Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 49 (3.12.1909)
- Date
- 1909-12-03
- Page
- Seite 19 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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- Guben 1× ep/1044673
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19 ber Strbeitäfdjeu bet Subett unb ähnliche üerije^enbc SSerleumbungcn 311 3erftreuen. SBarurn fcf)tlbcre ich ba» berart bctaittiert? Seihalb, um Sie 311 überzeugen unb um bie maßgebenben gaftoreu an§ ihrer ©IcirfjgülügFcit aufzurütteln, aber aucf) um ben 93etoei» ju erbringen, baß man biefc» nantenlofe Elenb, biefcö entfeijlidje Unglüd, biefe gerabejü hoffitung^lofe Sage ber übermiegenben Mehrheit ber!guben ©altjicns unb ber Shtforoina nur bann mirb faniereit fönnen, wenn bie ^ubeiri’djdft fotcfje Vertreter erhält, weldje fid) folibarifd; füllen mit biefcn fleloteu gleichenben Maßen unb ihrer entiet^Ucf)en -Kot fteuern tootfen. Meine Herren! Sie aufgcputjten Vertreter au» ben fogcnaniiten bcffcren Stäuben — „bcffer", rneit fie uottgefüttte Snfd;en haben unb ,,jid) nicht 511 er» feinten geben" — ha&en fein ©cfütjl, fein Sßerftänbni» für bie Seiben ihre» Sötte». 5h*e frönen Sieben finb eitle» 93tcnbwerf, Säufdjung, oft nur um rcbnerifdje Erfolge 311 erzielen. SBir Stationaljiibeu, iübifdjen 93olf»partei(er aber ocrtangen fotd)e Scrtreter, bie fid) ihrer lmgtiidtidjen jübifcheu SSotfögenoffen mit alter Eingebung, Stufopferung unb oI)nc jebe Stüdficht, ob fie irgenbtoo „anftoßeit", auuchmcit. Meine §errcn! Sa» finb bie 3>e(e unterer nationalen ißotitif. Sitte Sinfidjtigen in Cfterreid) finb zur Überzeugung gelangt, taß bie Söfung bc§ unfetigen nationaten Streites unter ben Sötfem Dfterreid)» nur burd) Stnertcnnnng atter Sötfcrinbioibuatitäten unb nerftänbnisoottc Sermirttichung ber nationaten 9lutonomie möglich ift. Stt» ein Stuäftuß biefer Erfenntnis unb atS eine reale Maßnahme gur praftifefjen Sermirflidjung eines fricblidjen unb einträchtigen 3iifamntenroirfen» alter bie Snfomina betuohnenben S3otfsftämme haben bie Sertrctcr alter SoÜoftämme unb Parteien im ißermanenzaudfdjuffe, bie jübifchen inbegriffen, bie Schaffung einer Sanbtagsmahlorbnung nad; nationaten Shirien für alte 93olf»ftämme biefe» Sanbe» befchtoffen, at» bereit natürliche gotge fid; bie SBafjt nach beut nationaten Sfatafter ergibt. Sie unbeftrittene Sott§= unb Siationdqualität ber gilben berechtigt fie zur gorberung be» nationaten SÜatafter», moburd) ihre nationale Qualität bie gcfetjticbc Santtion erlangen fott, ma§ aber nur bie Slnertcnnung eine» faltifdjen 3uftaube» bebcutct. Sur biefer SBahlmobus!ann bie fo bringenb notmenbige Snt;e im Sanbe unb ungeftörte Slrbeit in ber SanbcSOertretung oerbürgen. Sie Einführung be» nationaten föataftcr» für aüe Sottsftännnc ift ba§ einzige Mittet, burct) welches einerjeits bie einzelnen Sottlftämmc eine mirftidie Scrtrctung burd) ihre S3olf»gcnoffcn erlangen fönnen, anbrerfeit» ba» SSaljlrccf)t erft feine Scbcutuug erlangt. SBetdjeit prattifchen SBcrt fott