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Jüdische Zeitung · 1908-12-18 · 51 (18.12.1908) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
2 (1908)
Issue
51 (18.12.1908)
Date
1908-12-18
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 51 JÜDISCHE LEITUNG Seite 9 Palästina. Palästinakurse in Wien. Die Palästinakommission für Westösterreich gibt folgendes bekannt: Gg. Adolf Böhm beabsichtigt, im Jänner einen Versuch mit einem Kurs über „Anfangsgründe der Palästinakunde“ zu machen. Derselbe wird durch einige Abende In der Zeit von halb 7 bis halb 8 Uhr abgehalten werden und soll den Zweck haben, nicht nur Kenntnisse über Palästina zu vermitteln, sondern auch d e sich für Palästina speziell interessierenden Zionisten zwecks gemeinsamer Arbeit und Meinungsaustausches für Studien und Propaganda zu sammeln. Jene Gesinnungsgenossen, welche die Eignung als Vortragende besitzen, ebenso alle jene, welche sich als Hörer und Mitarbeiter an den Kursen und Besprechungen beteiligen wollen, mögen ihre Adresse dem Zonistischen Zentralbureau, IX- Türkenstrasse 9, bekanntgeben. .. . * * * Akademischer Verein zur Förderung der Naturkünde in Palästina. Unter diesem Namen hat sich Hingst eine Gesellschatt konstituiert, welche der Forschung der geologischen und geographischen Verhältnisse vor allem der Fauna und Flora Palästinas Rechnung tragen will. An der Spitze des Vereines stehen neben dem Gründer Dr. Leo Methmann, dem Direktor des hebräischen Gymnasiums in Jaffa. Professoren der Bonner Universität, so die Herren Dr. Studer und Dr. ‘Mart, der dortige Gymnaslaldirektor Dr. Preiswerk, ausserdem Prof. Dr. Mai (Bern), Dr. Warburg (Berlin) etc. Wir verr1' weisen alle Interessenten an Herrn Dr. Methmann (Jaffa). * * * Eisenbahn Jaffa—Port Said. Wie verlautet, hat ein aus französischen und türkischen Kapitalisten bestehendes Konsortium einen Antrag auf Konzessionierung einer Eisenbahnlinie von Jaffa nach Port Said (Ägypten) bei der Regierung eingereicht. Es ist kaum daran zu zweifeln, dass die Konzession erteilt wird. Mit dem Bau dieser Strecke wäre ein überaus wichtiges Glied ini palästinischen Eisenbahnverkehr geschaffen, das seine volle Bedeutung natürlich erst dann gewinnen würde, wenn auch Haifa und Jaffa entweder direkt oder über Jerusalem durch eine Bahn verbunden sein werden. Die neue Bahnlinie würde zirka 300 km lang sein und über Gaza und El-Arisch gehen müssen. Die Linie Haifa—Jerusalem soll schon in allernächster Zeit — als Zweiglinie der türkischen Hedschasbahn — ausgebaut werden. Vereins- und Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. Der Erste zionistische Frauenverein veranstaltet am 20. Dezember 1908, 4 Uhr nachmittags. im Hotel Central, II., Taborstrasse 8, ein „Conversazione“ zum wohltätigen Zweck. Folgende hervorragende Kunstkräfte haben ihre Mitwirkung zugesichert: Vilma Fischer, Schauspielerin, Frl. Jose Heidi, Mitglied des Theaters an der Wien, Frl. Stella Nussb eck,.Klaviervirtuosion, Frl. Elsa Sanders, Mitglied des Bürgertheaters, die Herren Fischer, Vortrag Gosenfeldscher Gedichte, Felix Günther, Kapellmeister vom Theater an der Wien, Heinrich N e u m a n n, Mitglied des Josefstädter-Theaters. Beginn 4 Uhr, Ende 10 Uhr, Entree K 1.50, an der Kassa K 2.