Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1904-09-09 · 37 (9.9.1904) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
37 (9.9.1904)
Date
1904-09-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2432763-2433023-2433060--2568-2436448
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 37 Wien, Preitflg Jtidkche» Volkablatt. 9. September 1904 Seite 6 Idee, von der das Beginnen getragen war. Die warme Förderung, die uns unsere jüdischen Bürger angedeihen liefen, die uns bisher teilnahmslos gegenüberstanden, ließen es vollends zu einem erfolgreichen werden. Der Geist des Dichters, des wahrhaft großen Juden, der von der Bühne herab ihnen zu Herzen sprach, hat auch in ihnen Töne nachkltngen lassen, die, nicht fremd und machtlos, erst jetzt wach geworden sind. Möge der Nachhall ein echter, ein dauernder sein! Die Darstellung, in deren Dienst sich begabte, eifrige Dilettanten gestellt hatten, letstetete durchwegs Vorzügliches. Unser Gast, Gg. Phil. Ruö. Zetsel lBrttnn) erzielte durch sein lebenswahres Spiel die nachhaltigste Wirkung als Jacob. Er sowie Bb. ing. Schwoner als Wasserstein holten sich oftmals stürmischen Beifall auf offener Szene. Die Damen Eg er (Hermine), Deutsch (Hr. Samuel), K. Müller, N. Müller, Mandl und Beck gaben ihr Bestes. Die Herren G e r m a n n (Rittmeister Schromm), der das charakteristische Gepräge dieser Figur wirkungsvoll zur Anschauung brachte, med. Römer als Dr. Wurzlechner, Bb. jur. Müller als Dr. Bichler, Bb. phtl. Werthetmer als Rheinberg, ing. Kreisler als. Samuel ergänzten in verdienstlicher Weise die mustergültige Aufführung. Die. Vorstellung fand zugunsten des Nationalgeschenkes für die Kinder weiland Dr. Theodor Herzls statt. An der Sammlung für den Nationalfonds beteiligte sich die gesamte jüdische Bürgerschaft. 6. Dobkisch. Die alte Gemeinde in Dobkisch beging am 28. August ein ebenso seltenes als schönes Fest. Es galt, den neuerbauten Tempel, ein schönes Gebäude im romanischen Stil, mit hochragendem Turm, seinem Zwecke zuzuführen. Die Einweihung. an der sich außer den Vertretern der Behörden die ganze Bewohnerschaft von Dobkschisch und Umgebung beteiligte, nahm einen äußerst würdigen Verlauf. Schlag 2 Uhr -verließen die Funktionäre, und zwar Oberkantor Büla Guttmann (Wien), Rabbiner Dr. Aladar Deutsch (Prag), Rabbiner Dr. Gustav Weiner (Weinberge), Dr. Freudwann (Wien), Dr. S. W.. L i n k (Dobkisch) mit den Thorarollen am Arme unter einer prachtvollen Chuppah, die von zionistischen Studenten getragen wurde, den alten Tempel. Die Straße bot ein prachtvolles Bild: Leute aus weiter Ferne kamen, um de« Freudentag mitzufeiern. Im neue» Tempel begrüßte Ortsrabbiner Dr. Link die erschienenen Feftgäste und schloß seine Rede mit Hochrufen auf den Kaiser, die von alle« Versammelten begeistert ausgenommen wurden. Nun nahm die Einweihung ihren Beginn. Oberkantor Guttmann riß mit seinem durchgeistigten Vortrag hin, seine schöne, weiche, biegsame Baritonstimme, seine imposante Gestalt weckten Andacht und Begeisterung in de» schönen Hallen. Der Mänuerchor der KlauSsynagoge au» Prag assistierte unter Leitung des Dirigenten Adolf Frank wacker seinem Maestro und bemühte sich, in ein harmonisches Ganzes zusammenzuklingen. Dr. Deutsch (Prag) zündete das „Rer tomid" an und der Inspirator des neuen Baues Dr. Link bestieg die Kanzel, um von der Bedeutung des Tages und der Wichtigkeit eines würdigen Gotteshauses zu sprechen. Doktor Weine.r 'sprach b.