Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 17 (23.4.1909)
- Date
- 1909-04-23
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 17 JÜDISCHE ZEITUNG. Seite 9 Juden konnten die stetigen erfreulichen Fortschritte dieser Organisation festgestellt werden. Aus dem Bericht des Vorsitzenden, Dr. Alfred Nossig, ging hervor, daß das vom Verein geschaffene Bureau für Statistik der Juden im vorigen Jahr zwei größere Arbeiten veröffentlicht hat: „Die Juden in Oesterreich“ von Dr. Jakob Thon und „Die Juden in Rumänien“ von Dr. Arthur Ruppin. Beide Schriften bringen zum ersten Mal das gesamte amtliche Material, das über die Juden der betreffenden Länder vorhanden war, in übersichtlicher systematischer Bearbeitung. Eine bereits früher im Auftrag der •Großloge des U. 0. B. B. vollendete Arbeit über „Die Juden in Hessen“ befindet sich zur Zeit im Druck und wird demnächst erscheinen. Im Laufe des Berichtsjahres sind zwei weitere Arbeiten zu Ende geführt worden. Dr. Jakob Segall hat eine Untersuchung über „Die jüdische Bevölkerung in München“ vollendet, die namentlich deshalb von außerordentlichem Interesse ist, weil sie zum ersten Mal die Verhältnisse der nach Deutschland ausgewanderten ausländischen Juden erschöpfend behandelt. Die von Norbert Weldler bearbeitete Monographie über „Die Juden in Ungarn“ verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil die amtliche Statistik in Ungarn ein außerordentlich vielseitiges Material bringt, das die Erforschung der Lage der Juden in einem Maße ermöglicht, wie dies kaum in einem anderen Lande geschehen kann. Mit der Veröffentlichung dieser Arbeit wird, abgesehen von einigen kleineren Staaten, wie die Niederlande und die skandinavischen Länder, im Großen und Ganzen das vorhandene Material vom Gesichtspunkte der Statistik der Juden verarbeitet sein. Für das Bureau für Statistik der Juden eröffnen sich nun drei weitere Aufgaben: zunächst sind die neuen statistischen Aufgaben für die bereits bearbeiteten Länder fortlaufend zu sammeln und von Zeit zu Zeit zu veröffentlichen. Hier ist vor allem an eine Neubearbeitung der „Juden in Deutschland“ zu denken, sobald die Ergebnisse der Berufszählung vom Jahre 1907 zur Veröffentlichung gelangt sind. Eine zweite, schwierigere Aufgabe besteht darin, statistische Erhebungen in jenen Ländern zu veranstalten, deren amtliche Statistik das Religionsbekenntnis gar nicht oder in ungenügender Weise berücksichtigt, wie Frankreich, England, Bel- . gien, die Schweiz, die Vereinigten Staaten, sowie in den Ländern, die keine amtliche Statistik, wohl aber eine jüdische Bevölkerung besitzen. Es handelt sich hier um Originalerhebungen, die natürlich nur unter Aufwendung großer Mittel in Angriff genommen werden können. An zwei Punkten haben die diesbezüglichen Bemühungen des Vereins eingesetzt. Es schweben Unterhandlungen mit den maßgebenden .Körperschaften der Schweiz, um dort eine eingehende ' Enquete zur Durchführung zu bringen. Seit längerer Zeit wird ferner eine Originalerhebung über die jüdische Bevölkerung in Palästina vorbereitet, die zunächst die Unterrichts- und Erziehungsverhältnisse beleuchten soll. Diese Untersuchung, deren Leitung in den Händen des früheren Leiters des Bureaus, Dr. Arthur Ruppin, liegt, wird jedoch erst ■dann rüstiger fortschreiten können, wenn finanziell kräftige Organisationen die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen. Eine dritte Aufgabe bildet die Zusammenfassung des bereits gewonnenen Materials für die Zwecke einer Gesamtstatistik der . Juden. An diese Arbeit ist das Bureau eben jetzt herangetreten. Es liegt der Plan vor, tabellarische Uebersichten zu schaffen, die die gesamten Verhältnisse der Juden in den einzelnen Ländern-übersichtlich darstellen und einerseits zur schnellen Orientierung über einzelne Fragen dienen, andererseits Bausteine für die Gesamstatistik der jüdischen Bevölkerung der Welt bilden sollen. An diese Serie von Arbeiten werden sich, wie schon