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Die Stimme · 1954-03-01 · Heft 84 (März 1954) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 84 (März 1954)
Date
1954-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 84 Seite 6 DTK STIMME BUCHBESPRECHUNG M&eti Einstein *” 95 laUce* BUCHBESPRECHUNG ALIJAH \on Stephen Spender Mit offenen Xmjen fährt Stephen Spender durch d:is Land Israel. \\ :is er gesthen und erlebt. h:it er in einem schönen Hancl »iodergegebeti. der im X erl ist Steingriiben. Stuttgart. erschienen ist. Spender ist einer der hervorragend - sten Vertreter des christlichen Neulmmanistmis in der englischen Diclitung unserer Tuge. Seine Liebe gilt der Jugend Israels. In eindringlichen \\ orten schildert er das Gedeihen der Jugend Xlijali. die Schwierigkeiten, die zu überwinden sind, auch die Lrfolgsmügliehkeiten für die Zukunft. Seine Liebe gilt natürlich auch Israel selbst. ..NX ir waren Juden, jetzt sind wir Israelis”. Diesen Xusspruch findet er wunderbar und zugleich überwältigend. Ein Kapitel ist den Kibbutzirn gew idmet und man spürt den Pulsschlag der Zeit, wenn er den Leser durch einen Kibbuz führt und uns so Land und Leute Israels näher bringt. Der Verfasser berichtet über das NX eizmann-Institut. den Stolz Israels, indem die jüdische Intelligenz zum XVolile des Staates schafft und wirkt. ..Israel ist ein kleines Land, das von Juden bewohnt wird, die freiwillig dorthin gezogen... Daher sollte das Gedeihen dieses neuen Staates eine Gewissensfrage für die ganze Welt sein", schreibt Spender. Efka KLEINE CHRONIK DES VOLKES ISRAEL Von Angelika Probst und Eckart Petcrirh (Verlag Otto Walter A. G.. Olten. 247 Seiten, in Leinen Fr. 9.90.) Nicht jedermann kann stets und bei jeder Gelegenheit in Ausführlichkeit dem Bibelstudium obliegen. Die vorliegende, in einem schönen Stil abgefaßte Nacherzählung der biblischen Schriften will das Eindringen in die Welt der alten L ebcrlieferungen erleichtern und gleichzeitig durch seine Register, Zeittafeln und seine kurzgefaßte geschichtliche C ebersicht die Möglichkeit bieten, sich schnell über Namen und Fakten zu informieren, wie sie uns täglich in Zeitungen und Büchern entgegen treten und die biblischen Quellen zur Grundlage haben. Diesen Zielen dient das kleine, auch in seiner äußeren Erscheinung so ansprechende Büchlein vortrefflich. Da es von nicht jüdischen Autoren stammt, wird der jüdische Leser gut daran tun, sich die l nterschiede der Auffassungen bei der Lektüre vor Augen zu halten. Dies gilt sowohl für die Einteilung der kanonischen Bücher, wie vor allen Dingen für den Ausblick, der um Ende kurz auf die XVelt des Christentums gegeben wird. Daß diese l nterschiede bestehen, kann keineswegs verwundern und mindert auch nicht den XVert des Buches, welches in einer überaus sympathischen und einfühlsamen Weise die XX eit des antiken Judentums lebendig zu machen sucht. Geschrieben, so sagen die Autoren in ihrem Vorwort, wurde das Büchlein ,.im schmerzlichen Gedenken an die Xlillionen der Kinder Israels, die in dem hinter uns liegenden Jahrzehnt Opfer einer der grausamsten Gewaltherrschaften wurden, die die XVelt gesehen hat und in der Hoffnung, auch durch diese Arbeit zum Verständnis der geistigen Größe Israels beizutragen." II. K. \m 14. März 1954 wird die XX eit des Humanismus, die XX eit der Freiheit, der Grmhtigkeit und der Wahrheit wen 75. Gchuristig Professor Dr Mbert Einstein, feiern. Das schöpferische Genie Einstein ist zi verstehen, wenn wir seine Menschlichk, 11. die Züge seines reinen, klugen und wunderbaicn Lebens erfassen. Dort, wo cs gilt, die Menschheit vor Unbiiden zu warnen, die Vernunft zu stützen, der Gercchtigkeitslicbc Bahn zu brechen, steht Einstein an hervorragender