Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1901-10-04 · 40 (4.10.1901) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
40 (4.10.1901)
Date
1901-10-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2432763-2432864-2432904--1183-2434913
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 4. October 1901 Nr. 40 Loyalität und Hingebung an die Sache der Deutschen statt des Juden zum zweuen Landtagsabgeordneten der Stadt Czernowitz den dcutschfortschnttllchcn Dr. Natt gewählt; wann,, soll nun plötzlich dieses!rn'J?.£iPa^rc ,U1C^ ~r> freigcwordene Landtagsniandat ein chrlstllches geworden sein? Welcher christlich-deutsche Besitzstand wurde da verletzt? Aber noch mehr! Im Vorjahr ist bekanntlich der eme Mdlsche Landtagsabgeordnete David Tittingcr fast gleichzeitig INN Dl?. Nun gestorben; dem Bukolvillnee Lnndtnge gehörte sonnch an, und trotzdem beanspruchen unsere sich so selbstlos gerierenden, so judenfreundlicheru so treuen und politisch ehrllchen chrlstllchen Deutschen auch dieses zweite städtische Landtagsmandat ftrr sich, für einen der Ihrigen I Ich rufe ihnen in Erinnerung, dass sic sich dazumal vertraulich an den Herrn Landespräsidenten Baron Bourgnignon gewendet und ihm der, Herrn — Baron Fürth zum Candidaten präsentiert und mn die Unterstützung seiner Candidatur durch die k. k. Regierung gebeten haben. Baron Bourguignon in seiner Gerechtigkeitsliebe und seinem loyalen Bestreben, den Frieden im Lande zu erhalten, keinen Volksstamm zurückzusetzcn,*) also auch die Juden nicht in ihren politischen Rechten und in ihrer politischen Repräsentation zu kürzen, wies das Ansinnen der Herren Christlich-Dcutschsn rundiveg ab. Und so wurde dmnals Herr Dr. Strancher zum Landtags-Abgeordneten der Stadt Czernowitz gegen den Willen der Christlich- Deutschen gewählt, die bekanntlich bei dieser Wahl durch Abstinenz und Passivität geglänzt haben. Also, nicht ein einziges Landtagsmandat haben die Christlich-Deutschen den Inden gegönnt, ihnen concedieren wollen! Wie aber war das Verhalten des Juden Dr. Strancher in einer gleichen Frage? Es ist männiglich bekannt, dass im Jahre 1895 die erdrückende Mehrheit der Serether Bevölkerung für die Wahl des Herrn Dr. Strancher in den Landtag eingetreten war, dass aber Dr. Strancher durch gewisse Wahlkünste der Steueramts- und politischen Beamten eine Niederlage erlitten hatte und sein Gegencandidat, der damalige Regierungsrath Pompe, zum Landtags-Abgeordneten gewählt worden war. Herr Hofrath Pompe fand sich jedoch bestimmt, im Vorjahre sein Mandat als Landtags-Abgeordneter von Sereth niederzulegcn. Es wäre nun ein Leichtes für Dr. Straueher gewesen, von der Stadt L-ereth in den Landtag entsendet zu werden. Allein Dr. Skedl aspirierte auf dieses Mandat, und der Jude Dr. Strancher trat nicht nur von seiner Candidatur zurück, sondern setzte sich bei mehreren einflussreichen Wählern in Sereth für die Wahl Dr. Skedls ein. Was sagen dazu die „Nachrichten" und die Herren christlichen Deutschen? Sie werden doch wohl zugeben, dass, wenn schon eine confcssionelle Scheidung der politischen Mandate vorgenommen wird, Sereth wohl berechtigt ist, durch einen jüdischen Abgeordneten im Landtage vertreten zu sein! Die gegenwärtige Situation entbehrt nicht einer gewissen Tragik: Dr. Strancher wird von den Deutschen, für die er rm politischen Leben und in der Gemeindestube sich so oft eingesetzt, so vieles gethcm, beschimpft und mit dem schnödesten Undanke gelohnt. Die Haltung Dr. Strauchers im Parlamente, insbesondere unter den deutschfeindlichen Ministerien, war eine durchaus correcte, und es wird vielleicht nicht allgemein bekannt sein, dass an Dr. Strancher von einflussreicher Seite Versuchungen herangetreten