpaßt, und hat er schon mal in Wien rechtzeitig bestellt, so spielt ihm die Post oder sonst ■ein böser Zufall den Schabernack und die — von uns natürlich promptest effektuierte — Sendung kommt trotzdem zu spät an. Freilich sollte jeder Gesinnungsgenosse NF- Marken und Telegrammblankette in kleinen Posten und jeder zionistische Verein und NF- -Komraissär in größeren Posten vorrätig haben, leider halten wir jedoch mit der nationalen Erziehung noch nicht so weit, auch läßt sich nicht jedem zumuten, eine größere Geldausgabe auf einmal zu machen. Um diesen Uebelständen zu begegnen und den NF-Verkaufsartikeln eine stärkere Verbrei* tung zu sichern, haben wir seit 1907 in wichtigeren Orten Verkaufsstellen errichtet, bei denen jedermann die gewünschten Artikel jederzeit zu kaufen bekommt. Wir schlossen mit diesen Verkaufsstellen, für deren Kreditfähigkeit und -wür* digkeit der Ortskommissär die Bürgschaft übernommen hatte, förmliche Verträge nach einem Musterformular ab. Darnach gewähren wir den Verkaufsstellen einen beschränkten Kredit und vom Erlös der durch sie verkauften Artikel einen Prozentsatz als Provision. Diese wird von •den Ortskommissären, soweit sie die Verkaufsstellen selbst übernahmen, zur Lokalpropaganda verwendet. Die Verkaufsstellen haben binnen '% 4 und 6 Monaten jjach Fakturierung die iihnen kommissionsweise überlassene Ware zu verrechnen, d. h. den jeweiligen Erlös uns ab* zuführen und die nach 6 Monaten noch unver* 'kaufte Ware zu retournieren. Neuerdings senden wir den Orfskom< missären jeweils eine Fakturenabschrift zu, um ihnen die Kontrolle der Verkaufsstellen zu er* leichtern. Ausgewiesen werden von uns bloß jene Warenposten, welche von den Verkaufs* stellen Vollbezahlt wurden. Da uns vom NF*Hauptbüro selbst nur ein "bestimmter Kredit zur Dotierung der Verkaufs* stellen gewährt wird und da dieser Kredit voll ausgenützt ist, können wir derzeit neue Ver* kaufsstellen glicht errichten. Je präziser aher •die bestehenden Verkaufsstellen uns verrechnen •und je größer darnach der Absatz der NF=Verkaufsartikel sein wird, desto eher ist es uns ermöglicht, die Wohltat der Verkaufsstellen wei* -teren Orten zukommen zu lassen. Anbei folgt ein Verzeichnis derööbereits bestehenden Verkaufsstellen, an welche sich die Gg. der betreffenden Orte im Bedarfsfälle wenden wollen: Biecz: Jehuda Spielmann; Brody: Julius Prives; Brünn: J. Manuel; Budzanow: Efraim Steinbock; Czernowitz: Benedikt Flohr, Waaggasse 6; De bi ca: Benzion Fett; Drohobycz: Jakob Pilpel; Dubnian: Theodor Grünwald; Freudenthal: Max Konstandt; Gorlice: Jakob Sitzer; Graz: Karl Preis; Grzymalow: Joachim Parnas; Gurahumora: Mendel Weigel, HermannNoe; Gwozdziec: S. Dienes; Holleschau- Leo Knöpfelmacher; H u s i a t y n: Hersch Neuge* hören; I g 1 a u: Emil Singer; 11 z k a n y: S. Leib Goldstein; Kimpolung: Berl Siegel; Kolo* m e a: Leopold Scharf, Fischei Zahler; K r a k au: Dr. Chaim Hilfstein, Dietelsgasse 7a, Is. Breder; Krosno: Bernard Fischbein; Lemberg: Sen* der F$Ik, Jakob Fast, Goluchowska 11, Heinrich Hescheles, Sykstuska 56;. Lundenburg: Leo* pold Czuczka; M.*Ostrau: Leo Krieger; Meran: Leo Rudnik; Manasterzyska: Isak Scher; Neusandez: Dr. H. Syrop, Sa* muel Weinberger; Olmütz: Rosa ’Birnstein, Theresiengasse; Prag: Moriz Loewv, Zeltner* gasse 9; Proßnitz: Klementine Nußbaum; Przemysl: M. Wohl; Ropczyce: Abraham Epstein; Rawa Ruska: Benjamin Hoch; Rozniatow: Filipp Ferszt; Rzeszor: M. Buchbinder, Frau Dr. Anna Zimmermann; S a m* bor: Jakob Berger; Sanok: Salomon Schiff; Skalat: S. Vogelbaum; Suczawa: Isidor Körner; Stanislau: Maier Henisch; Stryj: A. Hauptmann; T a r n o p o 1: Markus W. Bard, Dr. Wilhelm Landau, Lelewela 2, Isidor Lieber* gall; Tesehen: Josef Statter; Trauten au: Wilhelm Weiß;. Triest: Armin Goldberger, Piazza de la corso; T r zy ni e t z: Jakob Borger; Turka a. St.: Samuel Wolf; Uhg. Brod: D. Schön’s Wwe.; Ung. Hradisch: A. Sträussler; Wien: R. Berstein, II., Cirkusgasse, Max Kurzholz, IX., Lichtensteinstraße 7, Ma* thilde Popanik, II., Stefaniestraße 7, Sigmund •Stein, VIII., Alserstraße 7; Zastawna: Nathan Jägerndorf; Znaim: Heinrich Reich. Pastor Rüssels N.sF.