Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 30 (23.7.1909)
- Date
- 1909-07-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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,M- M . Wleri.Weir einigd»,gjüd^i^8r#*t^peI'ter• .Die,! diesjährige Generalversammlung KWirttni-mfii 25:: Jini um 1Ö Uhr vormittags niit . folgender Tages-1 ofdming äbgehalteh: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Neuwahlen. 3, Eventuelles.,;Wieh. Donnerstag 22. um 3/*l Uhr Mittags wurden' im großen Festsäale der Wiener Universität fünf Mitglieder der jiid. akad. Verbindung „Ivria“ zu Doktoren der Rechte promoviert und zwar A. H. Hugo Löwy und die i. a. B. Robert Beer, Leop. Friedmahn, Salomön Horpung und Felix Winterstein. , Vöslau. Hier wurde ein zionistischer Verein „Neu.re J e h u d a“ gegründet. Zuschriften an Herrn Re sek Philipp, Vöslau, Backstraße 7. Karlsbad. („Jüd. akad. Klub“.) Die Chargenwahlen für das II. Semester 1909 hatten folgendes Ergebnis : med. Walter Kohn er x, J. U. C. Emil S e 1 i g m a n n xx, J. U. C. Alfred Löwensteiri ,50cx. Stülpikany. Der jüd. nat. Verein „Makkabea“ veranstälteteam4.d.M.im Privatbethause des Herrn Moses Jossel Reiner eine Trauerfeier. Ein zahlreiches Publikum Hatte sich zu dieser ernsten Feier versammelt. Herr Pinkas Haber trug das „El mole Rachmim“ unter Mitwirkung eines Herrenchores vor. Alsdann ergriff Herr stud. jur. Chaim Kupferb e r g (Chermonia) aus Radautz das Wort zur Gedenkrede. Der Redner erntete reichen Beifall. Nach dem Absingen des Liedes „Al mos Herzl“ wurde eine Sammlung für den Herzlwald eingeleitet, die ein schönes Ergebnis hatte. M. B. Trautenau. Der zionistische Volksverein „Theodor Herzl“ in Trautenau veranstaltete am 17. Juli d. J. in Johannisbad im Restaurant Parkschlößchen und am 20. Juli 1. J. in T r a u t e n a u im Hotel Union Herzl-Gedenkfeiern, welch letzterer ein Trauer-Gottesdienst im Trautenauer Tempel voranging. An der Versammlung in Johannisbad, die vom Schriftführer Herrn Rudolf K o h n mit einer kurzen Ansprache eingeleitet wurde, nahm ein zahlreiches Kurpublikum teil. Die Trautenauer Versammlung eröffnete das Vorstandsmitglied Herr Oberingenieur Markus P o 11 a k mit einer längeren Rede, während der Obmann Herr JUDr. Hugo Rappa'port in beiden Versammlungen in einer trefflichen Ansprache das Wirken Theodor Herzls, sowie die Ziele und die Folgen dieser Wirksamkeit besprach. Der NFK. des Vereines Herr Hugo Nätscherädetz hielt zum Schlüsse beider Versammlungen Referate über die Oelbaumspende, denen Sammlungen für die Oelbaumspende folgten und kann das Sammelergebnis als ein zufriedenstellendes bezeichnet werden. — Alle Referate wurden von den Teilnehmern mit größtem Beifalle aufgenommen. Pöstyen. (Bad Pistyan.) Der im heurigen Winter erst gegründete hiesige zionistische Verein zählt (pereitg über 70 Mitglieder und entfaltet eine rührige Tätigkeit! Sonntag den 18. Juli fand hier eine sehr zahlreich besuchte Herzl-Gedenkfeier statt, zu der aus Nyitra, Nagy-Tapolcsäny, Magyarsvok, Verbö, Vdgujhely — aus letzterer Stadt waren u. a. auch Oberrabinner Dr. Rosenberg und Kultusgemeinde- Sekretär Friedmann als Gäste erschienen — und anderen Orten sich Gesinnungsgenosseu eingefunden hatten. Der hier weilende NFK. Dr. Dömeny L. eröffnete die Feier mit einer ungarischen Ansprache, jworauf der Vizepräses Apotheker Meth — der Präsident Badearzt Dr. Leo Alexander war durch Unwohlsein verhindert — die Redner A- C. Mitglied Sam. Bettelheim (Preßburg) und Max Markus (Wien) begrüßte. Gg. Sam. Bettelheim hielt die Gedenkrede. In bewegten Worten schilderte er