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Die Stimme · 1954-01-01 · Heft 82 (Januar 1954) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1954
Issue
Heft 82 (Januar 1954)
Date
1954-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE STIMME Archäologische Funde in Israel Gräber uns der früh-kannnnäisehen Epoche (frühe Bronzezeit) wurden vor einigen Wochen in der Nähe \on Ejn Hanuziw im Heth Schaan-Tal gefunden. Die meisten von ihnen waren zwar ausgerauht. doch fanden sieh trotzdem eine Anzahl von Geräten aus jener Zeit. ltn Wadi Arru in der Nähe des Kibbuz Barkui wurde ein großes Gral) entdeckt. das zwei Schichten \on Gräbern enthielt. Die höhere Schicht stammt aus der Zeit der l r\fiter. die tiefere -aus der Zeit des l cbergangs von der chalkolitisclien Epoche zum Anfang der frühen Bronze-Zeit. In diesen Gräbern fanden ‘«ich hunderte um Tongefäßen sowie Schmuck- und andere Gegenstände. Auch bei Kanalisationsarbeiten in dem \midar-Schikun in Akko wurden Gräber. aus der hellenistischen Epoche, entdeckt. ln Beth Jerach wurde die llcrbstsaison der Ausgrabungen vollendet. Es wurden eine Anzahl von Bäumen westlich der Synagoge im nördlichen Teil des Fiügels aufgedeckt. Ferner wurde ein weitverzweigtes Netz von Wasser- und Kanalisationsgräben untersucht, das mit dem Gebäude der Synagoge verbunden war. Südlich und westlich des Hügels wird die Untersuchung der Befestigungsanlagen fortgesetzt. Weitere Teile der Befestigungen!) aus der frühen Bronze- Zeit sowie aus der mittleren Bronze-Zeit ("etwa \on 3000 bis 1300 vor der gew. Zeitr.) freigelegt. Diese Befestigungsanlagen sind später ausgebessert und auch zur Verteidigung der Siedlung in der hellenistischen Epoche verwendet worden. In Tiberias wurden die Arbeiten zur Aufdeckung des alten Badchauses fortgesetzt. Einige Säle mit Besten von Mosaik-Fußböden. geschmückt mit Zeichnungen aus der Tierwelt, sind bereits entdeckt worden. Es wurde ein großes Wasserbecken unter dem Gebäude gefunden. Das Gebäude selbst war von ein.r Reihe von Säulen gestützt und offenbar in mehreren Abschnitten gebaut und repariert worden. Der Bau war in der Epoche der Misch na begonnen worden: später ist er anscheinend im Anfang der arabischen Epoche bewohnt worden. Beste von Mosaiken fand inan auch bei den Entwicklungsarbeiten in der Kwuza Nachlaim im mittleren Scharon. Die Untersuchung brachte Beste einer byzantinischen Kirche aus dem 5. bis 6. Jahrhundert zum Vorschein. Ein großer Teil der Mosaiken ist bereits in alter Zeit zerstört worden, aber gewisse Teile mit geometrischen Mustern sowie anderen aus der Pflanzenwelt und ebenso große Teile von drei griechischen Inschriften sind erhalten geblieben. Mit der Säuberung einer Anzahl von Obelisken bei Kfar Orah gehen die gemeinsamen Ausgrabungen der Regierungsubteilung für Altertümer und der Gesellschaft zur Untersuchung Israels und seiner Altertümer ihrem Ende entgegen. Einer dieser Obelisken ist schon vollkom¬ KREDITE erteilt Jüdische Sparu. Kreditgen. m. b. II., Wien I., Dominikanerbastei 24, Tel.: It 27 5 55, Kl. 261 an jüd. selbständige Kaufleute, Gewerbetreibende und un freie Berufe. Schuhmodenhaus Ferdinand Beck & Go. Verkau fsstellen: IX., Aiserstrafte » VII., IVfa'iahiiferstraße 82 IX., Wühingcrstraße 50 V., I'ilgramgasse 6 XV., ScchshauscrstraBe 12 men frcigelcgt worden, der zweite größtenteils. Das Wesen dieser Monumente ist zweifellos klargestellt, aber die Tongegenstände zwischen ihnen zeigen, daß sie aus der Zeit der Könige Jehudas stammen (8. bis 7. Jahrhundert vor der gew. Zeitr.). ln diesen Tagen hat man mit der Untersuchung von Stullungen begonnen, die nördlich von Atlith in die Uelsen gehauen sind. Anscheinend stammen diese Anlagen aus der Epoche der kreuzriuer. Auch die Arbeit an der Freilegung und Säuberung weiterer Gräber, die in der Schcb.un.uh Sunhedria in Jerusalem Lu die l eisen gehauen sind, ist unter Leitung der Regicrungsubteilung für Altertümer wieder aufgenommeu worden. Diese Gräber stammen aus der Zeit des Endes der Epoche des zweiten Tempels. Dem jungen französischen Archäologen Juan Piiot ist es gelungen, in der Nähe \ >n Becr-Schewu Beste einer Siedlung auszugruben, die etwa 1000—2000 Jahre vor der Zeit der Urväter bestanden hat. Die Arbeiten werden von der französischen Zentrale für wissenschaftliche Forschungen mit Hilfe der Abteilung für Altertümer