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Die Stimme · 1955-02-01 · Heft 92 (Februar 1955) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1955
Issue
Heft 92 (Februar 1955)
Date
1955-02-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 92 DIE STIMME Seite 3 Zionistisches Leben in Wien Gedenkstunde für die Märtyrer in Kairo Die Zionistische Föderation in Österreich veranstaltete eine Gedenkstunde für die jüdischen Märtyrer in Kairo. Am 24 Februar versammelten sich die Zionisten Wiens im Schubertsaal des Konzerthauses, um der jüdischen Märtyrer zu gedenken, die in Kairo ihr Leben lassen mußten, nur deshalb, weil sie Juden und Zionisten waren. Der Präsident der Zionistischen Föderation, Gustav Leitner, schilderte in anschaulicher Weise die Geschehnisse in Kairo, die zum Tode zweier junger Menschen führten. Der Chor von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien zur Verfügung gestellt unter Leitung des Chormeisters L.anzoni, brachte Trauergesänge zu Gehör und Kantor Harme in sprach das zu Herzen gehende El mole rachamim. Dann ergriff der Konsul des Staates Israel, Arie Eshel das Wort und schilderte das traurige Schicksal der beiden Helden. Immer wieder muß das israelische, das jüdische Volk Opfer bringen um seine Selbständigkeit zu bewahren und zu festigen; täglich fallen junge Juden, die die Grenzen Israels bewachen und verteidigen müssen. Viel zu wenig aber leisten die Juden der Golah, die endlich zur Kenntnis nehmen müssen, daß sie ohne Israel nicht mehr ruhig existieren können. Vor allem müßte die jüdische Jugend Österreichs die Alijah antreten, um dem bedrängten Vaterlande zu helfen Diejenigen aber, deren physischen Kräfte nicht mehr ausreichen, am Aufbau Israels mitzuhelfen, mögen ihre Pflicht dadurch erfüllen, daß sie den Maghith reichlich unterstützen. Dieses Hilfswerk soll die an den Grenzen Israels liegenden Siedlungen mit, für ihre Sicherheit und ihren Bestand erforderlichen Mitteln versehen, im Sinne des neuesten Beschlusses der Keren Hayessod Leitung. Der Haschomer Hazair veranstaltete in seinem Heim am 24. Februar eine Trauerkundgebung für zwei jüdische Märtyrer Moshe Marzouk und Samuel Azzar. In sehr würdiger Weise wurden die Heldentaten dieser drei jüdischen Männer in Form eines Sprechchors wiedergegeben Mit einem Schwur, der Opfer stets zu gedenken und einem Treugelöbnis zu Israel, schloß die Kundgebung „Israel im Weltgeschehen“ Im Rahmen der Kulturveranstaltungen der Zionistischen Föderation in Österreich, sprach der Vizevorsitzende des Zionistischen Aktionskomitees und Mitglied der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, Ing A Reiß, am 17. Februar im Kammersaal des Musikvereines über das Thema ..Medinath Israel im Weltgeschehen." Nach einer kurzen Begrüßung durch den Präsidenten der Misrachi, Neugröschl, ergriff der Gast das Wort und schilderte in anschaulicher Weise die innen- und außenpolitische Lage Israels und die Vorkehrungen, die getroffen wurden, um die ökonomische Lage Israels zu verbessern. Was jetzt Not tut, ist die Verstärkung der Alijah durch Menschen, die dem Lande von Nutzen sind und den Aufbau beschleunigen können. Israel muß einen großen Teil seines Budgets zur Aufrechterhaltung des Militärapparates verwenden, weil die Grenzen besonders ausgedehnt sind und nach den traurigen und bitteren Erfahrungen intensiv beschützt werden müssen. Wer das jüdische Volk kennt, weiß daß ihm die Friedensliebe heilig ist. Der militärische Apparat dient ausschließlich dem Schutz des Landes. Für seine Ausführungen wurde der Redner mit reichem Beifall bedankt. Dr. Guvrin Gasf d. Zion. Landesverbandes Dienstag, den 2 2. Februar 1955 konnte das Präsidium des Zionistischen Landesverbandes einen sehr wertvollen Gast in der Person des früheren Präsidenten des Landeskomitees Herrn Dr. jehoschua Guvrin (Dr. Oskar Grünbaum) begrüßen und