Herzl als Menschen, Juden und Volkserwecker. Erzog eine Parallele zwischen Moses Mendelssohn und Herzl. Die Rede klang in einen warmen Appell aus. Die Manen des großen Toten durch zahlreichen Anschluß an die Bewegung. Hierauf nahmMaxMarkus zu einer radikalen Agitationsrede das Wort. Eingangs schilderte er den modernen Golusjuden, wie er leibt und lebt. Er geißelte die verschämten Israeliten, die jüdische Sitten und Gebräuche mißachten, sich in christliche Gesellschaft vordrängen, wo sie nicht nur gehaßt, sondern auch verachtet wird. Tosender Beifall lohnte die Ausführungen ges Redners. Zum Schlüsse wies Dr. Dömeny auf die Institution „Oelbaumspende“ und insbesondere „Herzlwald“ hin. Eine Sammlung hiefür wurde eingeleitet. Die Vertrauensmänner der einzelnen Ortschaften verblieben hoch beisammen, um über die weitere Propaganda im Komitate Nyitra zu beraten. Die Gründung eines zionistischen Mädchenheims in Pöstyen kann als gesichert gelten; ferner soll ein Mädchen verein Tn Vägujhely, wo eine größere Schekelgruppe bereits besteht und, ein neuer zionistischer Verein in Verbö gegründet werden. Es wurden ferner mehrere Schkolim aus verschiedenen Gegenden Ungarns gesammelt. Brünn. Die jüd.-akad. Verbindung „V e r it a s“ veranstaltete , eine Herzl-Gedenkfeier an der ■die gesamte zionistische Gemeinde teilnahm. Der Vorsitzende begrüßte den Obmann des Brünner zionistischen Kreises, Herrn C. S t r a c h, die jüd.- ■akad. Lese- und Redehalle, den jüdischen Turnverein. Hierauf hielt Herr Dr. M. ß.erköwicz die Gedenkrede, in welcher er das Lebenswerk Hersds darlegte. Die nahen persönlichen Beziehungen, die d(jry Redner zu dem verstorbenen Führer hatte, ermöglichten es ihm, recht interessantes aus Herzls Leben zu .erzählen. Die. Ausführungen Dr. Berkowicz’ würden von den Anwesenden mit reichem geKiisBHEgaEiäiü^c. Beäatisiraföhnlb MitfceinigeitiDanEeSWOrtbrt'ah den Radnen sohtoß/der./Voräflzende^dfü Gedenkfeier. 0? öf Sfockerau. Am 11. Juli 1909 fand eine stark besuchte HerzlfeieprffotSäalwßndirsrtf^l&sKalitäten statt, veranstaltet von den Pröp6nenten-tleS-Ver3 eines „Zion“ für Stockerau-Korneuburg. Herr Vorsitzender B. Schneider (Stockerau) eröfnete die Versammlung und begrüßte die Vertreter der Kultusgemeinde und die Abordnungen der akademischen Verbindungen „Kadimah“ und „Unitas“. Herr Dr. L. Sofer (Stockerau) trug äußerst schwungvoll das Gedicht „Theodor Herzl“ vor. Die Gedenkrede hielt Herr JUC. Franz Fischer („Kadimah“), dessen glänzende Ausführungen lebhaften Beifall auslösten. Ein Vertreter der „Unitas“ sprach über den Herzlwald. Die Sammlung ergab 35 Kronen für fünf Oelbäume; außerdem wurden Herzlkarten und NF.-Marken verkauft. Nicht endenwollender Beifall durchbrauste den Saal, als der Schriftführer W. Deutsch (Korneuburg) verkündete, daß die Proponenten des Vereines beschlossen haben, Herrn Kultusvorsteher B. Schneider, in Anbetracht seiner besonderen Verdienste um den Verein „Zion“ für „Stockerau-Korneuburg“ in das „Goldene Buch“ einzutragen. Hierauf folgten Rezitationen Rosenfeld scher und Beda scher Gedichte. Gwozdziez. Donnerstag am 8. d. um 7 Uhr abends versammelten sich unsere Mitglieder im Vereinsiokale, um sich dann korporativ in feierlichem Zuge in die große Synagoge zu begeben und das Andenken unseres verewigten Führers Dr. Herzl in würdiger Weise zu feiern. Die große Synagoge war von zahlreichen Bürgern erfüllt und machte auf sie die von unserem Präsidenten Herrn Julius Pauker gehaltene Gedenkrede einen ungewöhnlichen Eindruck. Unser vorzüglicher Sänger Herr S. Goldfeld machte das „El mole rachmim“, woran sich