Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 18 (1.5.1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Jüdisches Volksblatt 1. Mai 1903 Nr. 18 Wien, Freitag ftrcißc, m der 274 jüdische Soldaten aller Regimenter und Waffengattungen unter Kommando von 43 Offizieren Aufstellung genommen hatten, schon sehr frühzeitig von starken Schuhmauusposten abgesperrt werden. Nach Ankunft des Lord Roberts, der in der Synagoge mit einem „Boruch habol" empfangen wurde, öffnete der Lord Mayor, der diesmal über seiner vergoldeten Amtsrobe einen Tallis tragen durfte, die heilige Lade, aus der derChief-Nabbi eine Thorarolle nahm, um dann das Gebet für den König zu sprechen. Darauf ergriff Nev. F. L. Cohen das Wort, um nach dem einleitenden Hinweis auf die Makkabäer hervorzuheben, daß die Juden schon vor dem Llriege in Südafrika in Heer und Marine gebührend vertreten waren. Seitdem hat sich die Zahl der Juden im Heere verdoppelt, in der Marine gar versechsfacht. Im Kriege selbst haben nachweisbar 1090 Juden aktiv tcilgenommcn und diese Zahl nähert sich nicht im entferntesten der Wirklichkeit, da zahlreiche Juden den Krieg mitgemacht haben, ohne sich als Juden zu erkennen gegeben zu haben. Es mutz dabei ausdrücklich hervorgehoben werden, daß unter diesen Inden, welche für Englands Größe auf dem Schlachtfelde fochten, sehr viele waren, die jetzt als „fremde Eindringlinge" verschrien werden. Von diesen 1090 Juden sind 60 im Kriege gefallen, und 67 verwundet worden, 42 Juden, darunter 16 Offiziere, 23 Gemeine und 3 Zivilisten wurden in den Berichten ehrenvoll erwähnt. Dabei komme in England erst auf 233 Christen ein Jude. Redner schloß mit einer Aufforderung an die in Heer und Marine dienenden Juden, ihre Abstammung nicht zu verheimlichen, da es jetzt auch in England keine Schande mehr ist, Soldat zu sein. Kleine Chronik. Der Bey von Tunis hat der jüdischen Gemeinde ein großes Terrain zum Bau einer Synagoge zum Geschenk gemacht. — Dem Madrider „Heraldo" wird aus Melilla gemeldet: Die Juden, ivelche von deni Prätendenten zur Zahlung von 8000 Duros verurteilt worden waren, sandten eine Abordnung zu letzterem, um den Erlaß der Strafe zu erwirken, die Delegation ist jedoch bisher nicht zurückgekehrt; man vermutet, daß sie ermordet worden ist. — Sämtliche Gouverneure des russischen Ansiedlungsrayons sollen vom Minister Plehwe die Aufforderung erhalten haben, mit möglichster Beschleunigung ein Verzeichnis aller Ortschaften einzureichcn, ivelche im Interesse des Handels durch Verleihung des Stadtrechts den Juden eröffnet werden könnten. —■ Aus Capstadt wird berichtet, daß einer großen Zahl jüdischer Einwanderer nach dem neuen Gesetze die Landung in Daune Castle verweigert wurde. Tie Kolonisten werden in ihre Heimat zurücktransportiert. — Die „Jewish Colonisation Association" („Jca") hat für 50 000 Pesetas (rund 250 000 Mark) Land in Entre Rios angekauft. In A s m a r a, der Hauptstadt der italienischen Kolonie in Erythräa, besteht eine kleine, jüdische Gemeinde, die nunmehr mit Hilfe wohltätiger Glaubensgenossen eine eigene Synagoge zu erbauen beabsichtigt. Paris. (Senator Raynal.) Ter Senator und ehemalige Minister Raynal ist hier gestorben. David Raynal wurde 63 Jahre alt!. In Paris geboren, entstammte er einer jüdischen, in Bordeanx ansässigen Weinhändlersamilie und auch er ergriff den Beruf seines Vaters und etablierte sich in Bordeaux als Weiühändler. Im Jahre 1897 entsagte er dem kaufmännischen Berufe und wandte sich der Politik zu. Er wurde in die Kammer gewählt, wo er seinen Sitz auf der republikanischen Linken Ännahm und sich eng an Gambetta anschlloß. 