Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 47 (22.11.1901)
- Date
- 1901-11-22
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 22. November 1901 Nr. 47 Die Juden als Handwerker. In Minsk fand mit besonderer Genehmigung des Gcndarmcrieobcrstcn eine große, öffentliche jüdische Tischlerversammlung statt, welcher nicht weniger als 400 jüdische Tischler beigewohnt haben. In Russland gibt cs keine Vereine zur Verbreitung des Handwerks unter den Juden, und dennoch weist eine einzige große jüdische Gemeinde wie Minsk viele Hundert» jüdische Tischler auf. In der Versammlung haben mehrere Redner die traurige Lage der jüdischen Tischler hcrvorgehoben. worauf nach längerer animierter Debatte beschlossen wurde, einen Club zu gründen, um so die materielle und moralische Lage der jüdischen Tischler zu heben. Zur Ausarbeitung der Statuten des Clubs wurde eine aus elf Dtitgliedern bestehende Commission eingesetzt, tvelche möglichst bald eine zweite allgemeine jüdische Tischlerversammlung emberufen soll. Volkswirtschastlichrs. ben Räumen der Länderbank fand vor wenigen Tagen unter Ausschluss der Oeffentlichkeit die Generalversammlung der Lccsdorfcr Automobilwerke statt. Es ist dies die einfachste Art. wirkliche Actionärc über den Stand ihres Unternehmens im unklaren zu halten. Wenn eine Gesellschaft keine Dividende zahlt, oder gar eine Unterbilanz aufweist, dann wird eben in aller Stille Generalversammlung gehalten, die Getreuen der Verwaltung — mtd] Stimmvieh genannt — erscheinen, genehmigen alles und die Außenwelt erfährt von all den interessanten Dingen gar nichts. Mail sollte aber meinen, dass die Besitzer der Actieu immerhin das Recht haben, etwas Genaueres über dcil Stand ihres Unternehmens zu erfahren und der Geschäftsbericht sieht gar so dürftig aus. — Den Herrn Gencraldircctor der Länderbank ließ der Ruhm der Escompte- Gcscllschaft nicht schlafen, die in ihrer Ncsselsdorfer Waggonstrbrik Automobile bauen ließ, uild er gieng hin uild gründete die Leesdorfcr Automobilwerke, die nichts tragen uild nichts trage,i werdei,. dabei aber der Länderbank und den Actionären ein hübsches Stück Geld kosten. Herr Generaldircctor! Roch so ein Sieg und die Aera „Borhslawer Erdwachsgrubcn" ist ivieder da I I * Durch 25 Jahre hat der Reichsrathsabgeordnete Dr. Roser gcgcii das kleine Lotto gepredigt, uild ist mit seinem ewigen Carthagiucm esse delandcm eine typische Figur im Rcichsrathc geivordcu. Der Mann ward alt und grau, er verließ das Parlament, aber noch immer besteht das kleine Lotto und noch immer verlieren die klcinsteli Leute ihre mühselig erworbenen und ersparten Kreuzer. Nun erfährt man, dass die Regierung endlich doch daran denkt, das kleine Lotio aufzulasscn und ai, dessen Stelle die Classenlotterie cinzuführcn. Diese soll von eiilem Consortilim übernommen werden. Der Plan dürfte aber daran scheitern, dass sich ivohl kein Consortium finden dürfte, das der Regierung einen Pachtschilling voi, 12 Millionen Kronen— das Reincrträgnis der kleiileu Lotterie — bezahlen Und so wird cs also wieder trotz aller Interpellationen beim alten bleiben und die kleinen Leute werden weiter deni Spielteufel huldigen. Einem Conwrrium bestehend aus der Creditanstalt, der Länderbank und der Simmerillgcr Maschinenfabrik gehört nebst einigen k'lctwnärcn die