Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1954-02-01 · Heft 83 (Februar 1954) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 83 (Februar 1954)
Date
1954-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2431292-2431336-2431338--0600-2432235
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 8 Nr. 88 DIE STIMME ISRAEL's ln. Gesetz vom 8. September 1940 über die I .ardesverteidigunü' Israels wurde die allucmcinc W rhrpflirlil ring/führt. Mle Männer /wischen 18 und 2(> Jahren linben eine /.w rieinhalb jäh-ig:- Dienstzeit zu ah*u!xiereu: für zw ei Jahre hohen auch ■die nielitv erheirateten Frauen zwischen 18 und 2b Jahren einzuriieken. es sei denn, ihre StienggUuibigkei t dispensiere sie d i\ in. Die Stärke der Ms modern geltenden \ rin er wird geh eimgehal teil: sie wird nn militärischen Excprtcn auf etwi 220.000 Mann geschätzt. Wir wissen, daß Israel ringsum n m ihm feindselig gesinnten Staaten umgeben ist. angesichts einer strategisch vmgimstigen. sehsNcr zu verteidigenden C.ren/e. Norlänf'ig nicht auf den Interhalt einer relativ starken Streitmacht verzichten kann. Wenn jede Investierung in die militärische Maschinerie — von Soldatenhandwerk kann man im Zeitalter der Mechanisierung und Vutomatisierung wohl kaum mehr sprechen — schlechthin unproduktiv ist. so müssen wir nach dem. was wir in einem \rmee-Trainingslager Lilien, doch zugeben, daß die israelische Mauer ailes daransetzt. mit tüchtigen Soldaten zugleich auch fiir den Mifb.iu brauchbare Zivilisten und verantwortunesbevvul? te Staatsbürger heiamzuziehen. Die Begrüßung. allerdings, war durchaus militärisch, uniformierte ..Soldatinnen” am Eingang des Lagers übten sich mit \laschi:icnpistolen im Scharfschießen. Nicht, daß sie etwa unter die männlichen Infanteristen cingereih t. oder eigene Schützenbataillone bilden würden! S>“ v et selten einen Frauenhilfsdienst, soll en aber, da sie dem Manne draußen in den Grenzsiedlungen der jungen Pioniere gleichgestellt sind, auch mit der Waffe umzugehen wissen, wenn es nötig wird. Nach dreimonatiger Wisbildungszeit können sich diese Jungpioniere freiwillig entscheiden, ob sie weitere 9 Monate in einem Kibbutz (genossenschuftliehe landwirtschaftliche Siedlung) in der Nähe der heißen Grenze mit Pflug und Gewehr dienen wollen. DIE KONZEPTION DEI! I \NDESYEKTE1D1GI NG beruht auf den aus dem Partisanenkrieg gewonnenen Erfahrungen, wo es sich zeigte. daß der krieg gegen die \nher in den Siedlungen gewonnen wurde, auf dm Straßen aber verloren ging. An der engsten Stelle des Landes, wo der Abstand zwischen Grenze und Meer nur 20 km beträgt, können die kiistensiedlungen mit feindlicher Artillerie von der Grenze au* beschossen werden. Es ist unmöglich, die lange, verwinkelte Grenze durch einen militärischen Kordon ständig bewachen zu lassen: denn bei den dringenden zivilen Uifgaben des Landes kann nur ein kleiner 'Peil fiir die Verteidigung verwendet werden. Die kerntruppe bildet die auden fiir z.w eieinhalb Jahre Eingezogenen gebildete stellende Armee. Sie wird ergänzt durch die Reservetruppe, in der alle Wehrfähigen zwischen 18 und 49 Jahr n ARMEE /.usanmumgclaßt sind und zu jährlichen W iederholungskursen aufgehoten werden. Zwischen 18 und 84 Jahren beträgt die jährliche Dienstzeit 81 Tage (das gilt auch fiir die Frauen zwischen 18 und 84 Jahren,, zwischen 40 und 49 Jahren noch 14 'Page. Eine Marmorganisatinn. die auf (in Kennwort hin aulgehotcn werd“n 1 min. stellt bereit. 