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Die Stimme · 1956-11-01 · Heft 100 (November 1956) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1956
Issue
Heft 100 (November 1956)
Date
1956-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 100 n f r: s r i ivi \t r S n j f n 7 Dank an Jaacov Schönfeld Aus Anlaß der Rückkehr seines Scheliachs Jaakov SCHOENFELf) nach Israel veranstaltete der Haschomer Hazair eine eindrur:ks volle Veranstaltung, welcher zahlreiche Festgäste, unter ihnen der Sekretär der israelischen Gesandtschaft. in Österreich, Herr Gjora Raanan, der Präsident der Zionistischen Föderation Österreichs, Gustav Leitner, sowie Vertreter aller zionistischen Gruppen Österreichs und der israelitischen Kultusgemeinde Wien beiwohnten. Es verabschiedeten sich der Präsident der ZFÖ Gustav Leitner, namens der Eltern Herr Kauf und der neue Scheliach Awschalom Ben Chorin. Als letzter Redner nahm Jaacov Schönfeld selbst das Wort und dankte für die ihm erwiesene Unterstützung bei seiner Arbeit und für die ihm dargebrachten Glückwünsche. Ein reichhaltiges künstlerisches Programm, dargeboten von den Kindern des Haschomer Hazair, das aus israelischen Volkstänzen und Liedern, aus Rezitationen und Akkordionvorträgen bestand, wurde vom Publikum mit lebhaftem Applaus bedacht. Die Zionistische Föderation in Österreich verabschiedete sich in einer Festsitzung von ihrem Vizepräsidenten Jaacov Schönfeld. Der Präsident Dir. Leitner betonte die große Leistung des in sein Heimatland zurückkehrenden Herrn Schönfeld. der durch seine Umsicht und seine großen Fähigkeiten Wertvolles auf dem Gebiete der Erziehung der Jüdischen Jugend in Wien geleistet hat. In herzlichen Amsprachen verabschiedeten sich die Vertreter aller zionistischen Parteien Österreichs von Chawer Schönfeld und wünschten ihm und seiner Familie viel Glück für die Zukunft. Shlomo Z. Shragai in Wien Der Magbith Meuchedeth veranstaltet'1 am 14 November 1056 eine große Kundgebung im Festsaal des Alten Rathäuser;, Fei welcher, muh Begrüßung durch Präsidenten Gustav leitner, Herr Shlomoh Z. Sh>-agai, Milglied de Welt xekutivo der Jewish Agency in einer proßangelegten Rede die gegenwärtige Situation in Israel schilderte Seine Ausführungen gipfelten in der Fest Stellung, daß der jetzige Kampf der israelischen Jugend nicht nur der Freiheit Israels gelte, sondern auch angetan sei die Stellung der Juden in der ganzen Welt zu stärken. Der Redner schloß mit einem Appe11 an die Wiener Juden, ihre Pflicht gegenüber Israel zu erfüllen und die Zeichnungen für den Magbith Meuchedeth zu verdoppeln. Vortrag Dr, Jehoschuah Mehlmann Einer schon zur Tradition gewordenen Gepflogenheit, alle Israeli, die in Wien weilen und bereit sind, hier einen Vortrag zu halten, zu Worte kommen zu lassen, hat die Zionistische Föderation, Herrn Prof. Dr. Jehoschuah Mehlmann, Leiter der Kultur- und Erziehungsabtjeilung der Jewish Agency eingeladen, einen Vortrag unter dem Titel ,,Das Wesen der Erziehung und die Zukunft des jüdischen Volkes" zu halten. Prof. Mehlmann beschäftigte sich hauptsächlich mit der Erziehung der jüdischen Jugend in der Golah und gab wertvolle Anregungen für die Schaffung von Lehrstätten, inshesonders auch in Wien. Dem genannten Vortrag, der am 21. Oktober stattfand, wohnte Minister Shmuel Bentsur bei. Die von Prof. Dr. Mehlmann besuchte hebräische Schule, die unter Leitung des Direktors Slutzky steht, fand seine volle Anerkennung. Hanna Levin Bürgermeister von R4schon le Zion In den Kreisen Her Allgemeinen Zionisten hat es Lebhafte Genugtuung ausgelöst, daß Frau Hanna Levin, Vertreterin der Allgemeinen Zionisten, im Stadfral von Rischon le Zion, zum Bürgermeister gewä hlt wu rde. Goldene Hochzeit Schulmann Aus Anlaß der Goldenen Hoch zeit beglückwünschen wir das Fxe kutivmitglied Her Zionistischen Konföderation für Europa und Nordafrika, unseren lieben Chawer Seide Schulmann und seine Frau mit einem herzlichen Maseltow und wünschen weiteren Erfolg in seiner zionistischen Tätigkeit! Dem Ehepaar Chaim Schamir viele herzliche Glückwünsche aus Anlaß der Geburt ihrer Tochter Tamar, vom Zionistischen Landesverband und von der Redaktion der ,,Stimme".. Ehrenpräsident Robert Glücksmann: Die Hakoah ruft die Jugend Wieder wendet sich der Sportklub Hakoah an die jüdische Jugend Wiens: Kommt zu uns, betreibet Sport, Sport gibt Kraft und Gesundheit. Auf unseren eigenen Plätzen betreiben wir allerlei Sportarten, wie Turnen, Schwimmen, Leichtathletik und Tennis. Den Monat Dezember wollen wir zum Werbemonat erklären, und jeden, der Sport betreiben will, ohne jede Bezahlung von erstklassigen Sportlehrern trainieren lassen. An alle maßgebenden Stellen appellieren wir, für die jüdische Jugend endlich ein jüdisches Haus zu schaffen, in welchem der Jugend die Möglichkeit geboten wird, gesellige Veranstaltungen und belehrende Vorträge abzuhalten. I fnsere Train 'ngsabeude: Schwimm- und Wasserballs'kt inn: 17. Bez., Jörgerbad jed. Mittwoch I landballsekt ion: 7., Burggasse 14, jeden Freitag Tischtennissektion: 8., Fangeg. 