1880 wurde er als Unterftaatssekretär in das Ministerium der öffentlidjen Arbeiten irre Kabinet Freycineit! berufen. Im folgenden Jahre übertrug ihm Gambetta das Portefeuille der öffentlichen Arbeiten, das er bis gegen Ende des Jahres 1882 verwaltete. Ferry berief ihn 1883 in gleicher Eigenschaft in sein Kdbinet, dem er bis 1885 angehörte. Zu wiederhaltenmalen war Raynal dann Mitglied der Budgetkommission. In der Kammer wurde er Führer der gemäßigten Linken und als solcher 1893 unter Casimiv Perier Minister des Innern. Im Jänner 1897 wurde Raynal zum erstenmale von der Gironde -in den Senat gewählt. Unsere Patrizier. Eine Affäre, in der Erbrecht und Taufe in' etwas eigenartiger Weise durcheinander gehen, ist dieser Tage in Wien zur cndgiltigen richterlichen Enrscheidnng gebracht worden. Es war seinerzeit auch im „I. B." berichtet worden, daß der am 8. April d. I. verstorbene Großgrundbesitzer Philipp Freiherr v. Schcy in seinem Testamente bestimmte, daß er seinen beiden Neffen Viktor und Paul je 200 000 Kronen vermache, daß sie aber dieser Erbschaft verlustig gehen, wen,: sie vom Judentum absallen. Viktor v. Schey, der zahlreiche Schulden hatte, ließ sich, als seine Gläubiger zur Bezahlung drängten, zwei Tage nach dem Tode des Oheims in Köln taufen. Einige Gläubiger glichen sich nun mit 40—50 Perzent aus, andere aber, die zusammen an 100 000 Kronen zu fordern hatten, betraten den Klageweg und fochten die Taufe als ihnen gegenüber rechtsunwirksam an. Das Landgericht gab dieser Klage Folge und das Obcrlandesgericht bestätigte dieses Urteil. Nunmehr ist in dieser interessanten Rechtsfrage das oberstgerichtlicbe Urteil gefällt worden, welches lautet, der Revision wird keine Folge gegeben. In der Begründung heißt es, das Prozeßgericht habe die Ueberzeugung gewonnen, daß sich Viktor v. Schey taufen ließ, um seine Gläubiger zu schädigen, gegen diese freie Ueberzeugung und Feststellung sei eine Revision nicht zulässig. Was ferner die Frage anlangt, ob eine Taufe eine überhaupr anfechtbare „Rechtshandlung" bilde, was die Revision bestreitet, habe das Gericht mit Recht diese Frage bejaht, Iveil diese Taufe vermögensrechtliche Wirkungen hervorzurufen geeignet war. Was endlich den angeblichen Eingriff in die Rechtssphäre des Testators anlangt, so sei zu erwägen, daß die Testamentsbestimmung, welche den Religionswechsel mit dem Verluste aller dem Erben zugedachten Vorteile bedroht, in voller Kraft aufrecht erhalten bleibt, daß aber hierdurch die erworbenen Rechte Dritter ebensowenig beeinträchrigt werden können, als es der Fall wäre, wenn Viktor Schey in anderer Weise sich zugunsten Dritter der ihm angefallenen Werte entäußert hätte. Chicago. (P r o f. Gabriel Bamberger.) Hier ist Professor Gabriel Bamberg er, Direktor dev Jewish Training School (Volksschule mit Handseckigkeitsunterricht) gestorben. Er war am 3. Juni 1845 in Angerod, .Hessen, geboren, hatte anfangs in Breslau sich dem Theologiestudium gewidmet, trat aber bald in das Lehrfachs über, wurde 1870 von Felix Adler zur Leitung der Musterschule der Ethischen Kulturgesellschaft berufen, welche Stellung er 1890 mit der Leitung der Schule in Chicago vertauschte, welche hauptsächlich der Amerikanisierung russischer Einwanderer dient. Er war ein Bruder des verstorbener Rabbiners von Königsberg, Tr. Isaak Bamberger. König Carol über die rumänischen Inden. Tie neueste Nunuuer des „.Roiilnaiiian Bulletin" veröffentlicht einen Brief des Königs tdamals noch Prinzen- Carol, den dieser mir 18./00. August 1807 an Sir Moses Montefiore geschrieben hat. Dieser Brief lautet in der Uebersetzung folgendermaßen: Herr Baron.! Ich empfange Ihren Brief voin 27. August, von dem ich mit lcbhaftenr Interesse Kenntnis genommen habe. Wie ich Ihnen bereits persönlich mitteilen konnte, sind die Wünsche, ivelche Sie in Betreff Ihrer Glaubensgenossen hegen, schon erfüllt (!). Tie Israeliten sind