Stelle. XX ir wissen cs, daß er in den Jahren unseres und der Menschheit größten Unglücks, sowie nachher seine Stimme erhob und mit der ihm eigenen geistigen und ethischen Kraft zur Einkehr und Besinnung mahnte. Gütig und selbstlos hat Einstein in den schicksalsschweren, die Zukunft der Juden bedrohenden Zeiten den Mann gestellt und mit dazu beigetragen, daß die Hoffnung nicht zuschanden wurde. Die Einstein innewohnende geistige Kraft grenzt an Wunder. Als junger 2f>jähriger Physiker arbeitete Albert Einstein im staatlichen Patentamt zu Bern, wo er von anitswegen Erfindungen auf ihre Neuheit zu überprüfen hatte. In den Mußestunden überlegte, rechnete und grübelte er. Als Ergebnis dieser Erwägungen und Meditationen entstand die Spezielle Relativitätstheorie, der 10 Jahre später die umwälzende Lehre von der A 11 g e in einen Relativitätstheorie, die die Schwerkraft cinschließt, folgte. Einsteins Erkenntnisse werfen ein ganz neues Licht auf unsere Vorstellung von Raum und Zeit. Einsteins Relativitätstheorie und die daraus fließenden Konsequenzen wurden von deutschen Männern rassischer Penetranz heftig bekämpft, als Judenschwindel, als entartete Wissenschaft zwecklos spekulierender Theoretiker verschrien. Heute anerkennen alle ernsten Wissenschaftler und Physiker der ganzen Welt die epochale Bedeutung Einsteinschcr Erkenntnisse, welche der Schlüssel zur Aufspürung der in den Atomkernen enthaltenen, gewaltigen Energien sind. Die Allgemeine Relativitätstheorie hat, kurz gesagt, Geometrie und Physik vereinigt, die Einsteinsehen Gesetze buben die grüßte' Bedeutung für die Nlöglirhkrit einer totalen l mw aitdlung von Strahlung in Masse und umgekehrt. Hitlerdeutschland, das nur auf Krieg saun, stand ursprünglich an der Spitze mit den Entdeckungen zur Ausnützung der X t uneiirrgic. Es war nicht anders zu erwarten, daß die Richtung der ..deutscharischen Physik" Oberhand gewann und die Relativitätstheorie als .,jüdische Physik", als Judensehwindel verschrie. Der Haß der Nazi richtete sieh ebenso gegen Einstein, wie gegen jene Arier, die ihn anerkannten, weshalb sie als ,,weiße Juden" angeprangert wurden. Die Barbarei vcranlußte schließlich viele nichljüdischc Forscher, dem Dritten Reich den Rücken zu kehren und sich in die freie Weit zu begeben, wohin auch Einstein seinen Wohnsitz unter Zwang verlegen mußte. Allerdings blieben noch bedeutende Physiker im Dritten Reich zurück, die sieli als aufrechte Menschen darüber Rechenschaft gaben, daß man einem wahnsinnigen Hitler die Atombombe nicht in die Hand spielen dürfe. Die nazistische Atomforschung geriet ins Hintertreffen and Nazidcutschland vermochte nicht, — wie es sein Plan war — mit Hilfe der Atombombe, die Menschheit zu verderben. Die Riesen des Geistes, an ihrer Spitze unser Jubilar Einstein, konnten in Amerika und England frei arbeiten und dazu entscheidend beitragen, daß die XV: lt vor der Ausbreitung des Nazismus, vor der Vernichtung bewahrt wurde. Albert Einstein betreibt seine Wissenschaft zum XVolile der Menschheit, wofür ihm im Jahre 1921 der Nobelpreis verliehen wurde. Nach der Niederwerfung des Nuzireiches richtete er an das amerikanische Volk eine Botschaft folgenden Inhalts: „Auf uns Wissenschaftlern, welche die ungeheuerliche Atomkraft entfesselt buhen, liegt die überwältigende Verantwortung dafür, in diesem Kampf um Leben und Tod die Atomenergie so zu lenken, daß sie zum XVolile der Menschheit und nicht zu deren Vernichtung dient.