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Jüdische Zeitung · 1911-02-03 · 5 (3.2.1911) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
5 (1911)
Issue
5 (3.2.1911)
Date
1911-02-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nn 5 ' JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 schweren Anklagen — für welche wir gerne vor Gericht einstehfen wollen — werden dabei bezeichnenderweise nicht mit einem. Worte-erwähnt, geschweige denn widerlegt — dagegen wird eine Verleumdung vorgebracht, dahin lautend, daß die „Jüd. Ztg.“ ein vom Antizionisten Lucian Brunner erhaltenes ■Privatorgan ist, welches mit der' zionistischen Partei ■ in keinem Zusammenhängesteht.' Die „Jüdische Zeitung“ ist offizielles Organ des zionistischen., i.-ö. Distriktskomitees. Wir verweisen auf die bezügliche Verlautbarung des Wiener Distriktstages und auf die -vorstehend angeführte Resolution des Zionistischen Zentralvereines. Herr Lucian Brunner, der -unser Blatt nicht erhält, sondern neben vielen anderen Gesinnungsgenossen in dankenswerter Weise fordert, ist Mitglied und Förderer vierer zionistischer Vereine. Erst kürzlich hat sich das engere Aktionskomitee durch Herrn Professor War bürg an ihn um Unterstützung der P. L. D. C. gewendet und er ist, wie aus den bezüglichen Berichten zu ersehen, diesem Verlangen in großzügiger Weise nachgekommen. Der „Antizionist“ Lucian Brunner ist' eine lächerliche und böswillige Erfindung. Die zweite Nummer des „Volksrates' bringt Briefe des Herrn Johann K r e mene t z k i [Wien] und des Rabbiners Doktor O. Thon [Krakau], welche gleichfalls gegen die „Jüd. Ztg.“ gerichtet sind und unsere Stellungnahme gegen Prof. Kellner scharf verurteilen. Wir konstatieren, daß auch diese beiden Herren es sorglich vermieden haben, auch nur. mit einem Worte auf die von uns erhobenen Anklagen zurückzukommen, jeder sachlichen Erörterung der Angelegenheit aus dem Wege gehen und lediglich leere, unbegründete Ausfälle gegen ein zionistisches Organ Vorbringen. Die zionistische Organisation hat ihnen, wie -aus .vorstehender Resolution des Wiener Zionistischen Zentralvereines zu ersehen ist, die gebührende Antwort erteilt. Auf eine Replik unsererseits können die beiden Herren keinen Anspruch erheben. Sie müssen sich schon damit zufrieden geben, daß Dr. Bloch, der sehr ehrenwerte Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift“, sie, die alten Zionisten, in seinem Blatte triumphierend, als Bundesgenossen wider die Wiener Zionistenpartei begrüßt und beifallspendend ihre Ausführungen in seinem Blatte abdruckt. Das Lob des Dr. Bloch erspart uns jede weitere Kritik. ■ n. HeFsammiungsnaclipiEbtEn. Voranzeigen.? Wien. [Allgemein er jüd. Arbeiterverein „Poale Zion“.] Samstag, den 4. d. Mts.: Vortrag des Genossen Selig Bruck! Thema: „Der Emigrationskongreß und das jüdische Proletariat“. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen! Wien. [Jüdischer Handlungsgehilfen v e r b a nd.| Dienstag, den 7. Februar, findet im Verbandslokal, II., Taborstraße 20 [Souterrain], ein Vortrag des Herrn Dr. Hermann Löw statt. Thema: Jüdische Bevölkerungsbe- ( wegungen. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. [Hebräischer Konversasationsklub „Ibria h“.[ Samstag, am 4. Februar, um halb 8 Uhr abends, findet im Cafe Brammer [Liechtensteinstraße] ein Vortrag des Herrn Schriftstellers J. U. L i u - bezky statt. Thema: „Die Kunstkritik in der neuhebräischen Literatur.