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Jüdisches Volksblatt · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Ffeitag Jüdisches Volksblatt S5. Jänner 1901 Nr. I im Februar seine Bibliothek und werden die zahlreichen Leser des „Jüdischen Volksblatt" ersucht, überflüssige Bücher zur Verfügung zu stellen oder durch Geldspenden die Bibliothek zu fördern. Zusammenkünfte finden von nun an jeden Samstag Abends im Vereinslocale statt, woselbst Einzahlungen und Einschreibungen erfolgen können. Die Einschreibegebür beträgt 60 Heller. Der Mitgliedsbeitrag 10 Heller wöchentlich. Sännntliche Zuschriften in Angelegenheit dieses Vereines sind zu richten an Bernhard Grün Hut, VII., Neubaugasse 11. — Samstag den 26. Jänner a. c. findet im Vereinslocale, II., Schwarzingergasse 2, ein öffentlicher Vereinsabend statt. Tagesordnung: I. Die Lage der jüdischen Arbeiter (Referent: Alfred Weißbcrger). 2. Discussion. Beginn '/,8 Uhr abends. Ende '/,10 Uhr. Gäste aller Parteischattierungen herzlichst willkommen! Die Vereinsleitung. Wie». (Die Vereinigung jüdischer Hochjchüler ans Galizien „Bar K o ch b a") veranstaltet am 28. Februar l. I. im großen Saale des Hotel „Continental", II., Taborstraße, eine Akademie mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Das Comitö hat seinen Sitz im VIII., Bez., Langegasse 14, 2. Stiege, Parterre. Wie». (Lese- und R e d e h a l l e Jüdischer Hochschüler in Wien.) Samstag, den 26. Jänner hält Herr stud. jur. Johann Tha n in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler den Vortrag: „Der Jllyris.nus". (Ein Beitrag zur „Reorgansationsgeschichte" unterdrückter Völker.") — Beginn 7,7 Uhr abends. Gäste willkommen. Briefkasten. Wir ersuchen alle auswärtigen Leser unseres Blattes, unS Nachrichten aus dem Gemeinde- und Bereinsleben der dortigen Judeuschaft zu geben. Besonders erwünscht ist die Einsendung antisemitischer Localblätter, welche Angriffe gegen die Juden enthalten. G. Calvary, Berlin. Wir kommen gerne ihrem Wunsche nach. Rabb. Dr. N. in K Leider nicht verwendbar. „Jüdische Turnzeitnng", Berlin. Unseren Glückwunsch zur Metamorphose. Ihre Bitte soll erfüllt .werden. Nationaljüdischen Gruß! Dr. I R. in Charlottenbnrg. Konnte leider noch nicht erscheinen, dürfte aber in den nächsten Wochen herauskommen. Jglauer. Dr. Nappaport, Piepes-Poratynski, Dr. Kolisch er, Dr. Byk, Dr. S e i n f e l d, Dr. S tr a u ch er, R o s e n z w e i g„ Dr. Ellenbogen, Dr. Ofner. E. H. D. Wir glauben, dass Sie die Lehramtsprüfung ablegen müssen. In diesem Falle wenden Sie sich an dem Landesschulrathe des betreffenden Kronlandes. E. G. in Czern. Nicht verwendbar. Ihr Talent bedarf noch sehr, aber sehr der Reife. Darum mehr Bescheidenheit und weniger Prätention. Zefihra. Keinesfalls durfte der Gemeindeschreiber ihr Verlangen zurückweisen. MMHeUrmgeN aus dem Publicum, Eine neue und eigenartige Monatsschrift wird von Ende dieses Monates ab im Berlage von S. Ealvary & Co. in Berlin N. W. 7 unter dem folgenden Titel erscheinen: „Ost und West', i l lu st.r i er,te M o n a t s s ch r i ft für modernes Judenthum, Die Monatsschrift wird neben kurzen Aufsätzen namhafter Gelehrter und' Schriftsteller, wie Professor Ludwig Geiger, Professor Martin Philippsohn, Dr. Alfred