Wiencr-Ncustädtcr^Locomotivfabrik (vorm G. Sigl). Diese Gesellschaft hat im. abtzelaufcncü Jahre eine Dividende von 10 Pcrccnt bezahlt und für dieses Jahr erhalten die Actionärc 4 Pcrccnt. Dieses gewaltige Mildererträgnis wird damit erklärt, „dass bei der Lieferung von .40 Locomoiiven nach dem Auslände (Frankreich» die erzielten Preise hinter den Herstellungskosten zurückgeblieben sind". Das ist geschäftlich ctivas derart Neues, dass man nur sein Haupt iu Dcmuth vor den Gcncralgewaltigen Gustav v. Manthdcr, Palmerund Chaudoir beugen' nndA-t seinen-Mund, in starrem.Erstaunen, ausmachen kann. Wie die Herren das vor ihrem Gewissest 'verantworten können, ist eine audcrc Frage; aber tvir hoffen, dass die-progressive Paralyse, , die in allen Aetiengesellschaften herrscht, doch ein Ende finden werde, worauf mau den Hcrrcii (tzeneralgetoaltigen doch auf die Finger lvird' klovfeu könncii. -!- In Oesterreich wird doch bekanntlich jede gute Idee sofort durchgcführt, weil unsere Negierung und unser Parlament doch so sehr sich mit wirtschaftlichen Neuerungen beschäftigen. Und so hat denn die von einem Beamten der östcrr. Sparcasse Herrn Robert v. Mully am 40. März d. I. vorgetrageiie Idee der „Begründung einer Rltcrs- und Jnvaliditätssparcasse" als Ucbcrgang zlir allgemeinen Volksversorgung^ iu den Icitenben Kreisen derartige Beachtung gefunden, dass dieser Vorschlag jetzt im Novenrber, also nach 0 Monaren, schon ganz — vergessen wurde. Nun hatte der Vortragende noch eine gute Idee, nämlich seinen Vortrag als Broschüre erscheinen zu lassen. Vielleicht bringt dieselbe den bezüglichen Pcrsöulichkeiteil, die ja ohnedies gerade mit der Pensionsversicheruiig der Privatangcsrellteu beschäftigt sind, den Vorschlag wieder ins Gedächtnis. Die Broschüre zeigt ein verblüffend einfaches System.- ilach ivclcheni es jedem, selbst dein Taglöhncr möglich ist, für seine Zukunft zu sorgen, ohne dass dadurch der Reiche daran gehindert lvird, cs --- entsprechend seinen Verhältnissen — ebenso zu thuu. Der Vorschlag des Herrn v. Mully geht dahin, aus den Zinsen von Spareinlagen jeder Höhe Reiiteli zu bilden, die voi, einer gewissen i'lltcrsstufe ab zur Auszahlung gelangen. Der Autor calculiert dabei sehr richtig mit dem geringen Verständnis des kleinen Mannes für Zinsen, die ihm ein kleines Capital abwcrfcu, dagegen a&cr mit dem srers bestehenden Wunsche desselben, sein erspartes Geld iu Zeiten der Noch sofort behebeii zu können, was bei Versicherungen meistcntheils ausgeschlossen ist. Wenn so ein kleiner Mann z. B. in die Poslsparcasse 20 Kronen eililcgt, so ist es ihm wahrlich nicht darum zu rhun, dafür in einem Jahre 70—SO Heller an Zinsen zu erhalten, sondern mehr darum, dass er das Geld oder einen Theil desselben jederzeit beheben könne. Aus diesen Zinsen, an bencn den meisten tbaksächlich gar nichts liegt, bildet nun der Autor eine Rente, ohne aber das Capital zu schmälern, ja sogar mit der Mög- ■ <v,'jfni z>, redueieren, natürlich bei entsprechender Reduetion der Rente. Es würde zu weit führen» dem Vortragenden auf scineit Wegen in die Vcrsicherungsmathematik tind -Technik zu singen, dock, möchten tvir an einigen Beispielen das großartige dieser Idee zeigen. Ei» Arbeiter, der von seinem 17. Lebensjahre angesangcn wöchentlich e i n e n 04 ulden in die Altcrssparkasse einlegt, bezieht von feinem 00. Lebensjahre ab eine R e n t e von 04l!.!