Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 20 (13.5.1904)
- Date
- 1904-05-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Wien, Freitag Jüdische» Volkablatfc. 13. Mai 1904 Seite 7 i tim iiwiTün .imui—iu>»n»iwaram WK bitten unsere Leser, ihre« Be-ars bei unseren Inserenten zu decken, und sich dabei auf unser vlatt zu beziehen. Majestät unser Kaiser Lemberg mit seinem Besuch beglückte, verabschiedete er sich in einem sehr huldvollen Manifest von seinen treuen Völkern, den Polen und R u t h e«e n in fast väterlichen Worten. Unser Volk, das ihm am selben Tage seine Aufwartung durch seiner K a h a l-Bertretung machte, wurde nicht eines Wortes gewürdigt. Wohin verschwinden auf einmal die 800.000 Juden, die Gut- und Blutsteuer leisten? Kennt der Trpn nur Polen mosaischer Konfession? Ziehen wir noch den sdgenannten Zeitgeist als Richter in unserer Sache zu Rate, jener Zeitgeist, welcher aus allen Weltwinkeln die zerstreuten Trümmer untergegangener Völkerschaften zum Ausbau ihrer Nationalität antreibt — und wir finden, daß auch für Israel die Zeit gekommen ist aus dem Staube, dem Völkerstanbe heraus, sich zu potenzieren, die nationale Trümmer zu sammeln und zu einigen; dann schütteln wir mit Stolz das fremdnationale Joch ab und wir werden uns unser Plätzchen an der Sonne schon erobern und jene Hände wegstoßen, welche, geöffnet sind, um alle unsere Rechte zu eskamotieren und für ihre Konnatioüalen zu verwerten. Unsere Führer, unsere Abgeordneten, mögen sich an die Spitze des auftauenden nationalen Judentums stellen und unser kluges Volk wird dann unterscheiden zwischen ihren eigene« Vertretern und den Geldvertretern. Im Gebälke des Parlamentarismus kracht es gewaltig, als sollte alles aus den Fugen gehen. Wir möchten den gegenwärtige» Zustand als das zentrifugale Gliederreißen bezeichnen und da fühlt sich der Polenklub, welcher selbst au einer ähnlichen Krankheit zu leiden pflegt, Arzt genug, um seine slavischen Stammesgenossen zu heilen. Heil unserem Staate mit derlei Wunderkünstlern! Allein wir haben Grund zu befürchten, daß sie sich ein zu hohes Honorar werden ausbedingen, das Honorar zahlbar in der Resolutionsmünze von 1875, welche die Abschnürung Galiziens vom Staatskörper bis auf einen dünnen Faden bewirkte. Wir Juden schaudern schon bei dem Gedanken zurück, es könnte dieses Maklergeschenk zum Danaergeschenk für uns werden. Wir verweisen auf den Kampf, welchen der „Schomer Israel" gegen die. Resolution im Landtage geführt hat zur Abwehr jenes politischen Ungemaches. Heute sträuben sich auch die Ruthenen gegen die zweite Auflage jenes gliederzerreißenden Geschenkes und werden diese selbst mit ihrem Blute es zu verhindern trachten. Sollte diese Frage wiederum auf den Tisch der Lemberger Landesstube gelegt werde«, so müßte die gesamte Judenschaft Galiziens gegen die angebahnte Lösung sich erheben. Gott schützte selbst unsere Polacy mojzyszowego wyznania vor ihren Spezialfreunden und Brüdern Polacy chrysqosowego wyznania (Polen mosaischer Konfession vor den Polen christkatholischer Konfession). Bor unseren Feinden werden wir uns selbst schützen. Wer können mit einiger Genugtuung auf den Beginn einer intensiveren Pflege der hebräischen Sprache und Literatur. Hinweisen. Zwar verhält sich der.christlichpolnische Landesschulrat und seine Organe abwehrend gegen den hebräischen Unterricht in den Schulen, hingegen mehren sich Klubs und Vereine, welche den Selbstunterricht pflegen, ja selbst Mädchen aus besseren assimilatorischen Kreisen haben einen eigenen Privatkurs eingerichtet. Neben dem hochgeistigen Nutzen können wir auch den materiellen Nutzen nicht verschweigen, der den hiesigen Hebräischlehrer« erwächst, die ihre Lektionen rentabel machen; alles das find nur Tropfen Lebenstau. Der inn der Lebens ström