in früheren Jahren, Monographien über einzelne soziologische Erscheinungen angliedern. So wird zurzeit auf Anregung des Vorsitzenden des Kuratoriums Geheimer Rat Dr. Maretzki, eine Originalerhebung über die Verhältnisse der arbeitenden jüdischen Mädchen und Frauen in Berlin vorbereitet, die hauptsächlich die Lebensbedingungen der in den großen Warenhäusern beschäftigten Frauen und Mädchen beleuchten soll. Ferner werden Monographien über die Verhältnisse großer jüdischer Gemeinden, wie Berlin, Frankfurt u. a. vorbereitet. Ein weiteres Be- - tätigungsfeld des Bureaus bildet die „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden“, die nunmehr im 5. Jahrgang erscheint. Wer die Entwicklung dieser Zeitschrift verfolgt hat, wird zugeben, daß ihr Niveau sich stetig gehoben hat. Das Artikelmaterial hat an Vielseitigkeit, andererseits aber auch an Exaktheit der Bearbeitung zugenommen. Die Tatsache, daß die Zeitschrift von ernsten Fachmännern in ihren Werken öfters angeführt wird, beweist, daß sie sich in der Wissenschaft einen guten Namen erworben hat. Dasselbe darf wohl auch von dem statistischen Bureau gesagt werden. Nicht nur in jüdischen und wissenschaftlichen Kreisen, sondern auch von Staatsbehörden wird die Bedeutung dieser Institution gewürdigt, ln mehreren Fällen haben sich die Staatsbehörden auf die Arbeiten des Bureaus berufen oder an dasselbe gewendet. So hat das kgl. Preuss. Statist. Landesamt Anfragen, die bei ihm eingegangen waren, an das! Bureau zur Erledigung weiter gegeben. In der von der hessischen Regierung veröffentlichten Darstellung der letzten Volkszählungsergebnisse wird auf die vom Bureau veranstaltete Erhebung hingewiesen. Mit Rücksicht auf diese werden in der amtlichen Statistik nur einige Ergebnisse über die Statistik der jüdischen Bevölkerung in Hessen mitgeteilt, während im Uebrigen als Ergänzung der amtlichen Publikation ausdrücklich auf die erwähnte Untersuchung verwiesen wird. Gelegentlich der zurzeit viel besprochenen Finanzprojekte ist dem deutschen Reichstage eine umfangreiche im Reichsschatzamt ausgearbeiteten Denkschrift vorgelegt worden. Diese Denkschrift befaßt sich unter anderem auch mit den Kirchensteuern. Diese Angaben beruhen ausschließlich auf den Veröffentlichungen des Bureaus, die auch in der Denkschrift hervorgehoben wird. Auch hinsichtlich der Neuorganisierung des Bureaus, die durch das Ausscheiden von Dr. Ruppin und Dr. Thon notwendig geworden und bei der geringen Anzahl qualifizierter jüdischer Statistiker mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten verbunden war, konnte der Vorsitzende erfreuliche Mitteilungen > machen. Neben Rechtsanwalt Dr. Blau, der sich schon im verflossenen Jahre als Leiter des Bureaus und Herausgeber der Zeitschrift bewährt hat, hat der Verein in Dr. Jakob Segall, der aus dem Statistischen Seminar des Professor v. Mayer und aus dem Verein für Statistik der Juden in Bayern her- J vorgegangen ist, eine entsprechend vorgebildete Kraft für sein Bureau gefunden, so daß eine wissenschaftlich strenge Fortführung der Arbeiten nun wieder auf eine Reihe von Jahren gesichert erscheint. Auch die finanziellen Grundlagen des Bureaus gestatten, wenn sie auch noch lange nicht befriedigt sind, wenigstens die bestimmte Aussicht, daß die Arbeiten ununterbrochen fortgesetzt werden können. Der Bestand an Mitgliedern ist ziemlich unverändert geblieben, die Zeitschrift dagegen hat neue Abonnenten gefunden. Die Hauptquelle der Einnahmen des Vereines bilden nach wie vor die Subventionen jüdischer Organisationen und Gemeinden. Diese erreichen gegenwärtig eine Höhe von zirka 5000 M. und sichern neben den Mitgliederbeiträgen und den Erlös aus den Publikationen das für die Erhaltung des Bureaus unentbehrliche Budget. Wie aus dem Bericht des Schatzmeisters Benno Stern hervorging, betrugen die Einnahmen des Vereines im Jahre 1908/G9 M. 7723.99. Auf Grund des Antrages der Revisoren wurde für die finanzielle Gebarung Decharge erteilt. Die Hauptversammlung genehmigte die Satzungen für den „Verband für Statistik der Juden“, der die zurzeit bestehenden Vereine umfaßt. Aus den Wahlen gingen das Kuratorium, der Vorstand und die Revisionskommission hervor in ihrer bisherigen Zusammensetzung. Zur Beachtung! Wir ersuchen dringend für den Nationalfond und andere zionistische Zwecke bestimmte Beträge, insofern die „Jüd. Ztg.