6cb jed. Dienstag und Donnerstag Sämtliche Abende beginnen um 19 Uhr und enden um 21 Uhr Meldet Euch in unserem Sekretariat, Wien 1, Seitenstetteng 4, Telefon U 26-200 (täglich von 14 bis 15 Uhr)- Makkabiade 1957 Bereits sind die Vorbereitungen für die kommende Makkabiade in fsrael in vollem Gange Man erwartet 600 Sportler aus 30 Ländern. Texas und Tanger gehören zu den Ländern, die sich das erstemal beteiligen. Einige Sportler, deren Leistungen über dem Niveau der Wettkämpfe stehen, werden sich nur durch Schauvorführungen beteiligen. Wichtige Gäste, unter ihnen Ex-Premierminister David Marshall aus Singapore, ein alter Makkabi-Mann werden erwartet. Das Makkabi-Dorf bei Ramat Gan wird weiter ausgebaut und soll während der Makkabiade alle Teilnehmer auf nehmen können. Generalversammlung der VJHD ln der am 10. Oktober 1956 stattgefundenen Generalversammlung der Vereinigung jüdischer Hochschüler in Österreich wurde folgender Vorstand gewählt: Vorsitzender: Dr. Leon Zelman, Vizevorsitzender u. Sozialreferent: cand. med. Susanne Blumfenstein, Generalsekretär: candphil. RJta Koch, Kulturreferent: Jehosua Simanenok, Kassier: El’ahu Schapira Wir wünschen dem neuen Vorstand in seiner künftigen Tätigkeit viel Erfolg. Es ist nicht egal, Du (lieg f S R REL RIRLINES , WIEN L, HEGELGASSE 21 TEL R20066 Berück eut&n ÜHfycuzscUef* TtiuUtluityslafyez Die ganze zivilisierte Welt steht im Banne der Zehntausende Flüchtlinge, die von Ungarn nach Österreich strömen. Man hilft, wo man kann, man schickt Geld, Lebensmittel und sogar ganze Züge, die einen Teil der Flüchtlinge in andere Länder bringen, wo sie versuchen sollen, ein neues Leben zu beginnen. Aber alles erweist sich als zu wenig, der Strom ist zu stark, die Not ist zu groß. Auch die jüdischen Institutionen, allen voran die Israelitische Kultusgemeinde in Wien, haben sich voll und ganz in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie nehmen damit nicht nur den Behörden einen Teil der Sorgen ab sondern auch auf die Wünsche und Interessen der jüdischen Flüchtlinge Rücksicht, die schon vor dem kommunistischen Regime verfolgt, gejagt und giehetzt, noch ärger daran sind als ihre nichtjüdischen Leidensgenossen und darum auch noch mehr der Liebe und Fürsorge bedürfen als jene. Die Israelitische Kultusgemeinde hat für ihre Schützlinge eine Reihe von Heimen errichtet und bemühtsich nach besten Kräften, ihnen dort den Aufenthalt so gut wie nur irgendwie möglich zu gestalten, ihre Not zu lindern und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, bis sich die Möglichkeit zur Auswanderung und endgültigen Ansiedlung bietet. in Unter-Oberndorf wurde von der Gemeinde zu diesem Zwecke ein Kinderheim zur Verfügung gestellt. Wenn man dieses Heim besucht, hat man alles eher als das Gefühl, sich in einem Flüchtlingslager zu befinden. Es besteht aus lauter kleinen Zimmern, so daß Familien zusammen bleiben können, es verfügt über saubere Waschräume, eine hygienische Küche, den Erwachsenen steht ein angenehmer Aufenthaltsraum und den Kindern ein Spielsaal sowie ein großer Garten zur Verfügung. Eine reizende, junge Frau, Hilde Wolf, führt das Zepter und sie tut es mit soviel Takt und persönlicher Anteilnahme, daß es sich alle Insassen zur Pflicht und Ehre anrechnen, mitzuwirken und mitzuhelfen, damit alles klappt und es an nichts mangelt. 67 Flüchtlinge waren zur Zeit unseres Besuches in diesem Heim untergebracht, darunter 29 Kinder. D:'e Menschen dort sind nicht glücklich, denn sie haben zuviel mitgemacht. Jede Geschichte ist eine kleine Tragödie, jede Erzählung von der geglückten Flucht ein Kriminalroman. Aber sie sind froh, endlich in Freiheit zu sein, dankbar für das Asyl, das man ihnen gewährt und voll Hoffnung, daß sich noch alles zum Guten wenden wird. Stolz zeigen sie die Klei’dungs- und Wäschestücke, die sie von der Kültusgemeinde bekommen, loben überschwänglich das Essen, das man ihnen reicht und kargen auch nicht mit Beifall über die tadellose Organisation. Bei allem Elend und bei aller Not ist es ein Trost für Alle, — Jene, die helfen und Jene, denen geholfen werden muß — zu wissen, daß wir Brüder sind und Kinder eines einigen Volkes. Die Hilfe eines jeden Juden wird jetzt dringend benötigt!!

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