beun ein SBahtrcdjt haben, ba» entweber nicht au»geübt werben fann ober nur zur SBaht bon ©egnern bienen fott! Sic Stbtchuung ber jübifchen 3Bäf)terfurie burd) ben Minifter bed Innern mit ber fonberbaren Segrünbung, eine Igubenfuric wibcrfprecf)e ben Staats» grunbgefetjen, meil hierburch Siationalität unb 9fetigion§befenntni§ ocrmed)feIt würben, unb baß fich ber Minifter burd) ©ewährung ber gubenfurie einer geinö» fetigteit gegen bie guben fchutbig machen würbe — ift unftichhaltig, berftößt gegen ba» Staat»grunbgcfeß unb ift eine Seinütiguiig ber ^uben. Sie iphiafe bon einem burch Schaffung einer gubenfurie entftefjenben „©l;etto" täufcht niemanben, weit fein Sot! in ber Slnerfennung feiner SJationalität ein ,,©hetto" erblidt ober empfinbet. SBenn aüe an* bereit S3oIf»ftämme be» Sanbe» bie nationaten SBäpler» furien erhalten unb nur bie gaben allein ausgenommen werben, bebeutet bicä eine Entredjtung unb Scmüti» gung, eine unberbientc Ertüchtigung unb Schmach für bie ^ubcit, abgefehen baoon, baß bie Scutfchcu bie '-Bereinigung in einer SBähterfurie mit beit gaben au»= briidtid; perhorrefzieren unb abtct;nen. Muß man beun uu» Subcn noch zwingen, baß wir uns auberen SSölferu, bie uns nicht wollen, aufbrängen? Entweber für alte SSolfsftäutme be» Sanbe» — bie guben in* begriffen — nationale Säqterfurien ober für feinen SBotflftamm, ba» (jeißt bann für alle territoriale SBähterfurien! SSir fönnen es aber nicht butben, baß man un» in bem SBatjlgefeße namenlos läßt nnb at» „bie an* bereit" bezeichnet! Sas ift eine Scmütigung unb Er» niebrigung! Stbcr auch praftifch eine fdjwere S3eein* träd;tigung! E» gibt nämlich, meine Herren, in ber Sufomina wohl SSahtbcgirfe mit faßt ausfchließtich runtänifcher ober ruthenifcher Seoölferung, ober mit fotchen Majoritäten, auch Qrtfdjaften mit überwiegenber rein arifch-beutfdjer Seoötferung, au» beneit in ber 33ufowina eigene SSahlbegirfe mit bcutfdjer Majorität ge« bitbet Werben fönnen. E» ejiftiert aber für bie 100.000 guben fein einziger jiibifdjcr SBafjtbezirf, ba» heißt fein territorial Zufammenhängenber SSahtbezirf, mit einer Majorität ber jübifchen '-öeoölfentitg, unb bi» auf 3wei Qrtfchaften, nämlich SBiznilj unb Sabagora, gibt e» auch feine ein« gige ©emeinbe in bet S3ufowina mit einer Majorität jübifdjer SScuölfenuug! E» ift alfo bie Silbung jübifd;er SBahtbezirfe auf ©ruub territorialer Stbgrenzung unmöglich unb ausgefchtoffen. Sie gotge wäre nun, baß bann für 100.000 Qubeu ber iöufowiita feine gefieberten SBahtbezirfe gebitbet werben fönnten. Sctbft bie größeren Stäbte, Ezernomtp, Siabattf, Sereth unb Suczawa, weifen wohl große jübifdjc ÜDiinoritäten auf, bie aber twu einer 3wcibrittclober Srcioiertclmehr« heit ber übrigen S3eoölfcrung einfach erbrüdt mürben.!yn ben übrigen fteinen Stäbten, ©emcinben unb Qrtfchaften be» Sanbe» wohnen bloß fleinere jübifchc Minoritäten. SBenn wir beifpielsmcife bie 93eoölferung ber Stabt Ezeruomib nehmen, fo fet)en mir — ich nehme Zur ©runbtage bie SSolfszahl oon 1900 —, baß bie