willkommen heißen. Herr Dr. Guvrin weilte in einer wichtigen Mission in Wien und nahm die Gelegenheit wahr, mit Funktionären des Zionistischen Landesverbandes Fühlung zu nehmen, Informationen einzuholen wie es um das zionistische Leben in Wien bestellt ist und einem Kreis von aktiven Chawerim Bericht über das soziale und wirtschaftliche Leben in Israel formvollendet und gut durchdacht, zu erstatten. Der Vortrag Guvrins zeugte davon, daß der Referent mit Israel eng verbunden ist und dessen Probleme gründlich kennt. Dr. Guvrin hob zunächst hervor, das der Allgemeine Zionismus in Israel als eine Bewegung gewertet wird, die auf politischem und kulturellem Gebiet sich außerordentlich bewährt und in der Knesset eine Stellung errungen hat, die die legislative Tätigkeit besonders vorteilhaft beeinflußt. Der Aufbau Israels, besonders der Fortschritt auf dem Sektor der Industiie, des Handels und der Agrikultur, darf als beispiellos bezeichnet werden. Guvrin führte Details an, die uns mit großer Zuversicht erfüllen und zur Hoffnung berechtigen, daß der Staat der Juden einer gesicherten Zukunft entgegengeht. Mit dem Appell an jene Juden, die über Kapital verfügen und es in der Galuth investieren, sich der Pflicht gegenüber Israel bewußt zu sein, schloß der Redner seine glänzenden Ausführungen. Präsident Dr. Wolf Herzberg dankte dem Redner im Namen des Zionistischen Landesvebrandes. Br Unterhaltungsabend Der Zionistische Landesverband lud seine Mitglieder und Freunde zu einem Unterhaltungsabend ein, welcher im Großen Saal des Cafe Landtmann am 31. Jänner stattfand, Ein aufmerksames Publikum wurde von Leopold Brodmann, der in vorbildlicherweise hebräische und jiddische Lieder zum Vortrag brachte, unterhalten, nicht weniger von dem Rechenwunder Hans Eberstark, der immer wieder das Publikum verblüffte, nicht nur durch meisterhaft ausgeführte Rechenkunststücke, sondern auch durch sein unüberbietbares Gedächtnis, mit dem er es fertigbringt, eine 40 stellige Zahl frei aus dem Gedächtnis zu wiederholen. Seine Darbietungen wurden oft durch stürmischen Beifall unterbrochen. In ausgezeichneter Weise brachte der Klaviervirtuose Fritz Plaschkes ein Opernpotpourri zu Go hör. Der Präsident des Zionistischen Landesverbandes Dr. Wolf Herzberg, dankte den Künstlern, die sich liebenswürdigerweise in den Dienst des Verbandes gestellt hatten und forderte die Anwesenden auf, die nächsten Veranstaltungen des Zionistischen Landesverbandes wieder zu besuchen und Freunde mitzubringen Feiern Sie die jüdischen Feste mif uns! so lautet diesmal die Einladung der WIZO-WIEN zu ihrer traditionellen CHAMISHA - ASSAR-B’ SCH WAT - FEIER die am 20. Februar im Kursalon unter dem Ehrenschutz des Herrn Konsul Arie Eshel und seiner Gattin stattgelunden hat. Und ein Fest der jüdischen Jugend Wiens war es, das auch die nicht mehr ganz jungen Freunde und Förderer der WIZO-WIEN in dem Bewußtsein ihrer jüdischen Verbundenheit mit Israel zusammengeführt hat. In ihrer Begrüßung der Gäste gab die Vorsitzende der WIZO, Frau Ada Neuspiel ihrer Befriedung über den überaus zahlreichen Besuch Ausdruck und dankte den Spendern der wertvollen Tombolapreise für die Förderung der Bemühungen, den Erlös des Festes erfolgreich zu gestalten. Herr Legationsrat Arie Eshel betonte in seiner Festrede die Wichtigkeit der Stellung der jüdischen Frau im Staate Israel und hob die Be- Zionistischer Landesverband Wien IX, Universitätsstraße 4 Tel. A 26 4 73 Dienstag, 15. März 1955 20 Uhr Dr. David Gelles „Theodor Herzl im Kampf um seine Idee“ Wir laden Sie ein diesem Vortrag beizuwohnen! Vortragssaal Cafe Landtmann Eintritt frei! deutung der besonderen Aufgaben, welche die WIZO seit Beginn der Pflege, Einordnung und Schulung dei Massenalyiah auf dem Gebiete der eingewanderten Kinder und Frauen gemeistert hat, besonders hervor. Der Sinn und die Bedeutung des , Neujahrs