Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 12 (20.3.1908)
- Date
- 1908-03-20
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE -ZEITUNG Seite 9 tfn 12- Dr, Chaim K i n s b r un ner, Apotheker Füllen bau m,‘ Dr. Mayer Ebner, Löbel Taiibps, Dr.. Max Diamant, Kopel H amb-arg er; zu Ersatzmännern würden gewählt die Herren: Hersch Bara'sch, Sal. Kalmus, Wolf ,D i'n e r, Pinkas Born s e, Ch. L. S chiff- •mann, Eisig M’elzer,- Dr. Mendel Kinski) r u h e r. Dr. Sal. Kinsbrunner. Bei der am 26. Februar vorgenomenen Konstituierung wurden gewählt: zum Obmann der bisherige Obmann des „Zion“ Redakteur Max Wen der, zum 1. Stellvertreter der bisherige Obmann des „Erez Israel“ Dr. Sal. Schajowicz, zum 2. Stellvertreter Josef Hornstein, zum deuteben Schriftführer Dr. Max Diamant, zum hebräischen Schriftführer Abraham Engel, zum Kassier Jakob Kopp,el, zum Bibliothekar Chaim Vogel, zum Zeitungsverweser Abraham Meis eimann, zürn Oekonom Isak. S ch ä*r'f. Der Deugewählte Vorstand hat bereits mit den Arbeiten zu einer vollständigen Neuorganisation der zionistischen Tätigkeit in Eiernowitz begonnen. Uscie biskupie. Der jüngst gegründete zionistische Verein .Jüdisches Cassino* veranstaltete am 16. Februar 1908 mit freundlicher Unterstützung von elf Dilletanten eine Aufführung der „Familie Zwi‘ von Dawid Pinski, wobei sich besonders Fräulein- Tennenbaum, Fräulein ßronie Geller, Herr Brand wein und Herr bigmund Menczer auszeichneten. Nach Schluss •der Vorstellung hielt Fräulein Tennenbaum einen glänzenden Vortrag, in welchem sie die Bedeutung des Zionismus für das jüdische Volk hervorhob. Sodann sammelte Herr Isak Bergmann für Nationalfond. Der Reinertrag des Abends wird unter den heimischen Armen verteilt. Sereth. (Literarif eher Abend des Vereines -.Ruth“, Gründung einer hebräischen .Schule.) Am 8. d. M. veranstaltete der jüdischnationale Frauen- und Mädchen-Verein einen literarischen Abend. Nachdem zuerst die Präsidentin des Vereines, Fräulein KlaraLakner, die zahlreich Erschienenen begrüsst hatte, erteilte sie das Wort stud. jur. Trachtenberg (Zephirah) zu seinem Vortrag über Scha om Asch. In wenigen Worten charakterisierte er Schalom Asch und hob seine Bedeutung iür die jung-jüdische Literatur hervor. — Hierauf las die Präsidentin, Fräulein K- L a k n e r, „Meines Vaters erste Träne* von Schalom Asch und die „Golusivision* von Morris Rosenfeld vor. Mit Gefühl und tiefem Verständnis hob sie einzelne Stellen hervor, und erntete-..stürmischen . .Beifall. - Apch Fräulein Weintraub und Fräulein Sali Schächter ernteten durch ihre Vorlesungen reichen Beifall. — Auf Initiative einiger Jungjuden wurde hier eine hebräische Schule (Safah-bemhrah) gegründet. Allmählich beginnt man in allen Kreisen für diese neugegründete Schule Interesse zu -hegen. So besteht neben dem Mittelschülerkurse ■auch einer für Damen. Es ist zu erhoffen, dass im Laufe der Zeit die hebräische Schule sehr schöne Erfolge aufweisen wird. „Iwri.