ö h misch; er. würdigte inShesonder.e Doktor Links Verdienste um die Gemeinde, seine Opferwilligkeit, mit der er auch in fernen Gegenden Glaubensgenossen aufsuchte, um den Baufonds deS Tempelzu vergrößern. Zum Schluffe flehte er den Gegen des Himmels auf alle hernieder, die werktätig am Baue mitgearbeitet haben, und insbesondere auf den höchsten Beschützer der Juden, Kaiser Franz Josef. Mit der Bolkshymne und dem von B6la Guttmann rezitierten „Olenu" wurde die erhebende Feier beendet. Am Nachmittag fand in Heinz' Restauration ei» Gartenkonzert der Bergknappenkapelle aus Pkibram, a« Abend ein Tanzkränzchen statt, die dem Baufonds einen ansehnlichen Betrag zufiihrten. Dem Kultusvorstand Alfred Bondy wurde hierbei in Anerkennung seiner Verdienste eine prächtige Silberkaffette überreicht. Noch einige Bemerkungen möchten wir a« die Feier knüpfen. Wie Ihr Korrespondent erfährt, stellte die Repräsentanz der Kultusgemenide an den Stadtrat das Ersuchen, anläßlich der Tempelweihe die Stadt zu beflaggen. Dies wurde jedoch abgelehnt, indem der Stadtrat auf die Motivierung de- Stadtrates Neumann eingieng, der sich folgendermaßen äußerte: „Die Juden beugten sich auf der Wüste vor dem goldene» Kalbe, wir aber dürfen uns vor dem goldenen Kalbe des jüdischen Mammonnicht bücken!" Die Juden in Dobkisch, die schon öfterbezeugt haben, daß sie sich ihres Judentums noch bewußt, die die größten Steuerzahler der Stadt sind, die auch zwei Vertreter in die Stadtvertretung entsendet haben, dürfen sich ein derartiges Vorgehen unter keiner Bedingung gefallen laffeu und müssen vom Stadtrate jedenfalls Genugtuung fordern. Hier heißt es zu zeigen, daß die Juden von Dobkisch eine Beleidigung ungestraft über sich nicht ergehen lassen. Die Tage, wo der Jude sein Rückgrat krümmen mußte, find schon längst vorüber und die Steuerkraft der Juden in Dobkisch darf »»hl eine gewisse Rücksichtnahme für diese fordern! Die Schuleinschreibnngen und -er Jom Kippur. Uever Intervention des k. k. Landesschulrates und Vizepräsidenten Herrn Dr. Gustav Kohn wurde von der k. k. Lanöesschulvehörbe folgender Erlaß herausgegeven: „Die Direktion wird aufgefordert, bei Eröffnung -es Schuljahres 1904—05 dem Umstande Rechnung zu tragen, daß am 19. September d. I. der israelitische Versöhnungstag fällt, an dem die Schüler israelitischer Konfession vom Schulbesuche und jeder Art von Prüfungen freizuhalten sind. Dieser Erlaß ergeht an die Direktionen sämtlicher Mittelschulen (Gymnasien und Realschulen) in Niederösterretch, dann der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Wien und Krems und der k. k. Lehrerinnenbilbnngsanstatt in Wien. Vom k. k. niderösterreichischen Landesschulrate. Bienerth m. v." Wir bringen diesen Erlaß zur Kenntnis der jüdischen Eltern, mit -er dringenden Bitte, von den in diesem Erlasse ihnen gewährleisteten Rechten unbedingt Gebrauch zu mache n. Wer sich auch an diesem Tage „nicht zu erkennen gibt", begeht nicht nur eine Sünde an seiner Religion unfeinem Volke, sondern erregt auch mit vollem Rechte die Verachtung derjenigen christlichen Kreise, um deren Gunst er durch eine solche Felonie buhlt. Der erste jüdische Gtaatsschuldirektvr. Der kürzlich in Prag verstorbene Direktor -er Altstäbter KnabenvolkS- und j Bürgerschule, Moritz Mautner, der ein Alter von nur 64 Jahren erreichte, yar der erste Jude, der die Würde eines Direktors all einer öffentlichen staatlichen Schule in Prag bekleidete, und er dürfte wohl auch -er einzige Jude gewesen sein, der es in Oesterreich bis zum Direktor brachte. Der Verstorbene, der von einem seltenen Eifer für seinen Beruf erfüllt war, erfreute sich infolge seiner hervorragenden Fähigkeiten und seiner gewinnenden Charaktereigenschaften in den Kreisen der gesamten deutschen Lehrerschaft Böhmens großen j Ansehens und seine Schüler verehrten ihn als strengen, aber gerechten und wohlwollenden Lehrer. Todesfall. Am 1, d. starb in Wien nach kurzem Leiden Frau Wwe. Elisabeth G r ü n f e l d, geb. Deutsch, im hohen Alter von 94 Jahren. Die Verstorbene, welche