Gegenstand all meiner Sorge (!) und derjenigen meiner Negierung und ich freue mich, daß sie nach Rumänien gekominen sind, tun sich davon zu überzeugen, daß die religiöse Verfolgung, t von der Bosheit so viel Lärm gemacht hat, nicht! existiert (?). Wenn Juden belästigt lvorden sind, waren das nur vereinzelte Zwischenfälle, für die meine Negierung nicht die Verantwortung übernehmen kann. Es wird mir stets ein Ehrenpunkt sein, Achtung vor der religiösen Freiheit zu sichern, und ich werde unermüdlich über die Ausführung der Gesetze wachen, welche die Israeliten beschützen, zusammen mit allen anderen Rmnänen, mit Bezug aus ihre Person und ihr Eigentum. Empfangen i&ic, Herr Baron, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. Charles. Zu diesem Brief bemerkt das „Romuanirnr Bulletin" mit Recht, daß er einunangenehmes Licht wirft auf die „Hilflosigkeit eines konlstitutionellen Herrschers in den Händen gewissenloser Minister", denn die Schilderung der damaligen Verhältnisse in Rumänien war ebenso unbegründet wie die Versprechungen illusorisch waren. — Das „Bulletin" teilt auch nachstehende Geschichte über die Behandlung jüdischer Hausierer durch den Präfekten von Bukarest mit: Der Polizeipräfekt von Bukarest verbot den Straßenverkaus von illustrierten Postkarten. Dieser Handel lag fast ausschließlich in den Händen jüdischer Hausierer. Am 16. Jänner suchte eine Deputation der Postkackenhändler deu Präfekten aus, um ihn darauf aufmerksam zu machen, daß dieses Verbot ungesetzlich sei, weil der ß 20 des Gesetzes über das Hausiergewerbe ausdrücklich vorschreibt, daß Zeitungen und alle Drucksachen, einschließlich Bilder und Photographien, auf der Straße verkauft werden düsen. Kaum hatte die Deputation bekanntgegeben, was sie wollte, als der Präfekt!, Herr San Maria, ansri'ef: „Ihr verlangt Unmögliches. Geht!" Der Führer der Deputation wendete ein: „Aber das Gesetz gibt ims recht!" „Das Gesetz gibt euch! keinerlei Recht!" lautete die ärgerliche Entgegnung. „Was sollen wir denn machen? Wir werden verhungern!" „Was ihn tun sollt?" erwiderte der Präfekt achselzuckend. „Schießt! euch tot, wenn ihr wollt, oder, wenn euch das nicht paßt, so geht nach Palästina." Für ein solches Vorgehen ist jedenfalls die Regierung verantwortlich. Breslau. Sämtliche Israeliten der Stadt Könitz haben gegen den Reichstagsabgeordneten Ahlwardt wegen Beleidigung, die er in einer im Oktober v. I. zu Berlin gehaltenen Rede begangen, Strafantrag gestellt. Petersburg. Die russisch-geographische Gesellschaft hat beschlossen, die synagogalen Melodien, welche unter den JndenRußlands gesungen werden, zu sammeln und herauszugeben. Budapester Brief. (Chauvinisten. — Polonyi redivivus.— Von den orthodoxen Juden.) Vorige Woche brachten chauvinistische deutsche Tagesblätter von hier die Nachricht, daß in dem von Antisemitismus verseuchten Orte Zala-Egerszeg, der sich zum Judentume noch bekennende Leopold Worein daselbst von der Bevölkerung zum Ortsrichter gewählt wurde. Die Tagesblätter machten zu dieser Mitteilung die Bemerkung, daß Herr Leopold Ko re in gleichzeitig auch Vorsteher der israelitischen Gemeinde ist. Ohne Zweifel ist gewiß dieser Herr ein großes „Kazavich", ein chauvinistischer Patriot ohne Furcht und Tadel, mithin ein Ritter im Geiste der Assimilatoren, die die Devise auf ihre Fahne verzeichnet haben, die Entnationalisierung des Judentums gründlich durchzusühren, damit die gänzliche Verschmelzung der Pseudokazaren mit den Scheinhebräern, oder umgekehrt schneller zur Tatsache werden soll. Dieses Unternehmen ist meines Wissens nach in diesem Komitate bereits 'ein anerkannter Standpunkt, denn in der ganzen Gespanschaft haben dies bereits die daselbst wirkenden irreligiösen, antinationalen Rabbiner und Lehrer