“ Wien. Am 3. d. M. veranstaltete die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler im „Bayerischen Hof" ein Nachkränzchen zu der am 5. Februar in den Sofiensälen stattgefundenen Festakademie. Das Kränzchen, das durch eine Akademie eingeleitet wurde, nahm einen überaus würdigen und dabei gemütlichen Verlauf. Unter den mitwirkenden Künstlern seien besonders hervorg^hoben: Der jugendliche Violinvirtuose Rud. Weinmann, der durch sein klassisches Spiel ein gediegenes Können verriet und das kunstsinnige Publikum zu Beifall hinriss. Auch die Konzertsängerin Adele Friedemann wurde von allen Seiten bejubelt. Einen wahren Heiterkeitserfolg errang die bekannte Soubrette Mimi Schwarz von Danzers Orpneum, die durch ihre Solovorträge eine heitere Stimmung in den Aoend zu bringen wusste. Hierauf wur.ae bei den Klängen der Kapelle des 19. Inf.- Reg. bis in den frühen Morgen getanzt. .Nikolsburg. Am 12. Adar 1830 wurde der bekannte Lanaesrabbiner Rabbi M°r<iechai B e n e t in'Nikolsburg begraben. Um das Andenken dieses grossen Gelehrten, der sein ganzes Leben dem Studium der jüdischen Wissenschaften und der rabbinischen Philosophie geweiht and sich den Ruf eines „Goan olam“ in der talmudischen Welt erworben hatte, zu ehren, hat es sich die hiesige Chewra Kadischa im Vereine mit. der Kultusgemeinde Nikolsburg zur Aufgabe gemacht, den im Laufe der Jahre verwitterten Grabstein, durch einen würdigen Grabschmuck zu ersetzen. Die zu diesem Zwecke veranstalteten Sitzungen ergaben den gewünschten Erfolg, und so konnte zur Herstellung eines prächtigen Marmor-DenksteineB geschritten werden, dessen feierliche Enthüllung in der zweiten Nachmittagsstunde des 15. März 1908 d. i. der 12. Adar Scheni 5668, vollzogen wird. Dieses sichtbare Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung für Rabbi Mordecbai B e n e t, hochsei. Andenkens, welcher nicht nur von seinen jüdischen Brüdern, sondern auch von bedeutenden Nichtjuden verehrt, geschätzt und gewürdigt wurde, wird sicherlich überall ein schönes Echo Anden und die Beteiligung an der Eothüllungsfeier wird zur Genüge zeigen, wie die Nachwelt das Andenken dieses „Grössen“ ehrt. . Danksagung- Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme,' die uns aus Anlass des Ablebens unseres unvergesslichen a. H. Rudolf Nassau zugekommen sind und die wir einzeln nicht beantworten können, sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. I. A. d. A.-K. der jüd.-akad. Verbindung „Ivria“ J. U. G. Felix Winterstein dz. X stud. ing. Erwin Hüttner dz. XXX Bücher- und Zeitungsschau. Pauline Wengeroff, Memoiren einer Grossmutter, Bilder aus der Kulturgeschichte der Juden Russlands im 19. Jahrhundert, Berlin, Verlag von M. P o p e 1 a u e r 1908. 3 Mt. Wenn man das Buch aufschiägt, so findet man ,auf der ersten Seite, das Bild der Verfasserin: Ein altes freundliches Gesicht mit klugen, milden. Augen, die schon von vornherein für alles einnehmen, das die Verfasserin sagen wird, ln freundlichen Worten, wird nun ein Bild aus dem jüdischenLeben eines wohlhabenden Bürgerhauses in den Vierzigerjahren des 19. Jahrhunderts geschildert.. Alles ist so unbewegt still und atmet Traulichkeit, innere Abgeklärtheit, starken Familiensinn unu echtes -Menschentum. Es ist alles so liebt und lieb, dass man den Gedanken nicht bannen kann, dass