waren, seine deutschfreundliche Haltung „zurückzustellen". Nicht viele hielten so getreu stand wie Dr. Strancher. Seine Verdienste um die deutsche ^ache in den städtischen Schulangelegenheitcn sind thurmhoch, und nur Böswilligkeit und absichtliche Verleumdung können seine ostentative deutschfreundliche Haltung verdunkeln und leugnen. Die christlichen Deutschen treiben ein gefährliches Spiel. Der „Christlich-deutsche Verein" kehrt bald die nationale, bald die wirtschaftliche Seite hervor, nimmt aber in Wahrheit eine prononciert politische Parteistellung ein. Das Zeugnis kann den Christlich- Deutschen wohl nicht versagt werden, dass sie geschickt operieren. Sie nehmen die ausgiebige Hilfe, die offene und stille Unterstützung und Förderung der Regierung, aller maßgebenden Organe, für sich in Anspruch, und ist dies auch erklärlich, da ja viele in hervorragender öffentlicher Stellung stehende Personen sowie Staatsbeamte Mitglieder und Protectoren des „Christlich-deutschen Vereines" sind. Sie erachten auch ihre Position für derart gefestigt, dass sie sich nun ihrer politischen Allianzen, durch die sie groß und stark geworden,^ sanft oder brutal entledigen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die christlichen Deutschen erst kürzlich, ungeachtet ihrer Coalition mit den Ruthenen, im Landtage mit Dr. I. v. Flondor und der von ihm geführten jungrumänischen Volkspartei (!) in Verhandlungen wegen Abschlusses eines politischen Bündnisses getreten sind; für die politische Treue der christlichen Deutschen ist diese Couliffengeschichte sehr bezeichnend. Diese Unaufrichtigkeit und Minierarbeit einerseits, die Herrschsucht Dr. Skedls und der Herren Christlich-Deutschen andererseits haben die derzeitige unleidliche politische Situation geschaffen. Konnte man sich, dank der klugen Maßnahmen des Landespräsidenten, der Hoffnung hingeben, dass der Nationalitätcnstreit im ' Lande einigermaßen gedämpft sei, haben nnn die Christlich-Deut-! scheu die Religionsfrage, den Antisemitismus aufgerollt. — Die i wirtschaftlich unglückliche Bukowina kann nicht zur Ruhe kommen;; — seitdem Dr. Skedl im öffentlichen Leben der Bukowina agiert,! hat er Verwirrung geschaffen — sein unstillbarer Ehrgeiz und seine : Ungeschicklichkeit verderben vieles. Es ist höchste Zeit, dass Ruhe und! Friede einkehre, dass den Hetzern das Handwerk gelegt werde; ■ darum mögen sich alle treuen Landeskinder vereinigen, das kulturelle; und materielle Wohl der Bukowina zu fördern — den Hetzern aber weise man die Thürei Czernowitz am 20. September 1901. Ein Eingeweihter. Bücher-Einlaus. Die Socialistischen Monatshefte (Administration: Berlin W. Liitzowstraße 86A) habeil soeben das October-Heft ihres 7. Jahrganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor tz Friedrich Hertz: Der neue Programmentlvurf für die österreichische Socialdemokratic. — Heinrich Kauffmann: Großeinkaufsgesellschaften deutscher Consumvereine. — Wolfgang Heine: Die Lehren des Gumbinner Militärstrafprocesses. — Eduard Bernstein: Der Kernpunkt des Streites. — Otto Lang: Der Socialismus in der Schweiz. — Giistav Hemke: Die Aufgaben der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen in der Frage des Bauarbeiterschutzes. — Wally Zepler: Mutterschaft und geistige Arbeit. — Maxim Gorkij: Frühlingsmelodieen. — Rundschau: Politik von Richard Caltver. — Wirtschaft von Max Schippel. — Socialistische Bewegung von Oscar Peterson. — Gewerkschaftsbewegung von Heinrich Bürger. — Genossenschaftsbewcgung von Gertrud David. — Sociale Communalpolitik von C. Hugo. — Technik von Dr. Heinrich Lux. Der Preis des Heftes beträgt 60 Pfg., pro Quartal 1,50 Mark. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Colporteure und Postanstalten (Postzeitungs-Catalog Nr. 6901), ferner direct bei der Expedition der Socialistischen Monatshefte, Berlin W. 36., Lützoivstraße 85A. (Zusendung unter.Kreuzband oder geschlossenem Couvert) Probehefte und Verlags-Cataloge gratis und franco. Von der „Neuen Zeit" (Stuttgart, Dietz' Verlag) ist soeben das 62. Heft des 19. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Fünf aus Hunderten. — Centrum und Wahlrecht. Von August Erdmann. — Die czechische Arbeiterbewegung in Oesterreich. Von Dr. F. Soukup (Prag). — Socialdemokratische Jugendliteratur. Von Otto Marko. — Berliner Theater. Von F. Mehring. — Feuilleton: Schlafwandlernächte am Hellen Tage. Von August Strindbcrg. (Schluss.) Jüdische Turnzeitung. Allgemeine Jüdische Turnvereine. Von Dr. Ludwig Werner (Wien). Im Sonnenbad. Von Elias Auerbach. Aus der Jüdischen Turnerivelt. Literatur. Vermischtes. Fürs praktische Turnen. Das erste Heft der von Ed. B e r n st e i n herausgcgebeueu Zeitschrift „Doeumente des Soeialismus" ist soeben erschenen. Es ist ein drei Bogen starkes Heft mit charakteristischem Umschläge (Zeichnung von Käthe K o l l w i tz) und bietet in erster Reihe unter dem Tckel „Bibliographie des Socialism u s" eine Anzahl von Referaten über literarische Erscheinungen d e s I nu n d A u s l a n d e s, die sich theils zustimmend, theils kritisch zum Socialismus verhalten. Daran schließt sich unter der Rubrik „Aus der Geschichte des S o e i a l i s m u s" ein längerer Aufsatz über „Das erste politische A r b e i t e r p r o g r a m m des XIX. Jahrhunderts", worunter das Statut des 1831 in London von Gewerkvereinen und politischen Arbeiterveinen ins Leben gerufenen „Nationalen Bundes der arbeitenden Classen und anderer" verstanden ist, das unter anderen die später so viel erörterte Forderung des vollen Arbeitsertrages für jeden Arbeiter ausstellt. Der bezeichnete Bund ist die Stammorganisation des berühmten Chartistenbundes. Ein Artikel Pro ud ho ns, worin dieser in den erhitzten Tagen nach der Februarrevolution 1848 den Pariser Arbeitern warnend zuruft, sich nicht durch Erinnerungen von 1793 zu einer Haltung verleiten zu lassen, die mit den veränderten Zeitverhältnissen im Widerspruche stehe, zeigt die glänzende Dialeetik des berühmten französischen Socialisten, sein reiches Wissen, seine große Ehrlichkeit, zugleich aber auch seinen Hang zu Uebertreibungen in hellstem Lichte. Als „Urkunden des S o eial i s mu s" werden das 1830 verfasste „Glaubensbekenntnis der Sai n t - SiMonisten", der einleitende allgemeine Theil des Entwurfes zu einem neuen Parteiprogra in m e für die österreichische Socialdemokratie, sowie eine vor 70 Jahren (1831) erschienene b i l d l i ch e D a r st e ll u n g der modernen Gesellschaft mitgetheill. Letztere, ein von dem englischen Arbeiterblatte „The Poor Mans Guardian“ veröffentlichter Kupferstich, ist ebenso wie ihre Beschreibung eine drastische 'Anklageschrift gegen die „im Ocean der Ungerechtigkiit gelegene Gesellschaftsinsel". Der Zeichner der Karte, der sich als „Geograph Ihrer Majestäten der rohen Menge" bezeichnet, beurtheilt die j großen Classen, aus denen die moderne Gesellschaft sich zu-! sammensetzt, in genau derselben Weise, wie es die socialistische Presse der neueren Zeit rhut. Der vierte Abschnitt: „D e r Soeialismus irr den Zeitschriften" besteht aus Inhaltsangaben der n e u e st e n Hefte der socialistischen Zeitschriften des In- und Auslandes, sowie Notizen über Aufsätze in n i ch t s o c i a l i st i s ch e u Zeitschriften, in denen Fragen behandelt werden, die den Socialismus betreffen. Im fünften Abschnitte „A n fragen n n d Nachweis e" stellt die Redaction selbst als Beispiel, welchem