Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 50 (10.12.1909)
- Date
- 1909-12-10
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE ZEITUNG. Nr. 50 Herzlwald. Debica WG NFK Dintenfaß: Slg. a. d. Abschiedf. d. Gg. Dr. S. Brenner d. d. Zion. Jugend 1 B. a. d. N. 7.- Drohobycz OG Rosenfeld: Slg. gelegentlich e. Wette 3 B. a. folgende Namen: Saul Budracki, Hersch Ber, Garfunkel, Modryczer Mineralöl-Raffinerie, Gartenberg, Wagsnau u. Co. 21.— Gurahumora Bu Noe, Scheuermann, Deutschnat. Kartengesellschaft ä 2.—, Schärf, Noe, 2 Schieber, 2 Merdler, Dankner, Blumenfeld, Kolber, Aschkenasy ä 1.—, 1 B. a. N. d. Ehrenobmannes d. „Makkabäa“ Dr. Jonas Gartenlaub, Stadtarzt, 1 B. a. N. d. Ehrenmitgl. desselben Vereines Chaim J. Schieber, Großindustrieller 14.— Prerau M Elsa Grüner: 2 B. a. d. N. 14.— Wien IO Max Markus 2 B. mitDiplom a. Hochz. Springer 17.— Zus. 10 B. Bäume Summe . K 73.— Im Jahre 1909 wurden bisher 1981 Bäume gespendet. Materialienspenden Marken. R. Weil, Hasmonea, Wien; H. Kupferberg, Radaut; R. Safier u. Leo Epstein, Olmütz; S. Mecies, Leszniow; H. Bojko, Neure Jehuda, Wien. Staniol- P. Floch, Kadimah, Wien; R. Safier u. Leo Epstein, Olmütz; Hedi u. Walter Bojko, Wien. Erlagscheine. Hugo Bojko, Neuere Jehuda, Wien. FNationalfondsmarken | gehören auf jeden Brief eines Zionisten, auf jedes Programm einer Makkabäerfeier. Kein Zionist versäume, den Kongreß mit NF-Telegrammen zu begrüßen. A) Nordaumarken werden nur in Heften zu 6Ö Stück ä K 1.20 verkauft, nebstbei Porto. Czernowitz Bu 7.20, Krakau WG 8.40, Radautz Bu 3.60, Stanislau OG 12.-, Wien IO 12.74 43.94 B) Herzlmarken ä 5 h, das Heft zu 40 Stück K 2; nebstbei Porto. Wien 10_ 16575 | Telegrammblankette j ä 50 Heller Künstlerisch ausgeführt; als Briefe versandt ersetzen sieGIückwunschundBeileiddepeschen. Leoben IO 10.—, Prag B 50.—, Stanislau OG 50.-, Wien IO 3.50 113.50 Philatelie. Erlagscheine 55.—, Staniol 37.80, Marken 39.50 132.30 Palestine Land Development. Sie bezweckt auf kommerzieller Basis unter Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. Den Erwerb, die Ameliorierung und Parzellierung größerer Grundstücke in Palästina für eigene und für fremde Rechnung, behufs Schaffung neuer Siedlungen (Kolonien); 2. die Anlage und Pflege extensiver und intensiver Kulturen für eigene und für fremde Rechnung; 3. die systematische Ausbildung und allmähliche Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter in Palästina. 1 Gründeraktie kostet K 1210, 1 Namensaktie K 24.25, 1 Vorzeigeraktie K 26.—. Hygienisches Institut. Das Arbeitsgebiet des Instituts ist die Erforschung der ansteckenden Krankheiten, sowohl, der Menschen als auch der Haus- und Nutztiere und der Kulturpflanzen Palästinas. Die Gründung ist aus Anlaß des 60. Geburtstages Max Nordaus zu dessen dauerndem Andenken vom Zionistischen Aktionskomitee beschlossen worden. Jaroslau OG Sommer: J. u. H. Abend, Berner, Bergthal, Beer, Mannheim, Schwarz, Sommer, Sternhell 4.02 Wien IO A. Sch. st. Karte z. Makkab.-Feier 1.