bis zur letzten Stunde ihres Lebens sich einer körperlichen Gesundheit und einer staunenswerten Getstesfrische erfreute, zeichnete sich durch ihre Frömmigkeit und echten jüdischen Sinn aus. Das Leichenbegängnis fand am 4. -s. von der Leichenhalle des Zentralfrieöhofes aus unter großer Beteiligung statt. Die Verstorbene hinterlttßt zwei Kinder, eine große Anzahl von Enkeln und einen Urenkel. Durch den Todesfall wurde auch die Familie deS im 9. Bezirk durch feinen Wohltätigkeitsfinn bekannten Herrn Peter Geiger, dessen Schwiegermutter die Verstorbene war, und in dessen Hause sie seit ungefähr vierzig Jahren lebte, in tiefe Trauer versetzt. Ihr Andenken sei gesegnet. Boskowitz. Hier fand jüngst eine äußerst würdige Trauerfeier ftir Dr. Theodor Herzl statt. Der Rabbiner Dr. Salomon Funk ehrte den großen Toten in einer wahrhaft empfundenen Rede als den absolut großen Menschen. Im Namen der Verbindung „Laetitia", von der aus die Feier veranstaltet wurde, sprach Dr. Max Eisler. In knappen Zügen entwarf er ein Bild von den Lebenswerten und der Bedeutung Herzls als Führer. Beide Redner übten auf die dicht gedrängte Zuhörerschaft eine tiefe Wirkung. In gleicher Weise empfand man die herrlichen nationalen Lieder, die Herr Professor S. Storch aus Wien in meisterhafter Wiedergabe auf dem Harmonium darbot. — Herr Dr. Fink, Religionsprofessor aus Wien, vertrat am Samstag den 3. September vor einem zahlreichen Publikum die Tendenzen der „Misrachi", die er kurz vordem als Delegierter auf dem Preßburger Kongreß geäußert hatte. Der Aufforderung zur Mitfolge entsprachen einige Mitglieder der hiesigen Gemeinde durch ihre sofortige Veitrittserklürnng zur Fraktion. Gegen einzelne Punkte des äußerst beifällig aufgenommenen Vortrages sprachen Dr. Salomon Funk, Bürgermeister Emil Ungar und Dr. Max Eisler. Zur galizischen Reise des Ministerpräsidenten wird uns aus Krakau geschrieben: In der Deputation, welche die hiesige Kultusgemeinde zur Begrüßung des Ministerpräsidenten entsendete, befanden sich die Herren Präsident-Ehrenpreis, Dr. Samuel T i t e s, S. Landa u, M. F a w, A. Margulies, G. Larvg»roO-und die beiden Rabbiner geht durch den Körper der Frau, die Lippen schrumpfen konvulsivisch zusammen ... ein entsetzlicher Aufschrei und — die Frau liegt ohnmächtig auf dem Boden ... Die Rettun?.?- gesellschaft brachte die reiche Jüdin, pardou Katholikin, von der U-iglücks statte in ihr vornehmes Heim, wo das Taufmahl bereit stand- Das Gewissen ist eines Heldentodes gestordei'. Ansschlnß jüdischer Schüler aus einer Staatsschnle. Es wirb drüben im liberalen Ungarn immer schöner! Die Regierung überströmt von Liberalismus, läßt den jüdischen Millionären Aöelstitel und Auszeichnungen zukommen und vergißt öariiber, daß ihre Organe ihre eigenen Wege gehen und den Antisemitismus nicht nur in die Gesellschaft, sondern auch in die — Staatsschule tragen. Aus Szigetvar wirb uns nämlich geschrieben: Die hiesige Gemeinöevolksschule wurde vor kurzem verstaatlicht. Bor einigen Tagen erhielt nun der Schuldirektor vom königlichen Schult n s p e k t o r des Somogyer Komttates die offizielle Weisung, daß „mit Rücksicht auf die voraussichtliche Ueberfüllung der Schule jüdische Schüler nicht ausgenommen werden sollen". Dieser Ukas hat hier naturgemäß peinliches Aufsehen erregt, obgleich oder vielleicht gerade deshalb, weil die hiesige jüdische Gemeinde eine eigene Schule erhält, aber nichtsdestoweniger auch zur Erhaltung der Staatsschule beiträgt. Es wurde eine. Aktion eingeleitet, um den Kultusminister v. B e r z e v i c z y, der im Rufe unbedingt liberaler Gesinnung steht, zu bewegen, diesen Erlaß rückgängig zu machen und gegen den Herrn Schulinspektor disziplinartter vorzugehen. Auswanderungswesen. Aus Fiume wird der „Bud. Korr." vom 1. ös. telegraphiert: Heute vormittags 11 Uhr ist der Dampfer „Pannonia" nach zehntägigem Aufenthalte nach Amerika abgegangen. Von hier sind 1331 Erwachsene, 166 Kinder und 66 Säuglinge, von Triest ungefähr 360 Personen mit dem Dampfer abgefahren. Unter den Passagieren gibt es viele russische Juden und Mehrere russische Militärflüchtlinge. ' Bei der Abfahrt sangen die Passagiere den ungarischen Hym- ‘ nus. j Attentat aus einen Rabbiner. Aus Satoralja-Ujhely , wird uns geschrieben: In Nyir-Maöa wurde in der Nacht vom . 