“ Wien. [Akademischer Verein „Jüdische Kultur“.] In den ersten Tagen des Monates März findet im Kursalon ein großer literarischer Abend statt, an dem der berühmte i’üdische Dichter Schalom Asch, der auf Einladung des obgenannten Vereines nach Wien kommt, aus eigenen Werken vorlesen wird. Wien. [Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.] Donnerstag, den 9. Februar, halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, L, Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. S. Tag licht statt. Thema: „Pharisäer“. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. [Jüdische Toynbee-Halle, Wien, XX., Othmargasse 46.] Wochenprogramm: Freitag, 3. Februar: Bibelvortrag. Herr. M. Pallenberg. Samstag, 4. Februar: Konzert. Sonntag, 5. Februar: Dr. Leopold Plaschkes. „Das Recht des Kindes“. Montag, 6. Februar: Professor Dr. Edmund Jerusalem. „Wallenstein“. Dienstag, 7. Februar: Dr. K. Kupfer. „Geschichte der Juden in Oesterreich“. [Schluß des Zyklus .1 Mittwoch, 8. Februar: Schulrat Professor J^ Bass. „Geschichte Aegyptens“. Donnerstag, 9. Februar: Waisenhausdirektor Alexander Hecht. „Haus und Bibel“. Freitag, 10. Febr.: Bibelvorträg. Dr. Gottfried Freudmann. Wien. Sonntag, den 19. Februar 1911, halb 8 Uhr, findet im Festsäale des „Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines“, Wien, 1., Eschenbachgasse 9, ein literarischer Abend statt, an welchem die Vortragsmeisterin Ilka N e s t or und Benno Wünsch ernste und heitere Dichtungen von Friedrich Porg e s zum Vortrage bringen werden. Mitwirkend-: Komponist rR. V. Wehrau, Mitglied des Cabaret „Fledermaus“. Karten zu je K 4.—, 3.—, 2.— und 1.— [Galeriesitze und Parterre- Entrees] im Vorverkauf bei: Alexander Rose? 1. Bezirk, Kärntnerring 11; im „Verband österreichischer Künstler und Kunstfreunde“, 2. Bezirk, Praterstraße 70; Schriftstellerverein „Die Scholle“, Cafe Silier, 1. Bezirk, Laurenzerberg; .Buchhandlung A. Mejstrik, 1. Bezirk, Wollzeile 4; Zeitungsverlag, 3. Bezirk, Reißnerstr. Nr. 2, Theaterkartenbureau, 2. Bezirk, Praterstraße, und beim Portier des Gewerbevereines, 1. Bezirk, Eschenbachgasse 11. Ein Teil des Reinertrages fließt wohltätigen Zwecken zu..- Wien. [,,N e s s Z i o n a h“.] M i 11 w och, den 8. Februar, S Uhr abends, findet im Souterrainlokal des Cafe Marienbrücke [Herz] ein Vortrag des Herrn Dr. Koloman F r e u d l e r über „Das Rassenproblem“ statt. Die Gg. werden ersucht, pünktlich und ..zahlreich zu erscheinen. Gäste [auch Damen] herzlich willkommen. Wien. [Human. Geselligkeitsvere i n „Ideal“ zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder.] Sonntag, den 5. Februar 1911, findet in den Saallokalitäten des Cafe Concordia, I., Concordiaplatz Nr. 4 [Salzgries 21], eine Damensoiree mit Rezitation, Gesang- und Musikvorträgen, sowie anschließendem Tanzkränzchen statt. Beginn 4 Uhr nachmittags. Regiebeitrag K —.60. Einfache Kleidung. Wien. [Cheiruth-Verein jüd.-soz. Hochschüler, II., Stefaniestraße 2, Cafe „Stefanie“.] Freitag, den 10. Februar, findet der Vortrag des Gen. J. Wagmann über: „Die Rechtsstellung der Juden im Mittelalter“ statt. Beginn halb 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. In kurzer Zeit wird der berühmte jüd. Schriftsteller Schalom Asch in Wien eintreffen. Der Arbeiterverein zur Förderung jüd. Literatur und Wissenschaft „J ü d i s c h“ will nun das Wiener Publikum mit dem Schaffen Asch’s vertraut machen. Zu dieselm Zwecke veranstaltet, Sonntag, den 15. Februar, obiger Verein im Cafe Stefanie [Stefaniestraße 2[ einen Asch-Abend, an welchem unter anderen der junge Journalist H. Groß und der