-Marken. Bekanntlich ist der amerikanische Missio* när Rüssel in Wien, Budapest und Lemberg schmählich abgeblizt. Als letzte Spur seines Wir* kens sind eine Unzahl von ihm verbreiteter Traktätlein zurückgeblieben, darunter die April* nummer der bei Sam. Lucas, E'berfeld gedruckten und von O. A. Koetitz, Barmen, Unterdörnerstr. 76 redigierten Monatsschrift „Der Wacht*Turm und Verkünder der Gegenwart Christi“. In (dieser Nummer ist die zweite Hälfte ausschließlich der Frage gewidmet, ob und wie die Juden „christianisiert“ werden mögen. Diese langweiligen Er* örterungen lassen uns sehr kalt, nicht so aber die Verzierung der Ueberschrift „Gottes aus* erwähltes Volk Israel“ durch die Nachbildung einer Herzl=Marke zur Rechten und einer zur Linken gegenübergestellten N.*F.-Marke, in welcher statt des Kopfes- Herzls jener des Jarno* sen Pastors Rüssel aufscheint. Hoffentlich wird das N.=F.-Hauptbüro diesen Eingriff in das Urheberrecht an unseren N.*F.-Marken verfolgen und die weitere Verunglimpfung unseres großen Führers verhüten. QuartalsaStatistik (Jänner—März 1911) des N.=F.-Hauptbüros. Das N.=F.-Hauptbüro in Köln verlautbart mit gewohnter Pünktlichkeit in der „Passahs Nummer“ der „Welt" die Statistik der N.*F.-Eingänge des letzten Quartals und knüpft daran folgende Bemerkungen: „Das 1. Quartal 1911 schließt mit einem kleinen Zuwachs gegen das Vorjahr ab. — Gegen 97.040 Mk. in 1910 stehen nunmehr 98.906 Mk. Dieser an sich geringe Fortschritt ist jedoch erfreulich, wenn man die eingetretenen vielfachen Störungen in einigen Ländern, speziell aber in Rußland berücksichtigt. Zur obigen Sum* me'kommen noch die Spenden für den Genossenschaftsfond per 18511 Mk., von denen ein Teil, d. h. die Spenden unter 80 Mk., direkt dem N.*Fr zufallen. Bei der Vergleichung der verschiedenen Länder ergeben sich keine sehr erfreulichen Re* sultate. Die meisten Sammelstellen, darunter Oesterreich, haben gegen das 1. Quartal 1910 Rückschritte aufzuweisen, die allein durch den schönen Zuwachs der amerikanischen Spenden etwas ausgeglichen werden. Außerdem sind Südafrika und Ungarn nur um ein weniges, Holland und Argentinien um vieles besser geworden als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Nachstehend eine kleine täü bellarische Aufstellung, in der aber nur die Eingänge über 1000 Mk. berücksichtigt Änd. Die meisten kleineren Sammelstellen liefern leider trotz wiederholter Aufforderungen immer noch nicht regelmäßig monatlich ab, so daß eine Viertel* jahrsaufstellung nur ein zufälliges Bild ergibt, aus dem sich schwer allgemeine Schlüsse ziehen lassen . Tabelle I. Sammelstelle 1. Quartal 1910 1. Quartal 1911 I. Rußland . 24 407.57 23 641.03 2. Nordamerika 10005.71 22 370.58 3. Oestcrreidr 16 958 63 14 633 76 4. Deutschland 17 816.71 12 623.23 . 