Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 14 (8.4.1910)
- Date
- 1910-04-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14 JÜDISCHE ZEITUNG. Seite 7 rufen. . Folgende Herren haben ihre Mitwirkung zugesagt: Dr. Oskar Marian, Dr. Michael Feuerstein, Dr. Wilhelm Klein, Dr. Egon Zweig, Dr. Alfred Lanzer, Dr. Leopold Meisel, Dr. Joh. Kommer, Dr. Leo Blum, Dr. Jakob Kohn, Dr. David Rothblurri, Dr. Emil Krasny, Dr. Max Bernhardt, Dr. Arthur Immerglück, Dr. Isidor.Marguiies, Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Heinrich Gabel, Dr. Maximilian Piekarsky, Dr. Armin Fischl. Auskünfte werden im Redaktionslokal der „Jüdischen Zeitung“ erteilt. Vereinsu .Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Zionistisches Seminar. Der nächste Seminarabend findet Donnerstag den 14. April d. J. um 8 Uhr abends im Zionistischen Bureau, IX., Türkenstraße 9, statt. Thema: Volksbewußtsein und Stammesbewußtsein. Referent Dr. A. Coralnik. Wien. (Klub zionistischer Arbeiter.) Sonntag den 10. d. M., 2 Uhr nachmittags, findet im Lokale des jüdischen Studentenvereines „Bar-Kochba“ ein Vortrag des Herrn Max Hirsch über „Die Tätigkeit des jüdischen Nationalfonds“ statt. Wien. (Pessachfeier.) Wie altjährlich, veranstalten auch heuer die jüdischen Mittelschüler Wiens eine Pessachfeier. Diese findet Samstag den 16. d. 3 Uhr nachmittags im Ferdinandssaale des Cafe Silier, Ferdinandsplatz, statt. Herr Reichsratsabgeordneter Dr. H. Gabel wird die Festrede halten. Bewährte Kunstkräfte Wiens haben ihre Mitwirkung zugesagt. Karten sind zum Preise von 60 h im Zentralbureau, IX., Türkenstraße 9, und bei allen . Komiteemitgliedern erhältlich. Wien. (Hebräischer Konversationsklub „Ivriah“.) Samstag den 9. d. M., halb 8 Uhr abends, im Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1: A. B. Rosenstein: „Hebräisch im Geschäftsverkehr Palästinas“. Hierauf Wahl der Präsidenten. Wien. (Neß Zionah.) Dienstag den 12. d. M. um 8 Uhr abends findet im Klublokal Cafe Mokka, I., Schottenring 12, ein Rezitationsabend des -Herrn Viktor Mandl statt. Die Gesinnungsgenossen werden um zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten. Gäste — auch Damen — herzlich willkommen! - " 'Wien: (Kadimah.) Die Chargenwahlen des 55. Semesters ergaben folgendes Resultat: cand. Ing. Michael Schindler x (x»:, xx, x), cand. ing. David Krässce xx, cand. iur. Bruno Beral > xx. Paukstunden und Empfänge 6—8 Uhr abends. Verbindungsbude: IX., Porzellangasse 36. Couleur- Cafe Marienbrücke, Telefon Nr. 16.625. Wien. (Verein „Hasomir“.) Die konstituierende Generalversammlung des Vereines zur Pflege ostjüdischer Kunst und Literatur „Hasomir“ findet Samstag, den 9. d. M. in Guths Restauration, II., Stefaniestraße 14, um halb 9 Uhr abends statt. Tagesordnung: 1. Begrüßung; 2. Wahl der Versammlungsleitung; 3. „Aufgaben und.Ziele des Vereines“, Referent Schriftsteller Herr Bernhard Tag; 4. Statutengenehmigung; 5. Ausschußwahlen; 6. Eventualial Hierauf findet bei freiem Entree und jedermann zugänglich eine Vorlesung jüdischer Novellen statt, woran sich Liedervorträge unter Mitwirkung des Frl. Weintraub vom Jüdischen Theater in Wien anschließen. — Dienstag den 12. d. M. findet im Jüdischen Theater, II., Taborstraße (Hotel Stephanie), die Erstaufführung von „Die N e w e j 1 e“, Schauspiel in 3 Akten von Perez Hirschbein statt. Beginn 8 Uhr abends. Gewöhnliche Preise. — Um unliebsame Störungen zu vermeiden und den literarischen Charakter des Abends zu wahren, wird das p. t. Publikum höflichst aufmerksam gemacht, daß während der Akte nicht serviert wird. * * * Berichte. Wien. (Klub