Zwecke die Rubrik bestimmt ist, zwei Anfragen zur Beantwortung, die sich aus die Literatur des Socialismus beziehen. Die neue Zeitschrift, die im Verlage der „Socialistischen Monatshefte" erscheint, dürfte für jeden, der sich mit der Geschichte des Soeialismus und den socialen Theorien beschäftigt, willkommenes und interessantes Material bieten. giitmmt am dsm Unzufriedenheit numöglich. Ein großes Wort, das mit Recht von der Kundschaft des Hoflieferanten Rothberger gelten kann. In einem Geschäfte, in dem jede nicht convenierende Ware anstandslos znrückgenommen und das Geld retourniert wirh, ist es ganz unmöglich, dass die Kunde jemals unzufrieden ist. Drese Einrichtung im Hause des Hoflieferanten Rothberger ist aber auch der beste Beweis für die strenge Solidität dieser Firma, die sich eben in Paris die goldene Medaille erobert und durch die Allerhöchste Anerkennung Sr. Majestät des Kaisers ausgezeichnet worden ist. Alle sonstigen Einrichtungen des Hauses Rothberger sind anerkannt musterhaft, insbesonders hat sich die Einführung allgemeine Beliebtheit errungen, die getragenen Kleider zurückzustellen rmd gegen ein kleines Aufgeld neue, der Saison olitsprecheude Kleider zu erhalten. Diese praktische Institution Rothbergers hat sich im eleganten Wien längst eingebürgert und erwirbt sich täglich neue Freunde. Zrr Beginn der Frühjahrssalson glauben wir unsere Leser auf diese Einführung aufmerksam machen zil sollen. Pelzwaren in schöner, reicher Auswahl hält der Kürschnermeister P i ck, Stefaniestraße, stets auf Lager, ebenso Ornatkappen für Rabbiner und Cantoren. Wir verweisen diesbezüglich auf das Inserat in unserem Blatte. Der Winter kommt! Da ist ein warmer Ofen ein unentbehrliches Requisit Oefen, in allen Arten und Dimensionen findet man bei der rennomierten Firma Wilhelm K o h n, deren nähere Adresse im Jnseratentheile dieses Blattes zu finden ist. (Max Heller-Schnhe!) Wir machen unsere Leser auf das Schuhgeschäft Heller, 9. Bez., Alserbachstraße 29, aufmerksam. Die Waren sind ebenso billig wie dauerhaft und solid. (Geschäfts-Eröffnung.) Vorigen Samstag wurde im neuerbauteu Hause in Wien, 6. Bezirk, Gumpendorferstraße 98, neben dem Aeghdihofe und vis-a-bis der Gumpeudorferkirche, au deni Knotenpunkte der elektrischen Straßenbahnlinien, Stadtbahustation Gumpendorferstraße—Eschenbachgasse und Gudrunstratze—Margarethen—Mariahiks—Kaiserstraße—Währiugerstraße, ein modernes, vollkommen zeitgemäßes Tischler- und Tapezierer-Möbel-Etablissemeict von Herrn Heinrich Marso eröffnet, auf welches wir unsere P. T. Leserinnen und Leser ganz besonders aufmerksam machen. Der Vexein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien, II., T a b o r st r a ß e 69 (Telephon Nr. 13920) bietet den P. T. Arbeitgebern feine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualificierte Arbeitskräfte sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 28. September 1901 standen in Vormerkung: I. Classe: Manuelle Arbeiter. 5 Anstreicher und Lackierer. — 2 Aufpapper und Lederzurichter. — 2 Bäcker und Zuckerbäcker. — 3 Bildhauer und Steinmetze. — 1 Bronzearbeiter. — 4- Buchbinder. — 5 Buchdrucker. — 8 Bureaudiener. — 6 Drechsler. — 5 Elektromonteurs. — 1 Fleischhauer. — 4 Friseure. — 10 Geschäftsdiener. — 3 Glaser. — 8 Gold- und Silberarbeiter. — 10 Hausknechte und Hausbesorger. — 11 Installateure. — 4 Maschinisten und Heizer. — 30 Hilfsarbeiter. — 2 Hutmacher. — 8 Kellermeister und Kellerburschen. — 5 Kellner. — 8 Kutscher. — 14 Laufburschen und Lehrlinge. — 10 Magazineure. — 3 Mechaniker. — 6 Metalldreher, Gießer und Schleifer. — 1 Schirmmacher. — 18 Schlosser für Bau und Maschinen. — 17 Schneider für Herren und Damen. — 10 Schriftsetzer. — 15 Schuhmacher. — 10 Spengler. — 5 Tapezierer. — 4 Taschner, Riemer und Sattler, i— 8 Tischler. — 8 Uhrmacher. — 4 Zeichner für Bau und Constructiou. — 1 Zimmermnler. II. Classe: Kaufmännische Angestellte. 