der Bäume" in Israel wurde den Gästen künstlerisch durch eine Tanzdarbietung von Frl. Agnes Ungar dargeboten, deren Begabung und Anmut dem Pflanzen, Wachsen und Erblühen eines Baumes in Israel sinnvollen Ausdruck verlieh. Das den ersten Teil des Tanzprogrammes unterbrechende Mitternachtskabarett mit den Darbietungen prominenter Künstler, Fritz Muliar, (Conferencier des Kabaretts), Altmeister des Humors Armin Berg, Marcel Andre und Vana Olivieri, deren geschmackvolle Chansons besonderen Beifall fanden, versetzte die Gäste in allerbeste Laune. Feiern Sie mit uns die jüdischen Fesle das soll auch das ganze Jahr über die Devise der WIZO-WIEN bleiben. Neues Verbandsheim der Zionisten-Revisionisten Am Samstag, dem 26. Februar d. J., fand um 19 Uhr die feierliche Eröffnung des neuen Verbandsheimes der Zionisten-Revisionisten in Wien statt Die Weltexekutive der Revisionisten war hiebei durch ihren geschäftsführondon Präsidenten Dr Yoiinitchman vertreten Unter den Fesfgästen sah man Herrn Konsul Eshel und Gemahlin, Oberrabbiner Dr. Eisenberg, Vizekonsul Medan, die Direktoren des Magbit Zurund Klompus, den Vizepräsidenten des Bundesverbandes der Kultusgemeinden Josef Rubin Bittmann, die V izepräsidenten der Zionistischen Föderation Dr. Gelles und Ehrenberg, den Generalsekretär der Zionistischen Föderation Dr. Schlang, sowie viele andere Vertreter der zionistischen Parteien und der zionistischen Presse. Nach der Begrüßungsansprache des Generalsekretärs der zionistischen-revisionistischen Union Österreichs, Siegfried Lasar, nahmen Oberrabbiner Dr. Eisenberg und Konsul Eshel, das Chanukat Habajit, das Anbringen der Mesusah, vor. Hierauf ergriff der offizielle Gast Dr. Younitchman das Wort. In seiner ausgezeichneten Rede, die Zeit, Politik und nationales Leben der Juden einschloß, betonte er, daß die Juden der Welt, Israel mit all ihren Kräften unterstützen müssen, da ihr Schicksal mit dein Land verbunden ist. Konsul Eshel führte in seiner Begrüßungsansprache u. a. aus, daß der Platz für die jüdische Jugend nur Israel sein könne. Abschließend sprachen noch die Herren Dr. Gelles, für die zionistische Föderation, Präsident des Misrachi Neugröschl und Dr. Schlang. Wir gratulieren: Samuel Brod - 60 Jahre Am 1. März feierte Chawer Samuel ßrod seinen 60. Geburtstag. Herr Brod schloß sich schon in jungen Jahren der zionistischen Bewegung an und blieb ihr bis zum heutigen Tage treu ergeben. Der Jubilar gehört dem Zionistischen Landesverband seit seiner Gründung an und wurde in diesem Jahre in den Vorstand dieses Verbandes berufen. Sein Interesse für jüdische und zionistische Fragen, zeichnen Herrn Brod besonders aus. In seinem gastlichen Heim empfing Chawer Brod eine Delegation, die ihm die herzlichsten Glückwünsche des Zionistischen Landesverbandes überbrachten. Max Sternhell - 60 Jahre Am 25. Jänner beging Herr Direktor Max Sternhell seinen 60. Geburtstag und konnte gleichzeitig sein Geschäftsjubiläum feiern Dir. Sternhell erfreut sich in jüdischen Kreisen großer Beliebtheit. Seine Mitarbeiter begegnen ihm mit großer Wertsschätzung. Herr Sternhell kommt seinen Pflichten gegenüber den zionistischen Fonden großzügig nach und auch wir zählen ihn zu einem unserer Freunde und Gönner. Herbert Schelzer - 50 Jahre Das wertvolle Vorstandsmitglied des Sportklubs ,,EIakoah", Herr Herbert Schelzer, der gleichzeitig Vorstandsmitglied des Ski- und Touristenklubs ,.Hakoah’ ist, feiert am 13. März seinen 50 Geburtsstag. Herr Schelzer hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Sportklub Hakoah neu aufzubauen und vieles Erreichte, ist seiner Tatkraft zu danken, ln uneigennütziger Weise stellt er seine Arbeitskraft der Jüdischen Spar- und Kreditgenossenschaft zur Verfügung, zu dessen Aufsichtsrat er gehört Den Jubiiaren wünschen wir Ad mea w'essrim schanah.

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