zionistischer Arbeiter.) Am Samstag, den 26. März trat der Klub zionistischer Arbeiter mit der ersten Veranstaltung, einer Esther-Feier, in die Oeffentlichkeit. Der Obmann Samuel T e r n e r eröffnete die Feier und entwarf in klaren Worten ein Bild über die Lage des jüdischen Volkes, das, in der ganzen Welt zerstreut, entrechtet und geknechtet werde. In größter Bedrängnis erschien ein rettender Engel — Dr. Theodor Herzl — und zeigte den richtigen Weg zur Befreiung: Die ersehnte Freiheit — nurim eigenen Lande, durch die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Namens des Klubs zionistischer Arbeiter führte der Obmann Terner weiter aus, der jüdische Arbeiter sei zu doppeltem Kampfe gezwungen: Zu gemeinsamen Kampfe mit allen Arbeitern umArbeitundBrot und zum Kampfe für-das jüdische Volk um Befreiung. Herr Dr. Zuckermann besprach in seiner Festrede eingehend diese Königsfeier. Esther setzte, morgenländische Königspracht und Thron mißachtend, ihr Leben aufs Spiel, um nur ihr Volk zu retten. Heute sei dies leider anders. Ein großer Teil des jüdischen Volkes sei total assimiliert, ihnen sei dieses Königsmärchen ein Gaukelspiel, dieses Siegerfest ein Mumenschanz geworden. Statt der reinen goldnen Kronen tragen sie, sich selbst betrügend, Flittergold Und Maskenkleid mit erborgten Namen und Manieren und seien glücklich, nicht erkannt zu werden. Das Volk aber, das leben will, es ächzt unter dem Drucke und harrt hoffend der Erlösung. Durch die in uns erweckte Liebe zu unseremunterdrückten Volke ballt sich allmählich die schlaffe Hand zur Faust zum Sprengen der Sklavenketten und wollen Purim feiern als ein Fest der Freien. Herr Donath rezitierte in meisterhafter Weise Rosenfeld’sche und andere Gedichte, und man meinte schier, irgend einen großen Meister vor sich zu haben. Herr Paul Engländer, ein noch junger Violinvirtuose, brachte seine gediegene musikalische Bildung zum Ausdrucke. Herr Terner las noch zu Ehren des Festredners ein Purim-Gedicht Dr.Zuckermanns, das er als junger Student geschrieben, und schloß hernach die Esther-Feier. Oderberg. Der hiesige jüdische Volksverein „Zion“ hielt am 20. v. M. in seinem Lokal die erste ordentliche Generalversammlung ab, bei der sich fast alle Mitglieder und viele Gäste eingefunden haben. Das Mähr.-schles. Distriktskomitee war durch die Herren Gg.' Finzi und Dr. Fritz Ekstein vertreten. Nach der Begrüßung durch den Obmann Gg. Zänker erstatteten der Schriftführer Gg- Stößel den Tätigkeitsbericht und Gg. Jakob Eichenbaum den Kassa-; und NF.-Bericht und wurden diese zur Kenntnis genommen. Nachdem dem abtretenden Ausschuß das Absolutorium und der herzlichste Dank für dessen aufopfernde Tätigkeit für unsere Sache ausgesprochen wurde, erstattete Herr Gg. Finzi das Referat <über den IX. Kongreß in Hamburg, welches, fast eine Stunde dauernd, durch die formvollendete und fesselnde Art das regste Interesse bei allen Anwesenden für die zionistische Bewegung hervorrief. Anschließend an dieses richtete Herr Dr. Ekstein an die Versammlung einige schwungvolle Worte, in denen er alle zur eifrigen Mitarbeit aufforderte. Beide Redner wurden stürmisch akklamiert und herzlichst beglückwünscht. Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Die Gg. Zänker, Stößel, Eichenbaum, Färber und Goldmann wurden wiedergewählt, neugewählt wurden die Gg. Popper, Winterstein, Glaser, Neuhaus, Berger und Safier. Nachdem einige Anwesende ihren Beitritt angemeldet hatten, wurde von der Generalversammlung dem Obmann für seine hervorragenden Verdienste der Dank votiert, hierauf die Generalversammlung geschlossen, welche den- Eindruck hinterließ, daß das neu entfachte Interesse für unsere Bewegung nutzbringend sein wird. Sport. Sportklub „Hakoah“, Wien. (Der Verein, der jede politische Tendenz ausschließt, bezweckt die körperliche Ausbildung der jüdischen Jugend. Klublokal: Cafe „Jägerhof“, IX., Porzellangasse 22. Ausschußsitzung jeden Donnerstag 8—9 Uhr abends. Telephon Nr. 13.763. Postsparkassenkonto 106.037.) Touristik. Der Frühling lockt ins Freie. Felder und Wälder, Berge und Täler laden zum Besuche ein. Folgen wir diesem Rufe der Natur. Ein Naturfreund und Kenner von Wiens schöner Umgebung macht bereitwilligst den Führer. Es sind bereits 15 Personen besammen. Beginn der Ausflüge in kürzester Zeit. Radfahren. Alle Besitzer eines guten Rades, die gemeinsame Touren in größerer Gesellschaft und auf größere Strecken zu würdigen wissen, fordern wir zum sofortigen Beitritt in diese Sektion auf. Beginn ehestens. Fußball. Infolge unserer Mitgliedschaft im Oesterreichischen Fußballverband hatten wir es gleich bei Saisonbeginn mit starken und oft überlegenen Gegnern zu tun und sind die verhältnismäßig günstigen Resultate mehr auf die Begeisterung und Aufopferung einzelner als auf ein auf der Höhe stehendes Spiel aller zurückzuführen. Gegen den Meisterschaftsklub der zweiten Klasse „Minerva“ spielten wir 0:3, gegen Cricket I B verloren wir 1:5 und über den guten zweitklassigen Klub „Phoenix“ siegten wir 1:0. Sonntag 3. und Montag 4. April hielten wir auf unserem Platze mit drei kompletten Mannschaften Trainingsspiele ab, bei welchen sich besonders unsere zweite Mannschaft recht wacker hielt. In verflossener Woche haben sich für unsere Fußballsektion acht Spieler, darunter einer aus einer erstklassigen Wiener Mannschaft, angemeldet. Beitrittserklärungen für die vorgenannten Sektionen, ferner für Schwimmen, Fechten, Leichte Athletik und Tennis sind an den Sekretär des Vereines, S. Weinberger, Beamter, II., Rembrandtstraße 19, zu richten. Jüdisches Theater Regie: M. Siegler. Hotel „Stefanie“, II., Taborstraße 12. Freitag, den 8. April: „König Lear“, von J. Gardin. Herr Reißmann in der Titelrolle. Samstag, den 9. April: „Die Jüdische Nesohome“, von J. G a r d i n. Herr Siegler in der Titelrolle. Sonntag, den 10. April: „Bar-Kochba“, von A.Goldfaden. Herr Siegler in der Titelrolle. Montag, den 11. April: Benefiz des Kapellmeisters Herrn Leon G r a f f und des Herrn M e s t e 1 und S p i w a k o f f. Zur Aufführung gelangt: „Die Seder Nacht“, von Lateiner. Herr R e i ß m a n n als Salomon Kohn. Dienstag, den 12. April: Letzte Vorstellung, veranstaltet von „Hasomir“, Verein zur Förderung jüdischer Kunst und Literatur. Zur Aufführung gelangt: „Die Neweile“, von Perez Hirschbein. Literarische Novität! Dr. Natli BUtanu (Mathias Achers) Ausgewählte Schriften zur jüdischen Frage In zwei starken Bänden in Großoktavformat. Der erste Band erscheint in der zweiten Hälfte des Monats April. Der zweite Band erscheint in der ersten Hälfte des Monats Mai. Preis jedes Bandes broschiert K4.—, gebunden K 5.—. Das Porto für die Zustellung durch die Post ist in diese Preise nicht miteingerechnet. Für nur K 6*50 erhält beide Bände broschiert portofrei derjenige, der den genannten Betrag bis spätestens 15. April an den gezeichneten Verlag einschickt. (Jeder Band wird sofort nach dem Erscheinen zugesendet.) Verlag der Buchhandlung Dr. Birnbaum & Dr. Kohut Czernowitz, Rathausstraße 14. Schönster Schmuck für den Sedertisch. Staunend billig! Sederschüsseln aus feinstem Chinasilber in der Preislage von K 24.— bis 40.— Zu beziehen von Jos. Schlesinger, Wien I. Seitenstettengasse 5.;4 *