die Verfasserin unbewusst schöner dargestellt hat, als es wirklich gewesen ist, dass sie ihre Kindheitstage, die jetzt vor uns vorbeiziehen, mit dem Glorienschein der Poesie umgeben hat. Eines aber erfahren wir unzweideutig daraus: Dass das jüdische Familienleben jener alten guten Zeit, innig und traulich war, dass die Häuser der Juden in jener Zeit, Kulturstätten waren, im besten Sinne des Wortes. Die Schilderung des Uebergangstadiums zur Haskalah, erscheint uns minder gelungen, wie überhaupt der ganze Aufbau des Buches eine mangelhafte Technik verrät. Doch wir wollen mit der Verfasserin darüber nicht rechten, denn der herzliche Ton des Buches, ,dei wie Märchenzauber unsere Herzen gefangenpimmt, entschädigt uns überreichlich.. Wir wünschen dem Buche die weiteste Verbreitung unter Alten und Jungen. Besonders ist das Buch jungen Mädchen zu empfehlen, denn die jüdische Innigkeit und der jüdische Familiensinn, sind leider im Schwinden begriffen, und da kann dies Büchlein dazu beitragen, dass die zukünftigen Mütter unseres Volkes weniger modern dafür aber natürlicher und jüdischer werden. Mowal. Briefkasten der Administration. 800 für die Propaganda bestimmte Exemplare der „Jüd. Zeitung“ wurden konfisziert Wir waren daher nicht in der Lage allen Bestellungen naebzukommen. §an)if)elsfe11e des Uüdiscbei) ßjfotf*i>alfot)ds täf ©estetreicb, Wien, IX., TUrkenstrasse 9. Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Hoden als Gesamteigentum des jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom 5. Zionistenkongress 1901 gegründet, besitzt er heute bereits ein Vermögen von über iy% Millionen Kronen. Eintragungen ins Goldene Buch : ln das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds sollen Personen. Organisationen etc., die sieh um dte Bewegung besonders verdient gemacht haben, von ihren Freunden eingetragen werden. Für eine Eintragung sind 10 Pfund Sterling 240 Kronen zu entrichten. Ueber jede Eintragung wird ein künstlerisch ausgeßihrles Diflom verabfolgt. Wien. I.-Oe.: Ivriäner und ihre Freunde tragen ihren unvergesslichen Rudolf Nassau s. A., A. H. der jüd.-akad. Verbindung „Ivria“, in das „Goldene Buch* des Nationalfonds ein.240.— Tarnopol. Pod.: „Organisation jüd. Mittelschüler* .... ■ . 240.— Summa K 48#.— Allgemeine Spenden: Jeder Jude soll bei allen Anlässen des Jüdischen Nationalfdnds gedenken. Brody. O.-G,: Pqr A. Balaban: Feuerstein, Z. Akner 4 1.—, Sammlung Schwager bei H. Kotz 1.20, Sammlung bei Hoehzeit Haipern Stanislawczy 5.60j - Sattler 1.24 ... Drohobyez. S. G.; Sammlung Z. Haendel bei Brith milah Wilh. Ruhrberg .... Grzymalöw.Pod.: Per L Margulies. gesammelt anlässlichHochzeitParnass-Fränkel: Frankel 1.—, Parnass, Gibsobn ä 0.40, Sonnenschein, Reissberg, Sternscbuss, Pickholz. Kleiner, Hellreicb, S. Nagler, Nagler, Glaser, Parnass 4 0.20, Kümmel 0.30, G. 0.10. Sammlnng anlässlich Tanzkränzchen der „Herzleah*. Kuty. S. G.: Sammlung Dr. E. Krumholz, Mandel, Soicher, Ornstein, auf Hochzeit Oringer-Soiret: H. M. Katz, FrL L., J. u. D. Klinger, Goldaper, J. Hager, ML Hasenfratz, Fr. Blum 4 0.20, übrige Gäste 2.50, ab Porta 0.05 „Zion* . . . Probuzna. Pod.: Elias Huss. Romysl Wielki. W.G.: Per E. Eisland D.