3. auf den 4. ös. gegen den Rabbiner der dortigen orthodoxen, ^israelitischen Gemeinde Samuel Brach ein Attentat verübt. Der Rabbiner wollte sich nämlich zwischen 2 und 3 Uhr nachts I zu dem vor dem Neujahrsfeste üblichen Frühmorgengottesöienste (Selichoth) begeben. Zuerst ging er aber in das rituelle jüdische Gemeinöebad. In der Nähe desselben krachten plötzlich j nacheinander zwei Schüsse und der Rabbiner stürzte, an der ' linken Hand und an der linken Sette , getroffen, zu Boden. Die ärztliche Untersuchung der Wunden ergab, daß der Attentäter, der im Dunkel der Nacht spurlos verschwand, sich einer H o r o w i tz und Dr. T h o n. Die Begrüßungsansprache hielt mit Schrot geladenen Flinte bediente. Die meisten der Schrot- Kultuspräsiöent E h r e n p r e i s, worauf der Ministerpräsident körner wurden aus den Wunden entfernt und der Rabbiner in sehr freundlichem Tone antwortet. Hierauf ließ sich Dottor soll bereits außer Gefahr sein. Die hier wohnenden zwei v. K o e r b e r mit jedem einzelnen Mitglieds der Deputation Söhne desselben wurden telegraphisch an das Krankenbett in ein längeres Gespräch ein und erkundigte sich eingehend ihres Vater berufen. Rabbiner Brach lebte vorher hier als über die Verhältnisse der Krakauer Kultusgemeinöe.! Unternehmer. Nach mißglückten Spekulationen wurde er in Ein mutiges Wort zur rechte« Zeit. Aus Lemberg wird uns berichtet: Der hiesige Advokat Dr. Tobias Aschkenaze wurde zur Teilnahme an dem demokratischen KoMitee eingeladen, das unter dem Vorsitze des Vizestadtpräsidenten Ciuchcinski für die Landtagswahl in Lemberg die Kandidatur des Prof. Glombinski fördert. Aschkenaze resüsierte jedoch die Einladung mit folgender Begründung: Die Juden in Lemberg hätten nach Gerechtigkeit und Tradttion das Recht, zu verlangen,' daß von den sechs Lemberger Landtagsavgeoröneten wenigstens einer Jude sein solle. Unter den 40 000 Juden Juden Lembergs werde sich doch zum mindesten einer finden, der dieser Auszeichnung würdig sei. „Wenn wir auf Grund der Gleichberechtigung von den Juden Pflichterfüllung verlangen, so soll man nicht vergessen, daß diesen Pflichten auch Rechte entsprechen. Wir haben ein Recht, dies von jenen zu verlangen, die sich Vertreter der demokratischen Idee nennen. Da jedoch in der Wahlaktion des Komitees die Juden sehr ignoriert werden und über sie zur Tagesordnung übergegangen wird, als ob sie gar nicht existieren würden, was für mich als Jude demütigend ist, kann ich mich an dieser Aktton natürlich nicht beteiligen." Das Gewisse«. Da» Gewissen ist ein gar eigenartig Ding. Man sagt: »Da» Gewissen regt sich." Da» Gewissen erhebt seine Stimme! u. s.w. Gesehen hat diese» Gewissen noch niemand. Dieser Beschaffenheit de- Gewissenmag eznzuschreiben sein, daß denkfaule und leichtlebige Menschen ihr Gewissen zu ihrem Gotte machten. Und zwar auS Bequemlichkeit. Man kann da» Gewissen „unterdrücken", wenn e» sich „regt", und es durch ei» polternde-Leben „überschreien", wenn es seine Stimme erhebt. Man nennt da- „einen Kampf" mit de« Gewissen. Kann man sich einen idealere« Gott denken! Bon eine« solchen mutigen Tode einesolchen Gewissen» wird un» jetzt au» Budapest berichtet. Am 1. d. M. hat ein reicher