N o s s i g, Dr. S. B e r n f e l d, S. L u b l i n s k i und vieler anderer über Kunst, Wissenschaft, Literatur des alten und modernenJudenthums r e i ch e n Illustration ssch muck in vorzüglicher Wiedergabe enthalten. Ferner wird jede Nummer eine Revue der Presse, MiScellen, Aphorismen re. in größerer Anzahl bringen." Obgleich ein jüdisches Organ, wird ihm doch in keiner Weise der confessionelle Charakter anhaften, sondern das Blatt wendet sich ausschließlich an die deutsch sprechende und deutsch verstehende jüdische und sich für das Judenthum interessierende Intelligenz der ganzen Welt. Die Titelzeichnung und eine Anzahl kleiner Vignetten rührt von dem bekannten Künstler ©. M. Lilien her. Wegen Probenummern wendet man sich am besten entweder direct an die Verlagsbuchhandlung oder an eine bessere Sortimentsbuchhandlung. Unentzeitliche StkUkMmittlimg des Handelsangeftellterr-Vereirres „Emmrah" 7?) in Brünn. (Den P. T. Chefs sieht diese Rubrik unentgeltlich zur Verfügung. Neueste Paeanzeu-Kiste: (Sämmtliche Offerte sind an den Verein zu richten.) Mr h r e r e .-fü d i s ch e M ä d ch e n werden als Kindermädchen und Dienstboten gesucht. Mehrere jüdische Lehrburschen für verschiedene Handwerker gesucht. M ech r e r e j ü d i s ch e G o l d a r b e i t e r werden gesucht. C o m p t o i r i st, deutsch, böhmisch, Stenograph, für Mähren. C o m p t o i r i st, deutsch, böhmisch, Stenograph, für Böhmen. Comptoir-Praktikant, absolvierter Handelsschüler, mit schöner SchriMStenograph, Brünn. C o m m üMSpezerei, nach der Auslehre, Ung.-Hradisch. Uhrmacher, mit 60 Gulden Monatsgehalt, selbständiger Arbeiter und Verkäufer, Mistet. P r aktika n t, Uhrengeschäft, Mistet. C o m p t o i r i st, deutsch, böhmisch, Wischau. ' Maschinenschlosser findet in einer Maschinen- und Eisenconstructions-Werkstätte in Prag Aufnahme. Offerte unter „A. N.", Prag, „Als Stütze der Haussra u" wird ein anständiges Mädchen (kann auch aus Rumänien sein), der deutschen und französischen Sprache mächtig, für Eger gesucht. C o m m i? der Specereibranche für Miste! gesucht. C o mp t o i r i st i n, die stenographieren, französisch lesen und schreiben kann, wird für ein Halls in Brünn gesucht. T o m p t y i r i st i n, der Stenographie mächtig und im Schreibmaschinenfach gut bewandert, für eine Advocaturskanzlei in Brünn gesucht. ' Als Cas.fi er in wird ein anständiges, junges Müdchen für ein Cafü ersten Ranges in Brünn gesucht. Als Stütze der H a u s f r a ll wird besseres jüdisches Fräulein für Trebitsch, Mähren, gesucht. KtrUen-Grsuchr. A e l t e r e r Mann der,Eisenbranche, gewesener Kaufmann, sucht.dauernden Posten als Magazineur oder ähnlich in dieser Branche. Anträge unter „Vogel". Tüchtig.tz.r^-Fleischerg.ehilfe, der deutschen und böhmischen Sprache mächtig, sucht passende Stellung. Anträge unter „Levitus". Als Stütze des Webmeisters oder Dessinateurs sucht junger Mann Stellung bei mäßigen Gehaltsansprüchen. Offerte unter .Czlenov". MM VMmrrin in Wien. ■ 2 % Der „Jüdische Volksverein" hat den Zweck, überall dort, wo die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Juden geschädigt werden, helfend und schützend einzugreifen, den Geist der Zusammengehörigkeit unter den Juden zu fördern und zu heben und alle Theile zu einem festen Ganzen zu vereinigen. Wer nur einen Funken Gefühl für die politische Drangsalierung, wirtschaftlichen Boycotts und gesellschaftlicher Missachtung, unter denen wir Juden zu leiden haben, hat, muss einsehen, dass unser Verein nur dann Ersprießliches zu leisten vermag, wenn in unseren Reihen das gesammte jüdische Volk steht. Es ist daher nothwendig, dass ein jeder Jude dem jüdischen Volksvereine als Mitglied beitrete. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird dem eigenen Ermessen jedes Einzelnen anheimgestellt. Anmeldungen werden im Vereinslocal II.. Leopoldsgasse 49 entgegengenommen. rK Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Kulte. (Fortsetzung.) Freitag Abend geht man feierlich gekleidet in Schul, singt mit dem Chasen, „Lecho dodi", jenen schönen Gruß, mit welchem die Prinzessin Sabbat wie eine Braut empfangen wird. Zu Hause hat die fromme Hausfrau unterdessen die siebenzackige Oellampe angezündet und^den Tisch weiss gedeckt. Fleisch, Wein und Fisch erquicken dann bei der lieblichen Mahlzeit, und am andern Morgen eilt jeder, sobald der Schames ruft, zum Schachris, d,i. zum Morgengebet. Nach kurzer Pause, während welcher man etweder die „Sedre maiwer" ist (den Wochenabschnitt liest) oder 'einen kurzen Besuch macht, erfönt wieder der Ruf des Schames, und sie begeben sich zUm „Musseph", das ist so viel wie in der Kirche ein Hochamt. Der Mittag naht heran, der Tisch, der den ganzen Tag über gedeckt bleibt, wird zur zweiten Mahlzeit gerüstet; .es dampft auf demselben jene edle Götterspeise, welche Heine der „Freude" in Schillert Hochlied zu substituieren willens ist — das „Schalet". Nach dem Essen legt man sich schlafen. Kein Wunder und keine Faulheit; denn man ist von der ganzen Woche her ermüdet und darf sich heute ein wenig Ruhe gönnen, und am Schabbes ist jeder in seinem Hanse wie ein König, wo er schalten kann, wie es sein Herz begehrt. Nachdem man aber auch den erquickenden Schlummer genossen, dann stopft man sich die Taschen mit ausgeschwellten Erbsen oder Kürbiskernen, und dann tritt der eine nach dem andern in Hemdsärmeln, so wie er ist, oder auch im Rock, wenn er sich sonst etwas zu vergeben meint, je nach der Anschauung eines jeden, vor die Thüre, und es versammelt sich das Rädel. Dies ist kein Verein, der bestimmten Zwecke verfolgt, keine Versammlung, die ihre ordentlichen Mitglieder und Vorsteher hätte, sondern es ist eben das Rädel. Lange bevor in den Zeitungen die Frage über das Associationsrecht erörtert wurde, hat es be-! standen; und wenn alle Parlamente der Welt auseinandergesprengt würden, es würde fortdauern, denn es ist eben etwas ganz anderes, es ist das Rädel. Es steht kein Gegenstand auf der Tagesordnung, und doch werden Dinge von grüßtet Wichtigkeit verhandelt. Es herrscht die größte Redefreiheit. Bei der autonomen Verfassung, deren sich die jüdischen Gemeinden von jeher zu erfreuen hatten, ist das Rädel eine ganz natürliche Consequenz. Denn was auf „Kohlshaus" (Gemeindehaus) ausgemacht wird, das ist nur dann der Ausdruck des Gemeindewillens, wenn es früher im Rädel ausgekocht worden ist. Die freie Art und Weise der Behandluug macht es, dass diese Versammlungen mit größtem Vergnügen besucht werden, weil hier