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Die Stimme · 1959-04-01 · Heft 112 (April 1959) · page 16

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Journal
Die Stimme
Volume
1959
Issue
Heft 112 (April 1959)
Date
1959-04-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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P. b. b. Exf»«dlc’ par l'editeur Herrn Frau Wenn verzogen, bitte nachsenden oder zurück an die Redaktion Wien IX, Universitätsstraße 4/4 Gedenkkundgebung Zum 14. Jahrestag des furchtbaren Sö-Meuche|- mordes in der Förstergasse vorn nsta Itete clio fsr. Kultusgemeinde eine Godonkfe;er, IM welcher der Chor des Stadttempels das ,,Schiwissi" anstimmte. Der Vizepräsident der fsr. Kultusgemeinde Dr. Feldsterg schilderte die tragischen Freignisse, die sich am 12. April in der Förstergasse abgespielt hatten und gedachte der neun Märtyrer des ludentums, die hier von den SS - Schergen meuchlings ermordet wurden. Dr. Feldsberg schloß mi.t den Worten: ,,Es ist Pflicht aller gesitteten Menschen, die Schleier des Vergessens und der falschen Versöhnung wegzureißen, damit für die kommenden Geschlechter das Vermächtnis der Märtyrer ein Gebot für alle Konfessionen werde". Der Kantor des Stadttempels Herr ffarmelin betete das ,,E1 mole rachamirn". Es sprachen Worte des Gedenkens Pastor Erwin Koch, Franz Murko, Landtagsabgeordnete Frieda Nödl. Als letzter Redner sprach Amtsdirektor Regierungsrat Krell und führte aus, daß es notwendig sei, jede Stunde die Lehre aus der blutigen Herrschaft des Nationalsozialismus zu ziehen und alle Erscheinungen des öffentlichen Lehens zu verfolgen, damit sich die fürchterlichen Zeiten des Faschismus und der Diktatur nicht wiederholen. VERDIENTE EHRUNGEN Mit Entschließung vom 27. Februar d. J. hat der Bundespräsident dem Kommerzialrat Dr. Ludwig Hi ft das Silberne Ehrenzeichen, Herrn Ignaz Kohn und Frau Herta Pollak die Goldene Medaille für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Mit dieser Ehrung wurde die Tätigkeit dreier Mitglieder einer Zuerkennungskommission des Hilfsfonds in Wien unter Leitung seines Geschäftsführers und Generalsekretärs Dr. Georg Weis gewürdigt. Der Hilfsfonds, der für die politisch Verfolgten mit dem Wohnsitz im Auslände seit dem Jahre 1956 eine von allen Seiten anerkannte Tätigkeit entwickelt hat, wurde durch diese Verleihung von Ehrenzeichen ebenfalls geehrt. Die Arbeiten des Hilfsfonds stehen infolge vorzeitiger Auszahlung der Hilfsbeträge an den größten Teil der Antragsteller vor dem Abschluß. In kurzer Zeit wir auch eine der letzten Gruppen zur Auszahlung aufgerufen werden. VORLESUNG FRIEDRICH TORBERGS Im Rahmen der Kulturveranstaltungen der Isr. Kultusgemeinde Wien las am 25. März der Dichter Friedrich Torberg aus eigenen Werken. Diese Vorlesung gestaltete sich zu einem großen Erlebnis und ein begeistertes Publikum spendete dem Dichter wohlverdienten Beifall. Die Aus’wahl, die Torberg traf war dazu angetan, die Hörer vom Beginn bis zum Finde zu fesseln. Er las aus »lern Godichtband ,,[ ebonslied", aus dem Zyklus ,,Hebräische Melodien". Erschütternd war der Bericht eines jüdischen KZ.-ler’s eine Novelle ,,Mein ist die Ruche", interessant der Ausschnitt aus dem Roman „Hier bin ich Vater", von tiefer Bedeutung das Gedicht ,,Kurzgefaßte Lebensgeschichte des Friedrich Israe'l Torberg". Wir sind gewiß, daß wir in Namen adler Zuhörer den Wunsch äußern, den Dichter Torberg bald wieder als Vorleser zu hören. Jubiläum der Jüdischen Spar- und Kreditgenossenschaft Unter den Vorsitz, des Herrn Dr. Rudolf Braun fand in den Räumen der Isr. Kultusgemeinde die 10. ordentliche Generalversammlung der Jüdischen Spar- und Kreditgenossenschaft statt. Aus dem Bericht des Obmannes Kommerzialrat Dr. 11ift entnehmen wir, daß die Genossenschaft im Feber 1958 118 Darlehensanträge in der Gesamtsumme von S 2,367.000 positiv erledigt hat. Mit gutem Recht kann gesagt werden, daß die Jüdische Spar- und Kreditgenossenschaft heute aus dem jüdischen Leben Wiens nicht wegzudenken ist und daß unter ihrer vorbildlichen Führung hervorragendes geleistet wird. Bei der Generalversammlung war der Direktor des American Joint Theodore D. Feder anwesend. Der Aufsichtsrat und der Vorstand wurden wiede rge wählt. KLEINE ANZEIGEN DEUTSCH -JUD, AKADEMIKER WITWE, 50 Jahre, groß, schlank, gut aussehend, sehr vermögend, völlig alleinstehend, sucht die Bekanntschaft ei; es kultivierten, gutaussehenden Akademikers in entsprechendem Alter, ebenfalls vermögend, zwecks evtl, späterer Heirat. Ausführliche Zuschriften erbeten an die Adm. unter ,,Nr. 112 1". JUNGE verläß iche VERKÄUFERIN, perfekt französisch, sucht Posten unter ,,Adm. Nr. 112 2". BUCHHALTER, verläßlich, bescheiden sucht Posten unter „Adm. Nr. 112 3". V i 11 e n ä h n 1 i c h e s Häuschen in der Umgebung Wiens, in gut erhaltenen Zustand gegen Kassa zu kaufen gesucht. Unter „Gleich beziehbar 112,5" an die Administration. Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Zionistischer Landesverband in Österreich, Wien IX, Universitätsstraße 4 — Chefredakteur: Bernhard Braver. Verantwortlicher Redakteur: Fritz. Müller, Wien II, Krummbaumgasse 1 — Druck: K. Wilhelm, Pächter Hans Proidl, II., Taborstr. 46 — 55 41 18.

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