der Israel-Regierung tlurengefüllet, sind nielit abgeschlossen, aber zur Zeit wegen der Regenzeit unterbrochen worden. I ntcr anderem fand man in dem schweren Lösboden zehn runde Wohnhäuser, und in den Speichern unter den Fußböden dieser Häuser Körner von Weizen und Gerste, von Weintrauben sowie Bohnen. Eines der Häuser diente offenbar als Kupferschmiede. Man fand dort ein Kilogramm Kupfer sowie Geräte und Schmuckgegenständ" aus di’ sein Metall. Die Analyse dieses Kupfers läßt annehmen, daß es aus den Bergen Transjordaniens stammte. Die Tatsache, daß man auch Schmuckstücke aus Meeresmuseheln und hübsche Krüge aus Basalt gefunden hat, deutet darauf hin, daß die Bewohner dieser Siedlung nicht nur von Landwirtschaft, Viehzucht und Handwerk lebten, sondern auch bereits Handelsbeziehungen aufrecht erhielten. Nach Meinung Pirots bestund diese Siedlung etwa 150 Jahre und wurde dann nicht wieder erneuert. Anzeichen ähnlicher Siedlungen sind auf benachbarten Hügeln gefunden worden, und neben ihnen entstanden in späteren Epochen Häuser neuerer Siedler, die aus der Wüste gekommen waren. Nach Meinung Pirots bestellt zwischen diesen frühen Siedlungen und der Zeit der Urväter (etwa im Jahre 1900 v. d. gew. Zeitr.) keine Verbindung. Seiner Meinung nach ist dazwischen eine Puuse in der Besiedlung des Negew entstunden, die vermutlich 100 bis 200 Jahre gedauert haben mag. D. ZIERING Ein- und Verkauf von Nähmaschinen uller Arten, auch Universal und Zick-Zuck. Elektrokocher. Eigene Reparaturwerkstätte. Wien VII, ‘ " 20, Tel. B 34304 Caf4 — Bar — Tan* Wien ix., Porzellangasse 39 Tel. R 52 405 V. b. b. Expedie’ par l’edlteur Herrn/Frau 0 Wenn verzogen, bitte nadisenden oder zurück an die Redaktion Wien IX, Univereitätsstraße 4/4 „Schlaflose MtUU" in der Halle eines Wiener Hotels sitzt ein Wiener Fabrikant mit seiner Frau und einem holländischen Gest häftsfreund. Man spricht von Geschäften, vom Wetter, der Politik und schließlich auch vom letzten Krieg. Da sagte der Wiener plötzlich: „Ich war wahrend des Krieges Offizier. Kämpfte in Rußland. Und ich habe noch immer schlaflose Nächte, wenn ich darüber nachgriibie, daß wir es doch \iclleicht geschafft hätten! Wenn wir noch zäher, noch energischer, noch unnachgiebiger gewesen wären...“ „Es war Verrat, glatter Verrat“, wirft seine Gattin mit dumpfer Stimme dazwischen. Eine Weile herrscht eisiges, peinlichstes Schweigen. Dann sagt der Holländer: „Auch ich habe schlaflose Nächte...” „Wieso Sie“, fragt der Wiener verblüfft, „Sic waren doch gar nicht dabei V“ „Doch ein wenig“, meint der Holländer. „Mein Sohn wurde nach Westerbork deportiert. Er ist niemehr zurückgekommen“. Charles Bocsner DAS BUDGET DES JOINT Auf der 39. Jahreskonferenz des American Joint in New York wurde dus nächstjährige Budget auf 26.186 Millionen Dollar als Minimum veranschlagt. Das sind vier Millionen Dollar mehr als im laufenden Haushaltsjahr. Mehr als die Hälfte des Budgets wird für das Joint- Programm in Israel verwendet werden. VENEDIGS HISTORISCHE SYNAGOGEN WURDEN RESTAURIERT ln Venedig wurde die Große Deutsche Synagoge wiedereröffnet. Sie war bereits im Jahre 1415 erbaut worden. Mit Hilfe des Joint sowie durch Spenden der Jüdischen Gemeinden Venedigs und Roms konnte die historische Synagoge vor schweren baulichen Schäden bewahrt werden. In Venedig wurden in den letzten J all reu noch vier weitere alte Synagogen restauriert, deren Errichtung auf die Jahre 1532, 1575, 1580 und 1635 zurückgeht. in der Nazizeit durften Juden in Italien die Synagogen nicht benützen. HEBRÄISCHE SCHULE Neue Adresse: 19., Butligassc 21 Neue Tel.-Nr.: B 17-0-39 Angeschlosscn un die Hebräische Schule wird ein K i n d c r g u r t c n, der demnächst eröffnet wird, zu dem Anmeldungen noch entgegengenommen werden. Weiters findet an den Nachmittagen l nterrieht in hebräischen Gegenständen statt. Anmeldungen an die oben angeführte Adresse, täglich zwischen 9 und 12 Uhr. „EGOSS" Textilhandelsgesellschaft m. b. H. Tucherzeugung / Stolle für Herren- und Damenmäntel WIEN 1, RABENSTEIG 8 TEL. U 23 7 64 Hemdenmacher Alfred Kornhaber VIII., Lerchenfelder strafe 58 Mafjafelier für feine Herrenwäsche DRINGENDE HILFE! Die Redaktion unserer Zeitschrift „Die Stimme“ sucht für mittellose, arbeitslose jüdische Frau eine warme Bettdecke, Polster und Bettwäsche. 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