Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 42 (20.10.1905)
- Date
- 1905-10-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite T Jüdigcb«8 YolksMatt Nr. 4L Jahren als israelitischer Religionslehrer' m unserer Stadt wirkte und als Präsident des Ziomstenvereines tätig war, ist einemtragifc^en1 Unfälle zürn Opfer gefallen. Vor mehreren Wochen wnr-de der Gelehrte nach Zürich berufen, um dort hinsichtlich der Herausgabe eines von ihm verfaßten jüdischthcologischen Werkes zu verhandeln. Nach Erledigung dieser Sache reiste er zu seiner greisen Mutter, die bei Tebreczin wohnt. Als er auf dem Perronder Eisenbahnstation auf seinen Zug wartete, löste sich eine Scheibe des Glasdaches los und fiel so unglücklich auf Howvitz, daß sie ihm den Schuh durchfchmtt und ben Fuß verletzte. Er trat dennoch die Heimreise nach Soprow an, tvo er schon schwer leidend ankam und in seine Wohnung getragen werdcn mußte. Die Aerzte koustatierteu eine Blutvergiftung. Die zahlreichen Verehrer des Gelehrten in der hiesigen israelitischen orthodoxen- Gemeinde beriefen zwar sofort einjenj hervorragenden Wiener Professor an das Krankenlager, aber die Kunst der- Aerzte vermochte nicht mehr zu helfen, rind trotz der aufopferndsten Pflege verschied er am 8. ds. morgens 4 Uhr. Horovitz hatte ein- Alter von 42 Jahren erreicht. Die Leichenfeier fand am Dirnstag nachmittags 3 Uhr statt. Horovitz entfaltete auf talmudischem Gebiet eine sehr rege literarische Tätigkeit. Zumeist schrieb er unter dem Pseudonym Sinowitz, u. a. auch das Werk „Das neue Leben, Studie über Dante", welches Werk seinerzeit auch im „Pester Lloyd" eingehend gewürdigt wurde. Gegen den Befähigungsnachweis für die Handclsgewerüe. Der Gewerbeausschuß des Abgeordnetenhauses hat den Befähigungsnachweis für die Handelsgewerbe beschlossen, eine Maßregel, welche ihre Spitze vor allem, gegen das jüdische Gi> werbsleben richtet. Die Juden sind von altershev auf den Handel angewiesen, fast alle übrigen Erwerbszweige sind ihnen verschlossen; durch die antisemitische Boykottbewegung sind sie vielfach in die Z w a n g s l a g e versetzt, aus einer) Branche i n d i e a n b c x e überZuge h e n. Ueberdics wird erfahrungsgemäß der Befähigungsnachweis z u u n g u n st e n d er Jude n gehandhabt. Aus allen diesen Gri'lnden erscheint eine entschiedene Stellungnahme gegen die Beschlüsse bes Gewerbeausschusses geboten. Der Vorstand der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union," beruft für Dienstag den 24. Oktober, halb 8 Uhr abends, in, den großen Saal des Hotel „Post", 1. Bez., Fleischmarkt 16, eine Versammlung, in welcher Herr Dr. Friedrich Hertz die Diskussion über den Befähigungsnachweis im Handelsgewerbe durch ein Referat (inleiten wird. An die jüdischen Kaufleute ergeht die dringende Aufforderung, sich zu dieser Versammlung zahlreich einzufinden, damit dieselbe sich zu einer achtunggebietenden Kundgebung gegen diese neuerlich beabsichtigte Einschränkung des Wirtschaftslebens gestalte. Wien Jüdisch-akademische Verbindung „Jvricr" (JX. Hörlgasse 10). Das Ergebnis der Chargenrvahlen für das l'29.) Wintersemester 1005/6 : zur. Albert Schönhof, Präses; ing. Julius Groag, Vizepräses; jur. Adolf Lanzer, Schriftführer. Herr Rabbiner Dr. Armand Kaminka, Sekretär dev „Israelitischen, Allianz zu Wien", erlitt eineu schweren