— Summe . K 5.02 Richtigstellung. Kotzmann Bu Die in Nr. 46 unter Sammelbüchsen ausgewiesenen K 29.14 waren z. D. „Dorsche- Zion“ bestimmt. Tabellarischer Ausweis des Geldeinganges vom 29. Nov. bis 6. Dez. nach den 8 Distrikten geordnet: 1. Innerösterreich (IO.) Distriktskommissär Dr. Leopold Meisel, Wien. 446.63 2. Ostgalizien (OG.) Distriktskommissär Jac. Salo Pilipp, Lemberg. 374.83 3 Bukowina (Bu.). 6424 4. Böhmen (B.) Distriktskommissär Moritz Löwy, Prag. 50.— 5. Mähren u. Schl.(M.) Distriktskommissär Dr. Fritz Eckstein, Troppau. 45.— 6. Podolien (P.) Distriktskommissär Dr. Natan Nußbaum, Tamopol. 39.52 7. Westgalizien (WG.) Distriktskommissär Dr. Ch. Hilfstein, Krakau. 29.— 8. Südgalizien (SG.) Distriktskommissär Maier Henisch, Stanislau. 19.92 Wochensumme K 1069.14 Spenden für Nationalfonds. 684.63 „ „ Palästina-Zwecke ....... 73.— Kapitalanlagen. —.— Diverse . . . .. 179.21 Erlös der Philatelie. 132.30 Summe der in der letzten Woche aus der ganzen Welt abgeführten NF. und Oelbaunispenden (Nr. 49 der „Welt“) 16.756.74 , Sammelstelle des J.H.F. für Oesterreich Wien IX., Türkenstrasse 9. 'Postsparkassenkonto Nr. 100.208. Den Spendern und Sammlern herzlichsten Dank und Zior.sgruß. Herders Konversations-Lexikon. Der Besitz eines zuverlässigen Nachschlagewerkes ist nachgerade für jeden Gebildeten und nach Bildung strebenden unerläßlich geworden. Es war indes in weiteren Kreisen längst als dringendes Bedürfnis empfunden worden, ein Lexikon zu erhalten, das den Anspruch auf Vollständigkeit machen kann, ohne in die Schwerfälligkeit von bändereichen Enzyklopädien zu verfallen, andererseits die Lückenhaftigkeit der „kleinen“ Lexika zu vermeiden, die begreiflicherweise häufig versagen. Dem neuen „Herder“ ist das schwierige Problem in ganz vortrefflicher Weise gelungen, indem er Veraltetes ausgeschieden und die Darstellung in die knappste, doch leichtverständliche Form gegossen hat. So hat „Herder“ von allen Seiten volle Anerkennung gefunden und viele Tausende schöpfen bereits aus ihm Rät und Fortbildung. Die Ausstattung ist höchst lobenswert: sehr viele Textbilder, schöne Tafeln, ausgezeichnete Karten. P. T. Im Aufträge des Proponentenkomitees erlauben wir uns alle jüdischen Hochschüler aus der Bukowina zur I. ordentlichen Generalversammlung des Unterstützungsvereines jüd. Hochschüler aus der Bukowina, welche am 15. Dezember d. J. um halb 8 Uhr abends im Cafe Marienbrücke stattfinden wird, höflichst einzuladen. T agesord n un g: 1. Berichterstattung. 2. Wahlen der Vereinsfunktionäre. 3. Eventualia. . caM. iog. Michael ScMüfller inr. Brno Bezal Obmann. ' Schriftführer. Die Nummern 14, 15 und 16 des I. Jahrganges der „WELT“ .werden zu kaufen gesucht. Sektion „lung-Juda“ des I. Wr. lüd. Turnvereines. Wir ersuchen die Gesinnungsgenossen, sich bei Einkäufen und Bestellungen auf unser Blatt zu beziehen. Bester Zahler Wiens! Zahle beste Preise für abgelegte Herrcnkleider, Damenkleider, Wäsche, Schuhe, Uniformen etc. Karte genügt. F. Fr cid, Wien III., Custozzagasse 7, T. 4. 