>5 K. ittid besitzt dabei eilt frei verfügbares Capital von 4000 K., das spätesteiis nach seinem Tode an die Erben zur Auszahlung gelangt. —- Für ein neugeborenes Kind tvird eine einmalige Einzahlung von 1000 K. geleistet. Dasselbe bezieht daun als OOjährigcr Manu eine Reute von 1548.00 K. und besitzt eilt Capital voit 1000 K. Auch dafür ist in dem Vorschläge Vorsorge gekrvffcit, iveitn jemand vor dein Erreichen deS 00. Lebensjahres iitvalid oder arbeitsunfähig tvird, auch dieser erhält eine entsprechende, wenn auch redueierte Rente. AtlS dem Gesagten ist leicht zu ersehen, welche Vortheile das System in sich birgt und cs ist Pflicht der Regierung, solchen Vorschlägen ihre Aufmerksamkeit zu schenkeit und sie, wenir niöglirh, zu realisieren. Sie sollte es umsomehr thuu, als der Vorschlag ungleich vortheilhafter und zweckentsprechender ist, als der Regieruugsenttvurf bezüglich der Pensiousversicherung. Biicher-Einlauf. Rocznik Zydowski. Denntächst erscheint das von Stand redigierte Leinberger Jahrbuch 2. Jg. mit zahlreichen Jstustratioucn von Lilien und Wachtl rmd Beiträgen vorr Buber, Donath, Feitvcl, Grünbcrg, Malz, Nossig, Scherlag, Tokolor, Thon, Zstocisti unb anderer. Von der „Neuen Zeit" (Stuttgart, Dietz' Verlag) ist soeben das 7. Heft des 20. Jahrganges erschienen. Airs den: Inhalt heben wir hervor: Graf Paul Hatzfeldt. — Der Wiener Parteitag. Von K. Kautsch. — Karl Bürkli. Von H. Thirrow. — Socialer Imperialismus. Von M. Beer. — Randglossen zu den deutschen Usimövern. Von Rudolf Krafft. — Akademiker uird Proletarier. Bou Michael Jmpertro. — Literarische Rundschau: H. W. Macrosty, Trusts aud the State. Von I. B. Askew. Anton T s ch e ch o w : „Drei Schwestern", Schauspiel in vier Acten. Deutsch von August Scholz. Titclzeichnung von Peter Behrens. Berlin, Dr. John Edelheim, Verlag. Preis: broschiert 1.— Mk.. gebunden 2.— Mk. General Prosoroiv ist vor einem Jahre gestorben. Er hat zehn Jahrelang eine Artillerie-Brigade iu einer entlegenen Garnison Ostrusslands commaudiert, nachdem er früher iu Moskau gestaudeu. Seiuen drei Töchteru — Olga, Mascha und Irina — und seinem Sohne Andrej hat er außer einer guten Erziehung nur noch ein Haus mit Garten hinterlassen. Nachdem der militärische Glanz mit dem Tode des Vaters vom Hause der Prosorolvs gewichen ist, fühlen sich die Geschwister, insbesondere die drei Schwestern, vereinsamt in dein öden Provinznest und sehnen sich nach Moskau, ihrer Geburtsstadt, ihrer Heimat, zurück. Dort soll Andrej, der studiert hat, Professor werden, und Olga und Irina werden mit ihm gehen, rmd Mascha, die an die Provinzstadt schon durch eine Heirat gebunden ist, wird wenigstens in jedem Sommer zu ihnen kommen. Aber das stupid-brutale Provinz-Milieu ist stärker als das Wollen dieser geistig überlegenen, doch Willensschwächen Menschen; sie können nicht loskvmmen von der Scholle, auf die das Schicksal sie einmal geworfen hat. Andrej wird simpler Secretär bei einer Proviuzbehörde und heiratet eine „einheimische" Schöne, die ihm Hörner aufsctzt. Die tüchtige vornehme Olga wird Leiterin des städtischen Mädchengymnasiums, obwohl sie den Schuldienst ans ganzem Herzen hasst. Mascha treibt aus langer Weile mit einem schlvadeonierenden Obcrstlientenant