Verlust. Vor einigen Tagen starb sein Vater in Odessa nach kurzem Leiden. Herr Dr. K a m i n k a konnte wegen der großen Entfernung nicht betin Leichenbegängnisse seines Vaters anwesend sein, und empfing während der Schiwah, die er in seiner hiesigen Wohnung, 2. Bez., Tempelgasse 3, verbrachte, die Kondolenzbesuche seiner zahlreichen Freunde. Außerdem ging ihm! auch eine große Anzahl schriftlicher Kondolenzen zu. Gebetstunden in den Wiener Geineindetempeln. Vom 16. bis inkl. 10. Oktober abends 5 Uhr tö Min., Freitag 20. Oktober lBorabend der Schemini-Azeres) 6 Uhr, Samstag 21. Oktober lSchemini-Azeres) morgens 8 Uhr 80 Min., abends 5 Uhr 80 Min., Sonntag 22. Oktober lSimrhas Thvra) morgens 8 Uhr 80 Min., abends 5 Uhr 40 Min., vom 28. bis inkl. 20. Oktober abends ß Uhr, Freitag 27. Oktober abends 4 Uhr 45 Min., Samstag 28. Oktober morgens 8 Uhr 80 Min., vom 20. Oktober bis inkl. 2. November abends 4 UHr 45 Min., Freitag 3. November abends 4 Uhr 45 Min., Samstag 4. November morgens 8 Uhr 30 Min., abends 6 Uhr 25 Min., vom 6. bis inkl. 9. November abends 4 Uhr 45 Mn., Freitag 10. November abends 4 Uhr 30 Min., Samstag 11. November morgens 8 Uhr 30 Min., abends 5 Uhr 15 Min., vom 12. bis 16. November abends 4 Uhr 30 Min., Freitag 17. November abends 4 Uhr 30 Min., Samstag 18. November morgens 8 Uhr 30 Min., abends 5 Uhr 10 Min., vorn 10. bis inkl. 28. November abends 4 Uhr 30 Min., Freitag 24. November abends 4 Uhr 60 Min., Samstag 26. November morgens 8 Uhr 80 Min., abends 6 Uhr 6 Min. Der Gottesdienst an Wochentagen beginnt um halb 7 Uhr früh. Von der Wiener Knltnsgemeinde. Ter Beginn des Gottesdienstes, welcher am Scheinini- Azereth <21. Oktober d. I.) vom Vorstande der israelitischen Knltusgemeinde Wien, 1. Bezirk, Fleischmarkt 10 (Hotel Post) und im 2. Bezirk, Praterstrasze 34 Mestrorihof) veranstaltet wird, ist nicht s ü rhalb 9 U h r, s o n d e r n für h a l b 10 Uhr früh an ge setzt. Die Einschreibungen für den Unterricht au der Bibelschule der israelitischen Kultusgemeinde, 2. Bezirk, Tempelgasse 3, finden mit Rücksicht auf bauliche Veränderungen erst im Monate November d. I. statt. Tag und Stunde werden später bekanntgegeben werden. Bar Mlzwah-Vorbereitungsknrtz. Montag den 33. Oktober d. I., um 0 Uhr abends, finden in der Religionsschule der israelitischen Kultusgemeinde, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, die Einschreibimlgen für den Bar Mizwah-Vorbereitiingsburs statt. An dem Unterrichte, welcher unentgeltlich erteilt wird, können nur unbemittelte Schüler teilnehmen. Jüd. nat. akad. Verbindung „Zephirah" in Czernowitz. Die Chargenwahl für das 17. Wintersemester hatten folgendes Ergebnis: Cand. jur. Markus Schapira, Präses, Eand. jur. Chaskel Gabor, Vizepräses, und Stud. phü. Schlvima Drimmer, Schriftführer. Akad. Verbindung ,<Hasmonaea" in Czernon»itz. Die Chargenwahlen für das 29. Wintersemester ergaben' folgendes Resultat: Cand. jur. Jakob Buchsbaum, Senior, Cand. jur. Motel Gingold, Konsenior, Stud. jur. Esrtel Bänmer, Schriftführer, i Jüd. akad. Leseverein „Emunah" in Czernowitz. Die Charg^nwahl für das laufende Wintersemester ergab folgendes Resultat: Cand. jur. Jakob Sachter, Präses, Jur. cand. Ignaz Raschkes, Vizepräses, Cand. jur. Joses Wagner, Schriftführer. Tod in der Synagoge. Aus Karlsbad wird geschrieben: Während