Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 49 (3.12.1909)
- Date
- 1909-12-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Beilage zur Nr. 49 der „Jüdischen Zeitung“, Wien IX. « fianötnjsreöe bes ^bgeortmeten fr. §trcuuf)er in ber lilJaljtaformfoelraite. £ohe§ 6au§! SDic 31t Snbe gefjenbe 2egislaturpcriobc bcC'SufominacrSanbtagesmtrb inber©efdjid)tc unfcrc-3 Sanbe» benfmiirbig bleiben, uub-bic» nicht aßein bcsfjntti, tucit in ben lebten fccfjs Ssafjren ungeachtet mehrerer ^Mißgriffe nnb fchmcrerUngered)tigfeiten in ber SanbcSgcfcßgcbung bcttnoch mehrfache nüßlicfic ©efeße gefdjaffen morben iinb (Abgeordneter Di. Ritter v. Onciitl: Also dies wird doch von Dir anerkannt!), fonbern beäfyalb, meil snnädjft bie Smangipntion ber 93ebölferung bou ber bei ben pDÜtifcfjcn Kahlen früher üblich gemeinten SScborniunbung bitref) bie politifcljen 9M)örbcn erreicht tmtrbe, mcitercauch bcäjjatb, meit in biefer Scgic-laturpcriobebasbicfinanjicßc Stiftung!* fähigfeit be§ Sanbe» meit überfteigenbe große SScrf ber Sehrcrgehnttäregutierung bnrd)geführt, ein aßcrbing» bie ©rmartungen bes Sanbe» nur ungitlanglid) rccfjtfcrtigcnbcS Sanbee-banfinftitut gegriinbet morben ift, aber bornehmlid) auef) be»ljatb — nnb ba erbitte icf) 111'r bie befonberc Slufmerffamfcit ber geehrten .'perren Soßegen — tucil nach meiner 21uffaffung mähtenb bicfc” fccfjC'jährigen Stitraume» ba-5 gefamtc politifdie Scbcn ber SJufotoinner eine grunbftürgctibe 21nbcruug erfahren hflt (Abgeordneter Dr. Ritter v. Onciul: Sie wurde demokratisiert!), neue, roenn and) nicht ermiinfehte nnb minber 31t begrüjjenbc politifcljc Parteien entftanben finb, Oorbcm für unmöglich gehaltene potitifdjc Slßianjett fich gebilbet haben, ja erft recht eigentlich bei un» in leptercr ßeit politifche Parteien organifiert mürben. 9(ßciu, meine Sperren, ecfoll uttb muß and) fcfigefteßt merben, bah nufere Sanbec-bcrmaltung bereit eine ebettfo unjulänglichc mic antiquierte, aber anberer* feit» eine iiberauc foftfpieüge ift, meiterö bie 53iLbunggftufc oieler Scöölferungäfd)ichtcn unb inäbefonbere ber bäuerlichen Greife eine bielfad) noch tiefe, bie .Sah! ber Ülnatpfjabcten aber eine fehr große, bie fiiianjietle Sage be-3 Sanbe-3 eine überaus traurige ift, unb baß bc-Mjalb ber Saubcc-bertretimg nnb Sanbe-Sbermaltung für bie nächften ^ahre riefengroße 21ufgaben harren, bie bie 3ufammenfaffung unb ba» einträchtige SSirfen aller Slrbcitc-frafte im 2)teufte biefe-3 Sanbe-5 er[)cifchcn, ba» mir a(» unfer ßeimatlanb lieben. (Beifall.) ^jn biefer rnenig erfreulichen Situation fef)en mir, meine hodjbercf)rtcn Herren, mie fef)t bie gartet» leibenfd)aftcn im Sanbe aufgepcitfcht finb, gcmiifeulofe unb gefährliche Sctbcßungen gegen SSolfc-ftämmc, Stonfeffionen unb fogiale klaffen ber Sebölfcrung bc* trieben merben, ba» öffentliche Scbcn ein ungefunbec- Slolorit geigt, Scparation-3gclüfte auf ber einen, Unter* brücEungcbeftrebitngcn auf ber auberen Seite. aillc-3 ift bei un-3 aufgcmühlt, unb man geminnt ben Siubrud, baß mir un-3 bereit im Stabium einer ßleuorbnung ber ©efeßfefjaft unb einer ßteuorbmmg aßer politifdjeu Parteien im Sanbe befinbeu. SSou biefent ©efidjt-Jpnnlte aus betrachtet, muß c» unier lebhaftes Söeftrebcn fein, burch eine 3eitgcmäße, roaljr* haft moberne nnb aüfeit-3 gerechte Stcform ber bereit beftehenben, jugegebenennaßen antiquierten Sanbe!« maf)lorbnung ein 2Baf)lred)t mobernfter gaffon, ein mahrhaft moberne! Sßerf 3U fchaffen, um hierbitrd) 311 ermöglichen, baß eine gefunbe, arbeitsfreiftige ber Söfung ber großen Slufgaben fähige Sanbee-ucrtrctung in biefe Sanbec-ftube Sinjug halte. 1