unseres Hebräismns kündigt sich bereits an Wie ein Blitzstrahl beleuchtet der Wiener Korrespondent des „8iowo polskie" die Uneigenützigkeit der ehrlichen Makler aus dem Polenklub. Der Korrespondent erzählt seinen Lesern, wie die drei Friedensapostel 'aus Galizien, Graf Dzieduszycki, Jaworski und D u l e b a vom Ministerpräsidenten weggehend, in höchstem Grade aufgeregt, ins Abgeordnetenhaus wutschnaubend eintraten und mit den unflätigsten Worten gegen den Ministerpräsidenten Dr. Ko erb er um sich herumwarfen. Wie unannehmbar, wie zersetzend muß da der candida pax, der weiße Friede, gewesen sein, wenn derselbe von dem Ministerpräsidenten nicht akzeptiert werden kann. Welch ein überschäumendes Machtgefühl aus den Zeiten des Berichterstatters des Polenklubs spricht, möge hier wörtlich wiedrrgegebeu werden: „Tatsache ist, daß nur Dank der Toleranz seitens Jaworskis das zentralistische Kabinett, recte das deutsche Minoritätskabinett in dem aus vielen Völkerschaften zusammengewürfelten Staatsweseu sich am Ruder zu erhalten imstande war. Jaworski unterstützte Dr. K o e r b e r, obschon im Polenklub wie im Lande sich Stimmen erhoben haben zur Abschüttlung jenes verkappten Absolntisten, der so schädlich ist für das Reich (?) wie für die Interessen der Polen (??). Ich verstehe, schreibt er, unter anderem die Bitterkeit, welche die polnischen Politiker empfunden haben mögen, als sie den Salon des Ministerpräsidenten verließen. Sie sahen deutlich, wie sie das Opfer der sprichwörtlichen österreichischen Undankbarkeit geworden sind." Der Berichterstatter erteilt Herrn Jaworski den Rat, mit Ministerpräsidenten K. zu brechen und zum Ausbau einer slavischen Majorität zu schreiten — je eher desto besser. Die Errichtung von A r b e i t s b u r e a u s ist den galizischen Polen bereits genehmigt worden. Wir werden bald sehen, wer die Zeche zu bezahlen hat, wem der Braten und wem der Spieß zugedacht ist. Josef H8inisch,B&xi-Q. Maschinenkerde-Schlosserei Waltergasse 8 WIEN IV., Starhemberggasse 9 Erzeugt alle Arten Kochherde, Spiess-u.Rostbratmaschinen.Wärm* schränke, Spültische, Warmwasser- Anlagen im Herde, Cafö-Herde,Rauch* fang-Aufsätze, Ventilations-Jalousien etc. Ausführungen f. Herrschafts-, Restaurations- und gewöhnliche } Hausküchen. ■ Preiakourante und Pläne auf Verlangen. Das Bessere ist der Feind des Guten! 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Nach Erhalt der ersten Monatsrate erfolgt die Absendung der Bücher. E. M. Lili e n : „Sein Werk“ ... . . . . K 12.— Morris Rosenfeld: „Lieder des Ghetto“ „ 10.— Martin Bub er: Jüdische Künstler“ . . . „ 13.20 Dr. J. B. Sapir: „Der Zionismus“ . . . „ 2.40 Dr. A. Sandler: „Anthropologie u. Zionismus“ „ 1.— FelixLazarPinkus: „Palästina u. Syrien“ „ 5.— E. Eisler: „Juda“ . ..„ 3.— „Jüdischer Volkskalender“, I. Jahrgang . . . „ —.70 „ » U» » ... „ l.~“ Theodor Zlocisti: „Vom Heimweg“ . . „ 2.40 Münchhausen: „Juda“.. „ 10.— Theodor Herzt: „Altneuland“ 2.40 Moritz Hermann: „Passall“. 2.40 Dr. Max Nordau: „Dr. Kohn“. 2.40 Dr. Ziegler: „Die Geschichte der Juden“ . „ 4.80 A. Stein: „Die Geschichte der Juden in Böhmen“.. 3.— Theodor Herzl: „Das neue Ghetto“ ...» 2.40 Dr. A. Kurrein: „Der Zionismus“ . . . . „ —.20 Egon Led er er: „Unsere Steilung zu der nichtzionistischen Partei“. —.20 LeoPinsker: „Autoemanzipation“ .... „ —.80 „JüdischeVolksstimme“,I., II., III.,IV. Jahrg., geb, „ 12.— I Bild Theodor Herzl.. . „ 4.— Berthold Feiwel: „Junge Harfen“ . . . „ 2.40 Moses Hess: „Rom und Jerusalem“ . . . „ 2.40 W. Bambus: „Palästina, Land und Leute“ . „ 2.40 Bestellungen auf vücher, Schriften, werfe, Noten, Lexika, Lehrbücher, Gebetbücher werden entgegengenommen und prompt expediert. 3n -en nächsten Tagen erscheint: „Jüdischer Volks - Kalender" preis 70 h. Porto 20 h. - Bei Massenbezug