8. AUFLAGE! Israeliten und andere Antisemiten. Getaufte und Baldgetaufte. Umä:hbgzeichnung von Carl Josef. Satiren von BEDA. Umschlagzeichnung von Carl Josef. Wirksames iiitationsiittel! Jedes Werk kostet K 1.30 inkl. Porto. Nur gegen Voreinsendung durch die Administration der „Jüdischen Zeitung“ zu beziehen. von unten klangen die Abendglocken wie ein verhaltener Jubel, die Nacht kam wie eine schöne Märchenerzählerin durch den Wald und breitete langsam braungoldene Schleier über die tiefatmende, duftverklärte Welt. — Ein halbes Jahr! Ein Atom im endlosen Gewebe der Parzen.- Ich glaube, Fritz, auch mir ist etwas sehr Liebes gestorben. Langsam und schmerzhaft. Ich stehe vor einer Bahre, die niemand sieht, und es welken um sie Kränze, die niemand gewunden. Und ich bin der einzige Leidtragende, der die teure Tote hinausgeleitet. Dein Vater starb Dir, armer Guter! Mir starb meine Jugend. Carl. * * * * Wien, 23. Mai 1907. Guter Carl 1 Du wirst wohl gehört haben, daß mir Haus und Geschäft verkauft haben und hieher gezogen sind. Ich stehe inmitten der grauen Basaltfelsen des Zwanglebens, daß der weitaus größere Teil der Menschheit führt und von dem die Glückverstockten nichts wissen. Wie auch ich nichts gewußt habe. Wir lesen die Geschichten des Leids, sehen die Bilder des Elends und kämpfen wohl auch für die Erhöhung der blassen, sorgenden Menschen, die wir abgehetzt und stumpf vorüberhasten sehen; und doch sind sie uns fremd, unser Mitempfinden ein fast wohltuendes Produkt der Phantasie und einer leisen Selbstanklage. Nun bin ich unter sie gegangen. Der kleine Erlös für unsere Siebensachen reichte kaum hin, um Schulden, Arzt und Pfaffen zu zahlen. Mit gallbitterem Weh mußte ich zu den Verwandten gehen, um für den „neuen“ Lebensweg einige Groschen zu erbetteln. Zu denselben Verwandten, die zum guten Vater wie zu einem Patriarchen aufsahen, der sie stützte und beriet, bis sie auf festem Boden standen. Ich hätte nie gedacht, daß ich je einen Menschen um etwas bitten könnte; ins tiefste Blut hat sich mir dieser starre Stolz, dieses unbeugsame Selbsthochhalten meines guten Vaters eingelebt — doch ich bin nicht allein. Neben mir geht eine alte, vom Weh gebeugte Frau und.ein kleines gutes Kind mit rotgeweinten Augen; ich ging für sie betteln. Sie waren gut und dankbar, die Vettern und Onkel; sie gaben mit jüdischer Güte und wir haben ein Dach. Graue, kleine Zimmerchen mit alten, stolzen Möbeln neben neuem, dürftigem Hausrat. Ich habe das Studium gelasseu und arbeite in einem Komptoir wie eine empfindungslose Maschine. Meine Bewerbungen um einen kleinen Beamtenposten, der mir den Abend zu anderer Arbeit gegönnt hätte, sind an meinem Judentum gescheitert. Ich glaube Du hast immer von dem Sieg der Gleichberechtigung und von dem glorreichen Jahr 1848 geschwärmt; Gott bewahre Dich davor, mit Deinem jüdischen Leib seine Segnungen zu suchen Von acht Uhr früh bis Mittag schreibe ich trocken-widerliche Briefe, umschwätzt von kulturlosen, witzelnden Menschen. Mittags essen wir schweigsam und Mutter schaut immer auf die Sterbetafel mit dem Grabe Rachels und den Trauerbäumen. Und dann rechne ich bis es dunkelt endlose Ziffernreihen; jetzt nach dem Abendbrot schreibe ich Dir. Rosel schläft und lächelt. Die Mutter betet aus einem vergilbten Sidderl. Sei glücklicher als ich! Fritz,.