—. Karten sind zu haben im Vereinslokal Cafä City, IX., Porzellangasse, Kongress - Bureau. IX., Türkenstrasse 9, Restaurant Reiss, VII., Mariahilferstrasse 144, Frau Dr. Kahn, VII., Neubaugasse 11, Frau Rappaport, II., Rothe Sterngasse 6, Frau Direktor Weiss, I., Schottenring 15. Wien. (Poa 1 e Zion, Wien.) Samstag, den 19. Dezember findet um 8 Uhr abends m dem neuen Vereinslokale, II.. Grosse Pfarrgasse 12, im Souterrain der Eröffnungsabend statt, an dem Herr Dr. Kadisch über: „Die Balkanprobleme“ sprechen wird. Die Parteigenossen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Gäste willkommen. Wien. (Hebräischer Verein „Ivriah“.) Samstag den 19. d. M., 8 Uhr abends, findet im Lokale der jüdischen Lese- und Redehalle, 9. Bez., Grünetorgasse 34, eine Vorlesung „Die Umwälzungen in der Türkei und ihr Einfluss auf di» Kolonisation Palästinas“ statt. Gäste willkommen! Trantenau. Der zionistische Volksverein „Theodor Herzl“ veranstaltet am 20. Dezember m der Turnhalle zu Trautehau eine „Makkabäerfeier mit folgendem Programm: Festrede, Prolog, Gesang, Rezitation, Tanz. Entree K 2.—, Familienkarte K 5. — * Anfang 8 Unr abends. Vorverkauf bei Herrn Julius Eckstein. Wien. (Verein für unentgeltlichen Arbeitsnach v*i s, II., Taborstrasse 59.) Am Samstag, den 38. November d. J. fand im S tzung^ saale der Kultusgemeinde die IX. ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. In dem Berichte, den der Obmann des Vereines, Herr Dr. Bela Taussig verliest, wird darauf hingewiesen, dass die Vermittlungstätigkeit in der ersten Hälfte des Berichtsjahres infolge dt-r amerikanischen Krise, die besonders die Erportindustrie stark beeinträchtigte, sowie durch deu wirtschaftlichen Rückschlag im allgemeinen nachteilig beeinflusst wurde. Trotz d«*r ungünstigen Geschäftslage war es bis zum Schlüsse des Betriebsjahres dennoch möglich, die Vermittlungs- Zahl des Vorjahres zu überschreiten. Die Gesamtzahl der im IX. Betriebsjahre erzielten Placierungen betrug 3653 gegen 3578 im Vorjahre. Die Zahl der an den Scnaltern erschienenen Besucher betrug 40.769. Sowohl der Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, als auch der offizielle Vertreter der Kultusgemeinde, Herr Baurat Wilhelrä Stia=sny, sprachen dem Vorstande ihre vollste Anerkennung und den Dank der Kultusgemeinde für die sehr erfolgreiche, gemeinnützige Tätigkeit aus. Herr Baurat Stiassny hob besonders den Ausweis aus der Statistik der Zufriedenhsitsbericbte über qualifizierte Arbeiter hervor, aus dem zu ersehen ist, dass 80°/o der eingelaufenen Berichte die Zufriedenheit der Arbeitgeber mit dem ihnen vom Arbeitsnachweis zugewiesenen Personal dartun. Der Bericht wurde einstimmig genehmigt. In seinem Schlussworte weist der Vorsitzende, Herr Dr. Klemperer, darauf hin, dass der Verein der Stabilität seiner wirtschaftlichen Grundlage, der Kräftigung seiner Mittel bedarf, um all den Aufgaben, welche die Ausgestaltung seiner humanitär und sozial hochwichtigen Institutionen erfordert, gerecht zu werden. Er richtet daher an