ein hebräisches Trauergedicht „Al mis Herzl“, von den Schülerinnen unserer hebräischen Schule „Safa Berura“ gesungen, anschloß.' — Mit dem Absingen der „Hatikwah“ schloß die imposante Trauerfeier, bei weicher auch für den Herzlwald gesammelt wurde. Komotau. Samstag den 10. d. M. fand hier im Wintergarten des Cafe Habsburg ein Herzi-Gedenkabend statt. Nachdem einer der Veranstalter (Saazer und Komotauer Studenten) die Anwesenden begrüßt hatte, ergriff Dr. Hugo L ö w das Wort zur Gedenkrede. Er sprach über Herzl als Mensch und Jude und über dessen zionistische Schöpfungen. Reicher Beifall folgte den Ausführungen. Hierauf las JUC. Heller die fünfte Kongreßrede und techn. M end 1 (Saaz) York-Steiners „Aus den ersten Tagen der Welt“. Den größten Eindruck auf die Zuhörer machte jedoch Herzls „Mauschel“, der von einem Bb. mustergültig vorgetragen wurde. Um die Sammlungen für Nationaifonds und Oelbaumwald machte sich Frl. Vally F1 e i s c h e f vom jüdischen Mädchenklub sehr verdient. R. H. Kuliköw. Am 8. Juli beging unser Verein „Achawath Zion“ den fünften Todestag unseres geliebten Führers Dr. Theodor Herzl. Der Saal war schwarz dekoriert. Außer den Vereinsmitgliedern waren auch zahlreiche Gäste erschienen. Den Abend eröffnete der Präsident Hermann Gruß. Hierauf sprachen die Herren Isak R o s 1 e r, Julius R o s 1 e r, Moses Gruß jun., Chaim Stein und Jakob F e n dr i c h. Eine Sammlung für den Herzlwald ergab 14 K für zwei Oelbäume. Büchereinlauf. Max Nordaus zionistische Schriften. Herausgegeben vom zionistischen Aktionskomitee. (Jüdischer Verlag, G. m. b. H. Köln und Leipzig 1909; Preis M. 2.— in eleg. Ganzleinenband M.3.50.) Anläßlich des sechzigsten Geburtstages hat das zionistische Aktionskomitee der Oeffentlichkeit ein Geschenk gemacht; es gab in einer vorzüglich ausgestatteten Ausgabe die zionistischen Reden und Schriften des Altmeisters der zionistischen Bewegung heraus. Alles, was Nordau als Zionist im Dienste der zionistische Ideen geschrieben und gesprochen, findet sich darin vereinigt. Trotzdem das Meiste davon in unzähligen Separatabdrücken und Uebersetzungen, in Zeitungsberichten und Protokollen zu lesen war, so wirkt es doch bei neuerlicher Lektüre mit der unverminderten Kraft des Nochnichtgehörten, Nochnichtgelesen. Alles ist so jugendstark, so hoffnungsfrisch, so wuchtig und begeisternd, daß man für einen Augenblick vergißt, daß der Verfasser seinen sechzigsten Geburtstag feiert. Und wenn man das ganze Buch gelesen, so steigt ein Gefühl des Bedauerns auf, daß Nordau nur so wenig über und für den Zionismus geschrieben, daß das zionistische Lebenswerk dieses Mannes auf 400 Seiten Platz gefunden. Man legt das Buch mit der Empfindung aus der Hand, daß Nordau uns noch viel, sehr viel hätte sagen können. Doch werden diese Gemütsregungen durch das Bewußtsein erstickt, daß dieser geistvolle und feine Kopf, dieser Umwerter vieler Werte, vor dessen kritischem Blicke kein Scheinwert Stand halten kann, zu uns gehört. Wie viel Kraft und Schönheit, Nützlichkeit und Realisierungsmöglichkeiten müssen in der zionistischen Idee stecken, wenn Nordau, der Typus einer mit realen Tatsachen rechnenden Kraftnatür, der genaue Kenner der Weltgeschichte und der ehernen Gesetze des Völkeriebens sich bedingungslos zu ihr bekennt! Was das Buch sympathisch macht, sind der frische Ton und die Klarheit des Denkens, die sich Seite 7 in jedem Abschnitte bemerkbar machen. Schon das $rs(e Kapitel „Ein: Tempelstreit“! Wurden je pfäffisshfi ,Sophisfik .; und lendenlahmes Phrasentum so grjlälfch ümgedäckt und der Lächerlichkeit preisgegebdrt('wie