421 jüdische Pole und Verletzte hat /.wischen Mai 1930 und September 1988 der ..kalte Infiltrations-Krieg" gekostet. IM Tll V1NINGSL VGEK das wir besuchten, waren alle Waffengattungen vertreten. Während d rauße n zw i - •.eben den Baracken die Rekruten an den V\ allen instruiert wurden, inspizierten wir in den peinlich sauberen l nterkunftsräutnen die ..Plankenordiumg". Hier, hinter den Kulissen de* Exerzierens, sieht die Vrmce ihre erzieherische Hauptaufgabe. die Einwanderer ins israeliseile Staatsleben einzuordnen. nach dem Grundsatz: ein guter Soldat ist noch lauge kein guter Bürger, aber ein guter Bürger ist immer auch ein guter Soldat! W ährend der ersten Wochen lernen die Neuankömmlinge die Grundlagen der hebräischen Sprache kennen. Sie werden von ihren Kameraden in Kur/.vortrügen aufgeklärt, u. a. über die Geographie, dir Versorgung und die Geschichte des Landes. I eher i()0 Themen werden bearbeitet. Es gibt Lese-Stuben mit Büchern und Zcitschrilten aller Art und Interhaltungsbaracken für Spiele. Theater und Filmvorführungen. wo an den Wänden gute Beproduktionen bedeutender europäischer Kunstwerke hängen. Tizian. Beinbrand. Cezanne und 'an Gogh in der Kaserne! Muß man in den Orient geben, tim die Humanisierung des Kommiß kennenzukrnenf Gekocht wird umständehalber rituell. Von der Qualität und der Nahrhaftigkeit des vorzüglichen Essens konnten wir uns überzeugen. Kein Wunder, wenn sich die Armcc-Kochschule hier belindet! Mit welchen instruktiven Methoden der Nachwuchs an Fahrern und Vlci Imnikern herangchildet wird, ein Nacliuuehs. dessen handwerkliche Fähigkeiten nrnli im Zivilleben bei dem Mangel ui Fachkräften sehr geschätzt wird, wurde uns in vorzüglich eingerichteten Werkstätten gezeigt. Die Armee als kultureller Faktor im Kbms'aat — so seltsam und unwirklich das klingen mag. in dieser Beziehung Israel einen beispielgebenden Son- (l'il iil dar. Die israelische Vrmce gehör! wie die llistadruth (die Gcwerks lialt Israels;, die alten Siedler und dir Jtwish Vgencv zu jenen starken Triebkraft! n. welche die Existenz des jüdischen Staates in der Gegenwart untermauern und für die Zukunft zu sichern sin In n. Der israelische Soldat wird nicht zum blinden Instrument erzogen, das nur dir Schußwaffe zu bedienen weiß. jAus einem Reisebericht der ..Nutinu.il- Z< iliu’g" Basel. Wir suchen 2 — 3 Jugendliche im Alfer von 17 — 25 Jahren die geeignet sind, einen Lehrkurs in Israel zu absolvieren, der sie befähigen soll, unsere zionistische Jugendgruppe zu leiten. Nähere Auskünfte im Sekretariat des Zionistischen Landesverbandes, IX., Universitätsstraße 4, täglich von 10 — 16 Uhr. „EGOSS" Konfektion en gros Textilhandelsgesellschaft m. b. H. |k 1 1 Tucherzeugung / Stolle für Herren- N. urunberg und Damenmäntel Wien 1, Rotenturmstr. 25/3 WIEN 1, RABENSTEIG 8 TEL. U 23 7 64 Telefon U 24-0-24 V/, b. b. Expcdie’ par l’edlteur Herrn Frau ' » Wenn verzogen, bitte nadisenden oder zurück an die Redaktion Wien IX, Universitätaatraße 4/4 Bundesverband der Israelitischen Kulfusgemeinde Wien. Vm 14. Februar fand im Ecstsaal der Israelitischen Kultusgcmcinde Wien die Generalversammlung des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Oesterreichs statt. zu welcher 22 Delegierte aus Wien und den Bundesländern erschienen waren. Null Erörterung organisatorischer Fragen wurde über das ungelöste Problem der Wiedergutmachung in Oesterreich beraten. Präsident Dr. Maurer gab seiner Besorgnis über eine sieh ahzeiclmendc Entwicklung Ausdruck, die sich für den österreichischen Staat, auf längere Sieht gaschen, ungünstig auswirken könnte. Die Generalversammlung sprach den V rrtretern des Vereinigten Exekutivnusschusses hei den im Vorjahr geführten W H tlei gutmachungsv erb and hingen den Dank und die Anerkennung für die auf- U< wendeten Anstrengungen aus. Die Generalversammlung beschloß schließlich, eine Kommission ein/uselzeii. die ein Memorandum vorbereiten s >11. das die Oeffentlichkeil in Oesterreich über die Grundlagen und über die Vrt der jüdischen Entseliädigungsansprii - che an Oesterreich unterrichten soll. W ir halten cs für ein Gebot der Stunde. d«ß der Bundesverband den unerträglichen antisemitischen Verleumdungen. die gewisse Zeitungen in Wien und in der Provinz verbreiten, entgegentritt. Nazi, die im Jahre 1945 das Lieht scheuten. schalten sich allmählich ins geschäftliche Lehen ein und treiben ungestört l nfug. (Red.) Aus der