5. Südafrika 4 397.17 5 270.03 6. Rumänien 6369.54 3 627.68 7. Holland 1337.41 2420.29 ' 8. Ungarn 1 728.25 2 052.45 9. Belgien 2035.35 1 944t47 10. England 2 242.14 1 901.93 11. Argentinien 530.64 1 685.90 12. Kanada 2 030.56 1 270.70 13. Kroatien 1 822.01 1 118.38 Die Ergebnisse der Sammelmittel haben sich gegenüber dem Vorjahre verschoben. Am stärksten war die Zunahme bei den S a m m e 1* büch sen. Durch unsere ununterbrochene Or* ■ganisationsarbeit, die beständigen Aufforderungen zur pünktlichen Leerung und Evidenzhaltung ist es uns endlich gelungen, bessere Büchsenerträge zh erzielen; die Summe des letzten Quartals übersteigt die des vorjährigen um ein Drittel. Dieser Fortschritt kann aber nur als ein An* fang betrachtet werden, dem noch viel bessere Ergebnisse folgen müssen; doch dürfte schon das nächste Vierteljahr durch die an den Mittel* feiertagen des Pessachfestes überall stattfin** denden Büchsenentleerungen weitaus bessere Zahlen aufweisen. Während die Allgemeinen Spenden, Sammelbogen und Telegramme eine Zu* nähme aufweisen, sind die Eingänge für tiaSGolde n e B u c h, die M a r. k e n und um eine Kleinigkeit die Oelbaümspenden zurückgegangen. Das Goldene Buch hat aber nichts von seiner Popularität eingebüßt, wie aus den vielen neu angelegten Konti des letzten Vierteljahres ersichtlich ist. Leider werden immer noch zuviele Eintragungen begonnen, die niemals vollendet werden, sondern nach dreijährigem Bestehen gelöscht werden müssen. Der wenn auch kleine Rückgang der O e 1baumspenden erscheint uns sehr bedauerlich, wenn wir in Betracht ziehen, daß gerade diese Spende noch bedeutend popularisiert werden kann . Unsere Vertrauensmänner hsaben hier eine dankbare Aufgabe, in den nichtzionistischen Kreisen Spenden für den N.-F. zu werben, denn jeder Jude stiftet z. B. am Todes- oder Jahrzeitstage eines lieben Verstorbenen gern zu seinem1 Andenken einen Baum. — Ein Oelbaum als Jahrzeitsspende, — diese Anregung sollte bei dem ausgeprägten Pietätsgefühl unserer Volksgenossen besonders propagiert werden; der moralische und materielle Erfolg würde nicht ausbleiben! -Siedlungsgenossenschaft. Manche derjenigen Sammelstellen, die in ihren N.-F.-Erträgen diesmal etwas zurückgeblieben sind, haben desto bessere Erfolge für die Siedlungsgenossenschaft erzielt, so vor allem Oesterreich. Um ein klares Bild von der Beteiligung der einzelnen Länder an dem guten Erfolge der Sammlung für den Genossenschaftsfonds zu geben, folgt eine kurze statistische Uebersicht: Tabelle II Eingang im Eingang in Sammlelstclle 1. Quartal 1911 1910 u. 1911 I. Deutschland 5 332.56 49370.47 2. Oesterreich 6516.04 28 092.15 3. Rußland 3 782.44 16 072.71 4. Belgien 161.— 5 911.40 5. Nordamerika 1301.01 5 258.55 6. Rumänien 172.60 4 733.22 7. Holland 27.01 2 707.S2 8. Südafrika 183.60 1 319.37 9. Kroatien 509.34 1 264.35 10. Die übrigen Länder 525.39 4 607.22 Summe : 18 511.05 119357.28 In Ergänzung obiger Statistik des N.-F.- Hauptbüros sei bemerkt, daß Oesterreich im Quartal 1911 an 6000 Mk. für P.-L.-D.-C.-Aktien aufgebracht hat, so daß Oesterreich, die Totalsumme der zionistischen Leistungen genommen, nicht zurück-, sondern neuerdings rasch vorwärtsgeschritten ist. Um eine gerechte Würdigung der zionistischen. Leistungen aller Länder zu ermöglichen, wird immer mehr eine Statistik nötig, welche alle diese Leistungen klar zusammenfaßt. Die Schaffung einer solchen Zentralstatistik ist derzeit Gegenstand der Beratung seitens der zionistischen Zentralstellen. Das vornehmste und schönste 6eschenk für alle Gelegenheiten Photogravüre-Künstlerkarten Jüdische (G“’ Nationalfonds- (HELIOGRAVÜREN) 1x81*1)611 Erstklassige künstlerische Reproduktionen in vorzüglichster, klassisch-schöner Ausführung, Kunstkupferdruck (Tiefdruck) auf feinstem Kupferdruck-Karton. Serie A: Palästina-Ansichten. Eandsohafta- und Städtebilder eto. nach neuesten photographischen Aufnahmen (jüdischeKolonien, Jerusalem, Jaffa, Balte, eto.) Serie K: Hervorragende Kunstwerke jfidisohen Inhaltes naoh Gemälden, eto. berühmter alter und moderner Meister. Serie P: Porträts hervorragender Jiidisoher Männer, Diohter, Künstler, eto. eto. Serie Z: Karten jüdisch-nationalen und zionistischen Inhaltes. 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