die Anwesenden die Bitte, dem Vereine neue Mitglieder anzuwerben und die humanitären Bestrebungen des V er eines dur ch Zufüht ung weiterer Kreise von Arbeitgebern tatkräftig zu unterstützen. Radautz. Jung-Jüdisoher Abend. Der jüdischnatiorale Frauen- und Alädchenverein „Mirjam“, der sich der Sympathien der gesamten jüdischen Bevölkerung erfreut, veranstaltete am 6. Dezember einen jung-jüdischen Abend, der einen vollen, das Niveau einer Provinzveranstaltung weit übersteigenden Erfolg' errang. Die Mitglieder der „Mirjam“ können in dem Bewusstsein, viel zur Verbreitung der zionistischen Idee beigetragen zu haben, für ihre mühevolle Arbeit Entschädigung finden. Frau Dr. Ebner begrüssfe 'die Erschienenen und erteilte dem Frl. Goldschläger Regine das Wort zur Festrede. Frl. Goldschläger, deren Auftreten als Festredcerin anfangs skeptisch aufgenommen wurde, wusste durch ihre fein durchdachte Rede die Aufmerksamkeit aller auf sich zu konzentrieren. Sie verriet eingehende Kenntnis der jüdischen Geschichte und der zionistischen Bewegung. Begeisterter Beifall, lohnte ihre Ausführungen. Bei der hernach erfolgten Aufführung des lustigen Einakters „Kleptomanie“ tat sich besonders Frl. Klara Rath hervor. Die übrigen Darsteller Frl. Kreisel und W eninger und die Herren Kreisel, Jahr und Lapaj owker trugen alle zum Gelingen bei. Die jüdischnationale Verbindung „Chermonia“ (Radautz) und „Hasmonaea“ (Czernowitz) waren zahlreich vertreten. Hoheneibe. Der zionistische Volksverein „Theodor Herzl“ in Trautenau veranstaltete am 13. Dezember 1. J. in Hoheneibe in der dortigen Betstube eine Wanderversammlung. Den Vorsitz führten die Herren Dr. Karl L ö w y und Karl N e 111. Herr Dr. Emil Marguliea erstattete das Referat über das zionistische Programm und hatte auch im weiteren Verlauf der Versammlung Gelegenheit, Anfragen aus der Mitte des Publikums unter dessen Beifall zu beantworten. Im Anschluss an das Referat erbot sich Advokat Herr Dr. Karl Löwy das Wort und bekannte sich in längeren Ausführungen zur zionistischen Idee, indem er erklärte, dass es für den Juden heute nur zwei Wege gebe, den der vollständigen Assimilation unter Hinwegsetzung über alle Bedenken und Ziehung der letzten Konsequenzen, oder das offene, stolze Bekenntnis zu seinem Volke und die Pflichterfüllung gegen dieses. Dieses aus tiefer innerer erkämpfter Ueberzeugung abgelegte programmatische Bekenntnis, in vornehmer Schlichtheit vorgebracht, übte auf die Versammlung einen tiefen Eindruck und auf die Aufforderung des Referenten und des Vorsitzenden meldete der grössere Teil der Versammlung sofort seinen Beitritt an. Liste der Überläufer vom 10. bis 17- Dezember 1908. Dr- Marzell SokaL 1884 Czenmwitz. ledig. Advokaturskandidat. L. Bankgasse 2. Viktor Porges Ritter v. Forthemi. 1871 Prag, led.. Privat, I.. Opernrng 3. Marta Justitz, 1883 ßenescli.m (Böhmen), ledg, Köchin. II.. Krummbaumg. 10. Rosa Klamper. 1884 Wien, ledig. XIV.. Schwendergasse 9. Zygmunt Schreiber, 1884 Tarnow. led.. Privatbeamter. II., Ob. Donaustr. 37. Dr- Rudolf Blum. 1871 Znaim (Mähren), led. Arzt. VIII., Joseistädterstr. 