schon längst angebahnt; denn die meisten Juden, die in diesem Komitate wohnen, haben schon längst das historisch-nationaltraditionelle Judentum verleugnet und das Bewußtsein des nationalen Gedankens, welches die Juden auf dem ganzen Erdenrunde mit dem Bande der Zusammengehörigkeit als ein Ganzes umschließt, ist in ihrer Mitte schon längst ausgestorben. Mithin wurde Herr Korein deshalb zum Ortsrichter gewählt, um den gänzlichen Assimilierungsprozeß schneller zur Ausführung zu bringen. Vergangene Woche hatten wir im Reichstage eine erbauliche Antisemitendebatte, die Herr Polonyi redivivus anzettelte. Wie bekannt, besitzt die Hauptstadt Budapest das Patronatsrecht über die katholischen Kirchen. Alle Pfarrer, die während der letzten dreißig Jahre gewählt wurden, suchten sämtliche Repräsentanten der Hauptstadt auf, ohne Unterschied der Konfession, damit diese für sie stimmen sollen. Dieser UsuS wird hier seit dreißig Jahren befolgt und es ist noch nie den Katholiken eingefallen, dagegen zu demonstrieren, weil die Akatholiken an der Wahl teilgenommen . haben. Die Mitglieder der Repräsentanz sind zwar zumeist Katholiken, jedoch sind aber auch Protestanten, sowie auch die Juden in derselben vertreten. Und es ist während der letzten dreißig Jahre noch.nie der Fall vorgekommen, daß im Sch.ße der hauptstädtischen Repräsentanz der Geist ver wahren Toleranz getrübt wurde, denn die Akatholiken bestrebten sich, die Vorlagen des Magistrates bezüglich der Forderungen für die katholischen Kirchen ohne Debatte stets zu bewilligen. Bei der Besetzung der vakanten Pfarrerstelleil übt ja dev Herzogprimas das Kandidationsrecht aus, der Magistrat unterbreitet die Vorlage den Repräsentanten, die darüber ohne Unterschied des Bekenntnisses abstimmen. Dieses Vorgehen geschah auch letzthin, als die Pfarrerstelle in Alt-Ofen zu besehen war. Der Abgeordnete dieses Bezirkes ist Herr Joses B 6 sz i — ein Jude — der sich im Aufträge seiner katholischen Wähler für einen Kandidaten interessierte. Unlängst ver suchten die verkappten Antisemiten — die zwar überall zu finden sind, jedoch ihr Hauptnest ist in der alten inneren Stadt, im IV. Bezirke zu suchen — in der öffentlichen Repräsentantensitzung den Gegenstand auf die Tagesordnung zu sehen, allein ihr Vorhaben wurde vom Vorsitzenden Oberbürgermeister Josef von M a r k u s zurückgewiesen. Wie gesagt, die verkappten Antisemiten gaben sich mit der Zurückweisung nicht zufrieden und wählten daher den Reichstag, wo die Volkspartei durch zwanzig Mann stark vertreten ist, um mit einer Interpellation den Gegenstand neuerdings zur Sprache zu bringen. Sie richteten die Anfrage an den Kultusminister, ob er dahin wirken wolle, daß die Juden an den Psarrerwahlen in der Hauptstadt sich fürderhin nicht mehr beteiligen sollen? Warum es in der Interpellation unterlassen wurde, das Wort „Akatholiken" zu gebrauchen und anstatt dessen stets nur von den „Juden" die Rede war, ist leicht erklärlich, denn Polonyi redivivus, der erst seit vierzehn Tagen Mitglied des Reichstages ist, wollte eine regelrechte Judendebatte heraufbeschwören, um Gelegenheit zu gewinnen, damit der Geist der Jntolleranz unsere Wirren im Reichstage noch vermehre. Wahrlich, die ungarische Regierung hat jetzt ganz andere Schmerzen und so lieb auch manchem Mitglieds der gegenwärtigen Negierung das Aufwerfen dieser Frage erscheint, so machte doch der Ministerpräsident aus der Not eine Tugend und ließ vorläufig die Interpellation unbeantwortet. Ich habe seinerzeit in diesem geschätzten Blatte berichtet, daß gelegentlich der Versammlung der traditionellen Juden Ungarns ein Ausschuß gewählt wurde, der darüber zu beraten hat, wie die Vertretung der traditionellen Juden geregelt werden soll. Der Ausschuß tagte vergangene