ja alles in den Kreis der Besprechung gezogen werden darf: neben den wichtigsten Gemeindeangelegenheiten der kleinlichste Privatklatsch, neben einer neuen Vorstandswahl z. B. die Liebesangelegenheiten junger Heranwachsender Mädchen, oder gar die kulinarische Virtuosität dieser oder jener Nachbarin, zu deren Erörterung die ausgeschwellten Erbsen, die zum Zeitvertreib und als Würze der Unterhaltung gegessen werden, nicht selten Gelegenheit darbieten; denn nicht jede Hausfrau versteht die Kunst des Ausschwellens in gleichem Grade, und es kommt nicht wenig darauf an, ob die Hülse glatt oder faltig in unzähligen Polygonchen die innere Frucht deckt. Wie schon gesagt, es ist eben das Rädel, kommt her von Rad und wird so genannt, weil dabei die Anwesenden, Männer und Frauen, im Kreise, also im Rad. herumstehen. Es war am Sabbat Nachmittag, und sie standen wieder da wie gewöhnlich upd machten ihre Bemerkungen und Glossen über A- und Abwesende, wie eö eben das Gespräch ergab, nach Herzenslust. Jetzt beschäftigten sie sich gerade mit dem Rabbiner. „Weil ich werd leben, wie unser Row heut gesagt hat" bemerkte Mechol Pradenik, der sich gern das Ansehen eines Kenners gab, „das heisst, eine „Drösche (Predigt) geführt, ich Hab „eßach Rabbonim" (viele Rabbiner) gehört, aber so wie er sagt keiner. Ich Hab' ihm aber auch eine Flasch Wein zu Mittag geschenkt, unser „Ferscht" (Fürst) hat in sein Keller auch kein bessern. Was hast du ihm geschenkt?" wendete er sich an Machel Weinfaß, weil er wusste, dass dieser als Weinkenner den Werth einer Flasche Wein zu schätzen wisse; Machel Weinfass aber sagte: „Ich? Was ich dem Row geschenkt Hab? Ich hält ihn am liebsten die Drösche geschenkt." Man wusste, dass Machel Weinfass es eigenUich nicht bös meinte, und lachte deshalb über einen Witz, wenn auch dte wenigsten mit dem Inhalt desselben einverstanden waren; aber für Schloime Klatschkopf war das ein gefundenes Fressen, denn sogleich begann er: „Und was hat er gesagt? Ich Hab nit ein Wort verstanden." „Weil du ein „Amhorez" (Unwissender) bist", sagte Mechnl Pradenik. „Sehts mir da mein großen „Lamden" (Gelehrten) an", versetzte Schloime Klatschkopf spöttisch, „er heißt mich ein „Amhorez", wie wenn er ein Morene wär. So viel, wie du kannst, kann ich auch —" „Essen!" ergänzte Mechol Pradenik rasch. „Was hat er den Row zu beleidigen?" wendet er sich hierauf an die andern, benen er mit dieser Wendung gleichsam das Schiedsrichteramt in die Hände legte, und dessen sich auch Berech Krupp sogleich bemächtigte mit den Worten: „Er. hat ja den Row nicht beleidigt; er hat nur gesagt, dass en nichts verstanden hat." „Und das ist ganz in der Ordnung", nahm Gawriele Stuffer den Faden auf. „Als denn. wie soll man etwas verstehen? Wenn der Row sagt, machen sie die Weiber aben in der Weiberschul einen „Purim" oder eine „Cchassene" (Fasching oder Hochzeit). Erst mustern sie sich, ob keine von ihnen eine neue Haub an hat; dann laufen sie herum und wünschen „Schadesch!" und dann spötteln sie über die alten Bänder von der neuen Haub, dann erzählen sie sich, was sie gestern für gute „Karpen" (Karpfen) gesotten haben, dann lachen sie hin und lachen sie her und machen ein Spectakel just wie auf einem „Kiretag". Noch gut, sie nehmen