ein bisschen Ehebruch, kehrt aber, nachdem dieser Verehrer mit seinem Trnppentheil au die österreichische Grenze versetzt worden ist, wieder zur ehelichen Treue gegen ihren Gemahl, einen würdigen Pädagogen, zurück. Irina endlich, die jüngste, wird Volksschnllchrcrin, nachdem sie in ihrem Drange nach nützlicher Bethätigung cs erst als Telegraphistin und dann als Bureanschreibcrin versucht hat uild ein braver Lieutenant, der sic aufs zärtliche liebt, am Tage vor der Hochzeit von eincni eifersüchtigen Hansnarren im Duell erschossen tvorden ist. Ans diesen Angaben schon ist zu ersehen, dass eS sich in Tschechows „Drei Schwestern" um eines jener modern-realistischen Dramen ohne fugemumic „Helden" handelt, um ein Milieustück, in dem tvirklichc Menschen mit ihren Schicksalen wahrheitsgetreu geschildert werden uitbN mit einfachen Mitteln eine echte packende Wirkung erzeugt wird, wie sic kein noch so lautes Pathos, keine noch so raffinierte Scenenführnng hervorznbringen vermag. Wie Tschechow hier mit knappen, sicheren Strichen die zwölf Menschen seines Stückes gezeichnet hat, dass wir bis in ihr Innerstes hiueinzuschauen vermögen und in ihnen typische Repräsentanten ganzer Gcscllschaftsschichtcn erkennen, das ist einfach meisterhaft, bewundernswert. In 9^11^011^ selbst hat das Stück wie eine Offenbarung gewirkt. Es hat neue, grelle Lichter ans jenen harten Kampf geworfen, den die dünngesäte Intelligenz dieses Landes noch gegen die massige Erscheinung der Unbildung und Halbbarbarci zu führen hat, und lvird mit Recht als ihr sociales Drama par excellencc betrachtet. Ohne Zweifel wird Tschechows hochbedeutsame Dichrnug auch, best uns, die-wir^mchr und mehr uns für Russland interessieren, die gebürende BcaiMmglfinden.'.y/'-V . .Die NeligiönSphilosophie Josef Albos> nach seinem Werke OJkkarim" systematisch dargestellt und erläutert, I. Theil, von Mr. Hl. Tänze r. Frankfurt a. M., I. Kauf m a n n, Gr. 8°. VII/und 80 Seiten. ... v Vorliegendes Werk zeugt von einem mit Geist, Fleiß und Aust dquer der Arbeit sich hiygebendfn Autor, der sich mit der A l b o'schen Phildsöphie gründlich vertraut machte. Der Verfasser dieses wie auch mehrerer anderer wissenschaftlicher Bücher ist kein anderer als der ' Landesrabbiner von Hohenems, in Tistol. Er liefert in vorliegendem Buche eine sehr interessante Darstellung, die sich vor allem durch Correctheit auszeichnet. Indem der Verfasser des Qi-ipy bei der Disputation Tortosa 1413—14 schon mindestens dreißig Jahre gezählt, hat Graetz (Gesch. 1864, VIII. p. 168, Nr. 1) 1380 als sein Geburtsjahr angenommen. So hat auch das Todesjahr A l b o's der Uebersetzer des tr"ipp» L. Schlessinger, 1444 richtig angegeben. 1430, wie Hartmanu und Stöckel ermittelten, ist schon deshalb falsch, da Aldo 1433 noch predigend erwähnt wird. (Graetz, t. c., Note 3 p. 417 und Tänzer s. 19). Als Lehrer Aldos sind angegeben Rabbenu N i s s i m rmd der weirgefeierte R. E h a s d a i Erescas. Aldo war Prediger, Arzt und bedeutender Religionsphilosoph. Diesen umfangreichen Stoff hat Dr. Tänzer verstanden, systematisch zu bearbeiten und zu erörtern. Möge es ihm gelingen, die ferneren Theile dieser verdienstlichen Arbeit auch noch zu veröffentlichen. Nicht weniger Aufmerksamkeit verdient die vortrefflich bearbeitete hebräische Monographie: "n nmp bb'D .psnn nn^m onpn vnsD nrv.pi b"i jähD p nivv Krakau, im Verlage des Verfassers, gr. 8", 44 Seiten, von M. N a p a p o r t-H o r tstein in S.