Woche hier in Budapest; da die Beratungen noch nicht beendet sind, so will ich über das ganze Elaborat erst dann berichten, wenn die Beratungen abgeschlossen sein werden; jedoch über einzelne Details bin ich schon jetzt in der Lage hier berichten zu können, daß der Ausschuß eifrigst bemüht ist, das in ihn gesetzte Vertrauen nach jeder Richtung hin zu rechtfertigen und zu begründen. Die hohe Regierung machte den jüdischen Tabaktrafikanten die Konzession, daß diese nicht verhalten sind, die Sabbate und Feiertage zu entweihen, mithin auch nicht verpflichtet sind, an diesen Tagen ihre Handlungen offen zu halten, sondern sie haben dafür zu sorgen, daß nächst ihrem Geschäfte die Gegenstände veräußert werden sollen. Ferner hat sich der Ausschuß an die hohe Regierung mit einer Eingabe gewendet, damit die jüdische Jugend in den zu errichtenden Kinderasylen dem Judentume nicht entfremdet werden solle. Aus Mangel an Zeit bin ich genötigt, für diesmal meinen Bericht zu schließen; mit nächstem will ich mich bestreben, im Interesse der guten Sache ausführlicher zu berichten. —k. Bücher-Einlaus. „Handbuch der Ernährung für Gesunde und Magenkranke". Mit besonderer Berücksichtigung der jüdischeit Speisegeselze. Bon Dr. P. Münz, praktischer Arzt, Nürnberg. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirt h'schen Hof-Buchdruckerei. „Es werde Licht!" Eine Aufklärung über Bibel und Babel von Tr. Wilhelm Münz, Rabbiner in Gleim iß. Breslau. Verlag Wilhelm Kokjbner. Preis 60 Pf. „Gibenth Saul". Historisch-geographische Schilderung Palästinas, in zwei Teilen, von S. Hornstein, übersetzt von dessen Gattin Frau Rosa H o r n ste i n, bei der diese Monographie erhältlich ist. (Adr.: Wallensteinstraste 56.) Allgemein ist die Klage über den Mangel geeigneter Bücher für die jüdische Jugend und hier bietet sich für Laien und Lehrer die beste Gelegenheit, diesem Uebelstande teilweise abzuhelfen. Der reichhaltige Stoff ist übersichtlich gruppiert, die Darstellung fesselnd und namentlich die höchst gelungenen dreißig Illustrationen tragen wesentlich dazu bei, das Interesse und die Pietät für das heilige Land zu wecken und zu fördern. Es war sicherlich nicht leicht, so viel Material zu sammeln und die Schwierigkeit der Uebersetzung wurde glänzend überwunden. Mögen Schulleiter und Bibliothekare nicht säumen, dieses interessante Werk zur Belehrung von Jung und Alt anzuschaffen. —u. Emgesendet. Aufruf! Zur Pflege edler jüdischer Geselligkeit bedarf es vor allem einer brauchbaren, reichhaltigen Liedersammlung. Unser „Bereinöliederbuch für Jung-Juvc/ dessen erste Auflage nunmebr fast g ä n z l i ch vergriffen ist, war bestimmt, diesen Platz auszufüllen und hat auch, trotz, zahlreicher Mängel, zweifellos viel zur Hebung der Geselligkeit in jüdische,! Kreisen, insbesondere in jüdischen Vereinen, beigetragen. Wenn wir heute an die Herausgabe einer zweiten, wesentlich verstärkten Auslage treten, so geschieht es in der sicheren Erwartung eifrigster Mitarbeit seitens unserer Freunde, und wir richten daher an alle V e r e i n s v o r st ä n d e den Appell, alle Vereinslieder und zwar, bei eigenerSangw e i s e m i t N o t e n, uns bald gefälligst einzusenden; ebensobitten wir alle, die über eigene sangbare Lieder oder Liederkompositionen verfugen, um umgehende Mitteilung. Schließlich mögen auch jene, welche uns mit Wünschen oder Ratschlägen irgend welcher Art zur Seite stehen wollen, sich schnellstens mit uns in Verbindung setzen. Schon jetzt können wir versichern, daß die zweite Auflage außer den bisherigen gründlich gesichteten Liedern zahlreiche n e u e, jüdischen und allgemeinen Inhalts enthalten wird, u <u n u ch viele jüdisch-deutsche und hebräische Lieder. Vor allem wird fid? die zweite Auflage durch Äus-