73. Adolf Fritz, 1890 Krems, ledig. H lisarbeiter. XIL, Koppredergasse 12. Gabriele Koch. 1873 Lemberg, geschied. Private. XIII.. Hadikgasse 112. Julius Katay, 1883 Wien. Kapellmeister; Gmunden. Vom Jüdischen Nationaltonus. Die Sammelstelle des Jüdischen Nationalionds für Oesterreich hat in den letzten Tagen an alle Vertrauensmänner ein Zirkular versendet, in welchem auf das günstige Ergehns der Sammeltätigkeit der österreichischen- Gesinnungsgenossen hingewiesen wrd. wodurch es gelang, dass Oesterreich mit über 8000 K. d e im Monat November eingingen, den ersten Platz unter den für den Nationaifot’ds sammelnden Ländern errungen hat. Die Gesinnuiigsgencssen werden aufgefordert. in ihrem Sammeleifer nicht zu erlahmen, dam t Oesterreich diesen Patz behaupten könne. — In einem zweiten Zirkular werden die Gesinnungsgerossen nufgeiordert, :hf Augenmerk auf das Sammeln von Materialien (gebrauchte Br'efmarken. Staniol. Erlagscheinen) zu richten. Anlässlich der bevorstehenden Chanukafesttage wird eai recht nett ausgestattetes Flugblatt versendet, welches hoffentlich die gewünschte Wirkung nicht verfehlen wird. §afi)ti)elstei1e des Dadiscbei) J$[aiioDa1foi)ds täi* ©esfemicb, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Der Jüd'oche Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigentum des iüdischen Volkes zu erwarben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongress 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von über l3/i Millionen Kronen. * * * Allgemeine Spenden: Buczacz. S. G.: Per N.-F.-K. Last: J. Fernhoff Thoraspende 1.—, Frl. Hirschhorn u. Frl. Hager ges. auf „Schalom Aleich9tn‘-Abeud 3.24, M. Horowitz statt Telegr. z. Hochzeit Ehre 0.56 „ B a r- Kochba“. 4.80 Chomiaköwka. Pöd.: per H. Liebmann: Smlg. Hellbraun-Reiss auf Hocbzt Scbneier-Langberg, Zviniacz: L. Kohn 1.—, M. A, Goldberg 0.40, Frl. D. Baltner, Frl. F. Reiss, M. Reiss ä 0.30, Akermann, J. Boltner, Fr. Blumental, Frl Feld, Fr. Brandes, Fr. Feld, Frl. Hoffmann, J. Hellbraun, Frl. A. Maiman, B. Reiss, Fr, Reiss, M. Bednar, Fr. Speicher, M. Schächter, Fr. Reisler, Frl. Szkulnik, J. Nussimowicz, M. LiniaJ, J. Schneier, Fr. Bultner ä 0.20) Chaim Ginsberg 0.10, 11 ä. 0.10. O h a w ei-Zi o n. 7:70 Czernowitz. Bu.: per M. Kessler : Ges. d- Gruppe Kessler u. Schäffler: I. Gym. V. B 1.70. VI. A 0.99, VIII. A 1.10, VI1LB 10.12, VU1- C 7.70, durch J. Miseles; IH. Gymn. durch Ellner 20.—, Schächter a. Hocbzr. 2.04, M. Kessler ges. 9.23. Professor Engel.52.88 Gablonz. B.: durch Dr. H. Baneth. Dr. S. E. Prag. 1.— Jaroslau. O. G.: per N.-F.-K. M. Spiegel : E. Nacht gewonnen 3.—, Dr. A. Sandig für die anl. Promotion Gratul. 2—, S. Tindel anl. Verlobg. mit Frl. Krieger 2’—, Statt Telegr, zur Promotion Dr. A. Sandig: M. Landau 1.—, Dr. Haendel, Dr. Nacht, L. Finkei, Sommer, M. Spiegel, H. Abend h 0.60, A. Schneebaum 0.56, A. Tannenbaum 0.50, D r. S. Wa h rhaftig.12.66 Graz. M.: d. L. Spiegel ges. bei Vortrag Dr. Bader. Makkabäa. 6.— Kossow, S. G.: Kaarotbsmlg. d. S. A. Häusler 5 65, durch denselben ges. bei Hochzeit Häusler-Tauber 3.—. ab Porto 0.0.5. Brautpaar Finater-Häusler 8.60

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