“ Der Sieg seines Geistes wird den Menschen Segen bringen und es unmöglich machen, duß der Rassismus Völker he- .. - 80 Jahre Rudolf l llslcin, der Seniorchef des weltberühmten I llsteinverlages in Berlin, ist 80 Jahre alt geworden. Er ist einer der fünf Brüder, die den väterlichen Wring zu einem in der XVelt berühmten Unternehmen iiulbuutrn. Hins Ullstein, der Aelteste, war Seninrehef vor dem Jahre 1988. Louis, der zweite, leitete den Verlag und die Buchhaltung. Franz stand den Reduktionen, die besonders die Politik pflegten, vor. Rudolf, dem zweitjüngsten. unterstand die Druckerei und der umfangreiche technische Apparat. Hermann. der jüngste, war der Mann der hochinteressanten, sehr pouplären Wochenschriften und der geistreiche Propagandist des Hauses Ullstein. Heute ist nur mehr Rudolf am Leben. Er ist Vorsitzender des Aufsichtsrales der von ihm neu ins Lehen gerufenen Ullstein A. G. Die Familie Ullstein mußte nach Hitlers Machtergreifung, Deutschland fluchtartig verlassen. Der Jubilar, Rudolf Ullstein, ging im Alter von 85 Jahren nach England, wo er seinen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter in einer Metallwarenfabrik verdienen mußte. Nachdem Rudolf die englischen Verhältnisse kennen gelernt und die englische Sprache perfekt beherrschte, widmete er sich seinem alten Metier und leistete gute Dienste in einem Londoner Buchvcrlag. Erst im Jahre 1948 war cs Rudolf Ullstein möglich, nach Berlin zurückzukehren. In langjährigem Kampf um sein Eigentum, gelang cs ihm, das Haus Tempclhof im Riiekstcllungsverfahren wieder zurüekzucrh alten. Das Ullsteinhaus in der Kochstraße in Berlin, in dem alle Redaktionen und die Druckerei zusammengefaßt waren, ist infolge des nazistischen Krieges, völlig zerstört worden. Rudolf Ullsteins Genialität gelang es, auf dein Boden seines früheren Besitzes wieder einen Betrieb ins Leben zu rufen. Täglich fährt der Achtzigjährige in sein Büro und wacht darüber, daß der alte Ruhm des Hauses Ullstein wieder zu neuem Glanz erweckt werde und Deutschlands Wirtschuft daraus Nutzen ziehen könne. Als Bekannte Rudolf Ullsteins an ihn die Frage richteten, weshalb er Tag für Tag in den X^erlag fahre, gab er folgende Antwort: „Sehr einfach! Ich tue es, um die Antisemiten und Ilitlerschergen täglich zu ärgern.“ herrschen. Naturkräfte entfesseln und die totale Ausrottung von Kulturen und gunzen Völkern betreiben wird. Einstein, der große Sohn des jüdischen Volkes, ist von Liebe zu seinen Brüdern beseelt, teilt ihr tragisches Schicksal, und nimmt regen Anteil an dem Geschehen in Israel, Wie hoch Einstein von den Juden aller Welt geschätzt wird, zeugte die Tatsache, daß unmittelbar nach dem Hinseheidcn des ersten Präsidenten des Staates Isrucl, Israel ihm das höchste Amt im Staute angehoten hatte. Dieses Angebot ehrt ebenso Isrucl wie Einstein, doch zog Einstein seine Gclehrtcnstube dem Präsidentenposten der Medinuth Israel vor. Wir alle schätzen uns glücklich, Albert Einstein zu seinem 75. Geburtstag die innigsten Wünsche darzubieten und geben der Hoffnung Ausdruck, daß der jüdische Staat den Geburtstug des Genius durch sichtbure Zeichen von bleibendem Wert feiern wird. Bcrnhurd Braver f-\ KLEIDER, WASCHE, SCHUHE auf Teilzahlung S. Ucad WIEN VI, DAMBOCKGASSE 4 V_y Koscher Schel Pessach Mazzofh, Mazzothmehl, Fett, Wein und «amtliche Lebensmittel. Wir bitten um rechtzeitige Bestellung. Auf telefonischen Anruf stellen wir jedes Quantum - ohne Spesenzuschlag - ins Haus zu. S. GRANIER (Dauber) Lebensmitteihandlung Wien IX, Servltengasse 4, Tel. A 12683 Edith Kohn und Viktor Grünwald laden alle Freunde und Bekannten zum Besuch des Daz&tUy—S&frzess-a Wien I, Dorotheergasse 7, Telefon R 29131 recht herzlich ein Bereits eröffnet I ELEKTROGERÄTE FÜR DEN MODERNEN HAUSHALT NÄHERES BEIM FACHHANDEL UND ANLÄSSLICH DER WIENER FRÜHJAHRSMESSE IN UNSEREM PAVILLON ROTUNDENGELANDE / WESTEINGANG -ELIN- AKTIENGESELLSCHAFT FÜR ELEKTRISCHE INDUSTRIE 04626085

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