des Gottesdienstes am 9. d. M. in der Synagoge starb Frau Josefine Kohn, Mutter des Handels kammer- -rates Rudolf Mhn und' Schwiegerluuiter des Rabbiners Dff Ziegler. Der Gottesdienst wurde ununterbrochen. Verkauf der Kayserlingschen Bibliothek nach Amerika. Der verstorbene Rabbiner der Pester Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Kayserling hintcrließ eine sehr wertvolle, auch im Auslande berühmte Bibliothek. Es wurden zwar Schritte unternommen, diesen Bücherschatz der Pcstjer In den schuft zuerhalten, doch ist Äes gelungen. Die Witwe Dr. Kayserlings hat bereits den Vertrag unterschrieben, demzufolge die Bibliothck demnächst nach dem Seminar in Cincinnati wandert.Den! Kaufpreis bestreitet ein ungenannt bleiben wollender Gönner des genannten Seminars. Allerlei Empfehleng,vertes. Pelzwnren. Im Inseratenteile finden unsere gesch. Leser die Anlünüignng der prot. Pelzwareitfirma Leopold Klein, 1. Bez., Dvminikanerbastet 10. Herr Klein, der viele Jahre hindurch oberster Leiter der Werkstätten, Modell- und Manipulattvnsabtetlungen in dem bekannten Hanse Josef T o ch war, hat vor kurzem das Ranhwaren- und Pelztvttfektionsgeschäft eröffnet, das sich seitens des Publikums bereits des besten Zuspruches erfreut. Wichtig für Hausfrauen, lAerztliche Stimme.) Bisher wurden Gewürze mehr als Luxnsgegenstand betrachtet, während sie in der Tat eine große praktische Bedeutung haben. Professor Liebreich hat in den „Therapeutischen Monatsheften", 1004, darauf hingewiesen, daß z. B. Senf eine doppelte Eigenfehast besitzt. Erstens vermag er bei der Ueberhandnahme der Fäulnisbakterien im Magen, deren Entwicklung, durch welche die Verdauung verändert werden kann, zu verhindern oder zu vernichten. Zweitens vermag er durch den Reiz des Senföles eine verstärkte Magensaftsekretion hervorzurufen. Diese letztere Eigenschaft ist allgemein als „appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung" des Senfs bekannt. In hohem Grade besitzt diese Fähigkeiten der von der Firma F. L. S ch n l z, Wien, 17. Bez., erzeugte Senf, der gleichzeitig wegen seiner Schmackhaftigkeit als bestes Tafelgewürz empfohlen werden kann. Eingesendet. Mitteilung des Vorstandes des Allgem. Stau* kenunterstützungs - Vereines „Menschenliebe", Wien, 9. Bez. Der Vorstand des Allgem. Krankenuntevfttitzungs-Bercines „Menschenliebe" gibt den p. t. Bereinsmitgliedern vorlänfig aus diesem Wege bekannt, daß Herr Dr. M. Saphier, Wien, 9. Bez., Porzellangasse 52, ausgehört' hat, unser Vereins-Zahnarzt zu sein. Der Vorstand hat bereits die nötigen Schritte unternommen, mit einem anderen Zahnarzt ein entsprechendes Abkommen z« treffen. Nach Abschluß der diesbezüglichen Unterhandlungen wird der neue Vereins-Zahnarzt unseren p. t. Bereinsmitgliedern aus geeignetem Wege bekanntgegeben werden. Wien, den 19. Oktober 1905. Der Vorstand des Allgein. Krankenunterunterstützungs-Bereines „Menschenliebe". i—kHemwMcan«»n>n< n m mm », «,»>> , >> ,m>m, >>»>!!! Heinrich Neugebauer vormals Mo'när W«- Optiker -Wz Wien, I. Schottsngass* 8, Eckhaus Scbottenrlag. -L-a Gcgr(!n.i*t 1805. —-_ Rrichhaltigart La. er i» allerbester mul bewährtester Qualität von Brillen, Zwickern, Operngläsern, Felds schein, Ferniohren, Thermometern, H"i»azt:ug#n «ad allen optisch«« Artikeln. 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