sich die „Klesmorim" (Musikanten) nicht mit hinauf und fangen an zu tanzen. Wenn ich aber „Roschhekohl" wär, das müsst mir aufhören. Löbele Polizeimann müsst sich jeden Schabbes sein Sabel umhängen und so stellet ich ihn hinauf in die Weiberschul und die erste, welche die „Tschineh" (Gebetbuch) weglegt und ein Wort redt, die müsst mir über ganz Schabbes in „Käßel" (Gefängnis) bleiben. Nur, wir haben keine Ordnung. Soll man sehen, wenn „sie" Sonntag haben, ob sie auch so ein Scandal machen!" „Bist du einmal fertig,. Gawriele?) sagte Ruche Plauscherin, „jetzt hat wieder ein Mensch geredt. Was brauchen wir in Schul die „Drösche" zu hören, „Row" den „Chower" gegeben hat, ist er auf einmal ein anderer Mensch geworden, deshalb meint er, er muss selber auch „darschenen" (predigen). Warum? Bei euch unten in der Männerschul geht es anders zu? Am „Tischebow" (Zerstörung Jerusalems) werft ihr euch gar nicht herum mit „Stacherlech", Pantoffel und alte Schlappschuh, dass man meint, man ist in einer „Milchomeh" (Krieg) nnd nicht in Schul! Das heißt sich herausgelasssn gegen die Weiber und das Maul voll genommen! Einsperren willst 'du uns lassen, nu wart nur, bis du „Roschhekohl" werden wirst, aber so weit ist es „Borcheschem" (Gott sei Dank) noch nicht; dazu haben wir noch andere „Balbatim" (Familienväter), die auch noch so gescheit sind wie du, „chodsche" (obgleich) dass du Gawriele Stuffer heißt." „So fürwahr soll ich leben, wie sie gerecht ist", sagte Salme Gloser, „ein Esel heißt den anderen Sacktrager. Was meinst du, Schwager Bärl?" Hiermit wendete er sich an Bärl Lederer. „Was fragst du ihn?" erwiderte Mechol Pradenik statt seiner, „er weiß viel, was das ganze Jahr in Schul' vorgeht. Wie er in Schul' vorgeht. Wie er in Schul' hineinkommt, sagt er „Thillim" (Psalmen) und flüstert fort, bis er wieder hinausgeht. Wenn der Landrabbiner hier eine „Drösche" führen möcht', er sieht aus seinem „Thillius" doch nicht heraus. »Was denn?* sagte Bär Lederer, „wenn ich in Schul' komm', muss ich wissen, warum. In Schul' geht man zu „dawenen" (beten), aber nicht sich zu unterhalten; und wenn du von der „Drösche" (Predigt) ein »Raches" (Vergnügen) hast, so bist du gar nicht „joize" (der Pflicht entledigt)." „Loi Amhorez chossid!" (ein Unwissender kann kein Frommer sein)", sagte hierauf Sawel Kornmehl; er sagt es aber nur so für sich, ohne dass die andern es genau hören konnten, denn er war zu sanft, um jemand öffentlich zu beleidigen; deshalb wandte sich Cheile Schlumpersack an ihn mit der Frage: „Was sagen Sie, Herr Lehrer Mechol Pradenik aber sagte: „Was heißt Du ihn noch alleweil' „Herr Lehrer". Das ist er einmal gewesen. Mir scheint, jetzt könntest Du auch „Reb Sawel" sagen, denn er ist ein ebenso guter „Balbos" (Familienvater) in der „Khille" als wie ein jeder anderer" ,,'Nweh", sagte Cheile Schlumpersack, „ich Hab' ihm ja nicht an die Krön' angegriffen. Ich weiß so gut wie Du, wer Reb Sawel ist, und wenn ich zu ihm „Herr Lehrer" sage, so ist das keine Beleidigung. Schämen Sie sich „efscher" (vielleicht)", wendete sie sich zu ihm, „dass Sie einmal Lehrer gewesen sind, haben Sie zu. lvemK .Talmidim" (Schüler) ausgestellt?" (Fortsetzung folgt.)

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