jüdischer Bankdirektöt, eine bekannte Figur der Leopoldstädter Plutokratie nach entsprechender „Vorbereitung" die Taufe genommen. Seine Frau folgte ihm in de« Schoß der alleinseligmacheude« Kirche. Der feierliche Taufakt fand in einer der vornehmsten Kirchen Budapeststatt. Netürlich, fie konnten sich'» ja leisten: die Eltern de, Täuflinge, angesehene, fromme Juden haben ihne« ja ein bedeutende- Vermöge« hinterlaffen. Der Akt verlief ganz glatt. Aber nur äußerlich. Denn da- Gewissen der neugebackenen Katholiken, besonderdasjenige der Frau schien gegen diese Entthronung zu revoltieren und nur. nachdem eseinen Gegnern einen empfindliche« Schlag versetzt hat, al» Leiche da» Feld räumen zu wolle» .... Der Akt war zu Ende. Der Pfarrer reicht der Frau da- Symbol de» Ehristentnm». da» Kreuz zum Kusse... . . Dakämpfende Gewissen holt zum letzten Schlage au- .... Ein Zittern Nyir-Maöa zum Rabbiner gewählt, wo er nicht nur mit seiner Gemeinde, sondern auch mit vielen Rabbinen seiner eigenen Partei Fehde hatte. Rabbiner Brach verbot nämlich im vorigen Jahre den von der Gemeinde akzeptierten und von mehreren Rabbinen approbierten Schächtern das Schlachten — ein Vorgehen, das seinerzeit in weiten Kreisen Aufsehen erregte und dem Rabbiner große Feindschaft verursachte. Das Attentat wird nun auf diese Feindschaft zurückgeführt. Die Abstammung des Generals Stöffel. Aus Budapest rpird uns geschrieben: Von Seite der ungarländischen Mitglieder der Familie Stöffel wird über die Abstammung des Verteidigers von Port Arthur, des Generals Stöffel, folgendes mitgeteilt: Im Jahre 1830 sind aus Ungartsch-Meserttsch zwei Brüder Stöffel, namens Chaim und Joise, nach Oberungarn gekommen und haben sich dort definitiv niedergelassen. Ein dritter Bruder, Avram Stöffel, war in Meserttsch zurückgeblieben. Im Jahre 1835 aber erhielten seine nach Ungarn üversieöelten Brüder von ihm die Nachricht, daß er nach Rußland ausgewandert sei. Ein Sohn dieses Avram Stöffel, seines Zeichens Goldschmied, war später zur russisch-orthodoxen Kirche übergetreten. Sein Sohn trat in den Kriegsdienst und avancierte nach Jahren zum General. Es. ist dies derselbe General Stöffel, der gegenwärtig Port Arthur verteidigte Die ungarländische Familie Stöffels erhielt von ihren russischen Angehörigen nur ein einziges Mal Nachricht, und zwar vor Jahren, als der Buöapester Gerichtshof aus Anlaß des Ablebens deS vermögenden Buöapester Arztes Dr. Szelenyi (ehemals Stöffel) die Mitglieder der Familie Stöffel mittels Aufrufes aufforderte, sich als Erben des reichen Nachlasses zu melden. Eines der größten Häuser auf dem Elisabethring in Budapest, der Szelenyihof, bildet noch jetzt bas gerichtliche StrelkoVjekt zwischen der jüdischen Familie Stöffel und der zum Christentum übergetretenen Familie Szelenyi. Tempelweihe. Am 1. ds. wurde in Z a l a - E g e 1t a c & wie uns von dort berichtet wirb, der neuerbaute Tempel feierlichst etngeweiht. Die Baukosten wurden zum Teile durch Spenden und zum Teile durch vom königl. ung. Unterrichtsministerium aus dem Lehrerpensionsfonds gewährten Darlehen per sechzigtausend Kronen ausgebracht, wodurch die Errichtung eines schönen Prachtbaues möglich wurde. Bet der Einweihungsfeier sprach zunächst der Ortsrabbiner Israel EngelSmann,' die Festrede hielt Rabbiner Dr. Büchler aus K e s z t h e l y. Die kantoralen Funktionen versah unter Mitwirkung des dortigen Overkantors der Wt e n e r Oberkantor Bela Guttmann, der durch seine meisterhaften Leistungen das in großer Zahl anwesende Publikum, unter denen sich auch die Honoratioren der Stadt und der Umgebung befanden, begeisterte. Herr Guttmann war auch nach der Feierlichkeit Gegenstand herzlicher Ovationen. \ / /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.