13 Brantweinverschleißer. — 26 Buchhalter und Correspondenreu. — 82 Commis diverser Branchen. — 46 Comptoiristen und Strazzisten. — 13 Jncassanten. — 0 Manipulanten und Expedienten. 31 Praktikanten. — 17 Reisende, Platzvertreter und Agenren. Weibliche Abthcilnng. 6 Bonnen, und Kindergärtnerinnen. — 67 Comptoiristinneu. — 1 Dienstmädchen und Stubenmädchen. — 2 Empfangsdamen. — 8 Expedient innen und Manipulantinnen. — 2 Kanzlistinnen und Stenographinnen. — 2 Cassasräulein. — 2 Hilfsarbeiterinnen. — 1 Modistin. — 21 Praktikantinnen. — 2 Schneiderinnen. 35 Verkäuferinnen und Verschleißerinnen. — 9 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Classe: Geistige Arbeit. 30 Hauslehrer und Hofmeister. Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 189!» bis inclusive 28. September 1901 2734 Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 1153 Vermittlungen in der I. Classe (manuelle Arbeiter) 689 „ „ „ II „ (Handelsattgestellte) ' weiblichen Abtheiluug 822 70 „ III. Classe (geistige Arbeit). in Anbetracht des eminent wichtigen Zweckes, den unser Institut verfolgt, erlauben wir uns, zu unterstützen. Der A u I' s i c li l s r a t b : j den Glaubensgenossen dringendst zu bitten, dasselbe durch Beitritt CadiMnstitut für jüdische GeurfibalroibetidQ und Beamte. Die DirccLion: J. K a reis, k. k. Hofralh. Richard H n p p a p o r t. Hermann DI Gingen, CuII.ukverstand. Emanuel I’ o 11 a Oberbuchhalter. Dr. pbil, i'aul Weise n g r ü n. Heinrich K u r n m e h 1, Fleischhauer. Alfred fvl o r a w i t z, Beamter. Jacob Ü e i c h rn a » n, Buclidrucker. Adolf H;• k o w s k i, Kaufmann. Zahnarzt Leon D r u b 1 o \v i t z. , Josef P o 11 a k, Firma Pol lak & Neuron, Obmann. 8aIo K laus n e r, Kaufmann, Obmann-Stellvertreter. I Max P ap p e n h c i m, leitender Director. Moriz P o z s o n y i, Sehrillführer. Heinrich Weiner. Gottlieh Herr m a n n. Auszug aus den Statutendes „Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte“ (registrierte Genossenschaft mit .beschränkter HaltumA. Gegenstand und Sitz der Genossenschaft. § 2. Die Genossenschaft bat ihren Sitz in Wien und bezweckt: a) bei ihren Mitgliedern durch Entgegennahme von Einlagen, welche verzinst werden, und den Anspruch auf Gewährung von Darlehen erhöhten Sinn für Sparsamkeit und Gapitalsammlung anzuregen : 1>) den Mitgliedern entsprechende, leicht rückzahlbare Darlehen zur Förderung ihres Erwerbes oder zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage zu verschaffen. Genossenschaftsfonds. § 3. Der Fonds der Genossenschaft wird gebildet: a) aus den von den Mitgliedern zu zahlenden Geschäftseinlagen; b) aus dem Besorvefonds; c) aus dem von der Direolion zu beschaffenden Betriebsfonds. Derselbe kann durch Aufnahme von Spareinlagen beschafft werden; d) aus freiwilligen, nicht rückzahlbaren, einmaligen Beiträgen, welche der Genossenschaft, von welcher Seite immer, zur Verfügung gestellt werden. Personen oder Gesellschaften, welche solche Beiträge leisten, sind nicht Mitglieder der Genossenschaft und besitzen weder Hechte noch Pflichten in derselben. Geschäftsantheile der Mitglieder. 8 4. Der Geschäftsantheil jedes Mitgliedes wird auf einen Betrag von 100 Kr. festgesetzt, Das Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte, r. G. m. b. H., Wien, II., Leopoldsgasse Nr. 49 übernimmt Spareinlagen zu 4 Pereent mit I4tiigiger, zu 4% Percent mit monatlicher, zu 5 Percent mit dreimonatlicher Kündigung. bas birectorium.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.