-A.-Ujhely (Ungarn.) Der Autor, ein Autodidakt, ist ein junges Talent, das bloß in den Mußestunden sich der Wissenschaft widmen darf, thut es aber aus Vorliebe zur jüdischen Literatur. Der große hervorragende Kabbalist, der ausgezeichnete Bibelcommentator und Arzt R. Mose den 9t a ch m a u ist im Jahre 1194 zu Barcelona geboren und iu Jerusalem 1270 gestorben. Nach inamides ist also iu einer Zeit geboren, in welcher religiöse Disputationen schon (seil l l<)0) nii der Tagesordnung waren. So kain es, dass Ramban 1204 gegen den getauften Juden Pablo C h r i st i a u i aus Montpellier am 20. Juli im königlichen Palaste, im Beisein des Hofes, vieler Geistlichen, Ritter und Männer des Indent Hilms sprechen müsste. Das Leben und Wirken dieses Geisteshelden zu beschreiben, verlangt vor allem allgemeine Versiertheit im rabbinisch-tnlmudischen Schrislthum. Der Biograph inuss im Nachmanidiichen Zeilgeiste leben und weben, seine Zeit und ihre Verhältnisse kennen und lange in seinen Werken grübeln, bis er das herai>sg-fi>ndi.ni, rvas er lucht! I Dies alles ist Herrn R a p a p o r t-H o r t st e i n ausfindig zu machen, gelungen. Durch das gesarnmelte Material und durch die Massen - Cilale in dresem Opus hat der Verfasser eine nicht alltägliche Belesenheit an den Tag gelegt. Er har gezeigt, wer Nachmamides war und mit dem Leben und Wirken dieser Größe eng vertraut geinacht. Was der Bersasser dieser aus acht Abschnitten bestehenden Biographie versehen und unerwähnt gelassen, sind bloß Maimonides' zwei Riutim ovi^K '22 '“iüK "nd Tpnö» welche p*3ttn in ni2« jaö P- 84 erwähnt. (Bergl. meine Schrift „Hat Moses Mam" rc-, 1899, p. 42 Nr. 53 und Landshut ,-ni2y,*i (Berlin 1862p. 230). Sonstige Jncorrectheiten hat H a l'b e rsta m m in dem an den Autor gerichteten (1898), dem Ende dieser Broschüre beigedruckten Brief richtiggestellt. Anton T s ch e ch o w s Dramen erscheinen jetzt in deutscher Sprache im Verlage Dr. John E d e l h e i m zu Berlin. Die Uebersetzurrg rührt von August Scholz her, dessen Uebertragung von T o l st v i s „M acht d e r F i n st e r n i s" bekanntlich die Bührw erobert hak. Zunächst erscheinen zwei Dramen des geirialen rn'silchen Salirikers : „D r e i Schwestern" und „O n k e l W a n j a'-. Jedes Bändchen dieser Drainenreihe ist elegant ausgestattet und kostet 1 Mk. Das literarische PublieuM dürfte der deutschen Ausgabe der Dramen Tschechow-, der auch auf der deutschen Bühne kein Unbekannter mehr ist, mit Interesse entgegensehen. „AgatheForet a", das Drama von Hertha A l l« e r s, das bereits an mehreren deutschen Bühnen zur Aufführung an» genommen ist, erscheint jetzt auch in einer Buchausgabe im Berlage von Dr. John Edelheim zu Berlin. Der Ladenpreis des elegant ausgestatteten Buches beträgt t Mark. Vereinsnachrichten. Wien. Sonntag den 2t-. d. M. wird im lit. Geselligkeitsvereine jüdischer Mädchen „M o r i a", IX.. Berggasse 20, ein Vortrag des Herrn Dr. Markin Engländer stattfinden. Beginn präcise halb 4 Uhr nachmittags. Gäste, Damen, herzlich willkommen. Wien. („Theologischer Verein der Hörer an der isr.