-K. 0.60, J. K. 0.50, L. B., N. N., O. C., A.- K. 4 0.40, A. F., J.G.. N.N., M.S. 40.30, M. L, M. H., M. N., N. N., J. D., N. N. 4 0.20, ab Porto 0.10. Radautz. Bo.: Sammlnng beim Teeabend der „Mirjam*.. Strozynetz. Bu.: Per J. Fleischer und S. Künstlich. Sammlung bei Hochzeit Ritter- Geliebter . 10.Q4 6.— 405 4.5* 5.— Wien. I.-Oe.: Kegelpartie Kohn-Mohr- Professor. A. H. „U ni tas* . . . . . . 1.— „Bar Kochba* Gratulation Dr.. Zweig 1.—, Luft 0.32, Mojsche Ausländer verlorene Wette 0.20, W. Schnach abgelegtem Rigorosum 2.-, Gründer „Bar Kochba“ .. 3.52 Dr. Altstätter anl. seiner Promotion . . 2.— Privatsammelbüchse „Ivria*. 2.— Sammlung Strauss anl. Promotion Beda Löhners. AdolfBöhm. 2.— Wolanka. S. G.: H. Eidmann anl. Verlobung Lilien-Gartenhaus . . . . . . .!■— Summa K 61.11 Selbstbesteuerung. Jeder Zionist ist durch Kongressbeschluss verpflichtet, sich eine regelmässig abzuführende monatliche Steuer zugunsten des Nationalfonds aufzuerlegen. Brody. Ol G.: Per A. Balaban: B. Wittels, Sen. Kupfer. Sab. Geller 4 1.20, Josef Lewin 1.80, Juda Jasser, Jakob Schwager, Dr. Offe 4 1.—, Rosa Brauner, Sala Wischnifzer, Miriam Balaban. Berta Distenfeld 4 0.90, Jul. Preczep, Erna u. Mathilde Wischnitzer 40.60, Ewa Pariser, Erna Spatz 4 0.40, Wolf König 0.30, Rebeka Tartakower 0.50, Anna Spatz, Berta Balaban 4 0.20 . Czernowitz. Bu.: D. Sauberberg 2.34, „Bnoth und Bnei Zion“ Gruppe: B. Flohr, H. Braunstein, Frls.: L. Weinbacb, J. Sauber borg, A. Franzos, J Brüll, M. Zaghaft 4 0.40, A. Taffier U.20. Stanislau. S. G.: Per Verein „Rachela“ : A. Viertel 1.—, Braude, Arak 4 0.60, R. Diamand, Wagschal, S. Thau, Akselrad, A. Bacher, Dick, Thaler 4 0.40, Ch. Banner, Kaswiner, Rosen blatt, Margulies 4 0.20. Mina Horovitz. Wien. L-Oe.: A. H. „U n i t a s*. Franzos. Hochstädter, Luft, Nussbaum. Thau4 0.40, Besen, Daniel, J. Maschler, Schmorak, Weismann 4 0.30, Adlersberg, Bazar, Gehler, Dr. Goldschlag, Katz, Neumann, Schenkel, Sternschuss, Stöekel, Waldmann, Wexner 4 0.20, Abend, Barall, W. Maschler, Sass, Tenenbaum 4 0.10. Gründer „Bar Kochba“ . . 158« 5.34 5.8» 332 62» Summa K 36.46 Sammelbogen. Kolomea. S. G.: Per N.-F.-K. L. Scharf: Nr. 4110. Sammlung L. Baran a. Hochzeit Breier-Buchweitz: Ehepaar 6.—, M. Brettler 4.—, M. Seidman, N. Baran, G. Sokol 4 2.—, M. Breier 3.—, M. u. H. Kristiampoler, J. J., L. u. E. ßaidaff, M. u. Fr. F. Ureier, S. u. K. Seidman, M. Rohatyn, Bardach, J. Buchweitz, D. Glmert, H. Slopkowitzer. W. Wechsler 4 1.—, F. Fr. Beidaff 0.90, J. Kristiampoler 0.60, J. u. S. Freier 4 0.50, Rebhun, a. Wieder, S. Breier ä 0.40, F. Glimert, M. Ch. Hutscünecker 4 0.3t>, Ch. H. Tumim, S. Brettler 4 0.20. D r. O s i as Thon.30.7» Nr. .4111. Sammlnng H. Schaller and G. Wieselberg: Schallerower 0.40. Bernhard, Fernbacb, J. Rubel, Mtmczek 4 0.20, 26 4 0.10. Dr. Osias Thon . . 3.8» Schodnda. W. G.: Per N.-F.-K. B. Löw. Sammlnngß. Löw anl. Rede Abrahamsohn : M. Nussenblatt 1.16, Löw, Ingber, W. Schnger 4 1.—, H. Waldmann 0.50, J. Günzberg, S. Löw 4 0.40, S. Nasenblatt, S. Altmann 4 0.30, M. Grinöerg, W. ' Schiff, A. Hauser, S. Lands«,