in -dieser unbarmherzigen Kritik der wäsaerigieli Bibschifre „Nationaljudentum“ des Protestrabbfners Gtidemann? Oder der Vortrag „Der Zionismus und seine Gegner“! Wie werden darin die Gegner des Zionismus niedergemacht und ihre fadenscheinigen Gründe und Ausreden zerzaust! Die Neunmalweisen und Ueberklugen, die Spötter und Skeptiker, die kleinen Seelchen und innerlich Versklavten, alle werden hervorgeholt und hergenommen! Gleich spitzen Pfeilen und blitzenden Klingen sausen die Worte nieder und vernichten alle heuchlerischen und schwächlichen Gegenargumente. In den Kongreßreden, der Name paßt nicht recht, es sind lebenssprühende wissenschaftliche Ersays, lernen wir Nordau als Polihistor und Soziologen kennen. Niemanden außer ihm konnte es gelingen, alljährlich in gedrängter Form ein so scharfumrissenes, plastisches Bild der Lage des jüdischen Volkes zu entwerfen. Diese Kongreßreden sind ein ewiges Denkmal, welche sich Nordau in der Geschichte der Juden gesetzt! Es sei noch auf die Rede anläßlich des Kommerses der Wiener jüdischen Hochschüler „Heloten und Spartaner“ und auf die Gedenkrede auf „Theodor Herl“ hingewiesen. Sie sind die Perlen des Buches, denn aus ihnen spricht mehr als Geist, mehr als Humor und Scharfsinn, mehr, bedeutend mehr: in ihnen äußert sich Nordaus Herz und Gemüt und wer Nordau verstehen will, darf nicht vergessen, daß „Herz und warme Liebe in dem Herzen“ seine schönsten Eigenschaften sind. W. * * * Uriel Acostas, Selbstbiographie. Temesvar 1909» Polatsek (A. v. Cossel) 42. S. Martin Buber, Extatische Konfessionen. Eugen Diederichs, Jena 1909. Aufgaben der Sozialpolitik im österr. Osten, Prof. Ehrlich, Vortrag, gehalten im sozialwissenschaftlichen akad. Vereine, Czernowitz. Hilfsverein der Deutschen Juden, Siebenter Geschäftsbericht (1908), Berlin 1909. Dr. Max Sichel: Die Geistesstörungen bei den Juden. Eine klinisch historische Studie, Leipzig, M. W. Kaufmann 1909. Dr. G. Hölscher: Die Geschichte der Juden in Palästina seit dem Jahre 70 nach Chr. Leipzig I.C. Hinrichs’sche Buchhdlg. 1909, Jakob Fromer: Der Organismus des Judentums, Selbstverlag, Charlottenburg 1909. Dr Schwarz: Das Wiener Ghetto, seine Häuser und seine Bewohner. Braumüller, Wien 1909. Mitteilungen aus dem Publikum. Statt jeder besonderen Anzeige. Meinen Gesinnungsgenossen, Freunden und Bekannten mache ich auf diesem Wegs die ergebene Mitteilung, daß meine Vermählung mit Fräulein Nelly Buber, Mittwoch den 4. August 1. J. in Baden bei Wien, im Saale der Gebrüder Raasnitz stattfinden wird. Lemberg, hn Juli 1909. Dr. Markus B r a u d e. Statt etwa uns zugedachter Glückwunschtelegramme ersuche ich um Spenden für den NF. Erlangung des Einjährig-Freiwilligenrechtes. Im Interesse unserer Leser lenken wir die Aufmerksamkeit auf die erfolgreiche Vorbereitung zum Einjährig-Freiwilligenrechte durch die renomierte Militär - Vorbereitungsschule Nowak in Wien, VII., Mariahilferstraße 76. Das Programm dieser Lehranstalt wird allen jenen Eltern zur Beachtung empfohlen deren Söhne das für jeden intelligenten jungen Mann so wichtige Einjährig-Freiwilligerecht im Schuljahre 1909—10 im Wege der Befähigungsprüfung erlangen wollen. Alle Pensionäre des Institutes Nowak haben in den letzten zwei Jahren diese Prüfung mit guten Erfolg bestanden und 102 Externe wurden in den letzten 14 Monaten zum Einjährig-Freiwilligen approbiert. * * Herr Dr. Emil Margulies hat seine Advokaturskanzlei in Prag eröffnet. Spende. Von Herrn FabrikantenLudwigHutter in Lobes bei P i 1 s.e n wurden aus einem freudigen Anlässe für den Agitationsfonddes n.-ö. D.-K. K 12.— gespendet.