- theol. Lehranstalt ill Wien".) Samstag den 23. November a. o. wird Herr Dr. B. M a r g u l i e s in unserem Betlocale kBeth-Hamidrasch), II., Tempelgasse 3,, zum laufenden Thora-Abschnitre predigen. Beginn des Gottesdienstes um 8 Uhr morgens. Wien. (Woche nprogrammderToynbe e-Hal l e.) Sonntag den 24. November: Hermann Berliner: Zwei Gesetzgeber des Alterthums: Moses und Lykurg. — Montag den 25. November: Dr. Isidor Sad gerAus dem Gebiete der Naturwissenschaften. — Dienstag den 26. November: Dr. Heinz K o h n: Ueber Schuld und Strafe (II. Fortsetzung). — Mittwoch den 27. November: Architekt O. Marmor ek: III. Verbreitung der Juden. — Donnerstag den 28. November: Dr. Sigmund Werner: Ueber Hygiene. — Freitag den 29. November: Dr. Grill: Bibel, Erklärung der Sidra. — Samstag den 30. November: Concert: Musik und Gesang. — Anmeldungen zu Vorträgen sind zu richten an Dr. Leopold Kahn, VII., Lindengasse 11. Kolomea. (Jjüdische Toyn^bee-Halle. Beth Israel.) Der in Ihrem geschätzten Blatte Nr. 46 für den 16. und 17. d. M. angekündlgte Vortrag des Jargon-Volksdichters Herrn Boxenb a u m musste für später verschoben werden, und an seiner Stelle meldeten Stadtarzt Herr Dr. Rosenheck, wie auch der junge Akademiker Herr A. Geber für Samstag und Sonntag Borträge an. Trotzdem die Vortrage für 8 Uhr abends bestimmt waren, war dennoch schon vor der Eröffnung ein so großer Andrang, dass nicht nur die Vereinslocalitäten, die mehrere hundert Personen fassen, überfüllt, sondern die Stiegen förmlich belagert waren, und mit schwerer Mühe konnten die Vortragenden in den Saal hineinkommen. Auch eine große Anzahl Damen waren anwesend. Präcise 8 Uhr eröffnete Bicepräsident Herr Löbl Taubes in Abwesenheit des Präsidenten Herr Dr. R o s e n h e ck die Versammlung und ertheilte dem Rechtshörer Herrn A. Geber zu seinem angekündigtem Vortrage „Ueber Naturerscheinungen" das Wort. Der glänzende Vortrag des jungen Akademikers Herrn Geber, der zum erstenmal« vor einer solchen Menge sprach, wurde mit größer Aufmerksamkeit angehört und übte eine tiefe Wirkung aus alle Zuhörer aus, die Herrn G e b e r durch reicherz Beifall bankten. Nach der behufs Theetrinkens ertheilten Pause nahm Herr Dr. R o s e n h e ck zu seinem Bortrage „Ueber die Jnfectionskrankheiten und deren Schutzmittel" das Wort. Dass der Vortrag des begabten Redners mir spannendem Interesse.., angehört wurde und mit einem starken Applaus endete, ist selbstverständlich. Für nächsten Samstag und Sonntag meldeten die Akademiker Herr Kriegsmann und Herr Lachs ihre Vorträge an. Jüdischer Turnverein. Aus Privos wird uns geschrieben: Eine Akademie mit anschließendem Tanz veranstalret der Jüdische Turnverein für Ptivos und Urngebung in den Saallocalitäteu „Kaiser von O e st e r r e i ch" (D. P l aczek) am 24. sltovember 1901 um 8 Uhr abends. Stimmen aus dem Publicum. Für Stahldraht-Matratzen ist die beste und zugleich die billigste Einkaufsqaelle bei Herrn Simon Winter, IV., Wienstraße 91. Erfahrungsgemäß ist diese Firma zu empfehlen. Briefkasten der Administration. Für die arme Frau F. Bernkopf sind uns von der Familie N e u st a d t l, Münchendorf, 3 Kronen zugekommen. Für Haemorrhoidal- Leidende (goldene Ader) ordiniert als Specialarzt (schmerzlose Methode) M. U. Dr. Karl Leop. Schugg von 10 bis 12 und von 3 bis 6 Uhr. Karlsplatz I. S. Storchheim Cafe „POS4” W 1EN III., Löwengasse Nr. 37. Telephon 9897. MW