Israelitischen Kulfusgemeinde Wien Dr. W«|f llrrzberg — Vizepräsident In der Plenarversammlung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, hielt der Präsident einen wurmen Nachruf für den verstorbenen kultusv orstelier Prof. Benzion Lazar und schilderte die Verdienste des V erstorbenen um die Ent wieklung der Wiener Kullusgemeinde. Nach einer Interpellation des Kultusvorstehers Leuil (Einigkeit), versprach der Präsident in der nächsten Sitzung einen Bericht über den Stand der Wic- (lergutmachuug zu erstatten. Die technische Kommission beantragte den Verkauf von Häusern und Liegenschaften. Der Obmann dieser Kommission. Herr Josef ILibin-Bittinunn, stellte den Antrag, aus dem Erlös dieser Verkäufe einen Aufzug für das Spital und Miersheim Seegasse anzuseh affen. Bei den Neuwahlen wurde Dr. Wolf llcrzherg zum Vizepräsidenten, die Zionisten Gustav Leitner und Josef Rubin- Bittmuuu ins Vertrelcrkollegium gew ähl t. In den Kommissionen nehmen führende Stellungen ein: Dr. E. Brand), Dr. Viktor E. Pnrdcs und Josef Bubin-Bittmanu. Ms Extruni werden unsere Gesinnungsginosseii: Isidor Neugrösehl, Wolf Tisilicukcl. Dr. Abraham Biemcr fungieren. Care - Pessach - Pake! Es wird unsere Leser sicherlich int< ressiereu. daß di“ Cure-Aktion zu den Pessaeh-Eeiertagen ein spezielles Geschenkpaket zum Versand bringt. Der Preis beträgt für ein T'/, kg Paket S 812.—. Einzahlungen bis 81. März d. J. bei Care oder Ilias, Wien, erbeten. KREDITE erteilt Jüdische Sparu. Kreditgen. m. b. II., Wien 1., Dominikunerbustei 24, Tel.: It 27 5 55, KJ. 261 nn jiid. selbständige Kaufleute, Gewerbetreibende und an freie Berufe. KLEINER ANZEIGER= Erfalirrnr Pädagogin übernimmt zu ihrem Töchterchrn (II Jiluei b—8 Kinder für Nachmittage mit S( luilnaehliilfe. V >rseliulpfliclitige Kinder rvent. ganztägig mit Yerpflegunng. Besondere Erfolge bei sehlcchtcsscndenn Kindern. Zuschriften erbeten an die Administration unter ..Mütterliche Obhut Nr. 911‘\ Jüdischer Kaufmann in Graz. bestens erfuhren, mit besten Beferenzen. neuem PK-Wagen. sucht Bepräsentnanzen von nur erstklassigen großen L'nternchmcn. Gef. Zu- Zseliriften unter ,,Steiermark und Kärnten Nr. 912‘‘ au die Aniinistration d. Bl. Gibt es noch eine hübsche, nette jüdische Frau (oder Fräulein) bis 38 Jahre alt, die sieh einen idealen Gatten wünscht V Zuschriften an die Adm. d. Bl. erbeten unnter ..Intelligenz und Charakter 914‘\ Tüchtiger Privat-Chauffeur in ungekiindigter Stellung, mit allen einschlägigen Arbeiten bestens vertraut, sucht entsprechenden Posten. Gunter ..Erstklassige lieferen - renzen Nr. 915" an die Adm. d. BI. Diplomierte Kindrrschu cstcr englisch, französisch sprechend, kinderliebem!. sucht Stelle als Säuglingsschwester, Kinderfräulein oder Gesells( haftsdame. Zuschriften erbeten unter ..Beste Referenzen Nr. 901". au die Adm. d. Bl. INatzv ertretrr einer bekannten Vorkriegs-Wäsehelahrik. vom Ausland zuriickgekelirt. sucht Vcrtrelunng in einschlägigen Vrtikeln. Gefl. Zuschriften unter Gal eingefülirl Nr. 908" an die Adm. d. Bl. 4">jähriger Kaufmann. Wiener, vom Ausland kommend, mit Kapital sucht Einheirat oder Frau mit Kapital zur Gründung einer Existenz. Erbitte Zuschriften unter ..Ernst gemeint. Nr. 903" an die Adm. d. Bl. Echi-nnsmitlrigcschtifl in der Nähe des Karmelitermarkles. auch für andere Branchenzweige sehr gut geeignet .per solort abzugeben. Zuschriften an die Adm. unter: ..W egen AI ters Nr. 909" Bürokraft die perfekt Stenographieren und Mnscliinenselireiben kann wird für stundi nweise Besehäfligaiug gesucht. Zuschriften an dir Adm. unter „Nur erstklassig" |\r. 918. Eigentümer, Herausgeber u. Verleger: Zioui stischcr Landesverband Oesterreich, IX, Universitütsstraße 4. Hcdigicrt von einem He daktiunskullegiuin. Verantwortlicher Redakteur : Fritz Müller, Wien II, Kruinuibaoui gasse 1. — Druck : Donaustadt, Wien II. Max-Winter-Platz ß, B 47 0 30

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.