“ nicht als Annahmestelle ausdrücklich genannt ist, nicht an die „Jüdische Zeitung“ zu senden, da uns hiedurch zeitraubende Buchungen entstehen und die Abführung der Gelder — zumal diese oft ohne Angabe des Zweckes einlaufen — unliebsame Verzögerungen erleidet. Verwaltung „Jud. Ztg.“, Ges. m. b. H. Im Verlage des Vereines „Theodor Herzl“ soeben erschienen : JÜDISCHE FRAGEN eine Sammlung von wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Seminar des Vereines, Theodor Herzl“ in Wien. Inhalt: Dr. H. Zuckermann: Geleitwort. — Dr. D.Pasmanik: Nation und jüdische Nationalität. Leo Goldhainmer: Judenwanderungen. Dr. J. Schipper: Agrarkoionisation der Juden in Polen.- Artur Felix: Palästina. — Dr. E. Müller: Die Sprache derjuden inPalästina. OswaldLöbl: Jakob Wassermann.—Elias Ti sch : J. Bcrschadski. Dr. J. Meisl: Moriz Lazarus. Seminarbericht ca 150 Seiten Preis kartonn. K 2.40. Bestellungen sind an die Adresse Joh. Wertheim, 11., Scholzgasse 11, zu richten. PostsparkasseiilaMto Sr. 60.117. Sammelstelle für Oesterreich Wien IX., Türkensörasse 9. Postspark.-Konto 100.208. .Bpferfe' Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß 1901 gegründet, beträgt er bereits 1*8 Millionen Kronen. 1 Allgemeine Spenden* leder Jude soll bei allen Anlässen des 1. N. F. i gedenken. Bohorodczany, S. G.: Per NFK. M. Rapaport: Thaler J. Neder K 1.08 Brzezany, Pod.: Per Freier: Slg. a. Hochz. Ehrich d. Frl. Ehrich - Weitz: ab Pto. 0.10 „J ü d. Jugend“ K 4.30 Czernowitz, Bu.: Per Verbindung „Zephira“: Drimmer Wette 10. , Fr. Edel Dankner 2.40, Frl. Feuerstein 1.—, 1 ä 0.10, A. H. Adv. Dr. Max Diamant und Dr. Mendel Kinnsbrunner K 13.50 Graz, I.-Oe.: Per Rosenberger: Schwarz für verlorene Wette K 0.40 Innsbruck, I.-Oe.: Per Rabb. Dr. Sagher: Slg. bei der Brith Milah E. Guttmann K 5.10 Jaslo, W. G.: Per Fr. Berner: R. Werner für Blumen 20.— , B. Nichthauser 7.—, Mendel Meller bei Grundsteinlegung s. eigenen Hauses 5.—, Kaufler, Wien, 3.—, M. Wistreich 2.—, Berner 1.06, D. Fink 0.80, 1 ä 0.10 K 38.96 Kojetein, M.: Rabb. Dr. Kupfer: Thoraspende anl. 80. Geburtstag des Herrn Joachim Löwenthal K 1.- Krakau, W. G.: Per Freiwald: Slg. Mitglieder d. Ver. P. Z. Nußbaum 0.60, Bein 0.50, Fachenhaus, Rakower, Zeltner ä 0.40, Windisch, Freiwald, Herstein ä 0.30, Timberg, Gassner, Freiwald, Hirsch, Halberstadt, „Nieprzyjmuje“, D. Ginzig, A. Luchs, Heilpem, Stern, Hirsch, Unger, Wanderer, Gewürz, Bein, Windisch, Wette ä 0.20, Slg. Goldberg b. Vortrag Toynbehalle 1.—, b. Vortrag Pewsner d. Luchs- Friedberg 3.55, ab Porto 0.05 Dr. J o s. M a r g u 1 i e s K 10.90 Krasna, S. G.: Per J. Rosenmann: Purimslg. Koppelmann, Rosenmann, Gelb ä 1.—, Hil— mann 0.80, Liebermann 0.60, Chajes, Weissmann, Mandelbaum, Gartenberg ä 0.50, Mandelbaum, Bernfeld, Fischbein ä 0.40, Eckstein, Chajes, D. und A. Weißmann, D. und M. Mandelbaum ä 0.20, 1 ä0.10, K 10.- Mähr.-Ostrau, M.: Bezirksrichter Dr. Schwarzkopf: Ersatz für überlassene Theaterkarte K 2.— Mistek, M.: Heinr. Leschner Aktienkupon- Erlös „Hasmonäa“ Kl. Ottynia, S. G.: Per M. Krämer: J. Kleiner, S. Gottlieb ä 1.—, K. Steinbock, A. Schorr ä 0.50, Silberherz, Schreier ä 0.40, Jahr0.20, Hebr.Schule „Safah Chajah“ K 4.- Radautz, Bu.: Per zion. Mittelschüler: Slg. A. Menschei—Frl. R. Weinstein anl. d. Hochzeitsfestes Tempel-Berier K 5. Sassow, O. G.: Per Poale Zion: anl. einer Abendunterh. K 5.- Wien, I.-Oe.: Per Donath: Jos. Jnslicht Rest der Entreekarten des Tanzkränzchens vom Jüd. Turnver. Dr. L. Werner 0.50 Dr. M. Scherlag statt Kondolenz an Frau Marmorek sei. Oskar Mar morck Kl. -