Oberkantor Herr Grob teilnehmen werden. Regiebeitrag 10 Heller. Anfang 7 Uhr Wien. [Jüdischer Schul verein für den IX. Bezirk, Seegasse 16.] Der Vorstand hat beschlossen, einige Elternabende zu arrangieren, das Interesse der Eltern für die Zwecke des Vereines: Unterricht im Lesen, /Uebersetzen der Gebete und Pentateuch, jüdische Geschichte, Literatur, hebräisch Schreiben etc., anzufachen, und findet der 1. Montag-Abend, am 6. Feber I. J. präzise SUhr abends, in den Vereinslokalitäten statt. Prag. [Verein jüdischer Beamten.] Dienstag, 7. Februar, um 8 Uhr abends, findet im Vereinsheim, Benedictsgasse 1, die erste ordentliche und konstituierende Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Begrüßung. 2. Bericht über die Tätigkeit des Gründungskomitees. 3. Wahlen der Vereinsleitung und der Revisoren. 4. Freie Anträge. Mödling. Am 1. länner fand im Hotel „Stadt Mödling“ die erste, vom „Jüd. Bildungs¬ und Geselligkeitsvereine“ veranstaltete Makkabäer-Feier statt. Herr Kantor Grob aus Wien verbreitete durch seinen weihevollen Gesang eine andächtige Stimmung unter den zahlreichen Anwesenden, die darn auch gespannt den trefflichen Ausführungen des Festredners, Herr Dr. Hugo Zuckermann, folgten. Den künstlerischen Teil des Abends leitete Herr Doktor Hugo Zuckermann durch eine Conference über das jüdische Volkslied ein. Schriftsteller Herr Friedrich P o r g e s aus Wien trug sehr schön eigene Dichtungen und die Klaviervirtuosin Frl. Rose Julender in vollendet künstlerischer Weise mehrere schwierige Stücke vor. Darauf wurden vom Konzertsänger Funke einige deutsche Lieder sehr schön gesungen und zum Schlüsse kamen noch humoristische Vorträge des Herrn Rohr. Prag. Auf Einladung des hiesigen Lokalkomitees der „Poale Zion“ hielt Herr Doktor K a d i s c h aus Wien ein auf die Abende des 17., -18. und 19. Dezember 1910 verteiltes Seminar ab, in welchem er in tiefdurchdachten,, formvollendeten Vorträgen die Themen „Jüdische Volkspolitik“, „Die Strömungen des modernen Sozialismus“, „Die österreichische Nationalitätenfrage und die Juden“ eingehend behan- , delte. Die sich an die äußerst gehaltvollen Ausführungen des. Redners anschließenden Debatten. waren ein beredtes Zeugnis dafür, wie sehr die Veranstaltung einem tiefen Bedürfnis entsprach. Unter anderen Fragen wurden auch folgende Probleme in der Diskussion erschöpfend behandelt: nationales Schulwesen, Kulturzionismus, Kultusgemeindepolitik, jüdische Presse, Ost- und Westjudentum, innerpolitische Betätigung, nationale Autonomie, Volkszählung, die tschechisch-deutschen Ausgleichsverhandlungen, Trialismus, Siedlungsgenossenschaft, Genossenschafts¬ und Gewerkscnaftswesen, Parlamentarismus, das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Industrie, Bodenreform, Nationalität und Internationalität, Klassenkampf, Lage des Kleinhandel^. Das Seminar hat sowohl den studentischen, als auch den proletarischen Organisationen reiche Anregungen zu weiterer Arbeit gegeben. Iglau. Der jüdische Volksverein „Theodor Herzl“ für Iglau und Umgebung veranstaltete am 29. Dezember 1910 eine großangelegte Makkabäerfeier. Als Festredner war Rabbiner Dr. Julius Reach gewonnen worden, der eine begeisternde Rede hielt. Die Deklamation des frl. Elsbeth Scholl und die musikalischen Darbietungen des Regisseurs Otto G o I d a trugen zu der außerordentlich gehobenen Stimmung des zahlreich erschienenen Publikums besonders viel bei. Zum Schlüsse wurde getanzt. Die schöne Feier wird hoffentlich dem ' Vereine und unserer Bewegung viel neue Freunde zuführen. Das rührige Komitee, speziell die Herren Reich, Wachtl, Grossmann, Berthold Beck, vor allem aber der unermüdliche Nationalfond - Kommissär Emil Singer, unterstützt von Frl. Zimmer und stud. Alfrj Sommer mit dem überaus eifrigen Mädchenkomitee, verdienen das höchste Lob. Kremsier. Samstag, den 7. Jänner, fand hier vor einem zahlreichen Publikum eine Makkabäerfeier statt. Die Festrede hielt J.U.C. Adolf Brand („Ivria“, Wien], der in geistreicher und eindrucksvoller Weise über die Bedeutung des Makkabäersieges und über Nationaljudentum sprach. Ein Salonorchester der jüdischen Studenten, unter derbewährten Leitung des Herrn Konzertmeisters Eduard W e i s s erntete für sein Spiel wohlverdienten, lebhaften Applaus. Auch der kleine F. Ebel errang für sein formvollendetes Violinspiel stürmischen Beifall. Ein meisterhaft aufgeführter Einakter beschloß diese, in jeder Weise gelungene Feier. A. W. Olmütz. Verein „Zion“. Am 13. Dezember v. J. fand die Generalversammlung des Vereines statt, die einen zahlreicheren Besuch aufzuweisen hatte, als in den Vorjahren. Bei der vorgenommenen Ausschußwahl wurden gewählt: Zum Obmann: Herr Tierarzt Eduard Markus, zum 1. Obmannstellvertreter Herr Josef Grünberger, zum 2. Obmannstellvertreter Herr Dr. Bernhard Markus, zum 1. Schriftführer Herr Ing. Max Moczeskd, zum 2. Schriftführer Herr Ing. R e i n i s c h, zum Kassier Herr Oskar Huber, zum Bibliothekar Herr cand. jur. Fritz Broch. Teplitz-Schönau. In der Vorwoche fand die Generalversammlung des jüdischen Volksvereins „Zion“ statt. Dem Tätigkeitsberichte ist zu entnehmen, daß das Vereinsleben auch im abgelaufenen Jahre ein rege pulsierendes war. Mehrere Vorträge, Diskussionsabende, die Makkabäerfeier, Kinderfest und Tanzunterhaltungen waren die äußeren Zeichen der Vereinsarbeit. Für die finanziellen Institutionen des Zionismus wurde fleißig gearbeitet; neben den für diese Zwecke abgelieferten Beträgen wurden K 500.— an Schekel und Parteisteuer abgeliefert und an die Zeitschrift „Palästina“ ein Pauschale von K 400.— bezahlt als Abonnementsbetrag für sämtliche Vereinsmitglieder. Der Mitgliederstand betrug Ende des Jahres 250. Bei der Wahl des Vorstandes wurde Ernst Bechert Obmann, Ludwig Steiner Stellvertreter, Adolf Kann Kassier, Ferdinand Lederer Bibliothekar, Hermann K a r p e 1 e s Schriftführer, David Bauch Nationa’.fond-Kommissär. Der Vorstand besteht außerdem aus 14 Damen und Herren. Der Verein beginnt das neue Vereinsjaltr unter sehr günstigen Auspizien, denn nicht nur die Arbeitslust in den Reihen des Vorstandes ist groß, sondern der fortwährende Zuzug neuer Mitglieder beweist auch, daß die Erfolge der Arbeit nicht ausbleiben, daß die Erkenntnis von der Richtigkeit unserer Anschauungen trotz hartnäckiger Verkennung in einem gewissen, nur schon allerdings sehr zusammengeschmolzenen Kreise, sich siegreich durchsetzt und die endliche allgemeine Anerkennung nicht ausbleiben kann und wird. Nach Schluß der Generalversammlung sprach Herr Jur. Herbert Birnbaum über „TaufJudentum“. Der Redner ist in unserem Verein und weit darüber hinaus als ausgezeichneter Sprecher bekannt und erwies sich auch an diesem Abende als solcher. Er behandelte das Thema in fesselnder Weise, frei von Zelotismus und Fanatismus, die Gefahren der Taufseuche beleuchtend, ohne die Betrachtung vom rein menschlichen Standpunkt außer Acht zu lassen. Wohlverdienter Beifall lohnte die Mühe des Vortragenden. An den Vortrag 06

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